All posts by Hanspeter Eggenberger

Die harte Polizistin, die Gefühle fürchtet Hanspeter Eggenberger über den zweiten Berlin-Thriller von Kim Koplin aka Edgar Rai Kim wer? Vor drei Jahren machte Kim Koplin mit dem Roman „Die Guten und die Toten“ Furore. Die deutschsprachige Krimiszene erging sich in Spekulationen, wer sich wohl hinter dem Pseudonym verberge. Sicher war nur, dass es jemand ist, der schreiben kann. Der temporeiche Berlin-Krimi um die Kripo-Kommissar-Anwärterin Nihal Khigarian mit aserbeidschanischen Wurzeln und den syrischen Flüchtling Saad mit seiner fünfjährigen Tochter Leila, der nicht die Schergen der syrischen Herrscher fürchtet, sondern dieRead More
Mina kann auch Marlowe „Wieso soll man dies lesen und nicht lieber zu den Originalen greifen?“, frage ich mich meistens bei neuen Geschichten mit klassischen Krimihelden. Zu oft bleibt es bei einem handwerklich mehr oder weniger gelungenen Nachahmen des Vorbildes oder, schlimmer, es ist nicht mehr als ein müder Abklatsch. Denn was auf den ersten Blick als einfache Aufgabe erscheinen mag, stellt Autorinnen und Autoren, die es richtig gut machen wollen, vor vielfältige Herausforderungen. Einerseits müssen sie so nahe am Vorbild bleiben, dass die Figur „stimmt“ und nicht einfach nurRead More
Aufriss-Tipps eines falschen Professors „Dear Professor Romance“ heißt die Kolumne, die der sich als selbigen Professor ausgebende Doug Guthrie als Geschäft betreibt. Und so heißt der neue Roman des amerikanischen Noir-Autors Mark SaFranko, von dem uns auf Deutsch schon „Amerigone“ (2023) erfreute. Dass beide Romane im Original bisher nicht erschienen sind, liegt wohl daran, dass sie keine Mainstream-Krimi-Erwartungen bedienen, sondern höchst originell und eigen sind.  „Dear Professor Romance“ handelt von drei Männern und ihren, um es nett zu sagen, Beziehungsproblemen. Doug Guthrie ist als Professor Romance der Mann, der weiß,Read More
Michael Idov Riga

Posted On April 1, 2026By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag April 2026

Eggenberger: »Das Riga-Komplott« von Michael Idov

Die Spione sind zurück Nach dem – wenigstens „offiziellen“ – Ende des Kalten Krieges ist der klassische Agentenroman mehr und mehr aus der Mode gekommen. Ob es an der – entgegen den Folgen des Klimawandels – sich zunehmend abkühlenden politischen Grosswetterlage liegt, dass die Spione zwischen Buchdeckeln wieder Konjunktur haben? Der Niederländer Charles ten Tex macht mit seinen ausgezeichneten „Repair Club“-Romanen mit dem Ex-Agenten John Antink Freude, der Brite Nick Harkaway erweckte den von seinem Vater John Le Carré geschaffenen George Smiley zu neuem Leben, und der in Ungnade gefalleneRead More
Ein US-Noir, den es (bisher) nur auf Deutsch gibt Dave Zeltserman gehört schon seit einigen Jahren zu den herausragenden Noir-Thriller-Autoren aus den USA. Das ist auch auf Deutsch nachzuprüfen. Zwischen 2013 und 2017 veröffentlichte der kleine Berliner Verlag Pulp Master seine „Man out of prison“-Trilogie, die aus den voneinander unabhängigen Titeln „Paria“, „Small Crimes“ und „Killer“ besteht. Drei absolut brillante Noir-Romane. Nun gibt es endlich neuen Stoff von Zeltserman, mit dem er seinen Ruf bestätigt und weiter festigt: „Alles endet hier“ ist von Pulp Master schon seit mehreren Jahren angekündigtRead More
Agenten sind nie wirklich pensioniert John Antink war während des Kalten Krieges Geheimagent, wurde später Chef des niederländischen Geheimdienstes. Inzwischen ist er längst pensioniert, doch die Vergangenheit holt ihn immer wieder mal ein – ein Agent ist nie wirklich pensioniert. Im vorzüglichen Roman „Repair Club“, 2024 auf Deutsch erschienen, war es der lange Arm des früheren KGB-Agenten in Dresden, der heute Russland autokratisch regiert, der Antink zurück in die Sphären der geheimen Dienste zwang. Sogar noch besser ist nun der zweite Antink-Thriller des niederländischen Autors Charles den Tex: „Trauma“ heißtRead More

Posted On Dezember 1, 2025By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2025

Eggenberger über »Adama« von Lavie Tidhar

Hier gibt es keine Unschuldigen Eine fulminante Mischung aus Gangsterepos, Kriminalroman und Politthriller war das 2024 auf Deutsch erschienene Werk „Maror“ von Lavie Tidhar. In „Adama“ setzt der aus Israel stammende Autor, der vor allem mit seinen Science-Fiction- und Fantasy-Büchern ein Star geworden ist (nicht im deutschen Sprachraum, wo vor „Maror“ nichts von ihm erschienen ist), seine Geschichte der Entstehung Israels in Form einer Mischung aus Familiendrama, Politthriller und Kriminalroman fort. Hier geht er noch weiter zurück als im Vorgänger: bis zum entbehrungsreichen Aufbau der ersten Kibbuzim in den 1940erRead More
Der Teufel ist unter uns James Lee Burke ist einer der großen Meister des amerikanischen Kriminalromans. Im nächsten Jahr wird er neunzig. Und er schreibt immer noch in hoher Kadenz Romane, die wir immer noch gerne lesen. Eben sind auf Deutsch gleich zwei neue Titel von ihm erschienen, und beide schafften es auf die Krimibestenliste für den Oktober 2025: „Clete“, im Original 2024 erschienen, ist der vierundzwanzigste Band der längst legendären Serie um Dave Robicheaux (Pendragon Verlag, CrimeMag Oktober 2025 ). Bei btb ist praktisch gleichzeitig „Im Süden“ erschienen, einRead More

Posted On Oktober 1, 2025By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag Oktober 2025

Eggenberger: Jake Lamar »Viper’s Dream«

Der Jazz, die Stadt und die Drogen Jazztrompeter will Clyde Morton als junger Mann werden. Im September 1936 nimmt er seinen Trompetenkoffer und steigt in Meachum, Alabama, in den Zug nach New York City. Wo er gleich in den Stadtteil Harlem geht, ins „Zentrum des afro-amerikanischen Universums“. Beim Vorspielen im Club „Mr. O’s“ ist das Verdikt hart und direkt: Null Talent, bescheinigt ihm der Bandleader und Bassist Pork Chop Bradley. Doch der Musiker, der Clydes bester Freund werden soll, macht ihn mit „Mary Warner“ bekannt: Marihuana, „das Elixier der Kreativität“,Read More

Posted On September 1, 2025By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag September 2025

Eggenberger: »Wunder Punkt« von Sara Paretsky

Sara Paretsky ist dieser Tage auf Deutschland-Lesetour. Hier die Termine: ** ** Sara und die Detektive Dreiundvierzig Jahre ist es her, seit Sara Paretsky ihre Privatdetektivin Vic (beziehungsweise V. I. für Victoria Iphigenia) Warshawski zum ersten Mal durch die düsteren Straßen von Chicago schickte. Inzwischen liegt der zweiundzwanzigste Roman der Serie, „Pay Dirt“ aus dem Jahr 2024, unter dem Titel „Wunder Punkt“ auf Deutsch vor. Mit ihrem ersten Kriminalroman „Indemnity Only“ (Deutsch: „Schadenersatz“, 1986) gehörte Paretsky 1982 zu Pionierinnen der Krimis mit Privatdetektivinnen. Denn bis Anfang der 1980er war diese ikonischeRead More
Philosophie des Stehlens Rick ist ein Einbrecher. Ein Profi. Ein Mann, dem er verpflichtet ist, sagt ihm, wo er was stehlen soll. Zusammen mit seinem Partner Frank, der sich um Alarmanlagen und Überwachungskameras kümmert und sich auch mal in die Webaccounts der Opfer hackt, zieht Rick los. „Wir waren Diebe. Wir haben alles gestohlen, Gemälde, Autos, Münzen, Waffen, Zimmerpflanzen, egal. (…) Wir haben nie etwas für uns gestohlen. Immer nur im Auftrag. Wenn irgendwer meinte »Das brauche ich«, sind wir losgezogen und haben es besorgt.“ Rick ist der Erzähler imRead More
Brutal witzig – der Roman von Les Edgerton Wegen illegalen Wetten ist der Baseballspieler Pete Halliday aus der Profiliga geflogen. Er ist nach New Orleans gezogen und steht da wieder vor seinem alten Problem: Woher soll das Geld kommen, um seine Spielschulden zu begleichen, bevor sein Buchmacher ihn endgültig aus dem Spiel nimmt? Und er träumt davon, hier im Big Easy einen Po’-Boy-Sandwich-Laden aufzumachen. „Der einzige Weg, wie ich meine Träume würde wahr machen können, hatte bestimmt nichts mit legalen Mitteln zu tun. Die Menge Geld, die ich dafür brauchte,Read More

Posted On Juni 1, 2025By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2025

Eggenberger über »Ozark Dogs« von Eli Cranor

Drogendealer, Neonazis und alte Familienfehden Jo ist siebzehn. Sie wächst bei ihrem Großvater Jeremiah Fitzjurls auf dessen Schrottplatz auf. Ihre Mutter kennt sie nicht. Ihrem Vater schreibt sie Briefe in den Knast, die sie nicht abschickt. „Jo war stark, stärker als irgendein Mädchen, das Jeremiah je unter die Augen gekommen war. Sie hatte mehr Kummer und Entbehrungen durchgemacht als die meisten jungen Frauen ihres Alters.“ Jo und Jeremiah Fitzjurls sind die Hauptfiguren in „Ozark Dogs“. Der zweite Roman von Eli Cranor, der für sein fulminantes Debüt „Bis aufs Blut“ mitRead More
Massenmord im Businesspark Im Hinterland von Antibes an der Côte d’Azur gibt es den Technologie- und Wissenschaftspark Sophia Antipolis, benannt nach dem griechischen Wort für Wissen (Sophia) und der antiken Bezeichnung von Antibes (Antipolis). Er wird in Frankreich gerne als so etwas wie ein französisches Silicon Valley gesehen. Seit den 1970er Jahren hat sich Sophia Antipolis zu einer Art Retortenstadt entwickelt: In rund zweitausendfünfhundert Firmen arbeiten gegen vierzigtausend Menschen aus mehr als achtzig Ländern. Bedeutende Weltkonzerne wie Accenture, Bosch, Cisco, Dow, Hewlett-Packard, Hitachi, Huawei, IBM, Intel, SAP und Toyota habenRead More
Zwischen Realität und Inszenierung Ihr fehle eigentlich nichts, findet Vivian Parry. „Abgesehen von einem Gefühlsleben, einem ausgeglichenen Selbst und der Fähigkeit, ohne Pillen durchschlafen zu können.“ Parry, 32, ist Theaterkritikerin in New York, geschätzt und gefürchtet für ihre gnadenlosen Verrisse. Ihr Leben findet im Dunkeln statt. In den Theatersälen der Stadt, wo sie sich Tag für Tag beziehungsweise Nacht für Nacht Inszenierungen anschaut, überkommen sie Gefühle. „Wenn ich im Dunkeln bin, in sicherem Abstand zum Alltag, spüre ich alles – alle Wut, die Freude, Überraschungen. Bis die Saallichter des TheatersRead More
An der Kreuzung von Schlimm und Schlimmer Offiziell hat Florence „Florida“ Baum nur den Fluchtwagen gefahren. Dummerweise weiß ihre ehemalige Zellengenossin Diana Diosmary „Dios“ Sandoval, dass sie ihrem Kumpel die Brandbombe anzündete, mit der er einen Trailer samt zwei Drogenköchen hochgehen ließ. Im Gefängnis in Arizona nervt Dios sie nicht nur damit, dass sie ihr dies ständig unter die Nase reibt und auch sonst rumerzählt. „Drinnen wirst du Florida genannt. Wegen des Tons, in dem deine Haare gefärbt sind – gefängnisblond. Florence ist kein Name, den man hier trägt. AlsoRead More
„Wir alle heiraten einen Fremden“ Immer wieder erinnert sich Jacy auf dieser Reise an die Worte ihrer Mutter: „Wir alle heiraten einen Fremden.“ Und immer mehr versteht sie sie. Die Lehrerein aus New York ist schwanger. Mit ihrem Mann Jed, der Neonschilder herstellt, ist sie auf einem 1000-Meilen-Trip in die einsamen Wälder der abgelegenen Upper Peninsula in Michigan, um Jeds Vater, ihren Schwiegervater, kennenzulernen. In der Wildnis Michigans lernt sie auch unbekannte Seiten ihres Mannes kennen. Jacy ist die Icherzählerin in „Hüte dich vor der Frau“, dem neuen Roman derRead More
„Springflut am Gotthard“ „Deutschsprachige Kriminalromane können beruhigt in der Provinz spielen, ohne deshalb provinziell zu sein“, schrieb Thomas Wörtche vor einem Monat hier. Und nicht jeder Roman, „an dem alles nach ,Regio-Krimi’ zu schreien scheint“, sei als solcher einzuordnen. Diese kluge Einschätzung passt perfekt auf die Kriminalromane von Peter Weingartner, die aus der tiefen Schweizer Provinz kommen. Aus dem Surental, der Region um das Städtchen Sursee, das am Sempachersee liegt, Kanton Luzern. Die Autobahn A2 führt da vorbei, die Gotthardautobahn – Sursee liegt in der Mitte der Route von HamburgRead More

Posted On November 1, 2024By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag November 2024

Eggenberger über »Scharfe Munition« von Ken Bruen

Die beste Munition ist die, die man in Reserve hat Ein Skandal nach dem anderen erschüttert in den letzten Jahren die Londoner Polizei, die Metropolitan Police, kurz Met genannt. Rassismus, Sexismus, Homophobie sind in der Truppe in der britischen Hauptstadt an der Tagesordnung; selbst offizielle Untersuchungsberichte belegen das. Alltägliche Korruption gehört zu den harmloseren Unsitten. Unlängst wurde ein Beamter gar als Serienvergewaltiger erwischt. Sogar einen Sexualmörder gab es in er Truppe. Allein 2023 wurden mehr als tausend Beamte wegen Fehlverhalten suspendiert oder in ihren Befugnissen eingeschränkt. Das sind Fakten, nichtRead More
„Alle Männer sind gleich“ In den ersten Stunden des neuen Jahrs ist Sophie daran, nach der betriebsamen Silvesternacht die Bar aufzuräumen, an der sie arbeitet. Da begehrt ein später Gast an der Türe Einlass. Sie will in ignorieren, doch Mark ist ein guter Freund des Besitzers des Lokals. Er ist immer etwas aufdringlich, und er trinkt auf Kosten des Hauses. Widerwillig lässt sie ihn rein und serviert ihm einen Drink. Während sie beschäftigt ist, säuft er ihr den Rest einer 200-Dollar-Weinflasche weg, den sie für sich gebunkert hat. Danach drängtRead More
Um besser zu werden, muss es viel schlechter werden HP Eggenberger zum vorletzten Band der Ross-Thomas-Werkausgabe Kaum ist Lucifer Dye vom Geheimdienst entlassen worden, nachdem eine Aktion in Asien schiefgelaufen ist, bekommt er in den USA ein lukratives Angebot. Der als geniale Schnelldenker geltende junge Victor Orcutt will ihn in seinem kleinen Team, mit dem er eine korrupte Kleinstadt an der texanischen Golfküste säubern soll. Zu Orcutts Truppe gehören zudem der ehemalige Polizeichef Homer Necessary, wegen Korruption entlassen, und die Ex-Prostituierte Carol Thackerty. „Um besser zu werden, muss es vielRead More

Posted On Juli 3, 2024By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag Juli 2024

HP Eggenberger zu Don Winslows letztem Roman

Wie wäre es mit einem Wahl-Thriller, Mister Winslow? Don Winslow verabschiedet sich mit „City in Ruins“ „Die Welle zieht sich zurück, nimmt die Asche mit sich. Danny Ryan ist zu Hause.“ Mit diesen Sätzen beendet Don Winslow den Roman „City in Ruins“, den letzten Teil der Trilogie um den irischen Mobster Danny Ryan aus Rhode Island. Und er beendet damit seine Karriere als Schriftsteller. Der US-amerikanische Bestsellerautor, der im Oktober 2023 siebzigjährig geworden ist, will sich nun ganz der Politik widmen: Er setzt seinen Ruf und auch Ressourcen dafür ein,Read More

Posted On Juni 1, 2024By Hanspeter EggenbergerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2024

HP Eggenberger: »Wage es nur!« von Megan Abbott

Gelangweilte Teenager sind gefährlich Hanspeter Eggenberger lässt sich von Megan Abbott in die Welt der Cheerleader entführen In den USA ist Megan Abbott als Meisterin des Female Noir seit vielen Jahren eine feste Größe in der Kriminalliteratur. Die 1971 in Detroit geborene, seit vielen Jahren in New York lebende Autorin debütierte 2005 mit „Die a Little“; mit ihrem dritten Roman „Qeenpin“ (2007) räumte sich gleich den Edgar und den Barry Award für das beste Paperback-Original ab. Seither liefert sie regelmäßig Stoff für die Bestsellerlisten. Der bei der Noir-Legende Jim ThompsonRead More
Trailerparks, Gewalt und Football American Football ist nicht so unser Ding hier in Europa. Ich habe mich nie wirklich damit befasst, mich nie bemüht, dieses uramerikanische Phänomen zu begreifen. Dass ich mich wundere, dass dieser Sport Football heißt, obwohl die Spieler da, soweit ich das beiläufig gesehen habe, mit dem Ball unter dem Arm und nicht am Fuß rumrennen, entlarvt mich als kompletten Football-Banausen. Dennoch kann ich, ach was: muss ich den Roman „Bis aufs Blut“ von Eli Cranor, in dem Football eine zentrale Bedeutung hat, wärmstens empfehlen. Denn FootballRead More
Der Mörder ist hier nicht der Gärtner »Der Mörder ist immer der Gärtner / Und der schlägt erbarmungslos zu«, heißt es im Refrain des Songs mit dem der deutsche Liedermacher vor mehr als fünfzig Jahren Erfolge feierte. Der Liedtext macht sich lustig über Stereotypen der Kriminalliteratur von Autoren wie Agatha Christie, Georges Simenon und Edgar Wallace. Der Mord im Landhaus, bei dem schon mal der Gärtner seine Finger im Spiel hat, lebt heute weiter im boomenden Subgenre, dessen paradoxe Bezeichnung Cosy Crime schon darauf hinweist, wie wirklichkeitsfremd die entsprechenden GeschichtenRead More
Die einsame Rächerin Vor fast vierzig Jahren hatte der College-Footballstar Zeb Williams in Nordkalifornien einen spektakulären Abgang hingelegt. Das Spiel gegen die Erzrivalen aus der Region stand ein paar Sekunden vor Schluss unentschieden. Zeb packte den Ball und rannte los. Aber in die falsche Richtung. Und aus dem Stadion hinaus. Und wurde nie mehr gesehen. Außer mal in Ilona, einem Kaff in Südoregon, wo er in offenbar einem Café arbeitete. Auch da verschwand er nach kurzer Zeit spurlos. Zeb war damals, als er verschwand, mit einer jungen Frau aus einerRead More