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Sandi Baker: Unexpected readings in a year of unexpectations One of the unexpected events this year, among the many that occurred and which will still happen in the short space between when this is published and midnight on 31 December 2024, is the change in my reading habits. I’ve been able to read pretty much any genre or anything, but over the past year or so, I’ve noticed that I haven’t been doing much reading. This came as quite a jolt – I just didn’t seem to have much time.Read More
Ulrich Baron: Rätsel der Neuzeit Aus familiären Gründen verbringe ich jetzt viel Zeit in einem Haus, wo es neben Büchern auch einen Fernseher gibt und nutze das aus. Staune darüber, dass man auch ohne Kabelanschluss quasi rund um die Uhr mit Krimiserien verbringen kann. Stelle fest, dass die Polizistendarsteller derzeit eher kleiner (Jürgen Vogel, Yves Wüthrich), die Wohn- und Arbeitsräume aber immer größer werden. Dass sich hinter den mit diversen Raumteilern voller ungenutzter Aktenordner versehenen Großraumbüros geradezu sibirische Weiten auftun, kann man verstehen. Die vielen Pizzakartons, ohne keine Mordermittlung möglichRead More
Thomas BarfussRead More
Robert Brack: Staatstreu bis in den Tod Gedanken zur Gewalt im Kriminalroman während einer Lesung von Stephanie Bart aus ihrem Roman „Erzählung zur Sache“ Beinahe passend: Der „Rote Salon“, in dessen Rahmen am 7. Oktober die Lesung von Stephanie Bart stattfand, lag im sogenannten „WiWi-Bunker“, einem stammheimartigen Betonmonstrum auf dem Campus der Hamburger Universität, in dem die Wirtschaftswissenschaften beheimatet sind. Die Autorin des literarisch wie politisch sehr kühnen Romans über die erste Generation der RAF war eingeladen von der „Marxistischen Abendschule (MASCH)“, die hier sonst Seminare zu Marx‘ „Kapital“ 1-Read More
Ute Cohen: Historisches Bewußtsein gefragt Im Zeichen der Hoffnung ließe ich dieses Jahr gern stehen und doch sehe ich es dunkel. Keine süßen Sätze, Worte des Aufbegehrens und der unbedingten Solidarität sind vonnöten! Nie hätte ich gedacht, dass in Deutschland, in Europa, in der ganzen Welt Antisemitismus noch einmal in all seiner zerstörerischen Macht auflodern könnte. Nicht in meinen schlimmsten Albträumen hätten die Feigen, die Duckmäuser und Opportunisten einen Platz gefunden, ideologische Schreckgespenster, die heute Israel an den Pranger stellen, als Babymörder stigmatisieren, irrlichternde Ideologen, die einer Truppe von atavistischenRead More

Posted On Dezember 31, 2024By Die RedaktionIn Allgemein, Highlights, Highlights 2024

Highlights 2024 – Ulrike Damm

Ulrike Damm: Der Trieb nach vorn Wahrscheinlich ist das Suzy van Zehlendorfs größte Begabung. Das hat sie mit dem Wind gemein, und wenn er wild ist, tobt er wie er will. Wohin es ihn drängt, bestimmt er allein, auch was er anrichtet, ob er zerstört oder Freifläche schafft für Neues. Auch wie der Wind hat Suzy ihren eigenen Kompass, dem sie folgt oder eben nicht, wenn es gerade passt oder eben nicht, wenn sie es will oder eben nicht. Vom Sturm nimmt sie sich Kraft, Dringlichkeit und Schwung. Das TempoRead More
Danny Dziuk: Kinky Forever Da ich gerade eine ziemlich lästige Grippe (oder was immer das auch ist) auskuriere und deshalb ein bisschen neben mir stehe, hier nur ein kleiner Beitrag, der sich vor allem um Kinky Friedman dreht, der am 27.06.2024 auf seiner Echo Hill Ranch in Texas das Zeitliche segnete. Zwei Tage später postete ich dazu bei Facebook:  „Ich bin ja nicht besonders abergläubisch, aber ist jemandem schon mal aufgefallen, dass Kinky Friedman genau an Wiglaf Drostes 63. Geburtstag „auf einen Regenbogen getreten“ ist? Die beiden hatten sich ziemlichRead More
Garry Disher: The great divide…          It’s often believed that crime writing is not proper writing—that crime writers do not, and need not, pay attention to tone, style, atmosphere, theme or some flair in their use of the language.  It’s assumed that a crime novel needs only some sex, a car chase and a ghoulish murder (particularly, in Australian crime writing, in an outback town).          And although crime-writing panels are very popular at Australian writers’ festivals, the writers themselves are rarely asked to appear on panels dealing with ‘literary’Read More
Monika Geier: Das Geschenk Mein Jahr 2024 war super. Ich Hippie hab ganz spontan meinen wunderbaren Zwei-Meter-Historiker-radfahrenden-badischen Kommunalbeamten geheiratet. Und weil hier ja was zum Weitergeben dabei sein soll, unsere hübsch kurze Tanz-Playlist: 1. Shostakovich Waltz Nr. 2 aus Jazz Suite Nr. 2 2. Sway (Dean Martin) 3. You never can tell (Chuck Berry) 4. Das Geschenk (Sportfreunde Stiller) Übrigens isses besonders lustig, zu „Das Geschenk“ zu tanzen 🙂 Schönes neues Jahr!!! »Antoniusfeuer« von Monika Geier wurde 2023 mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet.Ihre Website hier. ** ** Claudia Gehrke:Read More
Johannes Groschupf: Mit Ricarda Lang und Friedrich Merz an der Champagner-Bar im Adlon 2024 war das Jahr der glücklichen Recherche. Ich wollte einen Thriller schreiben, der in der Berliner Kunstwelt spielt: Künstler und Galeristen und Sammler, Ausstellungen und Auktionen. Im Januar saß ich an einem Samstag von sieben Uhr abends bis fünf Uhr morgens im eiskalten Atelier des begnadeten Malers Daniel Mohr und spielte Skat, um an Insiderinformationen zu kommen. Wir waren zu viert, hockten in Mantel und Mütze, von wimmernden Heizlüftern umgeben, mischten mit klammen Fingern, rauchten Kette, trankenRead More
Brigitte Helbling: Die Netze ausgeworfen In 2024 habe ich mir endlich Olivia Laings The Lonely City (Canongate 2017) vorgenommen. The Lonely City erzählt von Einsamkeit in der Großstadt und ihre Manifestationen in den Künsten, befasst sich u.a. mit Hitchcock, Nomi, Solanas, Goldin, vor allem aber mit Hopper, Warhol, Darger, Woynarowicz; Alleinsein/Einsamsein als Kunst, oder als Bedingung für Kunst… der Untertitel lautet „Adventures in the Art of Being Alone” (was sich auf mehrere Arten lesen lässt). Die sehr feine Übersetzung von Thomas Mohr entschied sich in diesem Fall für Eindeutigkeit: DieRead More
Hokusai – umfänglich dokumentiert und gewürdigt Zur gewaltigen Werkmonografie von Andreas Marks im Taschen Verlag – eine Besprechung von Alf Mayer Andreas Marks (Hg.): Hokusai. Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch. Verlag Taschen, Köln 2024. Hardcover, mit Lesebändchen, Format 29 x 39.5 cm, Gewicht 6.95 kg. 722 Seiten, 175 Euro. Verlagsinformationen: www.taschen.com Wir glauben, den berühmtesten japanischen Künstler zu kennen, wir alle kennen seinen Holzschnitt »Unter der Welle im Meer vor Kanagawa« (alias »Die große Welle«) aus der Serie »Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji«. Bei Christie’s wurde im März 2023 ein Abzug dieses HolzschnittsRead More
Hella Kothmann: 2024 – ein ABC Abenteuerliches, Neues, Berührendes, Wiederentdecktes, Besänftigendes, Aufwühlendes, Magisches, Frustrierendes, Trauriges, Aufregendes, Verblüffendes, Originelles, Schmerzliches, Alltägliches, Sentimentales, Ärgerliches, Ansprechendes, Verwirrendes … Das Jahr hat 365 Tage, vieles geht vorüber, aber manches bleibt. Akerman, Chantal. Jeanne Dielman. Es passiert nicht viel und doch ist da dieser unwiderstehliche Bann rund 200 Minuten Alltägliches mit der großartigen Delphine Seyrig zu erleben, bis … La Folie Almayer beginnt bereits mit der Eskalation und führt immer tiefer zurück zu den Anfängen des stilisierten Wahns. Blood, fließt auch im „wahrheitsgemäßen Bericht“ InRead More
45 Jahre nach der Filmpremiere: Eine zweibändige Kassette öffnet die Fahrstuhltür zu einem der größten Filme aller Zeiten Eine Buchbesprechung von Alf Mayer Lee Unkrich (G.): Stanley Kubrick’s The Shining. Ausgabe: Englisch. Verlag Taschen, Köln 2024. Hardcover, 2 Bände im Schuber. Format 20.0 x 22.0 cm, Gewicht 3.71 kg. 1396 Seiten, 100 Euro. Verlagsinformationen: taschen.com Beinahe 1.400 Seiten über einen einzigen Film, das enthält die sensationelle Kassette »Stanley Kubrick’s The Shining« von Lee Unkrich und J. W. Rinzler, jetzt – 45 Jahre nach der Filmpremiere – in einer Volksausgabe von 100Read More
Europa, der deutschsprachige Dokumentarfilm der letzten 40 Jahre und ein blinder Fleck Vortrag von Dietrich Leder, gehalten auf der 48. Duisburger Filmwoche am 6. November 2024[1] Vorbemerkung An die Duisburger Filmwoche habe ich viele Erinnerungen.[2] Ich will mich hier und heute auf eine persönliche Reminiszenz beschränken. Sie wurde durch die traurige Nachricht ausgelöst, dass vor wenigen Wochen der Medienwissenschaftler und Publizist Klaus Kreimeier im Alter 85 Jahren gestorben ist.[3] Klaus Kreimeier war Duisburg in mannigfachen Funktionen verbunden: Als Protokollant der frühen Jahre, als Journalist, der mit einem Artikel, der inRead More
Eva Ladipo: Das T-Shirt So wie das Jahr an sich war auch mein Highlight nicht erbaulich. Ich habe es im Juli bestellt, kurz nachdem Joe Biden seinen Verzicht erklärt hatte. Dass man dem wohlmeinenden Alten so lange seinen Willen gelassen hat, gehört zu den zahlreichen Katastrophen des Jahres, die dem Mangel an Mut geschuldet sind. Nicht Biden ist Schuld an seinem viel zu späten Abgang, sondern die Feiglinge und Karrieristen um ihn herum. Niemand besaß die Chuzpe, das absolut offensichtlich Notwendige zu tun. Anyway. Ende Juli war es dann geschafft.Read More
Chistina Mohr: 20 Alben 2024 Kim Deal, Nobody Loves You More Joan As Policewoman: Lemons, Limes and Orchids The Last Dinner Party – Prelude to Ecstasy Remi Wolf – Big Ideas Yaya Bey – Ten Fold Kim Gordon, The Collective Los Bitchos – Talkie Talkie Gustaf – Package Pt. II Pet Shop Boys – Nonetheless Nilüfer Yanya – My Method Actor TORRES – What An Enormous Room Sleater-Kinney – Little Rope Yard Act – Where’s My Utopia? Waxahatchee – Tiger’s Blood Peggy Gou – I Hear You Kate Nash –Read More
3 x 11 Spielworte (36): Fotos, Gefühle, Zahnbürste Wer liest, sammelt Sätze. Manchmal bewußt. Manchmal ist ein einziges Wort ausschlaggebend: hartnäckig taucht es immer wieder auf. Fliege, zum Beispiel. Oder Mitternacht. Oder Asphalt. In ganz unterschiedlichen Büchern und Zusammenhängen, bei ganz unterschiedlichen Schriftstellern. Solche Fliegensätze oder Mitternachtssätze oder Asphaltsätze finden, immer elf an der Zahl, in der Serie 3 x 11 Spielworte ihren Platz. Ein Spaß, ein Zeitvertreib. Und eine andere Art, auf Bücher zu deuten. – Diese frei schweifende Reihe von Ingrid Mylo hat inzwischen viele Leserinnen und LeserRead More
Rainer Nitsche: Mühen der Lobbyarbeit Auf Buchmessen sieht man immer wieder kleine Pulks von Menschen, die irgendwie nicht zusammenpassen; die einen mit großen Namensschildern auf der Brust und professionell nach allen Seiten grüßend, die anderen, meist in der Mitte des Pulks, die ratlos nach links oder rechts schauen, sich offenbar nicht sicher sind, auf welchem Terrain sie sich gerade befinden oder was sie da erwartet.   Bei diesen Pulks handelt es sich um sogenannte »Politiker-Zuführungen«, d.h. um Besuche von Politikerinnen oder Politikern, die von der Lobby-Abteilung des Börsenvereins betreut werden,Read More
Hazel Rosenstrauch: Meine Antidepressiva 2024 Fangen alle Rückblicke auf dieses Jahr mit Stöhnen an? Über die Kriege (im Plural), Katastrophen, die man korrekterweise nicht als Naturkatastrophen bezeichnen kann, Wahlergebnisse, nicht nur hier und in den USA, auch in Österreich, dessen Staatsbürgerin ich bin? Zeitungslektüre und TV-Nachrichten waren vorwiegend grauslich, Freundschaften sind nach mehr und weniger erregten Gesprächen über Klimawandel, Putin, Palästina oder Rassismus zerbrochen, dazu Todesfälle und Krankheiten im nahen Umkreis. Und das hübsche kleine Grosz-Museum in Berlin musste schließen. Als gelernte Trotzdemistin erinnere ich, dass sich Assange endlich freiRead More
Christian Y. Schmidt: Das Jahr 2024 im Schnelldurchlauf – Persönliche Höhepunkte Der größte Tag des Jahrs 2024 war wohl für mich der 8. April, als Volker Häring und ich den obersten Oberst der chinesischen Volksbefreiungsarmee, Ao Wei, auf unserem Langen Fahrradmarsch ungefähr bei Kilometer 5.000 zufällig wieder trafen. Wir hatten schon im Jahr zuvor seine Bekanntschaft gemacht, am 19. November, noch in der Provinz Guizhou, rund 3.000 Kilometer von dem zweiten Treffen entfernt. Ao Wei war zu Fuß auf der Route unterwegs, die die chinesische Rote Armee 1934 und 1935Read More
Was uns bleibt für Margit Vielleicht wanderst du an einem Novembertag durch eine Stadt in Südfrankreich, so angetrunken von Erschöpfung und Licht, leichter als sonst, schwer wiegend aber auch, zu einer Mitte hingezogen, als hättest du einen Zugang gefunden, wärst angeschlossen an einen Tropf. Möglicherweise hörst du überall das Meer, obwohl das gar nicht sein kann, Gischt, ein Keckern, das Klatschen von Flügeln, Wellenbrechen, selbst dein Körper spürt das überall und noch später im Schlaf, wo er von Salzwasser überspült wird, so dass du manchmal aufwachst und hustest. Möglicherweise trudelnRead More
Frank Schorneck: Leave the world behind… In den letzten Jahren habe ich den traditionellen Jahresrückblick meist damit begonnen, auf die beunruhigende Weltsituation Bezug zu nehmen. Irgendwie nutzt sich das ab angesichts des bald ins dritte Jahr gehenden Krieges im Vorgarten Europas, angesichts der deutlichen Wiederwahl einer Comicschurkenkarikatur zum Präsidenten Amerikas, angesichts der immer lauter gebrüllten Dinge, die nicht gesagt werden dürfen. Sparen wir uns also den Umweg über die Weltlage und wenden uns direkt der Kultur zu. Interessanterweise habe ich drei äußerst empfehlenswerte Leseerlebnisse in 2024 dem Fernsehen bzw. einemRead More
Wallace Stroby: Still haunted by it I read a number of historical novels in 2024, something unusual for me, but I’m glad I did. Nice to take a break from contemporary crime fiction, and these novels were no less compelling. Here are four of the best I read this year. CAPTAIN BLOOD: HIS ODYSSEY by Rafael Sabatini (1922). One of the great adventure novels, and the swashbuckler that set the mold for all that came after. Peter Blood, a doctor by trade, is swept up in civil disorder in 1680sRead More
Julia Wagenhals: Drei Bücher mit kritischer Perspektive In 2024 habe ich so viele Sachbücher gelesen wie kaum jemals zuvor. Drei davon möchte näher vorstellen. Trotz unterschiedlich anmutenden Themen eint die Bücher, dass sie sich kritisch auseinander setzen mit der Welt und den Verhältnissen, in denen wir leben. Die Autor:innen nähern sich dem auf ganz unterschiedliche Weise – Hashemi mit einer sehr persönlichen Erzählung, Sahner und Stähr durch eine theoretische Analyse und Hirsch anhand einer unkonventionellen Geschichtsbetrachtung. Im Buch Der Tag an dem ich sterben sollte schreibt Said Etris Hashemi überRead More
David Whish-Wilson: Working from the micro to the macro scales This year I finally reached for a book that’s been on my bookshelf for three decades – Vasily Grossman’s Life & Fate (Flamingo). The occasion was a rare holiday, and a rare opportunity to read for pleasure. I’d originally intended on taking the entire oeuvre of Joseph Roth on holiday with me, including his journalism, but there wasn’t room in my bag. Life & Fate didn’t disappoint – a deeply observed and wide-ranging catalogue of the absurdities of authoritarian thinking,Read More