Geschrieben am 1. Mai 2024 von für Crimemag, CrimeMag Mai 2024

CrimeMag: Editorial Mai 2024 – und unser 10.000-ster Text

Zimbelkraut © Anne Kuhlmeyer

Herzlich willkommen!

Unser Jubiläum hätte sich nicht besser sortieren können. Ausgerechnet der Exklusiv-Bericht unseres USA-Korrespondenten Thomas Adcock – der gerade, ordentlich akkreditiert, am Prozess gegen Donald Trump in New York teilnimmt – ist der zehntausendste Text, den wir im CulturMag veröffentlichen. Siehe »Exclusive from the New York courtroom: A President, a Pornstar…« Thomas Adcocks Schriftsteller- und Publizisten-Karriere begann einst als Gerichtsreporter. Er versteht etwas davon.

Eben solch ein Sachverständnis lässt sich in toto all unseren Autorinnen und Autoren zuschreiben, die Wissen, Erfahrung und Herzblut in die jetzt insgesamt 10.000 bei uns erschienen Beiträge eingebracht haben. (Die Kurzbesprechungen sind hier gar nicht alle mitgezählt; die regelmäßig zwölf bis achtzehn Kritiken bei den »Bloody Chops« und „nonfiction, kurz« gelten je Monat als je 1 Beitrag.)

10.000 Beiträge im CulturMag, alles hier pro bono entstanden, komplett ehrenamtlich und non profit kuratiert, von Medienprofis und Buchautorinnen und Autoren geschrieben, darunter Brigitte Helbling, Frank Göhre, Max Annas, Georg Seeßlen, Johannes Groschupf, Andreas Pflüger, Sybille Ruge, James Grady, Garry Disher, William Boyle, John Harvey, Lisa Sandlin, Wallace Stroby und Ingrid Mylo. Ein echtes Magazin seit 2010, seit der Abspaltung vom „Titel Magazin“ – zuerst als LitMag (ed. Jan Karsten), als CrimeMag (zunächst allsamstäglich, ed Thomas Wörtche) und als MusicMag (ed. Tina Manske) erschienen, seit 2017 regelmäßig zum Ersten des Monats als CrimeMag (CvD Alf Mayer), mit Stella Sinatras Urknall (1 Bild/ 100 Worte) als LitMag und gelegentlich einem Beitrag im MusicMag. Wir können alle stolz auf diese Arbeit sein.

Wo sonst finden Sie gleich zwei große Analysen der Netflix-Serie »Ripley« nebeneinander – vom Highsmith-Kenner Thomas Wörtche und vom Medienexperten Dietrich Leder. Wo sonst lesen Sie einen Lokaltermin wie den von Alf Mayer bei Sybille Ruge und ihren Stoffen, ein Dramolett in 3 Akten von Robert Rescue: »Berlin – Hochburg des Terrorismus«, einen sprechreifen Vorlesungstext über »Sprache, Form und Dichtung« von Ulrike Schrimpf oder den einstigen Chefhistorikers des BND, Bodo V. Hechelhammer, über einen Thriller vom Dreh des Filmklassikers ”Der dritte Mann« – Karina Urbachs »Das Haus am Gordon Place«.

Sonja Hartl bringt »Babysitter« von Joyce Carol Oates mit dem Spike Lee-Film SUMMER OF SAM in Verbindung, hat mit John Galligan ein Interview zu »Bad Axe County« geführt und »End of Story« von  A.J. Finn für uns eingeordnet. Aus der Konkursbuch-Anthologie »Freiheit« bieten wir Ihnen gleich vier Texte – von den Herausgeberinnen Claudia Gehrke (»Den Vögeln zuhören«) und Regina NösslerBerlin-Tempelhof«), von Thomas Wörtche, der sich fragt, »Welche Freiheit mein ich denn?«, während Alf Mayer in der Zeitmaschine ins Jahr 1983 der »geistig-moralischen Wende« zurückreist, in der eine Bundesfilmpreis-Jury dem neuen CSU-Innenminister Friedrich Zimmermann willfährig war: »Achternbusch und allerlei Gespenster«. Eine andere Zeitreise ist die visuelle «Geschichte der Bundesrepublik« von Gerhard Paul.

Noch kein Buch der Krimibestenliste hat jemals aus dem Stand eine solch hohe Zustimmungsquote erreicht wie Lavie Tidhar mit »Maror«. Alf Mayer bespricht es für uns: »Wer eine Nation aufbaut, muss Opfer bringen«, weist auch dringlich auf den großen Roman «Falcone« von Roberto Saviano hin (»Die Wirklichkeit als Grenze der Fiktion«) und hat sich den Fotoband »Ernst Scheidegger: Fotograf« sowie die Monografie »Issey Miyake« angeschaut (über die er sich auch mit Sybille Ruge unterhalten hat). Sowie zudem MONKEY MAN, das Regiedebut von Dev Patel: »Kino, rein und pur, und ab 18«.

Nick Kolalowski fragt sich, ob die apple+ TV-Serie »Sugar« das Neo-Noir Revival ist, das wir brauchen. Hazel Rosenstrauch findet bei Matthias Glaubrecht Interessantes zum Dichter, Naturkundler, Welterforscher Adelbert von Chamisso und Constanze Matthes liest von Patrick van Odijk »Der falsche Vermeer«.

In der Abteilung Graphic Novels porträtiert Thomas Wörtche den argentinischen Illustrator Alberto Breccia (»Mort Cinder«) und besucht bei »Private Venus« von Paolo Bacilieri/ Giorgio Scerbanenco den ersten wirklich modernen Helden der europäischen Kriminalliteratur. Alf Mayer bespricht in »Einige Comics«: Robert Crumb, David Zane Mairowitz: Kafka/ Gabri Molist: Schlafen ist Sterben/ Nora Krug: Im Krieg/ Roberto Saviano, Asaf Hanuka: I’m Still Alive. Im Fadenkreuz der Mafia/ Danijel Žeželj: Wie ein Hund.

Meisterfotograf Carsten Klindt hat für uns die 63. Folge seiner »Street Scenes«, seine Kollegin Susan Madsen wieder ein »Anschau-Abenteuer«. Ingrid Mylo bringt uns dieses Mal als  3 x 11 Spielworte: »Fliegen II, Brunnen, Gedächtnis«. Sonja Hartl unterhält sich im Podcast »Auf Weltempfang« darüber, wie man Redewendungen aus dem Persischen ins Deutsche übersetzt. Unser Krimigedicht ist dieses Mal das von Ella Fitzgerald gesungene »Stone Cold Dead in the Market« und beim Christopher Moore Prize 2024 ist die Vorauswahl eröffnet.

Dazu gibt es als Standards die Schatzsuche empfehlenswerter Neuerscheinungen, die Krimibestenliste Mai 2024 und den Blick in »Unser Archiv, jüngster Zeit«. In den Bloody Chops besprechen Joachim Feldmann, Tobias Gohlis, Alf Mayer, Frank Rumpel, Thomas Wörtche: und dieses Mal auch Andreas Pflüger: Maria Borrély: Das letzte Feuer/ Eleanor Catton: Der Wald/ Eli Cranor: Bis aufs Blut/ Ulrike Damm: Kulp – und warum er zum Fall wurde/ Pascal Garnier: An der A26 / Val McDermid: Die Gabe der Lüge: Ein Fall für Kate Pirie/ Maria Peteani: Der Page vom Dalmasse Hotel/ Stephan Schmidt: Die Spiele/ Martin Suter: Allmen und Herr Weynfeldt/ Martin Walker: Im Chateau/ Hank Zerbolesch: Gorbach.

Bei nonfiction, kurz finden Sie: Paul Auster, Spencer Ostrander: Bloodbath Nation/ Tobias Hauffe: Die Leere im Zentrum der Tat. Eine Soziologie unvermittelter Gewalt/ Annie Jacobsen: 72 Minuten bis zur Vernichtung. Atomkrieg. Ein Szenario/ Patrick K. O’Donnell: The Unvanquished: The Untold Story of Lincoln’s Special Forces/ Salman Rushdie: Knife. Gedanken nach einem Mordversuch.

Einen guten Mai wünschen Ihnen

Sonja Hartl, Anne Kuhlmeyer, Alf Mayer und Thomas Wörtche und das gesamte CrimeMag-Team.
– Und wenn Sie uns schreiben möchten, gerne an: CulturMag (at) gmx (Punkt) de

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