All posts by Frank Rumpel

Im Zweifel Es ist ein scheinbar klarer Fall. Elvira Castell hat ihren Schwager erschossen, machte sich mit geladener Pistole auf den Weg und streckte ihn nach kurzem Disput nieder. Einige Monate zuvor hatte sich ihre Zwillingsschwester umgebracht – wegen ihm, sagt Elvira Castell. Er lebte auf ihre Kosten, war dominant, gewalttätig und blieb nach ihrem Tod in der Wohnung. Sie habe ihn zum Auszug bewegen wollen, deswegen habe sie die Waffe mitgenommen, sagt sie ihrem Anwalt Guido  Guerrieri (dem Carofiglio bereits sechs Romane gewidmet hat, dies ist der siebte). WeilRead More
Mit sich beschäftigt Nein, der Titel sei keineswegs eine Anspielung auf die Schauspielerinnen und Schauspieler  der „Slow Horses“-Serie bei Apple+ (aktuell bei der fünften Staffel, die sechste kommt dieses Jahr), beteuert Mick Herron am Ende seines aktuellen Romans „Bad Actors“. Vielmehr gäre der Begriff schon lange in ihm, dafür gedacht, „seinen Platz auf einem Cover zu finden“. Hat geklappt. Bad Actors gibt es bei ihm sowieso wie Sand am Meer. In Mick Herrons Spionagewelt, „Bad Actors“ ist der mittlerweile achte Band, in Großbritannien ist im September ’25 mit „Clown Town“Read More
Auf dem Land Nichts geht, alles scheint festzuhängen, sich allenfalls zäh zu bewegen in dieser Kleinstadt im Westen Irlands, auf die Colin Barrett seine Aufmerksamkeit richtet und ein paar Leben in wenige Tage packt. Weil ein junger Dealer seine Schulden nicht zahlen kann, entführen zwei Kleinkriminelle dessen 16-jährigen Bruder. Sie halten ihn in einem abseits gelegenen Haus fest, das ihrem Cousin Dev gehört, ein sanfter Riese, den sie schon in der Schule drangsaliert und gedemütigt haben, bis er früher abging, einen Job fand, dann arbeitslos wurde. Seit seine Mutter totRead More
Reichlich Großwild Was würde wohl passieren, wenn plötzlich Elefanten durch Berlin spazierten? Nicht nur ein paar, sondern 20.000. Schließlich sind es Tiere, die Platz brauchen, sich Raum nehmen, und zwar ausgerechnet dort, wo es schon ziemlich voll ist. Und: So ein Elefant braucht pro Tag etwa 200 Kilo Grünfutter, dazu 100 Liter Wasser. Zu welchen gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen die Anwesenheit solcher Tiere führen könnte, dem geht die belgische Autorin Gaea Schoeters in ihrer bissigen Satire „Das Geschenk“ nach und greift dabei auch einige Themen ihres grandiosen Vorgängerromans „Trophäe“ unter Read More
Nicht abgeschieden genug Frank Rumpel über Jérôme Ferraris Roman „Nord Sentinelle“ Richard Francis Burton hatte gleich zwei Mal Glück, mindestens. Er durfte 1855 als erster Europäer die äthiopische Stadt Harar betreten. Sultan Ahmad Ibn Abu Bakr hatte es ihm erlaubt und ihn auch entgegen der Prophezeiung, nach der die Stadt untergehen würde, sobald ein Ungläubiger die Tore durchschritt, nach zehn Tagen auch wieder lebend ziehen lassen. Ein Jahr später starb der Sultan, 20 Jahre später fiel die Stadt. Womöglich, sinniert der Erzähler in Jérôme Ferraris Roman „Nord Sentinelle“, hätten sichRead More

Posted On April 3, 2025By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag April 2025

Frank Rumpel über Paolo Rumiz

Ein unruhiges Land  Entlang einer unsichtbaren Linie hat der Journalist und Schriftsteller Paolo Rumiz Italien bereist, eine Linie, an der im Untergrund die eurasische und die afrikanische Kontinentalplatte aneinander stoßen. Diese Bruchlinie zieht sich längs durch den Stiefel (Rumiz nennt das an einer Stelle „die große seismische Autobahn Mittelitaliens“) und die sorgt immer wieder für heftige Erdbeben – zuletzt am 6. April 2009, als ein Erdstoß mit einer Stärke von 5,9 (auf der Richterskala) die Abruzzen erschütterte. 308 Menschen kamen damals ums Leben, 1600 wurden verletzt, große Teile von L‘AquilaRead More
Ziemlich vitale lahme Gäule Derzeit läuft auf Apple TV die vierte Staffel von „Slow Horses“ mit Gary Oldman. Wirklich vorstellen muss man sie deshalb wohl eher nicht mehr, die von Mick Herron erfundene Truppe ausgemusterter MI5-Agenten, die in Ungnade gefallen sind und ihre Arbeitstage deshalb in Slough House fristen, einer windschiefen Immobilie, die schon bessere Zeiten gesehen hat. Dort in Slough House vergeuden sie unter dem misanthropischen Jackson Lamb ihre Zeit mit völlig überflüssigen Aufträgen, wobei die meisten hoffen, durch einen genialen Moment doch wieder ins Blickfeld der Zentrale zuRead More
Und nun die Nachrichten Frank Rumpel zum neuen Roman von Christine Lehmann Einmal quer durchs Nachrichtengewerbe jagt Christine Lehmann ihre meinungsstarke Lisa Nerz in deren 14. Roman. In einem öffentlich-rechtlichen Funkhaus wurden interne Daten geklaut. Nerz soll sich in der Nachrichtenredaktion des Hörfunks umschauen, findet Alltagsstress, Termindruck und Kompetenzgerangel, unter anderem aber auch eine verschwundene Kollegin, hierarchische Strukturen, einen zudringlichen Chef, eine schwurbelnde Rechtspopulistin und Aktivisten namens „Letztemänner“, die sich als Kämpfer gegen Feminismus und Genderwahn sehen. Reichlich aktuelle Themen und Diskurse also. Vor allem aber stehen die Nachrichten imRead More
Pläne und Sackgassen Eine Besprechung von Frank Rumpel Damit war nun wirklich nicht zu rechnen. Noch ein Tabor Süden. Und was für einer. Friedrich Ani hat sich nochmal in die Rolle des schweigsamen, sehr präsenten und genau beobachtenden Ex-Polizisten geschrieben. Der hat auf der Suche nach Vermissten schon ganze Universen entdeckt, in denen lange niemand mehr Licht gemacht hat. Und diese Miseren und Verwerfungen, auf die er da gestoßen ist, sind nicht an ihm vorbei, sondern durch ihn hindurch gekrochen, haben ihn empfänglich gemacht für die Untiefen versehrter Leben. InRead More

Posted On April 1, 2024By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag April 2024

Frank Rumpel in der »Zona Cesarini«

Durch ein fremdes Leben Was ist nur aus ihr geworden, der Zona Cesarini? Auf die Welt schaffte sie es am 13. Dezember 1931, als die italienische Nationalmannschaft gegen Ungarn spielte. Lange stand es 2:2, bevor Renato Cesarini in der 90. Minute das Siegtor für Italien schoss. Damals wurde der Mythos geboren: Cesarini rettet in letzter Minute und diese Phase des Spiels wurde zur Zona Cesarini. Und diese Zona, die ein anderer nach ihm benannte, machte sich selbständig, blieb nicht beim Fußball, sondern sickerte in Italien allmählich in den allgemeinen Sprachgebrauch.Read More
Vom Verschwinden Wombat und Weltverschwörung zusammen zu spannen ist eine der leichteren Übungen für Heinrich Steinfest. In seinem aktuellen Roman sind gleich zwei Strippenzieher, die sonst weltweit für Chaos sorgen, dem Charme jener stoischen Tiere mit kuriosen Eigenheiten verfallen. In einer Branche, in der es um Manipulation, Machtinteressen und das ganz große Theater geht, ist der friedliche australische, Würfelchen kackende Beutelsäuger eben das perfekte Gegenstück. Seinen chinesischstämmigen einarmigen Wiener Detektiv Markus Cheng hat Steinfest zuletzt elegant in die zweite Reihe bugsiert. Er hat mit seiner Sekretärin Frau Wolf die PlätzeRead More

Posted On Mai 1, 2022By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag Mai 2022

Frank Rumpel über „Frenzel“

Aus der Balance Erst Meier, jetzt Frenzel. Man muss sie nicht unbedingt vergleichen, aber sie haben schon einiges gemeinsam. In seinem neuen Roman erzählt der fränkische Autor Tommie Goerz, der seit Jahren an einer Reihe um seinen Nürnberger Kommissar mit dem sprechenden Namen Friedo Behütuns schreibt, noch einmal lakonisch und entspannt von einem, der seine Balance verloren hat und an den gesellschaftlichen Rand gerutscht ist. Meier hieß er im grandiosen und voriges Jahr mit dem Glauser ausgezeichneten Vorgängerroman, Frenzel nun jener, der neun Jahre wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge saß.Read More

Posted On Mai 1, 2022By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag Mai 2022

Frank Rumpel: Tanguy Viel

Haarsträubende Entscheidungen Was ihn beim Schreiben wirklich interessiere, sagte der bretonische Autor Tanguy Viel einmal in einem Interview, sei nicht der rohe Handlungsstoff, „sondern der Prozess der Verwandlung: von einer komplizierten, intellektuellen Problematik hin zur Einfachheit der Dinge“.  Das kann schiefgehen, doch ein gewiefter Erzähler, wie Tanguy Viel, schafft das in der Regel. In seinem aktuellen Roman erzählt er von Machtmissbrauch und Missverständnissen, von Naivität und radikalen Entscheidungen.  Im Zentrum steht eine junge, dunkelhäutige Frau, Anfang 20, die ihre Geschichte zwei Polizisten erzählt. Doch die beiden Beamte sind skeptisch, können kaumRead More
Abschiebung um jeden Preis  Besprechung von Frank Rumpel samit Interview mit Verleger Albert Drillings Bilanz ist makellos. Er ist ein reisender Bürokrat, ruhig, loyal, gut sortiert und zudem überzeugt, das Richtige zu tun. 134 Menschen hat er in den Niederlanden schon aufgespürt und zurück in ihre Herkunftsländer gebracht. Sie waren ohne Aufenthaltsstatus im Land, Illegale, die der Regierung irgendwann hätten Schwierigkeiten bereiten können. Deshalb schickt sie die Ein-Mann-Sondereinheit Albert Drilling, ein Spitzenbeamter des Ministeriums, der verdeckt ermittelt und weitreichende Befugnisse hat.  Nun soll er auf einer kleinen niederländischen Insel eineRead More

Posted On Februar 1, 2022By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag Februar 2022

Frank Rumpel zum neuen Mike Nicol

Das große Geld Der Autor und Journalist Mike Nicol strickt weiter an seiner Erzählung über Südafrika als Dorado für schmutzige Deals und Tummelplatz diverser Geheimdienste. Diesmal nimmt er sich die Privatwirtschaft vor, die sich, wenn sie an die Fleischtöpfe will, auf die Spielregeln korrupter Politiker und Strippenzieher einlassen muss. „Man sollte reich sein, wenn man den öffentlichen Dienst verlässt“, zitiert Nicol den 2020 zurückgetretenen südafrikanischen Generaldirektor des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei Mike Mlengana.  Im aktuellen Roman steht für ein südafrikanisches Unternehmen ein gigantischer Auftrag an, bei dem landesweitRead More
Jede Menge Begegnungen Eine Rezension von Frank Rumpel Wer noch nie einen Roman von Friedrich Ani gelesen hat, mag die Ansammlung eigenwilliger Gestalten in „All die unbewohnten Zimmer“ etwas befremdlich finden. Für alle anderen sind es alte Bekannte, die sich da, bisher jeder in seinem Romanuniversum, durchs Leben kämpfen. Friedrich Ani spendiert ihnen hier eine weit verzweigte Geschichte, in der sie sich erstmals ganz unspektakulär begegnen.  Da ist der gewesene Benediktiner-Mönch Polonius Fischer, der nach neun Jahren im Kloster die Kutte abgelegt hat und in den Polizeidienst gewechselt ist. AniRead More
Eine enge Welt Frank Rumpel über einen Roman aus Kalabrien Vom Erwachsenwerden in einer abgehängten Gegend Süditaliens erzählt Gioacchino Criaco in seinem aktuellen Roman „Die Söhne der Winde“. Das Dorf Africo lag einst in den Hügeln des Aspromonte, einem Nationalpark im Süden Kalabriens. Es wurde nach einer Überschwemmung von den Behörden geräumt, die Bewohner in ein neues, gesichtsloses Africo am Meer umgesiedelt. Criaco kam 1965 in diesem Africo Nuovo zur Welt, kennt die Geschichten, die er auch schon in seinem von Francesco Munzi verfilmten Debütroman „Schwarze Seelen“ erzählt, nur zu gut.Read More
Der grübelnde Detektiv von Frank Rumpel Als Serienfigur hatte der Autor Heinrich Steinfest seinen chinesischstämmigen Privatdetektiv Markus Cheng ursprünglich nicht konzipiert. Seinen ersten Auftritt hatte der im Jahr 2000 im Roman „Cheng“ und darin nahm Steinfest seine Detektivfigur förmlich auseinander, setzte ihr dermaßen zu, dass Cheng am Ende schwer lädiert, einarmig, taub, längst kein Ermittler mehr, erschossen wird. Oder auch nicht. Denn in der Folge bemühte der Autor ihn dann doch immer mal wieder, drei Mal bisher (Ein sturer Hund, Ein dickes Fell, Batmans Schönheit), zuletzt vor neun Jahren. NunRead More
Herrlich trostlose Gegend Voriges Jahr veröffentlichte der kleine Pulpmaster-Verlag Tom Franklins wilde Western-Grosteske „Smonk“, nun schiebter den großartigen Südstaatenroman „Krumme Type, krumme Type“ nach. Das Original haben derzeit auch etliche Schulbuchverlage im Programm, denn zumindest in Baden-Württemberg ist der Roman 2019 Abitursstoff.  – Von Frank Rumpel. Sie nennen ihn nur Scary Larry, dort in diesem fiktiven Städtchen im ländlichen Mississippi. Seit Kindertagen ist er ein unbeholfener Einzelgänger. Damals von seinen Mitschülern drangsaliert und gehänselt, später als Jugendlicher eines Verbrechens beschuldigt, wird er ausgegrenzt und gemieden. Denn in den 1980ern verschwandRead More

Posted On April 14, 2018By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Wolfgang Schorlau: Der große Plan

Erzählerisch Luft nach oben Frank Rumpel über den neuen Dengler-Krimi. Der Stuttgarter Autor Wolfgang Schorlau füllt mit seinen Lesungen Hallen, seine Bücher verkaufen sich prächtig – wohl vor allem dank der kontroversen Themen, die er immer wieder anpackt. Da geht es unter anderem um die Machenschaften der Fleisch- und Pharmaindustrie oder um die möglichen Verbindungen zwischen NSU und Verfassungsschutz. In seinem neuen Roman widmet er sich der Griechenlandkrise. Wolfgang Schorlau recherchiert weitläufig und gründlich, ist kritisch und verpackt seine Ergebnisse in Kriminalromane, die im vergangenen Jahr eine Gesamtauflage von fast zweiRead More

Posted On Dezember 16, 2017By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2017

Bericht: Die Tübinger Poetik-Dozentur

Kollektiven Ängsten auf der Spur von Frank Rumpel Bei der Tübinger Poetik-Dozentur wagen die Organisator/innen auch mal Ungewöhnliches. Dazu darf man durchaus auch die diesjährige Beschäftigung mit dem Kriminalroman zählen. Der wird zwar reichlich gelesen, doch im universitären Umfeld noch längst nicht wirklich ernst genommen. Gemeinhin wird er noch immer vielerorts als schnöde Unterhaltungsliteratur gesehen, nichts, mit dem man sich wissenschaftlich beschäftigen müsste. Das ändert sich gerade. Zu sehen ist das etwa auch am Thema der diesjährigen Tübinger Poetik-Dozentur, wenngleich es dabei nicht um streng  wissenschaftliche Vorträge geht. Vielmehr sollenRead More
Der Kriminalroman als Gegenwartsliteratur Ein Interview von Frank Rumpel mit Dorothee Kimmich Sie ist Professorin für Literaturwissenschaftliche Kulturwissenschaft und Kulturtheorie an der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen. Dorothee Kimmich leitet und organisiert zusammen mit einem kleinen Team seit 13 Jahren die einst von Jürgen Wertheimer begründete Tübinger Poetik-Dozentur. Von Anfang an hat sie für jede Dozentur mindestens zwei Autor/innen eingeladen. Das sorgt für interessante Perspektivwechsel. Und sie traut sich auch, den Rahmen weiter zu stecken. Im Vorjahr etwa waren Siri Hustvedt und der italienische Neurowissenschaftler Vittorio Gallese zu Gast, 2014 widmeteRead More

Posted On Oktober 17, 2017By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Norbert Horst: Kaltes Land

Reichlich Polizeijargon Von Frank Rumpel Näher kommt man wohl nicht ran, an den schnöden Polizeialltag, als in Norbert Horsts Romanen. Seine Brötchen verdient der Autor als Kriminalkommissar, weiß also, über was er da schreibt, auch wenn er jahrelang nicht mehr selbst ermittelte, sondern Kollegen fortbildete und Pressearbeit machte. Wahrscheinlich kann er es gerade deshalb umso besser. Ein Insider also, der es schafft, den Anschein von Authentizität zu vermitteln und wieder mal eine packende, durchaus realtitätstüchtige Geschichte erzählt, in der Flüchtlinge zur leichten Beute skrupelloser Menschenhändler werden. Der karriereresistente Kommissar ThomasRead More

Posted On April 15, 2017By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Janis Otsiemi: Libreville

Mit heulenden Sirenen von Frank Rumpel In Gabun, das lernt man bei Janis Otsiemi, will man auf keinen Fall verhaftet werden, schon gar nicht von seinen zwei Protagonisten Louis Boukinda und Hervé Envame, Polizisten, deren Verhörmethoden eher robust sind. Geständnisse sind da obligatorisch. Und auch die Ermittlungen sind reichlich hemdsärmlig. Kein Wunder. Forensik gibt es nicht. Die digitale Welt ist für die beiden nur ein fernes Rauschen. Der einzige Computer im Präsidium steht bei ihrem Chef. Ihre Berichte tippen sie  auf einer Schreibmaschine, die noch aus den 1950ern stammt, alsRead More

Posted On Juni 15, 2016By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Gioacchino Criaco: Schwarze Seelen

Fiktiv und doch sehr real Von einer untergegangenen, archaischen Welt in den kalabrischen Bergen erzählt der italienische Autor Gioacchino Criaco in seinem Debüt „Schwarze Seelen“. Von Frank Rumpel. Es ist eine geschichtsträchtige, mit Mythen und Traditionen vertraute, aber auch strukturschwache Gegend auf der italienischen Stiefelspitze, die er bestens kennt, weil er von dort stammt. In den abgeschiedenen Dörfern lebten die Leute in den 1960er und 70er Jahren noch von der Ziegenhaltung und mancher verdiente sich etwas dazu, indem er Entführungsopfer der N’drangheta, der kalabrischen Mafia, versteckte, bis Lösegeld bezahlt wurde.Read More

Posted On Juni 15, 2016By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Mike Nicol: Power Play

Seeohren vom Kap Seeohren und blutiger Bandenkrieg, das muss man erstmal in einer Geschichte zusammen bekommen. Der südafrikanische Autor Mike Nicol schafft das spielend in seinem aktuellen Roman „Power Play“- und erzählt nebenbei von korrupten Politikern und dubiosen Geheimdienstinteressen. Von Frank Rumpel Seeohren? Das sind große Meeresschnecken, die auch Abalone heißen und als Delikatesse gelten, zumal sie inzwischen selten geworden sind. Ihr Fang wurde von der südafrikanischen Regierung erst reglementiert und schließlich ganz verboten. Aber das Geschäft vor allem Richtung China lief und läuft viel zu gut, so dass ganzRead More