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Eine Kurzgeschichte „Hoffentlich sind wir die bald los“, murmelt Akira Kallas und blickt voller Abscheu auf die Horde junger Leute, die am Eingang des „Orpheus“ auf Einlass wartet. „Bis auf einen. Der hat das Zeug zum Anführer, ein Machertyp, eine Persönlichkeit, auf den die anderen hören. Kurzum, ein Clubmanager. Gut möglich, dass er sein Potenzial noch nicht erkannt hat. Daher ist es unsere Aufgabe, diese Kompetenz in ihm zu wecken und auszubilden.“ Um 3 Uhr morgens haben sich vor dem „Orpheus“ eine Menge Leute eingefunden, die sich in zwei GruppenRead More

Posted On März 1, 2024By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag März 2024

Robert Rescue: Da ist was im Wasser

In dem Online-Rollenspiel, mit dem ich meine Nächte verbringe, gibt es ein Weltboss-Event namens Tequatl, der Sonnenlose. An einem Strand sammeln sich die Spieler und erwarten die Ankunft eines Drachen, den sie dann besiegen müssen. Kurz bevor das Monster mit einem krachenden Getöse landet, ruft einer der Non-Player Character, welche die Küste bevölkern: „Da ist was im Wasser, Hilfe.“ An diese Situation muss ich denken, als ich den Aushang an der Haustür studiere, der darüber informiert, dass wir Legionellen im Trinkwasser haben. Regelmäßig lässt die Hausverwaltung das Wasser kontrollieren undRead More
Einmal die Woche werde ich an der Tramhaltestelle Schönfließer Straße im Prenzlauer Berg Zeuge, wie viele dumme Menschen die Welt bevölkern. Nachts fährt die Linie 50 nicht bis zur Endhaltestelle Virchow Klinikum im Wedding, sondern hält an der Haltestelle Björnsonstraße, eine Station nach der Schönfließer Straße, und biegt dann nach rechts ab, um in einem Dimensionsportal zu verschwinden, aus dem sie irgendwo in Weißensee oder auf dem Planeten Oranke-13 wieder heraustritt. Die, meist verwirrten, Fahrgäste lässt der Fahrer zuvor aussteigen und überlässt sie ihrem Schicksal oder einer später eintreffenden TramRead More
Tschö, Tschö, Tschö, Tschö, meine kleine Maus, hab dich lieb, Tschö, Tschö, mein kleiner Schatz, Tschö, Tschö, Tschö. Am ersten Tag, als Detlef aus Spandau in mein Zimmer verlegt wurde, habe ich nicht mitgezählt. Aber ich schätze mal, so zehnmal dürfte ich sein Gesäusel mitgehört haben, als er sich am Handy von seiner Frau verabschiedet hat. Am zweiten Tag war ich aufmerksam und kam auf, sage und schreibe, 21 Mal. Das erste Mal hat er sie um 4:30 Uhr angerufen, aber das zählte nicht mit, weil sie nicht rangegangen ist.Read More
Mein Chef hat die Schnauze voll von Berlin und will wegziehen. Ich muss gestehen, ich kann ihn nach 30 Jahren in der Hauptstadt verstehen und ich wünsche ihm viel Glück bei seinem Plan. Das Problem ist, ich verliere dadurch meinen Job. Leider handelt es sich um kein halbherziges Vorhaben, denn er hat einen Makler beauftragt, die Wohnung in Charlottenburg, die er in den neunziger Jahren billig gekauft hat und die uns als Büro dient, zu verkaufen. Meine Hoffnung war eine Weile, dass niemand die Wohnung kaufen will, denn sie istRead More
Eine Kurzgeschichte mit offenem Ausgang Jetzt hat mein anderer Cousin auch einen Anlass. Vor zwei Jahren war es Phil, der seinen sechzigsten Geburtstag feierte und jetzt Bob, der mal wieder heiratet. Wenn ich das über die Jahre bei Facebook richtig verfolgt habe, dann ist sie Indonesierin und er hat sie irgendwann bei irgendeinem Hilfsprogramm vor Ort kennengelernt und später nach England geholt. Das bereute sie nach dem Brexit inzwischen sicherlich und hat ihn womöglich öfter überreden wollen, nach Indonesien zu ziehen, weil es da lebenswerter ist als in Großbritannien. WasRead More
Die Polizisten gingen hinter ihrem Einsatzwagen in Deckung und feuerten auf mich. Mit einem Sprung hechtete ich in die Grünanlagen und robbte mich im Kugelhagel durch das Gebüsch. Am Ärztehaus standen ein paar Wartende. Ein Kind verfolgte meinen Weg und fragte seine Mutter: „Ist das der böse Mann, der dem Staat Geld gestohlen hat?“. Die Mutter zog ihren Sprössling zu sich und stieß Verwünschungen in meine Richtung aus. Schließlich erreichte ich das Haus. Die Polizei hatte Verstärkung erhalten und feuerte mit allem, was sie aufzubieten hatten. Ein paar Passanten gerietenRead More
Kim Müller hat ein Internet-Radio gekauft. Das ist einerseits eine gute Nachricht, denn es beschert der Firma, bei der ich arbeite, einen Umsatz, andererseits ist es aber schlecht, denn ich kann nicht auf Anhieb erkennen, ob Kim Müller eine Frau oder ein Mann ist. Womöglich ist der Name Kim auch ein Hinweis auf eine diverse Geschlechtsidentität. Für den Umsatz ist das unerheblich, aber ich muss den Kauf dokumentieren, sprich einen Datensatz in der Warenwirtschaftssoftware anlegen und die kennt einerseits nur Herr/Frau im Feld „Anrede“, andererseits ist eine Angabe notwendig. WennRead More

Posted On Juni 1, 2023By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Juni 2023

Robert Rescue: Die elenden Bewertungen

Wie hat ihnen das Produkt gefallen? Zu den Widersprüchen meines Lebens gehört es, dass ich in einem Nebenjob Bestellungen bei Amazon bearbeite, aber privat so gut wie nie dort was bestelle. Also eigentlich lehne ich das rundweg ab, aber ich muss gestehen, dass ich hin und wieder, also in außergewöhnlichen Momenten dort was ordere, was ich im stationären Handel, der ja durch Amazon und Co. vom Untergang bedroht ist, nicht bekomme. Gut, das sagen die Abermillionen Kunden, die im Internet bestellen, sich auch, aber ich unterstelle ihnen, das sie dasRead More

Posted On Mai 2, 2023By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Mai 2023

Robert Rescue: Fenster zum Hof

Nächtliche Aktivität im Hof  Jeder Mensch hat eine Berufung, der er folgen muss. Meine ist die Beobachtung des Hofes. Ich habe halt ein großes Interesse an meinen Mitmenschen und ihrem Treiben, zumindest an den Nachbarn, die ich von meinem Küchenfenster aus beobachten kann. Außerdem hoffe ich auf eine erstaunliche Beobachtung, die über das gewohnte hinausgeht. Eine UFO-Landung, die Bildung eines Vulkans, Kanzler Scholz betritt den Hof, um einen typischen Berliner Hof zu besichtigen, ein Engel schwebt zur Erde hinab, das Tor zur Hölle öffnet sich. Zugegeben, es ist sehr unwahrscheinlich,Read More

Posted On April 1, 2023By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag April 2023

Robert Rescue: Schritte im Hausflur

Ein Haufen Leute steigt die Treppen rauf und runter, ruft sich was zu, hin und wieder ein Lachen und ab und zu kommt jemand an meine Klingel und dieses furchtbare und ungewohnte Geräusch schreckt die Stille meiner Wohnung auf. Ein Umzug und wenn ich die Geräusche richtig deute, ein Einzug. Bei einem Einzug herrscht immer so eine Vorfreude bei den Leuten, die einziehen. Die sind immer so aufgeregt und stecken dann ihren Freundeskreis an und dann poltert es im Hausflur. Bei einem Auszug ist es ruhiger, die Leute haben gemerkt,Read More

Posted On März 1, 2023By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag März 2023

Robert Rescue: Wahl mit Qual

Demokratie endet nicht um 18 Uhr Dass mir Google Maps das Wahllokal zur Berliner Wiederholungswahl in Neuguinea angezeigt hat, war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Jetzt ist Schluss, habe ich mir gedacht, ich mache diesen Scheiß nicht mehr mit. Ihr könnt euch eure verdammte Wahl sonst wohin stecken. Dann aber stellte ich fest, dass Maps offenbar meinen Standort verschoben hatte, aber ich war irritiert, dass es in Neuguinea anscheinend eine Amrumer Straße 34 gab. Ich habe mich wieder beruhigt und bin losgegangen, um den Mist zu erledigen.Read More

Posted On Februar 1, 2023By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Februar 2023

Robert Rescue: Verkehrswende

Für die Verkehrswende ist es zu spät  Ach, war das schön gewesen im Sommer, als man zu einem BVG-Ticketautomaten gegangen ist und sich ein 9€-Ticket gekauft hat. Okay, davor stand die Hürde, ob der Automat überhaupt einen 10€ Schein oder passende Münzen schluckte. Im schlimmsten Fall waren beide Automaten auf dem Bahnsteig kaputt und man stand da und fragte sich, warum man nicht längst aufs Land gezogen war oder nach Köln, wo einfach alles funktionierte. Aber das mit den beiden kaputten Automaten war ja nicht so schlimm. Dann fuhr manRead More
Zahlen und Tschüss    „Herr Kasulke, vor Ausbruch von Corona waren Sie als Flugzeugentführer tätig. Die Pandemie hat Sie zum beruflichen Umdenken gezwungen. Jetzt arbeiten Sie als Lokführer bei der Deutschen Bahn. Wie kam es dazu?“ „Vor Corona hatte ich viel zu tun. Flog ja alles noch. Ich habe pro Woche drei Entführungen gestemmt, einschließlich neuer Verkleidung, neuem Bedrohungsmaterial und Wohnortwechsel. Aber wo nichts fliegt, kann nichts entführt werden. Ich habe dann erstmal in einem Versteck gesessen, einen Haufen Lösegeld verprasst und dann, als klar wurde, dass die ganze Sache nichtRead More
Im Reich der Toten „Was ich gar nicht gerne hier habe, sind Geisterjäger.“ Eine merkwürdige Äußerung, die man von einem Restaurantbesitzer oder dem Filialleiter eines Discounters nicht hören würde. Aber im Metier von Herrn Ihledorf ist das wohl eine zutreffende Aussage. Mir gegenüber sitzt ein freundlicher Mann Mitte 50 in einem rustikalen Aufenthaltsraum. Der Tisch, an dem ich Platz genommen habe, stammt ebenso wie die restliche Einrichtung aus dem Jahr 1909. Ich habe den Eindruck, dass hier seitdem nichts verändert wurde und nur einmal im Jahr feucht gewischt wird. IchRead More
Auf Biegen und Brechen   Mit schnellem Schritt und vorgestrecktem Handy eilt Außenminister Lawrow an dem 120 Meter langen Tisch vorbei, bis er an der Kopfseite ankommt. „Wir sind im Arsch, Durchlaucht. Der Angriff auf die Ukraine ist vorbei, die Befreiung der Ukraine von den Ukrainern ist gescheitert. Der Westen hat seine ultimative Waffe eingesetzt.“ Zar Wladimir nimmt das Smartphone und liest. „Ich dachte, der wäre längst tot. Wo haben die den denn ausgegraben?“ „Sie haben ihn aus der Hölle herbeibeschworen.“ Außenminister Lawrow ist außer sich. „Es ist das Ende, wirRead More

Posted On September 1, 2022By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag September 2022

Robert Rescue: Die Generalmobilmachung

Die Generalmobilmachung Ein Telefon klingelt. Brigadegeneral Uchtmann schaut auf das Display und seufzt. Er mag nicht rangehen, aber er muss. Befehl von ganz oben. „Huhu, Herr Generalfeldmarschall. Hier ist die Franzi. Haben Sie schon die Nachrichten gehört? Wir haben ein Problem mit diesem Scheiß-Sprengplatz im Grunewald. Der fliegt uns gerade um die Ohren. War ja klar, dass da was passiert, jetzt, wo das halbe Land abfackelt. Diese ganzen Weltkriegs-Dinger und die Polenböller, die wir den Deppen am Jahresende abnehmen. Aber ich hatte den gar nicht auf dem Schirm, weil wirRead More
Berlin Dungeon Die eintreffende Mail versprach nichts Gutes: Lieber Robert Rescue, die Vorbereitungen für ihre Rechnung laufen. Das klang übertrieben. Ob wirklich gerade mehrere Mitarbeiter des Stromanbieters über einen Tisch gebeugt über meine nächste Stromrechnung grübelten? Ich las weiter: Es wird Zeit, ihren Zählerstand abzulesen. Da wir wissen, wo Sie wohnen, wünschen wir Ihnen viel Glück dabei. Sollten Sie heil aus dem Keller gelangen, geben Sie ihren Zählerstand bitte auf unserer Website ein. Sollten wir nichts mehr von Ihnen hören, freuen wir uns, dass Sie unser Kunde waren. Jedes JahrRead More

Posted On Juni 1, 2022By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Juni 2022

Robert Rescue: Abends bei Reddit

Vor kurzem las ich auf Reddit, jenem Frageportal zu den Themen Suizid, Finanzen, lustige Bilder und Tiraden zu diesem und jenem, eine Frage, die mich aufhorchen ließ. Es handelte sich um eine vollends bedeutungslose Frage, die keinerlei Lerneffekt hatte, die nicht für Erheiterung sorgte, wenn man sie bei einem geselligen Abend in der Kneipe zum Besten gab, sondern eher für Befremden sorgte. Oder anders gesagt: Es gibt viele Fragen auf dieser Welt, die bedeutsamer sind, deren Beantwortung Belustigung hervorruft oder Probleme löst, sei es im kleinen oder großen Kontext. DieseRead More

Posted On Mai 1, 2022By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Mai 2022

Robert Rescue: Energie sparen

Jetzt heißt es also Energie sparen. Nicht so halbherzige Maßnahmen wie Energiesparlampen oder Geräte nicht im Stand-by laufen lassen. Die Zeit des hemmungslosen, unbedachten Energiekonsums ist vorbei. Jetzt ist wie nach dem Krieg oder besser gesagt, wie im Krieg. Gegen Putin nämlich. Kein russisches Gas und Öl mehr. Letzteres kann er sich in die Haare schmieren und Ersteres rektal einführen, bis er platzt.  Und damit jeder Bürger mitmacht, hat der Robert Habeck ein düsteres Szenario entworfen: Wer nicht mitmacht, ist dafür verantwortlich, wenn er, also der Habeck, den Hahn zudreht,Read More

Posted On April 1, 2022By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag April 2022

Robert Rescue: Leben ohne Feind

Da saßen wir nun. Er, der Oberst und ich, der Jäger. Also Jäger als Dienstgrad. Ist das gleiche wie Schütze, Funker oder Grenadier, also der Dienstgrad unterhalb Gefreiter, also quasi kein Dienstgrad, sondern nur Soldat nackt. Ich nichts auf der Aufschiebeschlaufe und er silbernes Eichenlaub und drei silberne Sterne. Er fast General und ich bald Gefreiter. Er Berufssoldat, etwa 55 Jahre alt und seit geschätzt 30 bis 35 Jahren dabei und ich Wehrpflichtiger, 22 Jahre alt und seit 6 Monaten im Dienst. Den hatten wir gemeinsam im Lagezentrum des 3.Read More

Posted On März 1, 2022By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag März 2022

Robert Rescue: Wenig Raum für Ekstase

Boah, war das langweilig, als Olaf Scholz Kanzler wurde. Da wäre doch etwas Glanz und Gloria angesagt gewesen so mit Militärparade, landesweiten Besäufnissen, Märkten mit Schießbuden und Karussell und einer Samstagabendshow mit Heinz Erhardt, Hans Rosenthal und Peter Frankenfeld. Gerade in Zeiten von Corona, wo sich das Leben der Bürger nur noch zwischen Home-Office und Netflix-Sofa dreht, braucht es doch irgendetwas, was einen glauben lässt, sich nicht als Hauptrolle in einer Neuverfilmung von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zu fühlen. Oder gar eine Revolution? Mal angenommen, Angela Merkel hätte sichRead More

Posted On Februar 1, 2022By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Robert Rescue: Der Kälte-Gottesdienst

Die Kirchen haben es heute nicht leicht, Gläubige für ihre Sache zu finden. Wenn sie nicht gerade Corona leugnen und rassistisch auftreten wie manche Freikirchen, dann hapert es schon mit interessanten Angeboten, außer vielleicht Drogenkonsum während des Gottesdienstes oder Abfeiern einer Orgie, aber das ist natürlich nicht drin. Die evangelische Kirche am Leopoldplatz ließ sich, zumindest in der Weihnachtszeit, etwas besonders einfallen. Ein Krippenspiel unter freiem Himmel, bei Schneeregen und minus 4 Grad. Verlockend klingt das nicht, aber zu Weihnachten lässt der Übers-Jahr-Ungläubige sich nicht lumpen, wegen familiärer Tradition, dieRead More

Posted On Dezember 1, 2021By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2021

Robert Rescue: Sind doch nur Kinder

Erftstadt – Aus einer kleinen Geste ist eine große Hilfe geworden. Davon wurden Mia Engels (9) und Karla Lutze (8) aus Gymnich und ihre Eltern selbst überrascht. Aber einmal angefangen, lockte ihr Waffelverkauf, um Spenden für die Flutopfer zu sammeln, viele an, die helfen wollen. Kamen am ersten Tag der Sammelaktion am vergangenen Samstag rund 200 Euro zusammen, haben die beiden Mädchen inzwischen knapp 17 000 Euro zusammengetragen. „Ja, ein bisschen müde sind wir schon“, sagte Mia am Freitag, nachdem sie mit ihrer Freundin bereits sechs Nachmittage lang süße SachenRead More

Posted On November 1, 2021By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag November 2021

Robert Rescue: Geht mit Gott, aber geht

Mein Gott, was soll das denn jetzt wieder, denke ich, als ich die Zeitung aus dem Briefkasten fische. Nach einem kurzen Blick weiß ich, wer das eingesteckt hat und warum. Seit Monaten ist das Café Mandelzweig im Vorderhaus ein Hort von AfD-nahen Corona-Leugnern, für die Jesus der beste Freund ist.  Eine Broschüre haben sie herausgegeben, angeblich bereits in der 6. Auflage mit mehr als 600 000 Exemplaren und sind mit dem Versand ihrer Missionsschrift so beschäftigt, dass sie gar nicht mehr zum Beten kommen. Die Nachbarschaft reagiert mit einer MischungRead More

Posted On Oktober 1, 2021By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Oktober 2021

Robert Rescue: Keine Zeit zu sterben

Der prägendste Moment während des ersten Lockdowns war für mich der Blick auf das hauswandgroße Plakat zum James Bond Film „Keine Zeit zu sterben“ am Cineplex Alhambra. „Keine Zeit zu sterben“, wurde zu einer Losung für die ungewöhnlichen Verhältnisse jener Tage, wenn es auch einige gab, für die es dann doch Zeit war, aber aus anderen Gründen als COVID 19. Wie viele andere Weddinger auch blickte ich beim Hochsteigen aus der U-Bahn auf den markanten Charakter-Schädel von Bond-Darsteller Daniel Craig, der aus einem splitternden Autofenster heraus streng blickte, las dieRead More