Mit sich beschäftigt Nein, der Titel sei keineswegs eine Anspielung auf die Schauspielerinnen und Schauspieler der „Slow Horses“-Serie bei Apple+ (aktuell bei der fünften Staffel, die sechste kommt dieses Jahr), beteuert Mick Herron am Ende seines aktuellen Romans „Bad Actors“. Vielmehr gäre der Begriff schon lange in ihm, dafür gedacht, „seinen Platz auf einem Cover zu finden“. Hat geklappt. Bad Actors gibt es bei ihm sowieso wie Sand am Meer. In Mick Herrons Spionagewelt, „Bad Actors“ ist der mittlerweile achte Band, in Großbritannien ist im September ’25 mit „Clown Town“
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Wilder Ritt „Wir Kinder waren uns sicher, dass die zahllosen Bücher nachts miteinander sprachen, ihre Geheimnisse teilten, von Buch zu Buch weitergaben, eine stille Flüsterpost, ja, wir Kinder waren uns sicher, dass die in den Büchern steckenden Sätze und Wörter unterirdisch miteinander verknüpft waren, riesige Pilzgeflechte, die sich gegenseitig mit Nahrung versorgten, Buchseitenmyzele oder Einbandfäden…“ Genauso ein Geflecht entwickelt Markus Orths in seinem neuesten Roman „Die Enthusiasten“, eines, das durch die Genres wuchert, unterschiedlichste Bücher zueinander in Relation setzt und untereinander ins Gespräch bringt. Schon 2014 legte Orths mit „Alpha
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Sonntagsspaziergang mit Intellektuellen Ich lese gerne ältere Bücher und fand in einem Band von 1990 Sätze, die sich für ein Gespräch unter Freunden eignen könnten – nicht als Trost, aber als Medizin gegen das Jammern. Karl Schlögel hatte damals einen Aufsatzband von 1909, Vechi, neu herausgegeben. Vertreter der russischen Intelligencija dachten darin über „Irrtümer ihrer Weltanschauung“ nach, „nicht aus hochmütiger Verachtung für ihre Vergangenheit, sondern aus Schmerz um diese Vergangenheit und in brennender Sorge um die Zukunft der Heimat“, wie es im Vorwort von Michail Geršenzon heißt. In seiner Einleitung
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Kunst-Stück Damien, ein junger Pfleger, wird vom Pflegedienst einer Seniorin zugeteilt, die nach einem Sturz kurzzeitig auf Hilfe im Haushalt Pflege angewiesen ist. Sie wohnt im Londoner Stadtteil Wapping, was für ihn gut erreichbar ist – und sie hat irische Wurzeln, genau wie er. Damien ist auf der einen Seite von dem Klischee genervt, dass alle Iren miteinander gut klarkommen sollten – auf der anderen Seite ist er aber auch wirklich neugierig auf die Frau. Das erste Treffen läuft noch etwas arg holprig: Die 84-jährige Frankie will keine Hilfe annehmen,
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Erzählstimme mit Sogwirkung Sie liegen auf dem Grund der Meere und Ozeane. Zusammen bilden sie ein weltumspannendes Netz von mehr als 1,3 Millionen Kilometer Länge. Unterseekabel ermöglichen die Kommunikation zwischen Ländern und Kontinenten. Auf ein Schiff, das diese riesigen „Schlangen“ repariert, führt der irische Schriftsteller Colum McCann in seinem jüngsten Roman „Twist“. Der Journalist Anthony Fennell bekommt den Auftrag, über die Arbeit eines solchen Schiffes für ein Online-Magazin zu berichten. Er kontaktiert eine belgische Telekommunikationsfirma, zu der auch das Reparaturschiff „Georges Lecointe“ zählt. Es ist weltweit unterwegs, um zerstörte Seekabel
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Thriller S. wie seitenfüllend Vom Scherz/Fischer-Verlag wird Matthew Blakes neuer Thriller „Sophie L.“ als „raffinierte Psychospannung“ gepriesen. Die Werbetrommel für den „Spiegel“-Beststellerautor Blake, der mit seinem Debütroman „Anna O.“ bei einigen für helle Begeisterung sorgte, wird außerdem auf dem Buchumschlag mit einem Rezensionsverweis der „Daily Mail“ gerührt („unvergesslich“). Na ja, ob die englische Boulevardzeitung tatsächlich als Trendsetter und Orakel in Sachen literarischen Geschmacks gelten sollte, steht auf einem anderen Blatt. Es ist eher so, dass beide, sowohl der Verlag als auch die Regenbogen-Literaturkritik, sich einfach irren, denn Blakes „Sophie L.“
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Politthriller gegen Rechts Der Titel „Operation Machtergreifung“ erinnert an 1933. Allerdings konfrontiert Autor Jörg H. Trauboth in seinem Politthriller den Leser mit einem Staatsstreich, der schon in drei Jahren Deutschland zurück in die dunklen Seiten des Faschismus werfen könnte. Die Partei für Deutschland, man muss nicht lange rate, für wen sie steht, versucht bei der Bundestagswahl 2029 die Macht an sich reißen. Bleiben wir beim Wort reißen, besser Reißer. Mit einer clever inszenierten Entführung des Bundeskanzlers Joachim Münster durch rechtsradikale Verschwörer in der Wewelsburg bei Paderborn, einst Kultstätte der SS,
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3 x 11 Spielworte (48): Hände, Geschmack, Nachricht – von Ingrid Mylo Wer liest, sammelt Sätze. Manchmal bewußt. Manchmal ist ein einziges Wort ausschlaggebend: hartnäckig taucht es immer wieder auf. Fliege, zum Beispiel. Oder Mitternacht. Oder Asphalt. In ganz unterschiedlichen Büchern und Zusammenhängen, bei ganz unterschiedlichen Schriftstellern. Solche Fliegensätze oder Mitternachtssätze oder Asphaltsätze finden, immer elf an der Zahl, in der Serie 3 x 11 Spielworte ihren Platz. Ein Spaß, ein Zeitvertreib. Und eine andere Art, auf Bücher zu deuten. – Von Ingrid Mylo. Dieses Mal schon zum achtundvierzigsten Mal. ** **
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