Noir in Palermo Was für eine kleine, schmutzige Geschichte, mit vielen Dimensionen. Frank Göhres neuer Roman „Sizilianische Nacht“ erzählt von einem Franzosen namens Jean-Paul Durand, der 1933 nach Palermo kommt, und sich „Heilung“ von der Heiligen Rosalia verhofft, die ihm ein „Bewusstsein für die Einzigartigkeit seiner Existenz“ gibt. Heilung hat er auch nötig: Er ist eine Art verspäteter Décadent, ein ferner Verwandter von Figuren à la Huysmans, ein Dandy à la Oscar Wilde, Freund von Marcel Proust, steinreicher Weltreisender, Schach-Genie und Erfinder, hypersensibel, bi-sexuell, Masochist und drogenabhängig. Begleitet wird er
Read More Eine Liebeserklärung von Thomas Wörtche Edward Gorey (1925 – 2000) gehört neben Alfred Jarry zu meinen frühesten, seriösesten und gleichzeitig dauerhaftesten ästhetischen Prägungen. Und obwohl ich nie auf einer Urne gestanden oder in einer Terrine gelegen bin und sowas auch nicht für erstrebenswert halte, ist der „doubtful guest“ vermutlich die einzige literarische Figur, zu der ich je so etwas wie ein identifikatorisches Verhältnis entwickeln konnte. Und es geht sehr wahrscheinlich auch auf Edward Gorey zurück, dass ich fortan von „murder and mayhem“, inszeniert mit stoischer Komik wie in „The Gashlycrumb
Read More Der Elefant im Raum Es mag sich an dieser Stelle schon das eine oder andere Mal angedeutet haben, dass ich nicht unbedingt ein großer Fan der Kriminalromane des Golden Ages bin. Das ist kein Bauchgefühl, sondern hat schon seine Gründe, warum ich mit diesen Residuen der gesellschaftspolitischen und literarischen Anti-Moderne nicht allzu viel anfangen kann. Und dass diese Texte nach fast einhundert Jahren immer noch gerne als Goldstandard der Kriminalliteratur betrachtet werden, finde ich bizarr bis ärgerlich. Aber darum geht es hier nicht. Oder vielleicht doch. Gerade lese ich Margery
Read More Eine Glosse John le Carré, dessen epochaler Roman von 1974, „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“, gerade in einer Neuübersetzung von Peter Torberg bei Ullstein erschienen ist, bezeichnete in seiner Korrespondenz (auch gerade erschienen: „Ein diskreter Spion. John le Carrés Briefe. Herausgegeben von Tim Cornwell. Ü. Peter Torberg, Ullstein) seinen Roman als „nur einen Krimi“, respektive „nur einen Thriller zwischendurch“. So was nenne ich Understatement, handelt sich doch um einen ungeheuer komplexen, vielschichtigen und literarisch brillanten Roman, der einer extrem aufmerksamen Lektüre bedarf, damit man als Leser nicht aus der Kurve fliegt
Read More Alle Bilder mehrfach codiert Helmut Newton: „Berlin, Berlin“. Herausgegeben und kommentiert von Matthias Harder. Taschen Verlag, Köln 2024. Format 21 x 27.5 cm, Gewicht 1,64 kg. 245 Seiten, 50 Euro. – Verlagsinformationen: taschen.com Eine Liebesgeschichte mit langen Unterbrechungen nennt Matthias Harder, Direktor der Helmut-Newton-Stiftung in Berlin und Herausgeber des gerade erschienenen Bandes „Berlin, Berlin“, das Verhältnis von Helmut Neustädter alias Helmut Newton und seiner Geburtsstadt Berlin. In den 1930er Jahren lernte Newton sein Handwerk bei der legendären Yva, die schon damals Mode-, Poträt- und Aktfotografie zusammendachte – sie hatte übrigens ihr
Read More Nicht nur zu Thomas Knüwer und „Das Haus in dem Gudelia stirbt“ Aus zeitlicher Distanz gesehen, ruckeln sich die Dinge manchmal anders als gedacht zurecht. Man sieht klarer. Vor nunmehr fast zwanzig Jahren erschien einer der irrationalsten Bucherfolge der neueren Zeit – Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ (Nautilus, 2006). Eine finstere, bösartige Geschichte aus der Steinpfalz, der Gegend um Regensburg. Der kleine, millionenfach verkaufte (Startauflage damals 1000, wenn ich mich recht erinnere) Roman wirkte wie ein Booster für den allmählich aufkommenden „Regio-Krimi“. Auch wenn die Autorin danach mehr und mehr als
Read More Kein Wort überflüssig, kein Satz falsch Éliette ist Witwe, vierundsechzig Jahre alt und gegen den Rat ihrer Kinder vom Pariser Umland in die Ardèche gezogen. Sie liest viel, kümmert sich um ihren Garten, ist nolens volens nett zu den Nachbarn und tuckert mit ihrem putzigen Aixam (ein Leichtkraftfahrzeug, Spitzengeschwindigkeit 64 km/h) durch die Landschaft und hat zumindest keine materiellen Sorgen. Sie hat sich in der Unzufriedenheit, der Langeweile, dem Mangel an Sex und der Isolation eher fatalistisch eingerichtet. Und so ist es nur folgerichtig, dass sie eines Tages, während eines
Read More Virtuose Zwiebelstruktur Grausame und bittere Geschichten poetisch und manchmal fast zart zu erzählen, ist die Spezialität des irischen Schriftstellers Sebastian Barry. So auch in seinem neuen Roman „Jenseits aller Zeit“ (Ü: Hans-Christian Oser, Steidl). Alles fängt eher harmlos, gar gemütlich an. Der pensionierte Detective Sergeant Tom Kettle lässt sich in Dalkey, einem netten, kleinen Hafenstädtchen südlich von Dublin nieder. Einfach in seinem Sessel dazusitzen, mit Blick übers Wasser und auf einen Martello-Tower, „glücklich und nutzlos“ – das erscheint ihm der „Sinn des Daseins“. Behauptet er zumindest. Allerdings bemerken wir bald,
Read More Völlig verschenkt Petra Hartliebs Roman „Freunderlwirtschaft“ macht TW keinen Spaß. Die Karriere von Österreichs ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz vom Wunderwuzzi bis zum verurteilten Korrumpel ist verwunderlich genug. Um ihn herum ein gieriger Slim-Fit-Boys-Club nach dem Motto „Sushi statt Schnitzel“ und eine Politik, die auch von der FPÖ hätte sein können, garniert mit dem „Anzeigenskandal“, „Ibiza“ und anderer Politgrotesken mehr. Trauriges Schmierentheater, die Kommentare von Helmut Qualtinger hört man irgendwie noch aus dem post-mortem-Off. Eigentlich schreit diese ganze Gemengelage nach literarischer Nachbearbeitung, obwohl – vielleicht doch eher nicht. Die Skandale und der
Read More Großartiges Beispiel für hochkomplexes, modernes Erzählen Thomas Wörtche zum Roman »Nostromo« aus dem Jahr 1904 Joseph Conrad: Nostromo (Nostromo. A Tale of the Seaboard, 1904). Neuübersetzung aus dem Englischen von Gisbert und Julian Haefs. Nachwort von Robert Menasse. Manesse Verlag, München 2024. 553 Seiten, 38 Euro. „Nostromo“ ist, wenn ich es richtig sehe, der achte Roman von Joseph Conrad. Er ist wie fast alle seine Romane schwer zu kategorisieren, was notfalls gegen die Kategorien spricht. Er spielt in einem fiktiven südamerikanischen Land, Costaguana, dort in der Provinz Sulaco, in der gleichnamigen Hafenstadt
Read More Die Story einer Symbiose – Hollywood und LIFE TW blättert versonnen in einem zweibändigen Hammerbuch LIFE. Hollywood. Mit Vorwort von Lucy Sante, Bildutexten des Filmhistorikers Justin Humphreys und Bildern von über 70 legendären LIFE–Fotografen wie Alfred Eisenstaedt, Peter Stackpole, Gordon Parks, Lisa Larsen, Margaret Bourke-White, Gjon Mili u.v.a. Verlag Taschen, Köln 2024. Format 26,5 x 36 cm, Gewicht 7,50 kg. Hardcover, 2 Bände im Schuber. 708 Seiten, 200 Euro.Edited by: Reuel Golden, New York. Design: Andy Disl, Los Angeles. Production: Thomas Grell, Cologne. Editorial coordination: Alexi Alario, New York. ** **
Read More Die Kriminalliteratur zieht kaum jüngere Autorinnen und Autoren an – warum ist das so? Die Sommerferien sind vorbei. Das bedeutet auch, dass ich (und vermutlich viele andere Kollegen und Kolleginnen im Verlagsbusiness) mit unaufgefordert eingesandten Manuskripten geflutet werde. Naja, geflutet wird man eigentlich immer, aber in den Ferien hatten vermutlich auch Lehrerinnen und Lehrer Zeit, Kriminalromane zu verfassen, so nach dem Motto „Ich hab was von Chandler gelesen, da dachte ich, das kann ich auch“ (und das ist eine Bemerkung, die so oder ähnlich oft vorkommt). Brauchbares ist da selten
Read More The making of metro … In memoriam Jac Flessenkemper Metro – die weltumspannende Krimi-Reihe, die gar keine Krimi-Reihe war, sondern aus 155 spannenden Romanen aus aller Welt bestand, und die ich ab 1998 erfunden und bis 2007 in Kooperation mit dem Zürcher Unionsverlag herausgegeben habe – dieses metro also war, so konnte man zum Beispiel lesen, »die beste Krimi-Reihe Europas«, hat ein bisschen den Krimi-Markt in Richtung »Global Crime« gedreht und ein wenig Trend gesetzt. Metro fuhr ein paar zigtausend Rezensionen mit einem Lob-zu-Verriss-Quotienten von 9&2 ein, gab eine Art Blaupause für
Read More »Mehr als ein Kriminalroman« »Kriminalromane« gehören in die Warengruppen 120 (Spannung), 121 (Krimis, Thriller, Spionage), 122 (Historische Kriminalromane) – buchhändlerisch gesehen. Und nicht in die Warengruppe 110 und folgende. Dort findet man »Erzählende Literatur« aller Art. So gesehen wären »Kriminalromane« und »Literatur« verschiedene Dinge. Aber pragmatische Abstraktionen sind noch lange keine literarischen oder ästhetischen Kategorien. Was auch niemand im Ernst behauptet. Aber was doch Verwirrung stiftet. Machen wir ein Experiment: Auf dem Umschlag, unter dem Titel Davenport 160×90 von Sybille Ruges Roman steht nicht, wie ursprünglich geplant und angekündigt, »Kriminalroman«,
Read More Am Anfang stand ein Verdacht Man wird kaum gefragt, wann man angefangen hat, Bücher zu lesen. Man wird jedoch relativ oft gefragt, wie man zum Lesen von Kriminalromanen gekommen ist. Da steckt schon ein klein wenig Voyeurismus drin, so etwa: Wann hast Du Deine erste Zigarette, Deinen ersten Suff, Dein erstes…. Und so weiter. Und dann, werden sie meistens auch brav abgeliefert, die kriminalliterarischen Initiationserlebnisse: Unter der Bettdecke, heimlich, meine Eltern wollten das nicht…. Und natürlich Geständnisse, die menschlich sind, allzu menschlich. Je nach Generation „Drei Fragezeichen“, Edgar Wallace, Enyd
Read More Im Juli 2016 unterhielt sich die Logbuch-Redaktion von Suhrkamp im Rahmen ihrer Reihe „Durch die Bibliothek…“ mit Thomas Wörtche. Hier die Fragen und die Antworten … Nach welchem System ordnen Sie Ihre Bücher?In der Logistik würde man mein System vermutlich »chaotische Lagerhaltung« nennen, bei der nur der Computer weiß, wo das einzelne Teil steht. Der Computer ist in diesem Fall mein Kopf, der sich, auch für mich erstaunlich, meistens daran erinnert, wo ich ein bestimmtes Buch wann zuletzt gesehen habe. Natürlich gibt es eine basale Grobstruktur: Non-Fiction, Theorie, Fiction, die
Read More Zum literarischen Erbe einer stolzen Tradition Vorwort von Thomas Wörtche zu dem von ihm herausgegebenen Band ”Berlin Noir«, 2018 Berlin macht es dem Noir nicht leicht. Oder ganz leicht. Die Tradition ist beeindruckend, wirkmächtig und auch beängstigend. Alfred Döblin, Christopher Isherwood, manche Stücke von Bertolt Brecht, die »Morgue«-Gedichte von Gottfried Benn, »M« von Fritz Lang und viele andere Narrative aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, die allesamt einen tinge of noir haben, haben intellektuelle Maßstäbe gesetzt und literarisch-ästhetische Pflöcke eingerammt, an denen schwer vorbeizukommen ist. Möglicherweise hat deswegen nach dem Zweiten
Read More Die ganze Palette der Schwarzen Romantik – in neuem Kontext In Zeiten des allgemeinen, also auch kriminalliterarischen Kuschelns gegen die böse Welt könnte man sich mal wieder an einen bedeutenden Störenfried erinnern – an Jim Thompson. Findet Thomas Wörtche. Bevor Deputy Sheriff Lou Ford einen jugendlichen Kleinkriminellen seelenruhig mit dessen Gürtel in einer Gefängniszelle erhängt, um einen Mord zu verschleiern, den der Gesetzeshüter selbst begangen hat, erklärt er seinem Opfer den Lauf der Dinge: „Wir leben in einer verkehrten Welt, weißt du. Die Polizisten spielen die Gangsterrollen, und die Gangster
Read More Eisiger Blick auf die Welt Morde sind in Südafrika schon fast an der Tagesordnung. Aber wenn kurz hintereinander drei hochrangige Politiker und ein hochrangiger Polizist getötet werden, scheint sich ein Muster abzuzeichnen. Aber welches? Es gibt Optionen – Bandenkriege, gezieltes Ausschalten der Opposition, alte, offene Rechnungen aus Apartheidzeiten, Machtkämpfe innerhalb eines zutiefst korrupten Staatsapparates und labyrinthischer Geheimdienste? Die Witwe des ermordeten Polizisten ist mit den offiziellen Erklärungen und Verlautbarungen nicht zufrieden. Zutiefst misstrauisch engagiert sie „Fish“ Pescado, Mike Nicols Hauptfigur in nunmehr fünf Romanen (die sog. „Kapstadt-Serie“). Pescado ist Privatdetektiv,
Read More Ein Buch, das glücklich macht Beate Roth: Jean Paul häppchenweise. :transit Verlag, Berlin 2024. Durchgehend vierfarbig, Format: 21 x 25,5 cm,Fadenheftung, Lesebändchen. 256 Seiten, 44 Euro. Es gibt eine ganze Menge Gründe, sich mit Beate Roths Koch-, Literatur- und Kulturgeschichtsbuch um Jean Paul freudig zu beschäftigen. Zunächst mal Johannes Paul Friedrich Richter, genannt Jean Paul (1763-1825) selbst. Romancier und Ästhetik-Theoretiker von Gnaden – seine „Vorschule der Ästhetik“ (1804) und vor allem dort die Programme VI bis VIII, die sich mit dem Komischen und dem Humor auseinandersetzen, sind essentiell für das
Read More Alle Kunst entwickelt sich, also auch Literatur, also auch Kriminalliteratur. Das passiert nicht immer revolutionär, im Fall der Kriminalliteratur über nun fast 150 Jahre eher evolutionär. Zwar spielt gegenüber anderen Sortierungen von Literatur der berühmte „Markt“ bei der Kriminalliteratur eine etwas andere Rolle, weil sie im Großen und Ganzen nicht subventioniert und von den üblichen Strukturen des „Literaturbetriebs“ ungedeckt ist. Das ist zwar ein intellektuelles Armutszeugnis (und/oder intendierte Strategie kulturpolitischer Unsouveränität, Angstbeißen oder was weiß ich was), hat aber immerhin den Vorteil, dass der Kriminalliteratur dadurch ein zusätzlicher Muskel gewachsen
Read More Zwei Mal Italien – als Projektionsraum Thomas Wörtche über „Ewiges Imperium. Wie das römische Reich die westliche Welt prägte“ und „Mythos Nationalgericht. Die erfundenen Traditionen der italienischen Küche“ Ach, Italien – einer unserer liebsten Projektionsräume. Wenn wir nicht gerade die Mafia am Wickel haben, denke zumindest ich an zwei Dinge: Essen und Rom. Der italienische Journalist Aldo Cazzullo beschäftigt sich in „Ewiges Imperium. Wie das Römische Reich die westliche Welt prägte“ mit, was sonst, den Mythen. Den Mythen, auf denen die Römer selbst ihr Reich begründet haben, ab de urbe
Read More Thomas Wörtche, seit langem ein kritischer Begleiter von Patricia Highsmiths Werk und ihrer Einordnung in den Literaturkanon, wirft einen eigenen Blick auf die aktuelle filmische Fortschreibung von Highsmiths Figur. Auch Dietrich Leder findet diesen Mr. Ripley eine hochinteressante Figur und steigt in seiner Kolumne – hier bei uns nebenan – für uns in die medialen Verzahnungen. Zwei große Analysen in einer Ausgabe – wir sind stolz, Ihnen so viel Hintergrund bieten zu können. – D. Red. RIPLEY – Die Serie. Ein paar unsystematische Bemerkungen I Die Reihe Steven Zaillians 8-teilige
Read More Die thematischen Anthologien aus dem Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke haben sich zu einer formidablen Reihe entwickelt, die immer wieder durch ihre Themenbreite, Tiefe und Vielseitigkeit verblüfft. Nach den Bänden »über Bücher« (55), »Tod« (56), »der, die, das Fremde« (57) und »Arbeit« (58) ist nun gerade als Konkursbuch 59 »Freiheit« erschienen. Wir präsentieren Ihnen hier in unserer Mai-Ausgabe exklusiv vier Beiträge – hier den von Thomas Wörtche. Nebenan die »Freiheitstexte« der Herausgeberinnen Claudia Gehrke und Regina Nössler sowie von Alf Mayer. Claudia Gehrke, Regina Nössler (Hg.): Freiheit. Konkursbuch 59. Beiträge u.a.
Read More Der erste wirklich moderne Held der Kriminalliteratur Thomas Wörtche zur Figur des Luca Lamberti, jetzt auch in einer Graphic Novel Als vor ein paar Jahren, naja, so um 2018 rum, der Folio-Verlag einen der wichtigsten Meilensteine des europäischen Kriminalromans, das sogenannte „Duca-Lamberti-Quartett“ von Giorgio Scerbanenco (1911 – 1969) in einer schönen Edition wieder auflegte, passierte das, was immer wieder und viel zu oft passiert. Die Kritik war begeistert, das breite Publikum zuckte mit den Achseln und las lieber kuscheligen Italien-Schrott von Donna Leon oder anderen Pizza & Pasta-Schlonz. Der Name
Read More Mit dem prächtig ausgestatteten „Mort Cinder“ von Héctor Germán Oesterheld und Alberto Breccia im avant-Verlag liegt nun nach „Eternauta 1969“ ein weiteres – von den alten Originalseiten neu gescanntes – Opus eines der größten Comic-Zeichner des 20. Jahrhunderts vor. Anlass genug für uns, eine Würdigung von Thomas Wörtche der Vergessenheit zu entreissen. – D. Red. Die Verweigerung von Eindeutigkeit Obwohl der argentinische Illustrator Alberto Breccia mittlerweile (posthum) auch hierzulande hoch gehandelt wird, hat man über seinen Beitrag zur Ästhetik des 20. Jahrhunderts selten nachgedacht. – Von Thomas Wörtche. „¿ Qué
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