CrimeMag April 2025 Category

Posted On April 3, 2025By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag April 2025

CrimeMag: Editorial April 2025

Herzlich willkommen! Man ist schon gespannt, welcher neue Irrsinn auf dieser Welt uns noch bevorsteht. Immerhin, der Frühling ist da, wie es sich gehört, das aktuelle CrimeMag auch. Unser USA-Korrespondent Tom Adcock ventiliert, angelehnt an T.S. Eliot („April ist the cruellist month …) die neuesten Streiche des „Mad Kings“ und seiner bizarren Handlanger, „Fear & Farce“ eben. Thomas Wörtche labt sich an einem voluminösen Band zu dem genialen Edward Gorey.  Sonja Hartl setzt ihre Untersuchungen zum Thema „Verbrecherische Frauen“ mit einem Essay über Ivy Pochodas kapitalen Roman „Sing mir vomRead More

Posted On April 3, 2025By Thomas AdcockIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Thomas Adcock: Fear & Farce

New York As I write, the month of March stumbles toward April, bleeding all the way. Soon we shall mark seventy-one consecutive days of fascist chaos that commenced on January 20 with the second presidential inauguration of a criminal farce by the name Donald J. Trump. With spring in sight after winter’s final act, I am mindful of sobering lines from “The Wasteland,” the epic poem by American-born British essayist and poet T.S. Eliot (1888-1965)— April is the cruellist month, breeding lilacs out of the dead land… What are theRead More
Eine Liebeserklärung von Thomas Wörtche Edward Gorey (1925 – 2000) gehört neben Alfred Jarry zu meinen frühesten, seriösesten und gleichzeitig dauerhaftesten ästhetischen Prägungen. Und obwohl ich nie auf einer Urne gestanden oder in einer Terrine gelegen bin und sowas auch nicht für erstrebenswert halte, ist der „doubtful guest“ vermutlich die einzige literarische Figur, zu der ich je so etwas wie ein identifikatorisches Verhältnis entwickeln konnte. Und es geht sehr wahrscheinlich auch auf Edward Gorey zurück, dass ich fortan von „murder and mayhem“, inszeniert mit stoischer Komik wie in „The GashlycrumbRead More
Sonja Hartl über den fulminanten Kriminalroman von Ivy Pochoda Zwei Frauen gegen den Rest der Welt – nein, halt, stimmt gar nicht: Zwei Frauen gegeneinander und irgendwie auch gegen die Welt. Aber nur eine gesteht es sich ein: Diana „Dios“ Sandoval kommt aus Queens, ist ziemlich schlau, hatte deshalb ein Stipendium, aber hat dann einen Kommilitonen angegriffen. Das wollte dessen wohlhabende Mutter bestraft sehen und deshalb sitzt Dios nun im Gefängnis. Sie steht dazu, was sie getan hat, sie gefällt sich als unberechenbare gewalttätige Frau. Anders indes Florence „Florida“ Baum.Read More
71 Porträt-Folgen sind es in unserer kleinen Carsten-Klindt-Galerie mittlerweile geworden. Und es geht weiter. Heute kommt wieder eine Folge dazu. Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt, manchmal jeweils zwei – und bis Folge 34 manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes und Street Crimes. Carsten Klindt wuchs an der Nordsee auf und ist ausgebildeter Werbefotograf. Er wohnt seit überRead More
An der schönen blutigen Donau: Hungarian Edition Nicht nur in literarischer Hinsicht bleibt Ungarn immer noch ein nicht ganz erschlossenes Land. Denn was weiß man schon über die Heimat des Hertha-Kult-Torwarts (im Schlabberlook) Gábor Király? Außer Gulasch, Salami, Fidesz, Orban und Lothar Matthäus (der war mal an der Donau sogar Nationaltrainer) fällt einem nicht viel mehr ein. Auch das Allgemeinwissen über die ungarische Literaturindustrie hält sich bei den weniger ungarnaffinen Leser:innen eher in Grenzen, was nicht mit der ästhetischen Qualität der magyarischen Literatur zusammenhängt, sondern vielmehr mit der hochnäsigen EinstellungRead More

Posted On April 3, 2025By Dietrich LederIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Dietrich Leder seziert Crime im TV (32)

Tatort: Die große Angst Es ist absurd und doch konsequent: Je größer der Anteil der Kriminalfilme und Serien am fiktionalen Programm des Fernsehens wird, ob es nun linear oder über das Streaming wahrgenommen wird, um so unwichtiger erscheinen die verbleibenden Fernsehfilme, die ohne Verbrechen, Polizei und kriminaltechnische Untersuchung auskommen. Im Feuilleton werden sie jedenfalls kaum noch besprochen. Denn dem ist das Fernsehen generell aus dem Blick geraten. Nur die politischen Talkshows werden aktuell rezensiert, besser: nacherzählt, weil sie als Fortsatz der Berliner Politik mit den Mitteln des Fernsehens verstanden werden.Read More
Unendlicher Spaß Den wird man nicht haben, wenn man sich entschließt, das gleichnamige Buch von David Foster Wallace zu lesen. Foster Wallace war eine dieser tragischen Figuren der Literaturgeschichte. Zeitlebens von Depressionen und Alkoholabhängigkeit gequält, nahm sich der hochbegabte Mathematiker, leidenschaftliche Tennisspieler und starke Schwitzer 2008 im Alter von 46 Jahren das Leben und hinterließ ein beträchtliches und im wahrsten Sinne des Wortes „gewichtiges“ Werk. „Unendlicher Spaß“, 1996 veröffentlicht, aber erst 2009 auf Deutsch erschienen, zeichnet sich nicht nur durch die brillante Sprache aus, sondern auch durch die verwendeten StilmittelRead More

Posted On April 3, 2025By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Bloody Chops – April 2025

Kurzkritiken zu aktueller Kriminalliteratur von: Joachim Feldmann (JF), Sonja Hartl (sh) und Thomas Wörtche (TW). Sowas von fies (TW) Und weiter geht´s mit der wunderbaren Pascal-Garnier-Edition bei Septime. „Die Insel“ ist ein auf knappe 160 Seiten komprimiertes Delirium. Vier verlorene Seelen saufen sich zur Weihnachtszeit in Versailles hackedicht zu, gegen Ende sind zunächst nur noch zwei davon übrig, die sich schon fast wollüstig verwahrlosen und verkommen lassen. Irgendwie konsequent, denn die beiden hatten schon als Jugendliche Blut an den Händen. Man ist doch immer wieder erstaunt, mit welch erfreulicher RadikalitätRead More

Posted On April 3, 2025By Thomas WoertcheIn Crimemag, CrimeMag April 2025

TW über Krimis und Gemütlichkeit

Der Elefant im Raum Es mag sich an dieser Stelle schon das eine oder andere Mal angedeutet haben, dass ich nicht unbedingt ein großer Fan der Kriminalromane des Golden Ages bin. Das ist kein Bauchgefühl, sondern hat schon seine Gründe, warum ich mit diesen Residuen der gesellschaftspolitischen und literarischen Anti-Moderne nicht allzu viel anfangen kann. Und dass diese Texte nach fast einhundert Jahren immer noch gerne als Goldstandard der Kriminalliteratur betrachtet werden, finde ich bizarr bis ärgerlich. Aber darum geht es hier nicht. Oder vielleicht doch. Gerade lese ich MargeryRead More
Vorige Woche habe ich einen Film aus der Bibliothek geholt. Auf diesen Film habe ich mehrere Wochen gewartet, er war immer ausgeliehen. Nun aber liegt die Disc da. Es ist ein bisschen wie früher, als ich freitags aufgeregt in die Videothek ging – in der Hoffnung, dass die Filme, die ich sehen wollte, noch da sind. Es ist noch nicht einmal ein besonders neuer Film – oder ein Film, den ich nicht woanders bekommen hätte. Er lief sogar schon einmal auf Arte. Aber ich wollte ihn nicht einfach streamen. IchRead More

Posted On April 3, 2025By Sebastian KnauerIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Sebastian Knauer: Spur des Geldes

Sebastian Knauer über Norbert F. Pötzls „Das Schattenreich des Alexander Schalck-Golodkowski“ Der gelernte Feinmechaniker war als stellvertretender Minister und Mitglied des SED-Zentralkomitees ganz oben in der real-sozialistischen DDR angekommen. Sein Auftrag: Devisen zu beschaffen, um Westwaren importieren zu können, die die DDR nicht selbst produzieren und mit ihrer nicht konvertiblen Währung nicht bezahlen konnte. Zugleich brauchte die DDR immer mehr Geld vom Westen, um den stets drohenden Staatsbankrott abzuwenden. Dafür baute der „Devisenbeschaffer“ Alexander Schalck-Golodkowski den geheimnisvollen Bereich „Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo) auf, ein Imperium von mehr als 200 Firmen, dieRead More
Liebes CrimeMag-Publikum, hiermit präsentieren wir – neben unserem Haus- und Hof- und Hinterhof-Fotografen Carsten Klindt, weiter vorne in – ein zweites visuelles Fenster in unserem Online-Magazin. Die Fotografin Susan Madsen erzählt unter anderem visuelle Geschichten auf Social Media unter dem Titel „Eine wahre Geschichte“. Ihre Themen sind Voyeurismus, Erotik, Moral, Vergänglichkeit und Wahrheit. Biografisches: Geboren 1964 in Aarhus, Dänemark. Seit 2018 Studentin an der Kunsthochschule Weißensee Berlin/Freie Kunst/Bildhauerei bei Else Gabriel, Knut Ebeling und Andreas Rost, wo sie während des Studiums die Fotografie als ihr bevorzugtes Medium entdeckte, um sich künstlerisch auszudrücken. Read More
Sonja Hartls Nachwort zu „Ein höheres Ziel“ von Malin Thunberg Schunke „Hast Du mal darüber nachgedacht, warum gerade Du hier sitzt?“ Diese Frage spricht Amirs Zellengenosse Rabah aus. Eine Frage, über die Amir auch nachgedacht hat, der er aber nicht nachgeben wollte. Und eine Frage, die man beim Lesen unweigerlich im Kopf hat. Denn die Antwort ist erschütternd: Amir sitzt in dem französischen Gefängnis nicht einfach, weil er zur falschen Zeit am falschen Ort war. Das waren seine Freunde auch. Aber Manfred Halvarsson, Fredrik Cederbeck und Carl Ludwig Bergenrud habenRead More

Posted On April 3, 2025By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Frank Rumpel über Paolo Rumiz

Ein unruhiges Land  Entlang einer unsichtbaren Linie hat der Journalist und Schriftsteller Paolo Rumiz Italien bereist, eine Linie, an der im Untergrund die eurasische und die afrikanische Kontinentalplatte aneinander stoßen. Diese Bruchlinie zieht sich längs durch den Stiefel (Rumiz nennt das an einer Stelle „die große seismische Autobahn Mittelitaliens“) und die sorgt immer wieder für heftige Erdbeben – zuletzt am 6. April 2009, als ein Erdstoß mit einer Stärke von 5,9 (auf der Richterskala) die Abruzzen erschütterte. 308 Menschen kamen damals ums Leben, 1600 wurden verletzt, große Teile von L‘AquilaRead More
Vergnügte Lektüre in unsicheren Zeiten Schreckliche Zeiten erfordern außer-ordentliche Bücher. Zufällig oder doch vom Zeitgeist inspiriert sind mir zwei Bücher in die Hände gefallen, die sich mit Unsicherheit und Unordnung beschäftigen – und sie ausdrücken. Luciano De Crescenzos „Die Kunst der Unordnung“ lag schon lange auf einem meiner Bücherstapel, jetzt bin ich in der richtigen Verfassung, um seine Spielereien über das Zusammenwirkungen von Ordnung und Unordnung in sechzehn Kapiteln zu genießen. Das Eine geht nicht ohne das Andere – ob in der Mathematik, im Sport, in der Kunst oder derRead More

Posted On April 3, 2025By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Krimibestenliste April 2025

Die besten Kriminalromane im April 2025. Die KRIMIBESTENLISTE April 2025 ist seit Freitag, dem 4. April, auf Deutschlandfunk Kultur online. 1 (6)     Johannes Groschupf: Skin City (Suhrkamp) 2 (3)     Liz Moore: Der Gott des Waldes (C.H. Beck) 3 (5)     Garry Disher: Desolation Hill (Unionsverlag) 4 (-)    Dirk Schmidt: Die Kurve (Suhrkamp) 5 (-)     Frank Göhre: Sizilianische Nacht (Culturbooks) 6 (7)      Max Annas: Tanz im Dunkel (Suhrkamp) 7 (1)   Ivy Pochoda: Sing mir vom Tod (Suhrkamp) 8 (2)     Megan Abott: Hüte dich vor der Frau (Pulpmaster) 9 (6)    J.G. Ballard: Super-Cannes. (Diaphanas) 10 (-)   Nicólas Ferraro: Ámbar (Pendragon) Heute Vormittag hat Tobias Gohlis die neue Nummer 1 bei DLF KulturRead More

Posted On April 3, 2025By Nick KolakowskiIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Kolakowski: Smoking Gun (32)

“Den of Thieves 2”: Stealing from the Best When “Den of Thieves” came out in 2018, it sparked a fair amount of debate among folks who enjoy watching crime movies. Some belittled the flick as “meathead ‘Heat,’” blatantly ripping off the Michael Mann playbook down to the electronica soundtrack and the intricate robberies, albeit with a heftier dose of macho posturing. Others defended it as flawed but entertaining, especially Gerard Butler’s willingness to chew every bit of available scenery as a crooked cop hunting down the heist crew led by PabloRead More
Ingrid Mylo: 3 x 11 Spielworte (39) – Taschentuch, Eier, Punkt Wer liest, sammelt Sätze. Manchmal bewußt. Manchmal ist ein einziges Wort ausschlaggebend: hartnäckig taucht es immer wieder auf. Fliege, zum Beispiel. Oder Mitternacht. Oder Asphalt. In ganz unterschiedlichen Büchern und Zusammenhängen, bei ganz unterschiedlichen Schriftstellern. Solche Fliegensätze oder Mitternachtssätze oder Asphaltsätze finden, immer elf an der Zahl, in der Serie 3 x 11 Spielworte ihren Platz. Ein Spaß, ein Zeitvertreib. Und eine andere Art, auf Bücher zu deuten. Spielwort: Taschentuch Elf Zitate zusammengelesen von Ingrid Mylo             Es stank unerträglich, und ich gingRead More
Interessante Links, gesammelt von Sonja Hartl Lisa Kräher schreibt bei Übermedien über die True-Crime-Live-Show des Strafverteidigers Alexander Stevens und der BR-Moderation Jacqueline Belle. Die Schwester eines Mordopfers kritisiert, dass der Fall zur Unterhaltung ausgeschlachtet wird. Aber nicht nur, dass innerhalb der Show vom Publikum darüber abgestimmt wird, ob im Urteil zu Recht eine besondere Schwere der Schuld der festgestellt wurde – nun hat der verurteilte Täter einen Strafverteidiger engagiert, weil er genau dagegen vorgehen will. Und nun ratet mal, wer dieser Anwalt ist … Aidan Truhens „Fuck you very much“Read More

Posted On April 3, 2025By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Schatzsuche zu Ostern

Eine Vielzahl von Krimi-Neuheiten … … erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays.  Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren.  CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe befreundeter Buchhandlungen nach interessanten Neuerscheinungen. In dieser Ausgabe neben Empfehlungen aus der Redaktion: Chatwins (Berlin) und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg) Bitte denken Sie daran, dass gerade in diesen Zeiten Ihre lokalen Buchhandlungen besonderer Unterstützung und Solidarität bedürfen. Lieber dort bestellen als bei amazon. Man kann das nicht oft genug sagen – und tun. Torsten Meinicke, BuchladenRead More
Ein Mordsspaß um Bob Dylan und Arno Schmidt „Sanft strich der Abendwind durch die Blätter der Blutbuchen, die rings um das Schlosshotel Hohenhaus Wache standen”, sind die ersten Zeilen von „Mord auf Hohenhaus”. Sie harmonieren perfekt mit der Warnung auf dem Cover: „Ein Schlosshotel-Kriminalroman”. Zum Glück hat  mich das nicht abgeschreckt, der Name des Autors hat mich neugierig gemacht. In welche Niederungen des Genres hat sich Gerhard Henschel verirrt? Stammt nicht von ihm die Satire „Sex-Schock – Penis kaputt?“, die richtig Wellen schlug, nachdem Ex-Bild-Herausgeber Kai Diekmann die taz wegen StörungRead More