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Lohn des Sohns Eigentlich hätte das Mode-Studium in Edinburgh sein Ticket hinaus aus der beengten, von Entsagung und Bibeltreue geprägten Gemeinde auf der Insel Harris sein sollen. Doch eine Arbeit hat Cal MacLeod im Anschluss nicht gefunden. Er schlägt sich durch mit Gelegenheitsjobs und übernachtet bei wechselnden Freunden. Als ihm sein Vater vom schlechten Gesundheitszustand seiner Großmutter berichtet, weiß Cal, was von ihm erwartet wird. Er besteigt die Fähren und findet sich schließlich mit zerschlissenen Jeans, langen gefärbten Haaren und einer letzten Ecstasy-Pille in der Hosentasche im Hafen wieder. EineRead More
Schuld und Sühne der Deutschen Nicht nur Nationalisten oder Freunde der Hamas befallen gelegentlich Zweifel, wenn die deutsche Schuld abgerufen wird. Berliner hatten dafür schon vor vielen Jahren den hübschen Ausdruck „Wiederjudmachung geprägt. Das Unbehagen bei Reden und Veranstaltungen zum Thema Holocaust, Staatsräson und „die deutsche Verantwortung“ hat sich – auch unter Progressiven, Geschichtsbewussten oder „Betroffenen“– in letzten Jahren verbreitet. Deshalb hatte ich das Buch von Luca di Blasi bestellt. Die steile These des Autors lautet (falls ich es richtig verstanden habe), dass in der Politik der Schuld Ideologie vonRead More
Graham Greene: Der stille Amerikaner (The Quiet American, 1955). Neu übersetzt aus dem Englischen von Nikolaus Stingl. Zsolnay Verlag, Wien 2013. 256 Seiten, Hardcover, 22 Euro. – Deutsche Erstauflage 1956, ebenfalls bei Zsolnay. Deutsch von Walter Puchwein und Käthe Springer. 1955 neu von Dietlind Kaiser. Es gibt zwei Verfilmungen: Vier Pfeifen Opium (Originaltitel: The Quiet American), USA 1958. Regie Joseph L. Mankiewicz mit Audie Murphy, Michael Redgrave und der 19-jährigen Italienerin Giorgia Moll in den Hauptrollen. Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz,Edward Lansdale. In Cinecitta, Rom, und teilweise in Vietnam gedreht. DerRead More
ArtistVita (4). MALERLEBEN. Vincent van Gogh und die Folgen. Eines Tages wird alles anders sein – wenn ich mein Meisterwerk male. UND: Das Loch im Kopf. Oder verbunden bis in alle Endlichkeit. Auszug aus: Mama lächelt. Oder: Schiffe sterben in Algier Ich stehe am Fenster und schaue auf die Alemannenstraßeund warte, bis meine Manouches vorbeiziehen. Meine Karawane.Meine Sinti Brüder und Schwestern.Meine Brüder und Schwestern sagen, wir kommen vom Fluss Sindhu.Aber das stimmt nicht. Wir kommen von überall her. Wir sind seit jeher.Wir sind die Menschheit. Meinem Vater haben sie durchRead More
Ornament und Versprechen Es mag zutreffen, dass dekorative Ornamente mit Versprechen verbunden sind, die in die Irre führen. Sie bleiben jedoch mit Zeichen verwandt, welche das Verirren vermeiden sollen. Wer in grauer Vorzeit unbekannte Gebiete durchstreifte, der malte zuweilen eine Chiffre an eine Felswand oder ritzte eine Markierung in einen Baum, einfach um den Rückweg zu finden. Das waren zunächst noch keine Symbole, die Besitzansprüche oder Reviergrenzen anzeigten. Noch immer folgen Wanderer wegweisenden Markierungen. Nicht nur beim Schwimmen, sondern auch beim Wandern kann man den Gedanken freien Lauf lassen. DannRead More
* 14. Februar 1932, Halberstadt – † 25. März 2026, München Nachrufe schwirren um meinen Kopf. Wie Echos klingen sie aus einem unbekannten Ort an mein inneres Ohr, verheißen Gutes, Warmes, Sanftes – unbekannte Stille, Weite, Licht. Meine Generation stirbt aus. Wir, die wir noch den 2. Weltkrieg erlebt haben, Bomben, Feuerstürme, Flucht – Mangel an allem. In grauschwarzen Ruinen  haben wir gespielt, heiße Sommer und kalte Winter erlebt. Wie unser Land geteilt, in Himmelsrichtungen gedacht wurde. Ost, West – Kalter Krieg. Sozialismus, Kapitalismus – freie Marktwirtschaft. Bis zu meinemRead More
Literatur als Medizin Es beginnt mit Oma Auguste, die wie in einem unkorrekten Bilderbuch früherer Zeiten hässlich ist wie eine alte Hexe, mit eingefallenem Oberkiefer, kurzbeinig, dick, mit Barthaaren, die aus dem schwammigen Kinn sprossen und gelblich-weißem Dutt. Aber sie hat der Erzählerin mittels schwülstigen Liedern den Zugang zur Literatur eröffnet. Nora erzählt von ihrer Kindheit, Ausbildung, dem Leben als Lehrerin, von ihrer Ehe, Krankheit und Alter. Die Kollegen in der Schule sind unglücklich oder ratlos, René ist „vertrackt und saugend“, Uli ohne Selbstvertrauen, die Kollegin hat ein auskragendes ObergebissRead More
Unter Feinden von Friedrich Nietzsche Dort der Galgen, hier die Strickeund des Henkers roter Bart,Volk herum und giftge Blicke –Nichts ist neu dran meiner Art! Kenne dies aus hundert Gängen,schreis euch lachend ins Gesicht:„Unnütz, unnütz, mich zu hängen!Sterben? Sterben kann ich nicht!“ Bettler ihr! Denn euch zum Neideward mir, was ihr – nie erwerbt:zwar ich leide, zwar ich leide –aber ihr – ihr sterbt, ihr sterbt! Auch nach hundert Todesgängenbin ich Atem, Dunst und Licht –„Unnütz, unnütz, mich zu hängen!Sterben? Sterben kann ich nicht!“ (1884) Das Gedicht „Unter Feinden“ istRead More
Gehen Sie mit uns auf Ukrainekulturreise im Logical und gewinnen Sie einen Buchpreis!Read More
Gewonnen hat ...Read More

Posted On Juni 5, 2026By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag Juni 2026

Krimibestenliste – Juni 2026

Die Krimibestenliste Juni 2026 von Deutschlandfunk Kultur mit den zehn besten Kriminalromanen des Monats ist seit Freitag 5.6. öffentlich – mit sieben neu hinzugekommenen Titeln. Unter https://www.deutschlandfunkkultur.de/rezensionen-des-monats finden Sie den Link zur Krimibestenliste sowie Rezensionen zu einzelnen Kriminalromanen der Liste – als Audio und nachzulesen als praktisches PDF. Ausgewählte Titel der aktuellen Liste – in der Regel die Neueinstiege – werden Freitagmorgens bei Deutschlandfunk Kultur in der Sendung “Studio 9” vorgestellt. ** ** Einen Überblick über die zehn besten Krimis des Jahres 2025 finden Sie hier bei uns sowie aufRead More
NORTH ELBA, New York John Brown was not one to tolerate moral crime as an acceptable fact of life, most certainly not the foremost shame of his time—chattel slavery in the American South, begun in 1619 when the first boatload of kidnapped Africans landed ashore at the inaptly named Point Comfort, Virginia. A moral crime that would last for centuries later, until its end during the American Civil War of 1861-65. A fiery Christian and radical abolitionist who sometimes met violence on the path to a righteous cause he led—underRead More
84 Porträt-Folgen sind es in unserer Carsten-Klindt-Galerie bisher geworden. Und es geht weiter. Die Redaktion sagt DANKE, Carsten. Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt, manchmal jeweils zwei – und bis Folge 34 öfter Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes und Street Crimes. Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6, Nr.7, Nr. 8 und Nr.9, Nr. 10 und Nr. 11, Nr. 12, Nr. 13, Nr. 14, Nr. 15, Nr. 16 und Nr. 17. Außerdem: Nr. 18, Nr.Read More
Ein Auge muss rollen So surreal wie der Titel „Mond gefangen in einem toten Auge“ ist auch der roman noir von Pascal Garnier – man denkt sofort an das berühmte Auge von Luis Buñuel in „Un chien andalou“.  Allein das Setting ist schon gespenstisch – ein Senioren-Resort in Südfrankreich, abseits städtischer oder zumindest dörflicher Infrastruktur. Fünfzig identisch aussehende Häuschen, ein Swimmingpool und ein Begegnungszentrum. Nebst einem ungeschlachten Faktotum oder Hausmeister namens „Mr. Flesh“, ein unheimlicher Gesell, der gerne Katzen totschlägt. Aber das Resort mit dem netten Namen „Les Conviviales“ stehtRead More
Die Gier der weißen Kragen Ein Buch, zwei Stimmen: Joachim Feldmann und Alf Mayer zu Oliver Bottinis exemplarischem Politthriller „Die Summe aller Dinge„ Oliver Bottini: Die Summe aller Dinge. Roman. DuMont Buchverlag, Köln 2026. 478 Seiten, 26 Euro. Selbst bei längerem Nachdenken erschließt sich Außenstehenden nicht, wie jemand auf die Idee kommen konnte, es sei vollkommen legitim, eine so genannte Gesetzeslücke zu nützen, um sich nicht gezahlte Steuern „zurückerstatten“ zu lassen. Und doch war diese Form der Privatisierung öffentlicher Gelder langjährige Praxis in der Finanzwirtschaft. Der durch „Cum-Ex“ und „Cum-Cum“Read More
Griechische Tragöde, groß Für den vor kurzem ins Deutsche übersetzten Roman „Katharsis” wurde Maciej Siembieda 2023 mit dem wichtigsten polnischen Kriminalliteraturpreis – „Wielki Kaliber“, deutsch: „Großes Kaliber“ – ausgezeichnet. Bezeichnend ist, dass er nicht von der Jury geehrt wurde, sondern vom Lesepublikum, das nicht selten ein besseres Gefühl und Sensorium für wirklich relevante Themen hat als Fachexperti:innen und Schriftstellerkolleg:innen, aus denen das Preisgericht bestand. Siembieda schreibt für die Leserschaft und taucht in die Untiefen der Nachkriegsgeschichte Polens ein, die lange Zeit in der sozialistischen Volksrepublik tot geschwiegen wurde. Nach MagdalenaRead More
Mina kann auch Marlowe „Wieso soll man dies lesen und nicht lieber zu den Originalen greifen?“, frage ich mich meistens bei neuen Geschichten mit klassischen Krimihelden. Zu oft bleibt es bei einem handwerklich mehr oder weniger gelungenen Nachahmen des Vorbildes oder, schlimmer, es ist nicht mehr als ein müder Abklatsch. Denn was auf den ersten Blick als einfache Aufgabe erscheinen mag, stellt Autorinnen und Autoren, die es richtig gut machen wollen, vor vielfältige Herausforderungen. Einerseits müssen sie so nahe am Vorbild bleiben, dass die Figur „stimmt“ und nicht einfach nurRead More
Grausamkeiten Man liest es immer wieder in Rezensionen, Buchtipps und Besprechungen: Ein Kriminalroman sei unter anderem deswegen so gelungen, weil er zeigt, „was Menschen Menschen antun können“. (Nebenbei bemerkt, ein anderer Gassenhauer dieser Textsorten ist, dass ein Kriminalroman „zum Nachdenken anregt.“ Dazu kommen noch die Bemerkungen, ein Roman sei „mit Humor gewürzt“, und habe, gegebenenfalls, bei der „Personenzeichnung noch Luft nach oben“. Diese und andere abscheuliche Sprachspiele sind ein eigenes Thema, hier aber nur zum leichten Amüsement). Interessanter ist das aufgeplusterte Verwundern darüber, dass Menschen schlimme Dinge tun, andere MenschenRead More
Die Waffen einer Femme Fatale Alf Mayer über den Fortgang der großen Modesty-Blaise-Komplettausgabe im Bocola Verlag Manche Projekte sind einfach zu schön, um jemals wirklich wahr zu werden. Deshalb ist es an der Zeit, soliden Fortschritt anzuzeigen: Die Monumentalausgabe Modesty Blaise als Comicstrip hat Fahrt aufgenommen und erscheint Stück für Stück. Jetzt im Frühjahr sind die Bände 7 und 8 im Bocola Verlag, Klotten, erschienen. Dies in der nun schon gewohnten Qualität und im bewährten Hardcover-Querformat 30,5 x 28,0 cm. Modesty Blaise, monumental. Sie war Peter O’Donnells Antwort auf James Bond: Eine FrauRead More
Aufriss-Tipps eines falschen Professors „Dear Professor Romance“ heißt die Kolumne, die der sich als selbigen Professor ausgebende Doug Guthrie als Geschäft betreibt. Und so heißt der neue Roman des amerikanischen Noir-Autors Mark SaFranko, von dem uns auf Deutsch schon „Amerigone“ (2023) erfreute. Dass beide Romane im Original bisher nicht erschienen sind, liegt wohl daran, dass sie keine Mainstream-Krimi-Erwartungen bedienen, sondern höchst originell und eigen sind.  „Dear Professor Romance“ handelt von drei Männern und ihren, um es nett zu sagen, Beziehungsproblemen. Doug Guthrie ist als Professor Romance der Mann, der weiß,Read More
Sommer 1970. Es war heiß, sehr heiß. Irgendein Sender – vermutlich der damalige Südwestfunk – spielte eine Musik, die mich wie eine Dampframme traf. Ich wusste nicht, was das war oder wie man das nennen sollte, aber es war anders.  Da liefen elegante lange Linien, die aus dem Nichts zu kommen schienen, mal langsam, dann wieder schneller werdend,  fast aus dem off, da war nichts von Thema – Solo – Thema – Solo, da pulste ein Rock-Rhythmus und dann waren da die scharfen, elektronisch modulierten Trompeten-Einwürfe und ein seltsames, knurrendes Instrument (BennieRead More
Tiefgründig, anspruchsvoll und lohnend Im Speisesaal einer Pension wird der Schriftsteller Johan Oskarsson erhängt aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus, nur ein einstiger Freund, ebenfalls Autor, glaubt nicht daran und zweifelt an der Theorie. Er bekommt einen Anruf des Ermittlers Vidar Jörgensson, denn er war der letzte, den Oskarsson vor seinem Tod kontaktiert hatte. Der Autor macht seine eigenen Recherchen über seinen Freund, der zuletzt an einer Biografie der bekannten Schriftstellerin Ingrid Klinga gearbeitet hat. Der mehrfach preisgekrönte Schwede Christoffer Carlsson ist ein Meister im Schreiben von außergewöhnlichen undRead More
Der Weltraum ist schick geworden Meine Partnerin sagt, sie schaut sich keine Filme an, die im Weltraum spielen. Das ist schade, denn ich hatte mir im Überschwang vorgenommen, mit ihr zusammen ein zweites Mal „Der Astronaut – Project Hail Mary“ mit Ryan Gosling und Sandra Hüller zu schauen. Ein wunderbarer Film, der aber, wie der Titel schon andeutet, im Weltraum spielt und deshalb hat sie gleich abgewunken. Dabei weckt die Freundschaft zwischen dem irdischen Astronauten Grace und dem außerirdischen Hüpfstein Rocky (keine KI-Scheiße, sondern von einem Puppenspieler geführt) so GefühleRead More
Jordan Harper’s New Novel Really Is “A Violent Masterpiece” I’ve been reading Jordan Harper’s “A Violent Masterpiece,” and I’m calling it now: this is the best crime novel of the year. It’s a buzzing, screaming, bullet-quick plunge into the worst parts of Los Angeles. Rich people doing messy, evil things. Nightstalker journalists cruising the highways and byways. Black-bag PR and body cleanup. Serial killers and mercenaries. At first read, the staccato rhythms and the terminally damaged characters might remind you of a James Ellroy book, except “Masterpiece” feels more vitalRead More
Der Krimi im Bildschirmformat boomt. Dietrich Leder, der viele Jahre für die „Medienkorrespondenz“ über das Fernsehen schrieb, ehe dieses zweiwöchentliche Periodikum im Dezember 2021 eingestellt wurde, nimmt sich für uns jeden Monat eine Erscheinung des laufenden Krimi-Programms vor und seziert, wie es die Darsteller der Pathologinnen und Pathologen in den Serien versprechen. Die Kolumne erscheint dieses Mal in ihrer 43. Ausgabe – herzlichen Dank dafür an unseren Kolumnisten, d. Red.. Dass ihr Anlass sich keineswegs erschöpft hat, zeigt diese Folge überzeugend. Willkommen zu einer Ermittlungsreise. Eine Titel-Verzeichnis der Kolumnen findet sich am EndeRead More
Die einsame Skeptikerin – oder: Der eigentliche Fall bist du selbst Roland Keller zur Serie „Mord in Genua – Ein Fall für Petra Delicato“ (Originaltitel: „Petra“) Sucht man im Internet nach deutschen und italienischen Kritiken zur Serienverfilmung von Alicia Giménez Bartletts Romanreihe „Petra Delicado“, die hierzulande bei Sky und im ZDF unter dem Titel „Mord in Genua – Ein Fall für Petra Delicato“ lief, könnte man glauben, nichts versäumt zu haben. Da wird die böse Frage gestellt, ob man Zuschauern anderthalb Stunden lang einen solch schwierigen Charakter wie diese Ex-Anwältin Petra zumuten dürfe.Read More