All posts by Joachim Feldmann

Literarisches Kunststück Joachim Feldmann zum neuen Kriminalroman von Monika Geier Am Ende klärt sich alles auf. Seltsame Geschehnisse fügen sich wie Puzzlestücke zu einem überzeugenden Gesamtbild. Und man kann seine Lektüre mit dem angenehmen Gefühl beiseite legen, dass es keinen Grund zur Beunruhigung gibt. Allerdings nur kurzfristig. Denn der gute alte Detektivroman kann gegen das tatsächliche Böse in der Welt nichts ausrichten. Aber er wirkt im besten Falle als Halluzinogen. Und macht ebenso abhängig. Deshalb hat er das Misstrauen, das ihm von Seiten aufgeklärter Mitmenschen entgegengebracht wird, unbedingt verdient. KönnteRead More
Der unerwartete Erfolg von Detective Sergeant DC Smith Joachim Feldmann über die spektakuläre späte Karriere des englischen Autors Robert Partridge alias Peter Grainger Als der Englischlehrer Robert Partridge beschloss, den Schuldienst zu quittieren, hatte er vor, sich von nun an ernsthaft der Literatur zu widmen. Geschrieben hatte er schon immer, doch seine Versuche, etwas zu veröffentlichen, waren weitgehend gescheitert. Das sollte sich auch nach seiner Pensionierung zunächst nicht ändern. Doch dann nahm er die Sache selbst in die Hand. Sein Sohn hatte ihm von der Möglichkeit berichtet, über die KindleRead More
Picaro-Roman, Politsatire und Noir-Klassiker Joachim Feldmann über die deutschsprachige Neuausgabe von Richard Hallas’ Roman „Wer verliert gewinnt“ „Die Sache ist die. Man muss nur jedem Menschen in der ersten Woche fünf Dollar geben – unter der Bedingung, dass er sie innerhalb einer Woche wieder ausgibt. In der zweiten Woche gibt man jedem sechs Dollar. Und jede Woche gibt man einen Dollar mehr als in der vorigen.“ Und in einem Jahr, so erklärt Patsy, eine dralle Dame von Mitte dreißig, habe „jedermann ein wöchentliches Einkommen von fünfzig Dollar“. Zahlen würde dasRead More
Als die Lyrik noch geholfen hat Joachim Feldmann über eine neue Sammlung alter Gedichte des Underground-Poeten Rudolf Proske Schlimm sei, erklärte Gottfried Benn in einem seiner berühmtesten Gedichte, „bei Hitze ein Bier sehn, / das man nicht bezahlen kann“. Ob Benn selbst jemals in dieser Situation gewesen ist, lässt sich nicht klären. Authentisch klingen die Verse aber allemal. Nicht zuletzt, weil sie, wie der Literaturkritiker Werner Ross in einer Interpretation feststellte, „umgangssprachlich geschlampt“ daherkommen. Absichtlich natürlich. Auf Alltagspoesie verstand sich der dichtende Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten seit seinen expressionistischenRead More
Martin Schlosser und die Tücke der Objekte Mit dem „Großstadtroman“ wächst Gerhard Henschels autobiografisches Romanprojekt um einen weiteren Band – von Joachim Feldmann. Tückische Objekte machen dem nicht mehr ganz jungen Martin Schlosser das Leben schwer. Mal ist der Drehkopfregler eines Heizkörpers im Weg, mal ein Küchenregal. Ärgerlicher sind allerdings in den Eingeweiden des inzwischen schon fast arrivierten Autors herumwandernde Gallensteine, die samt der dazu gehörenden Blase operativ entfernt werden müssen. Das tut weh. Im zwölften Band seines autobiografischen Romanwerks, das sich der Zeit zwischen Herbst 1998 und Silvester 2001Read More
Ein umfassenderer Begriff von Kriminalliteratur Manuel Bauer: Kriminalliteratur. Geburt und Geschichte eines Genres. Schwabe Verlag, Basel 2025. Klappenbroschur. Band 1: Von Ödipus bis Sherlock Holmes, 270 Seiten, 24 Euro. Band 2: Vom Golden Age bis True Crime, 344 Seiten, 28 Euro. – Verlagsinformationen hier und hier. ** ** „Genres sind da in der Tat subversiv, sie verweigern sich konsistenter Theoriebildung.“ Dass Thomas Wörtche dieses fröhliche Verdikt in einer seiner Kolumnen für die „Polar Gazette“[1] formulierte, ist mehr als ein Jahrzehnt her. Und, schaut man sich in der Krimi-Szene um, nochRead More
Ein Spion kehrt zurück – Die Wiederbelebung einer literarischen Figur Joachim Feldmann über die Fortführung der Smiley-Romane von John Le Carré „Atemberaubend gewöhnlich“! So charakterisiert Lady Ann Sercomb, gleichermaßen attraktiv wie wohlhabend, ihren zukünftigen Ehemann, den sie zwei Jahre später zum ersten Mal verlassen wird. Was ihre Freunde im Londoner Nobel-Stadtteil Mayfair nicht überrascht. Denn die Verbindung zu George Smiley, übergewichtig, von kleiner Statur und schlecht gekleidet, gilt von Beginn an als Mesalliance. „Die Sercomb heiratet einen Ochsenfrosch in Ölzeug und Südwester“, heißt es wenig schmeichelhaft. Dass sie ihn nachRead More
„Der Klimawandel ist keine Erfindung“ Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Burkhard Spinnen. Ein Mann spricht mit den Vögeln, während um ihn herum die Natur mit Hotels und Freizeitresorts zugepflastert wird. Rund um den Comer See in der Lombardei sind die Auswirkungen des Über-Tourismus besonders zu spüren. In den Alpen häufen sich Erdrutsche. Und die Vögel scheinen die Naturkatastrophen zu ahnen. „Erdrutsch“ ist ein hochspannender Roman von Burkhard Spinnen und Charles Wolkenstein, der eine mögliche Zukunft im Schatten des Klimawandels ausmalt. Change Fiction nennen das die beiden Autoren. Joachim Feldmann hatRead More
Der „Godfather des deutschen Underground“ Ein opulenter Reader erinnert an den Schriftsteller und Langstreckenpiloten Jürgen Ploog, der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre – Von Joachim Feldmann In seiner Ausgabe vom 8. August 1971 berichtet der „Spiegel“ von einer „neuen Jugendbewegung“. Geheuer ist sie dem Nachrichtenmagazin nicht: „Zurück zur Natur und zur Manufaktur drängen die Leistungsverweigerer einer um sich greifenden Ohne-mich-Bewegung. Als Hippies suchen sie, was Deutsche speziell verlockt: apolitischen Freiraum. Nicht Wandel in Fabriken und im Staat, die eigene Wandlung gilt. Rezepte liefert die US-Drogen-Subkultur.“ Und dasRead More
Mit Martin Schlosser durch die Zeit Mit dem „Frauenroman“ ist Gerhard Henschels episches Großprojekt bei Band 11 angelangt Als sich der Berufsschullehrer und Verbandsfunktionär Wilfried Leyhausen im Spätsommer 1997 mit einer törichten Stellungnahme zur Rechtschreibreform zu Wort meldete, wird es ihm nicht geschwant haben, dass just diese Äußerung 27 Jahre später für seinen Einzug in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur sorgen würde. Der Schriftsteller Gerhard Henschel nämlich, dessen „Frauenroman“ jetzt als elfter Band seiner Martin Schlosser-Chronik vorliegt, ist ein gewissenhafter Archivar zeitgenössischen Unfugs. Und dazu gehört für ihn unbedingt die in derRead More
Eine Reise ins kollektive Gedächtnis  „Winnetou – der Mythos lebt“ nannte 2016 RTL seinen Versuch, vom Nimbus der Karl May-Verfilmungen der 1960er Jahre zu profitieren. Allein, die modernisierte Variante des Stoffes verfing nicht – die drei aufwendig produzierten Fernsehfilme gingen sang- und klanglos unter. Beworben wurde das antizipierte Medienereignis übrigens mit dem Hinweis, man habe an „Originalschauplätzen“ gedreht. Und die finden sich interessanterweise nicht in den USA, sondern in Kroatien, das vor mehr als einem halben Jahrhundert als Kulisse für ein gutes Dutzend deutsche Western diente – von „Der SchatzRead More

Posted On September 1, 2024By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag September 2024

Joachim Feldmann zu Matthias Wittekindt

Weit entfernt vom Genreüblichen Schon auf der ersten Seite ist er unverkennbar präsent – der Wittekindt-Sound. Behutsam nähert sich die Erzählstimme dem Protagonisten, der selbst in kursiv markierten Passagen zu Wort kommt. Doch das ist eigentlich als Beschreibung nicht präzise genug. Denn hier wird nicht gesprochen, sondern gedacht. Und zwar so unstrukturiert, wie wir es aus unserem eigenen Erleben kennen. Ein alter Hut, mag mancher da einwenden. Schließlich sind Bewusstseinsstrom und innerer Monolog seit Beginn der literarischen Moderne etablierte Erzählverfahren. Auch in der populären Literatur. Aber darauf kommt es nichtRead More

Posted On Juli 3, 2024By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag Juli 2024

Joachim Feldmann: Colin Niel »Darwyne«

Jenseits der menschlichen Rationalität Das größte zusammenhängende Waldgebiet der Europäischen Union liegt nicht in Europa. Französisch-Guayana, eine Region von der Größe Österreichs an der südamerikanischen Atlantikküste, besteht zu 90 % aus tropischen Regenwäldern, ist als Überseedépartment ein integraler Bestandteil der französischen Republik und als solcher ein hochattraktives Einwanderungsziel. Migranten auf der Suche nach einem besseren Leben kommen aus Brasilien, Surinam oder Haiti. Manche werden von der Polizei aufgegriffen und abgeschoben, aber die Mehrheit bleibt. Slumbildung ist eine der Folgen. In einer solchen Armensiedlung am Rande des Amazonasgebiets wohnt auch YolandaRead More
Ein Erstling von 1929, ursprünglich unter Pseudonym Im Jahre 1929, so erzählt es der englische Autor Martin Edwards in seiner magistralen Genregeschichte „The Life of Crime“, erfüllte sich für einen schottischen Schriftsteller der Traum eines jeden Debütanten. Gleich mit seinem ersten Detektivroman, „The Man in the Queue“, gewann der junge Mann zwei renommierte Preise, einen im heimischen Großbritannien und einen in den USA. Stutzig macht, dass Edwards mit dieser schönen Geschichte sein Kapitel über „Queens of Crime“ einleitet. Denn hinter dem männlichen Pseudonym Gordon Daviot verbarg sich die 1896 inRead More
Zum neuen Roman mit Delpha Wade Zweimal sagt Delpha Wade die Wahrheit. Mit der Ergebnis, dass sie weiter im Gefängnis bleiben muss. Auf Bewährung entlassen wird sie erst, als sie sich entschließt, falsche Reue für ein Verbrechen zu zeigen, das sie nicht begangen hat. Denn der junge Mann, den sie mit seinem eigenen Messer erstochen hat, wollte sie vergewaltigen. Dafür war sie 14 Jahre eingesperrt. Nun lebt sie in einer billigen Pension unter lauter alten Menschen und arbeitet als Sekretärin für den Privatdetektiv Tom Phelan. Den Job hat sie ihremRead More
Polizeiroman, Polit-Thriller und Melodram zugleich Budapest im September 2015. Hunderte von Flüchtlingen auf dem Weg nach Westen stecken in der ungarischen Hauptstadt fest. Wer noch über genügend Geld verfügt, kann sich professionelle Schleuser leisten. Und einige wenige Privilegierte gelangen sogar an echte Pässe, die ihnen die Ausreise mit dem Flugzeug ermöglichen. Dumm nur, wenn das Betrugsmanöver nach der Landung in London Heathrow auffliegt. Dann haben nämlich auch die verantwortlichen Regierungsstellen ein Problem. In diesem Fall sogar der Ministerpräsident. In seinem Politthriller „District VIII“ zeichnete Adam LeBor, lange als Korrespondent inRead More
Am 27. April starb der britische Autor Christopher John Sansom im Alter von 71 Jahren. Berühmt wurde er durch eine Reihe von historischen Kriminalromanen, die zur Regierungszeit Heinrichs VIII spielen. Anstelle eines Nachrufs dokumentieren wir hier einen Aufsatz Joachim Feldmanns für das „Krimijahrbuch 2008“. Ermittlungen in einer heillosen Welt Ein Porträt von Joachim Feldmann Während er in einer ebenso wichtigen wie delikaten Mission unterwegs ist, wird ein hoher Regierungsbeamter auf grausame Weise ermordet. Sein Auftraggeber ist naturgemäß ausgesprochen beunruhigt, also schickt er einen weiteren Vertrauten an den Ort des Verbrechens.Read More
„The Whole Wide World“ Zur Neuausgabe der Autobiografie des unverwechselbaren  Wreckless Eric – von Joachim Feldmann Im Herbst 1976 gab der 22-jährige College-Absolvent Eric Goulden eine Kassette mit selbstgeschriebenen Songs im Büro der neuen Plattenfirma  Stiff Records ab. Die hatte gerade ihre erste, von der Musikpresse viel beachtete, Single (Nick Lowe „In the Heart of the City“) herausgebracht. Der Anruf kam einen Tag später. Am Apparat war einer der zwei Label-Gründer, der legendäre Jake Riviera,  höchstpersönlich. Ob er mal vorbeikommen könne, denn man wolle eine Platte mit ihm produzieren.  Goulden,Read More
Generationenporträt mit Fehlfarben Zum ersten Mal hörte ich das Stück im „Kakaobunker“. Die spärlich eingerichtete Kantine im Keller des Fürstenberghauses der Uni Münster wurde regelmäßig von studentischen Gruppen für Diskoabende genutzt. Diesmal war der Marxistische Studentenbund Spartakus, kurz MSB, der Veranstalter. Die Tanzfläche war voll und viele sangen mit: „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran.“ Der Rest des Textes war schlecht zu verstehen. Hätten sie genau zuhören können, wäre den historisch-materialistisch inspirierten jungen Menschen der apokalyptische Sarkasmus des Refrains sicher aufgefallen. Von Geschichtsoptimismus keine Spur. „Ein Jahr (EsRead More
Ästhetisch konsequent Mit dem „Schelmenroman“ erscheint Gerhard Henschels zehnter Martin-Schlosser-Roman Am 1. Juli 1996 ist es soweit. Mit der „Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung“ wird das Ergebnis von mehr als 25 Jahren Bastelei an der Orthographie zur staatlichen Verordnung. Martin Schlosser ist entsetzt. Als er den neuen Duden aufschlägt, erblickt er eine Hässlichkeit nach der anderen. Dass der Arroganz der Reformkommission argumentativ nicht beizukommen ist, weiß er. Doch das hält ihn nicht davon ab, akribisch die gröbsten Unsinnigkeiten des neuen Regelwerks zu dokumentieren. Deshalb ist der vorletzte Abschnitt inRead More
Stennes Feldmann
Walter Stennes – Selektive Erinnerung  Ein Fundstück von Joachim Feldmann zur Fernsehserie „Babylon Berlin“ Er brauchte „Bedenkzeit“. Schließlich lag ein ereignisreiches Leben hinter ihm, viele „Jahrzehnte mit zwei großen Kriegen, Revolutionen und Inflationen, Wirren und Auseinandersetzungen“. Doch wirklich schwer scheint dem 82-Jährigen die Entscheidung, sich an einer Anthologie mit dem Titel „Westfalen unter sich über sich“ zu beteiligen, nicht gefallen zu sein. Denn von einer möglichen Ursache seiner Bedenken ist in Walter Stennes‘ autobiografischem Text  „Westfalen ist mehr als ein Regendach“ nichts zu lesen. Dabei hätte es Anlass genug gegeben. WerRead More
Auf der Strecke Eigentlich macht Klassikerbeschimpfung Spaß, meint Joachim Feldmann. Doch die Beiträge in Anton Thuswaldners Buch „Ein Gegenkanon“ tun sich seltsam schwer damit. Als neulich jemand bei Facebook nach den meistgehassten Unterrichtslektüren fragte, fielen die Namen der üblichen Verdächtigen: Goethe, Schiller, Lessing, Fontane und Thomas Mann, seltener Brecht. Soweit keine Überraschungen. Bemerkenswert war allerdings, dass es mitnichten literarische Banausen waren, die sich hier verächtlich über den klassischen deutschen Schulkanon äußerten. Kritische Vorbehalte gegenüber traditionellen Bildungsgütern versprechen offenbar noch immer Distinktionsgewinn. Deshalb wundert es ein wenig, dass der österreichische LiteraturkritikerRead More
Keine Produktwarnung Der britische Autor M. W. Craven kennt sich aus mit den Klischees der Kriminalliteratur. Und er weiß, wie man effektvoll mit ihnen spielt. Das ist sehr unterhaltsam, findet Joachim Feldmann.  „Hammett brachte den Mord zu der Sorte Menschen zurück, die mit wirklichen Gründen morden, nicht nur, um dem Autor eine Leiche zu liefern, und mit realistischen Gegenständen, nicht mit handgearbeiteten Duellpistolen, Curare und tropischen Fischen.“ Nimmt man Raymond Chandlers Lob seines Kollegen Dashiell Hammett als ästhetischen Maßstab für die Bewertung von Kriminalliteratur, ist „Der Botaniker“, ein Roman desRead More
Verführung in Gelb Joachim Feldmann blättert in alten Taschenbüchern “They found me in the gutter. The night was the only thing I had left and not much of it at that.” So beginnt „The Girl Hunters“, Mickey Spillanes siebter Mike Hammer-Roman aus dem Jahr 1962. Eine deutsche Übersetzung („Die Mädchenjäger“) liegt bereits nach einem Jahr vor. Und sie beginnt so:  „Sie holten mich aus der Gosse. Die Nacht war das einzige, was mir noch geblieben war, und auch davon war nicht mehr viel übrig.“ Nicht schlecht, oder? Selbst der Rezensent der „Zeit“[i] zeigteRead More
Deutsche Beat- und Undergroundliteratur Alle lasen Bukowski, viele Kerouac und wahrscheinlich kaum jemand mehr als ein paar Seiten Burroughs. Dass sich Bücher dieser drei Autoren in den 1970er Jahren dennoch nicht selten nebeneinander im WG-Regal fanden, verdankt sich einem kulturellen Phänomen, das der Germanist Simon Sahner in seinem Buch „Gegen die Fußgängermentalität. Deutsche Beat- und Undergroundliteratur“ untersucht. Die deutsche Rezeption amerikanischer Beat-Literatur beginnt früh. Schon 1959 erscheinen Jack Kerouacs „On the Road“ (Unterwegs) und Allen Ginsburgs „Howl“ (Das Geheul) auf Deutsch, kurze Zeit später gibt es die ersten Lyrikanthologien undRead More

Posted On Februar 1, 2023By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag Februar 2023

Tony Hillermann, wiederaufgelegt

Joachim Feldmann über ein schwieriger gewordenes Terrain Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch das Werk des amerikanischen Schriftstellers Tony Hillerman (1925 – 2008) der Vorwurf der kulturellen Aneignung erreichen würde. Schließlich hatte er als weißer Amerikaner zwischen 1970 und 2006 siebzehn Kriminalromane veröffentlicht, die vor allem im Navajo-Reservat in Arizona und New Mexico spielen und deren Protagonisten, Lieutenant Joe Leaphorn und Officer Jim Chee, für die Navajo-Polizei ermitteln. (Seit 2013 wird die Reihe von Hillermans Tochter Anne fortgeführt.) Der Unionsverlag bringt nun eine Neuauflage von TonyRead More