All posts by Joachim Feldmann

Zum neuen Roman mit Delpha Wade Zweimal sagt Delpha Wade die Wahrheit. Mit der Ergebnis, dass sie weiter im Gefängnis bleiben muss. Auf Bewährung entlassen wird sie erst, als sie sich entschließt, falsche Reue für ein Verbrechen zu zeigen, das sie nicht begangen hat. Denn der junge Mann, den sie mit seinem eigenen Messer erstochen hat, wollte sie vergewaltigen. Dafür war sie 14 Jahre eingesperrt. Nun lebt sie in einer billigen Pension unter lauter alten Menschen und arbeitet als Sekretärin für den Privatdetektiv Tom Phelan. Den Job hat sie ihremRead More
Polizeiroman, Polit-Thriller und Melodram zugleich Budapest im September 2015. Hunderte von Flüchtlingen auf dem Weg nach Westen stecken in der ungarischen Hauptstadt fest. Wer noch über genügend Geld verfügt, kann sich professionelle Schleuser leisten. Und einige wenige Privilegierte gelangen sogar an echte Pässe, die ihnen die Ausreise mit dem Flugzeug ermöglichen. Dumm nur, wenn das Betrugsmanöver nach der Landung in London Heathrow auffliegt. Dann haben nämlich auch die verantwortlichen Regierungsstellen ein Problem. In diesem Fall sogar der Ministerpräsident. In seinem Politthriller „District VIII“ zeichnete Adam LeBor, lange als Korrespondent inRead More
Am 27. April starb der britische Autor Christopher John Sansom im Alter von 71 Jahren. Berühmt wurde er durch eine Reihe von historischen Kriminalromanen, die zur Regierungszeit Heinrichs VIII spielen. Anstelle eines Nachrufs dokumentieren wir hier einen Aufsatz Joachim Feldmanns für das „Krimijahrbuch 2008“. Ermittlungen in einer heillosen Welt Ein Porträt von Joachim Feldmann Während er in einer ebenso wichtigen wie delikaten Mission unterwegs ist, wird ein hoher Regierungsbeamter auf grausame Weise ermordet. Sein Auftraggeber ist naturgemäß ausgesprochen beunruhigt, also schickt er einen weiteren Vertrauten an den Ort des Verbrechens.Read More
„The Whole Wide World“ Zur Neuausgabe der Autobiografie des unverwechselbaren  Wreckless Eric – von Joachim Feldmann Im Herbst 1976 gab der 22-jährige College-Absolvent Eric Goulden eine Kassette mit selbstgeschriebenen Songs im Büro der neuen Plattenfirma  Stiff Records ab. Die hatte gerade ihre erste, von der Musikpresse viel beachtete, Single (Nick Lowe „In the Heart of the City“) herausgebracht. Der Anruf kam einen Tag später. Am Apparat war einer der zwei Label-Gründer, der legendäre Jake Riviera,  höchstpersönlich. Ob er mal vorbeikommen könne, denn man wolle eine Platte mit ihm produzieren.  Goulden,Read More
Generationenporträt mit Fehlfarben Zum ersten Mal hörte ich das Stück im „Kakaobunker“. Die spärlich eingerichtete Kantine im Keller des Fürstenberghauses der Uni Münster wurde regelmäßig von studentischen Gruppen für Diskoabende genutzt. Diesmal war der Marxistische Studentenbund Spartakus, kurz MSB, der Veranstalter. Die Tanzfläche war voll und viele sangen mit: „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran.“ Der Rest des Textes war schlecht zu verstehen. Hätten sie genau zuhören können, wäre den historisch-materialistisch inspirierten jungen Menschen der apokalyptische Sarkasmus des Refrains sicher aufgefallen. Von Geschichtsoptimismus keine Spur. „Ein Jahr (EsRead More
Ästhetisch konsequent Mit dem „Schelmenroman“ erscheint Gerhard Henschels zehnter Martin-Schlosser-Roman Am 1. Juli 1996 ist es soweit. Mit der „Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung“ wird das Ergebnis von mehr als 25 Jahren Bastelei an der Orthographie zur staatlichen Verordnung. Martin Schlosser ist entsetzt. Als er den neuen Duden aufschlägt, erblickt er eine Hässlichkeit nach der anderen. Dass der Arroganz der Reformkommission argumentativ nicht beizukommen ist, weiß er. Doch das hält ihn nicht davon ab, akribisch die gröbsten Unsinnigkeiten des neuen Regelwerks zu dokumentieren. Deshalb ist der vorletzte Abschnitt inRead More
Stennes Feldmann
Walter Stennes – Selektive Erinnerung  Ein Fundstück von Joachim Feldmann zur Fernsehserie „Babylon Berlin“ Er brauchte „Bedenkzeit“. Schließlich lag ein ereignisreiches Leben hinter ihm, viele „Jahrzehnte mit zwei großen Kriegen, Revolutionen und Inflationen, Wirren und Auseinandersetzungen“. Doch wirklich schwer scheint dem 82-Jährigen die Entscheidung, sich an einer Anthologie mit dem Titel „Westfalen unter sich über sich“ zu beteiligen, nicht gefallen zu sein. Denn von einer möglichen Ursache seiner Bedenken ist in Walter Stennes‘ autobiografischem Text  „Westfalen ist mehr als ein Regendach“ nichts zu lesen. Dabei hätte es Anlass genug gegeben. WerRead More
Auf der Strecke Eigentlich macht Klassikerbeschimpfung Spaß, meint Joachim Feldmann. Doch die Beiträge in Anton Thuswaldners Buch „Ein Gegenkanon“ tun sich seltsam schwer damit. Als neulich jemand bei Facebook nach den meistgehassten Unterrichtslektüren fragte, fielen die Namen der üblichen Verdächtigen: Goethe, Schiller, Lessing, Fontane und Thomas Mann, seltener Brecht. Soweit keine Überraschungen. Bemerkenswert war allerdings, dass es mitnichten literarische Banausen waren, die sich hier verächtlich über den klassischen deutschen Schulkanon äußerten. Kritische Vorbehalte gegenüber traditionellen Bildungsgütern versprechen offenbar noch immer Distinktionsgewinn. Deshalb wundert es ein wenig, dass der österreichische LiteraturkritikerRead More
Keine Produktwarnung Der britische Autor M. W. Craven kennt sich aus mit den Klischees der Kriminalliteratur. Und er weiß, wie man effektvoll mit ihnen spielt. Das ist sehr unterhaltsam, findet Joachim Feldmann.  „Hammett brachte den Mord zu der Sorte Menschen zurück, die mit wirklichen Gründen morden, nicht nur, um dem Autor eine Leiche zu liefern, und mit realistischen Gegenständen, nicht mit handgearbeiteten Duellpistolen, Curare und tropischen Fischen.“ Nimmt man Raymond Chandlers Lob seines Kollegen Dashiell Hammett als ästhetischen Maßstab für die Bewertung von Kriminalliteratur, ist „Der Botaniker“, ein Roman desRead More
Verführung in Gelb Joachim Feldmann blättert in alten Taschenbüchern “They found me in the gutter. The night was the only thing I had left and not much of it at that.” So beginnt „The Girl Hunters“, Mickey Spillanes siebter Mike Hammer-Roman aus dem Jahr 1962. Eine deutsche Übersetzung („Die Mädchenjäger“) liegt bereits nach einem Jahr vor. Und sie beginnt so:  „Sie holten mich aus der Gosse. Die Nacht war das einzige, was mir noch geblieben war, und auch davon war nicht mehr viel übrig.“ Nicht schlecht, oder? Selbst der Rezensent der „Zeit“[i] zeigteRead More
Deutsche Beat- und Undergroundliteratur Alle lasen Bukowski, viele Kerouac und wahrscheinlich kaum jemand mehr als ein paar Seiten Burroughs. Dass sich Bücher dieser drei Autoren in den 1970er Jahren dennoch nicht selten nebeneinander im WG-Regal fanden, verdankt sich einem kulturellen Phänomen, das der Germanist Simon Sahner in seinem Buch „Gegen die Fußgängermentalität. Deutsche Beat- und Undergroundliteratur“ untersucht. Die deutsche Rezeption amerikanischer Beat-Literatur beginnt früh. Schon 1959 erscheinen Jack Kerouacs „On the Road“ (Unterwegs) und Allen Ginsburgs „Howl“ (Das Geheul) auf Deutsch, kurze Zeit später gibt es die ersten Lyrikanthologien undRead More

Posted On Februar 1, 2023By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag Februar 2023

Tony Hillermann, wiederaufgelegt

Joachim Feldmann über ein schwieriger gewordenes Terrain Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch das Werk des amerikanischen Schriftstellers Tony Hillerman (1925 – 2008) der Vorwurf der kulturellen Aneignung erreichen würde. Schließlich hatte er als weißer Amerikaner zwischen 1970 und 2006 siebzehn Kriminalromane veröffentlicht, die vor allem im Navajo-Reservat in Arizona und New Mexico spielen und deren Protagonisten, Lieutenant Joe Leaphorn und Officer Jim Chee, für die Navajo-Polizei ermitteln. (Seit 2013 wird die Reihe von Hillermans Tochter Anne fortgeführt.) Der Unionsverlag bringt nun eine Neuauflage von TonyRead More
Zuschauen, während man sich selber hinterherfliegt Joachim Feldmann über Wilhelm Genazinos Aufzeichnungen 1972 – 2018 „Der Traum des Beobachters“ Frankfurt 1972: Im Augustheft der satirischen Monatszeitschrift „pardon“ wird Literaturgeschichte geschrieben. Ein Autor, so heißt es in dem Artikel von Redakteur Bernd Rosema, wolle „einen Roman im Auftrag seiner Leser“ verfassen. Für nur zehn Mark könne man sich ein Exemplar eines bereits konzipierten „historischen Romans aus dem Jahre 1972“, der in der Frankfurter Kulturszene spiele, sichern. Das Buch werde „Die Vollidioten“ heißen, und das bezeichne mitnichten die Romanfiguren, sondern sei eineRead More
Ein Beitrag zur Ästhetik des Kriminalromans  (Nicht nur) Zu „See Them Die“ von Ed McBain und „Lush Life“ von Richard Price Joachim Feldmanns Text entstammt dem vergriffenen Band „Beinahe-Krimis“ von 2013 Vorbemerkung: Der Kriminalroman zwischen Populär- und Hochkultur Jeder wisse, was gemeint sei, wenn von der „Hochkultur“ die Rede ist, erklärte vor kurzem ein Feuilletonist[1], nämlich „die neue Henze-Oper, aber nicht der König der Löwen, der neue Roman von Philip Roth, aber nicht der neue Thriller von Dan Brown“. Dennoch würden seit geraumer Zeit die Grenzen zwischen Populär- und Hochkultur als „längst hinfällig“ betrachtet,Read More
Joachim Feldmann über eine gewichtige Studie zum „International Style gegenwärtigen Erzählens“. Zwei Autoren populärer Spannungsprosa markieren Anfang und Ende von Moritz Baßlers umfänglicher Studie zur zeitgenössischen Erzählliteratur, die unter dem Titel  „Populärer Realismus“, Forschungserträge aus zwei Jahrzehnten bündelt. Den Auftakt macht der Bestsellerproduzent Sebastian Fitzek, dessen Werke von seinen Fans begeistert verschlungen und von der professionellen Kritik beharrlich ignoriert werden, während der „Epilog“  dem österreichische Schriftsteller Wolf Haas gewidmet ist, der mit seinen Krimis um den antriebsschwachen Privatermittler Brenner auch im Feuilleton Beachtung findet. Das war übrigens nicht immer so. Vier Brenner-RomaneRead More
Der wohl einflussreichste deutsche Comicverleger Zur Kauka-Biografie von Bodo V. Hechelhammer Verkehrspädagogisch innovativ geben sich die „Fix und Foxi-Nachrichten“ der 335. Ausgabe von „Pabels großer europäischer Jugendzeitschrift“, so die Eigenwerbung im Untertitel des 30 Seiten starken Comicheftes, im Oktober 1962. In „einigen amerikanischen Städten“ seien Gerichte dazu übergegangen, „vor allem jugendliche Verkehrssünder dazu zu verurteilen, in ihrer Freizeit beim Roten Kreuz Dienst zu tun“. Sie müssten in den „Sanitätswagen mitfahren, die die Opfer von Verkehrsunfällen abtransportieren“. Die Wirkung sei so durchschlagend, heißt es weiter, dass „diese Strafpraxis ruhig übernommen werden sollte“.Read More
Was kann Literatur? Sommer, Sonne, Eis am Stiel. Der Geruch des gechlorten Wassers. Dazu läuft der Soundtrack der siebziger Jahre. So könnte es gewesen sein. Doch so war es nicht. Als die elfjährige Marie im Freibad die Schwestern Sabine und Nicole kennenlernt, ist sie ein einsames Kind, das seine Umwelt genau beobachtet. Und von einer Schüchternheit, die leicht mürrisch wirkt. Auf Sabines begeisterte Ankündigung, sie würden sicherlich in dieselbe Klasse gehen, reagiert sie „abwesend“. Doch dann hält ein weißes Mercedes Cabrio am Straßenrand, dessen Besitzer kurz darauf „verwegen“ vor ihrRead More
Grandioser Abgesang Es muss 1974 oder 1975 gewesen sein, da schrieb mir Michael Hopp einen Brief. Er war damals noch keine zwanzig und bereits Redakteur des aufmüpfigen österreichischen Jugendmagazins „Neue Freie Presse“. Ich war drei Jahre jünger und Abonnent dieses Periodikums, dessen Mischung aus linker Politik, sexueller Provokation und ungekünstelten Nacktfotos jugendlicher Amateurmodelle beiderlei Geschlechts (jeweils unter dem Motto „30 Stunden sind genug!) kein Pendant in der Bundesrepublik hatte. Es gab zwar gesellschaftskritische Alternativen zur kommerziellen „Bravo“, aber weder die gewerkschaftliche Jugendzeitschrift „ran“ noch das DKP-nahe Magazin „Elan“ waren soRead More
Am 3. September 1973 berichtet der „Spiegel“ von einem Kriminalfall: „Salah Bougrine. 35, aus Algerien, vergaß in der Marseiller Buslinie 72 erst einen Fahrschein zu kaufen, dann diesen lochen zu lassen. Weil ihn der Fahrer des Wagens, Désiré-Emile Gerlache, 49, deswegen öffentlich rügte, erwürgte der Algerier den Franzosen.“ In der Folge sei es im Süden Frankreichs „zu einem Ausbruch von Rassenhass wie nie zuvor“ gekommen. In Toulouse, Marseille und anderen Städten wurde regelrecht Jagd auf nordafrikanische Einwanderer gemacht, in einer Woche kamen sieben Menschen ums Leben. Unter den Tätern warenRead More

Posted On Juli 1, 2020By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

Joachim Feldmann zum neuen William Boyle

Ein Freund ist das schönste Geschenk an sich selbst „Gentle“ Vic Ruggiero war ein attraktiver Kerl. Und beliebt. Im Supermarkt hat man neben der Fischtheke ein Foto aufgehängt, das ihn zusammen mit Martin Scorsese, Robert De Niro und anderer Filmprominenz zeigt. Wahrscheinlich wurde im Viertel ein Mafiafilm gedreht. Vic allerdings war ein wirklicher Gangster. Nun ist er schon neun Jahre tot, erschossen von einem Kleinkriminellen. Seine Witwe Rena kommt so gerade über die Runden. Kurz nach Vics Ableben hat sie ein bisschen Geld von den lokalen Mafiosi, für die erRead More

Posted On Juni 1, 2020By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

Joachim Feldmann: ProgRock

Das Musikbuch „A New Day Yesterday“ von Mike Barnes Mein erstes Rockkonzert fand am 23. April 1973 statt. Emerson, Lake and Palmer gastierten in der Halle Münsterland. Warum sich mein jugendliches Interesse ausgerechnet auf dieses Trio konzentrierte, obwohl mir andere Bands besser gefielen, liegt vielleicht daran, dass es in meinem Freundeskreis schon reichlich Deep Purple- oder Jethro Tull-Fans gab. Die musikalischen Eskapaden des Keyboard-Maniacs Emerson und seiner zwei Mitstreiter den eingängigeren Tönen anderer Rockgruppen vorzuziehen, war ein Alleinstellungsmerkmal, auf das man als intellektuell ambitionierter Vierzehnjähriger nicht verzichten mochte. Dass manRead More
Ungewöhnlich Am 5. Juli 2017 erwacht die New Yorker Ex-Polizistin Maggie Terry in ihrem neuen Einzimmerapartment. Sie hat 18 Monate Entzug hinter sich. Drogen und Alkohol haben sie nicht nur ihren Job, sondern auch Frau und Kind gekostet. Therapie zwecklos. Warum sollte es einer lesbischen Krimiheldin anders ergehen als all den kaputten Männern, welche die einschlägigen Romane des Genres bevölkern und ihre Dämonen nicht in den Griff bekommen? Maggie hat sogar Glück. Ihr ehemaliger akademischer Lehrer Mike Fitzgerald bietet ihr einen Job als Ermittlerin in seiner Anwaltskanzlei an. Und ganzRead More

Posted On Februar 3, 2019By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag Februar 2019

Eine Erwiderung von Joachim Feldmann

Theorie, Pauschales und die Praxis Matthias Bischoff und seine Kritikerkritik, dass zu wenig Krimi-Bestseller besprochen würden „Ein ernster Roman, der wenig Freude macht.“ Mit diesem nicht sehr einladenden Resümee  endete kürzlich einer der von mir ob ihrer Kürze und Prägnanz sehr geschätzten Buchhinweise in der Fernsehzeitschrift „Hörzu“. Und glaubt man dem Publizisten Matthias Bischoff, werden hier exakt die Qualitätskriterien zusammengefasst, anhand derer „die Kritiker“ Kriminalliteratur beurteilten. Denn diese seien „identisch mit denen für sogenannte ernste Literatur“: „Hier dürfen Leserbedürfnisse nicht befriedigt werden, hier müssen Genreregeln gebrochen,  infrage gestellt, ignoriert werden,Read More
War da etwas? Joachim Feldmann sinniert. Kurz. Neulich war Buchmesse. Und ich habe sie wieder einmal verpasst. Nicht, dass ich ernstlich vorgehabt hätte, nach Frankfurt zu fahren. Glücklicherweise habe ich einen Beruf, der mir zu solchen Extravaganzen keine Zeit lässt. Ehrlich! Früher war das anders. Schon im August überlegte ich, wie es mir gelingen könnte, zwei Tage freizuschaufeln, um den Höhepunkt des literarischen Lebens in diesem Lande nicht zu verpassen. In der Woche vor der Messe radelte ich täglich zum Bahnhofskiosk und durchstöberte die überregionalen Zeitungen nach Literaturbeilagen. Rezensionen, dieRead More
Romantischer Held, Anarchoschnösel Marga Winterfeld, die wir bei CrimeMag begrüßen, und Joachim Feldmann liegen bei ihrer Einschätzung von Christian von Ditfurths „Schattenmänner“ weniger auseinander als dies in unserer Rubrik „Ein Buch – zwei Stimmen“ manchmal der Fall ist. Dennoch ergänzen sich ihre Blickwinkel. Christian von Ditfurth: Schattenmänner. Kommissar de Bodts vierter Fall. Thriller. C. Bertelsmann Verlag, München 2018. 480 Seiten, 15 Euro.  Perfekte Spannungsliteratur Philosophisch gebildet ist er, der Hauptkommissar Eugen de Bodt. Gerne zitiert er Hegel und Kant, gelegentlich auch Fichte oder Nietzsche. Seine Mitarbeiter kennen das, andere reagieren verblüfftRead More
Ebenso spannend wie intelligent Joachim Feldmann freut sich, dass zwei bisher etwas untergegangne Bücher mit der ungewöhnlichen Polizistin Fiona Griffith jetzt wieder verfügbar sind. Mit ihrem Autor Harry Bingham hat Andrea O’Brien ein munteres Interview geführt. Die Heldin leidet an einer seltenen psychischen Krankheit, ist kampfsporterprobt und von überragender Intelligenz. Sie hat einen erstklassigen Uni-Abschluss in Philosophie, entscheidet sich aber für eine Polizeilaufbahn. Dass sie als Adoptivtochter eines Mannes aufgewachsen ist, dessen Geschäftspraktiken auf gesetzliche Vorschriften nur wenig Rücksicht nehmen, macht die Sache nicht einfacher. So weit, so unwahrscheinlich. Sollte ichRead More