Geschrieben am 3. Oktober 2022 von für Crimemag, CrimeMag Oktober 2022, Editorial

CrimeMag: Editorial Ausgabe Oktober 2022

Mit fast der ganzen Redaktion bei der Fachtagung „Zur Ästhetik des Kriminalromans“ versammelt, geht es in unserer aktuellen Ausgabe natürlich ums Erzählen. Es warten diesen Monat 32 Beiträge auf Sie. Den Eröffnungsvortrag von Tagungskurator Thomas Wörtche „Der Kriminalliteratur aufs Wort geschaut“ finden Sie hier. Joachim Feldmann bespricht Moritz Baßlers große Studie „Populärer Realismus“, die natürlich Thema war. Leider kurzfristig verhindert war Friedrich Ani, dessen Roman „BullaugeAlf Mayer in der Tradition von Cornell Woolrich und der Verschwörungsthriller der frühen 1980er verortet sieht. Mit „Einmal noch sterben“ legt Tagungs-Co-Kurator Oliver Bottini einen Politthriller vor, Thomas Wörtche nordet den gewichtigen Roman ein.

Sonja Hartl geht mit Chua Guat Eng und „Echos der Stille“ nach Malaysien, ihr Podcast „Abweichendes Verhalten“ widmet sich Sabine Deitmer. Unser Buchmarkt-Experte Gerhard Beckmann hat Insider-Informationen zur grotesk hohen Remissionsquote von Amazon erhalten und urteilt: „Die Lage ist noch dramatischer.“ Robert Rescue hat diesmal einen Kurzgeschichte mit Uri Geller und Putin im Gepäck. Unser USA-Korrespondent Thomas Adcock zieht für „The Death of The Donald“ verblüffende historische Parallelen und Hazel Rosenstrauch hat sich das hochgelobte Debut „Die Tochter des Kommunisten“ zu Gemüte geführt.

Wie immer gibt es unsere Standards: nämlich die (gar nicht so kurzen) Kurzbesprechungen in den Bloody Chops und in nonfiction, kurz, dazu ausgewählte Neuerscheinungen in der Schatzsuche sowie die Krimibestenliste Oktober 2022 und den Meisterfotografen Carsten Klindt mit Street Scenes – Street Crimes.

Unser Kolumnist Dietrich Leder widmet sich der HBO-Serie „We Own This City“, sein Kollege Nick Kolakowski hat sich wieder einmal den Meisterfilm „Touch of Evil“ angesehen. Ute Cohen führte für uns exklusiv ein Interview mit Björn Hayer über Trauer (und sein neues Buch Elegie für dich„). Markus Pohlmeyer bringt uns einen Gedichtzyklus mit dem Titel „Herbst“, Ingrid Mylo versammelt in ihrer bereits 13. Lieferung der „3 x 11 Spielworte“ wunderbare Buchzitate über Spinnen, Universum und Narben.

Constanze Matthes liest anlässlich der Taschenbuchausgabe „New York Ghost“ von Ling Ma, das Buch über einen Ausnahmezustand entstand bereits vor Corona. Frank Schorneck genießt mit Calla Henkel „Ruhm für eine Nacht“ und Peter Münder bespricht Beutezeit„, das neue Buch von Norris von Schirach. Mit einem Vorab-Textauszug machen wir auf das wichtige Sachbuch Imperium der Schmerzen“ von Patrick Radden Keefe aufmerksam und erinnern noch einmal an Pier Paolo Pasolini, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Gaetano Biccari lässt in dem von ihm herausgegebenen Band in persona“ Pasolini selbst zu Wort kommen.

Alf Mayer liest jede Menge Kulturgeschichte aus dem üppig illustrierten Band zu europäischem Menu Design; bevor es modisch wurde, sein Essen zu fotografieren, sammelte man Speisekarten. Eine spannende Monographie errettet den Infografik-Pionier Fritz Kahn vor dem Vergessen, und mit „The Sawdust House“ bespricht er erneut ein Buch von David Whish-Wilson in der Kolumne „Reading Ahead“.

Das KrimigedichtPsycho Killer“ stammt von den Talking Heads. In den Bloody Chops besprechen Hanspeter Eggenberger, Joachim Feldmann und Alf Mayer: Wolfgang Bortlik: Basler Gleichstand/ Frauke Buchholz: Blutrodeo/ Maddalena Fingerle: Muttersprache/ Marie Hermanson: Die Pestinsel / Karin Slaughter: Die Vergessene/ Lavie Tidhar: Maror/ Jürgen Tietz: Berliner Monster. 1947: Kommissar Adlers erster Fall.

In nonfiction, kurz beschäftigt Alf Mayer sich mit David De Jong: Braunes Erbe. Die dunkle Geschichte der reichsten deutschen Unternehmerdynastien/ Michael Götschenberg: GSG 9. Terror im Visier/ Götze, Bartelsheim, Baur (Hg.): Design & Bahn – Eine Gestaltungsgeschichte/ Oliver Hahn: Schwatzen über Simenon. Ein Lesebuch/ Mark Pieth & Kathrin Betz: Seefahrtsnation Schweiz/ Diana Garcia Simon: Gestrandete Dichtung. Politik und Humor im argentinischen Tango.

Viel schöner Lesestoff also. Kommen Sie alle gut durch diese Zeiten. Viel Freude am Lesen wünschen Ihnen

Sonja Hartl, Anne Kuhlmeyer, Alf Mayer und Thomas Wörtche und das gesamte CrimeMag-Team.
– Und wenn Sie uns schreiben möchten, gerne an: CulturMag (at) gmx (Punkt) de

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