Sybille Ruge: Mémoires W saß mir gegenüber. Eine Bank im Nebel am Hauptbahnhof. Februar? Er in Lederjacke (Pelzfutter), mir fror das Gehirn ein (modische Klamotten). Wir legten langsam unsere Masken ab (Corona). Der Kaffee in den Pappbechern wurde kalt (Costa Coffee, ungenießbar). Ich machte ein fröhliches Gesicht dazu, immerhin saß mir W gegenüber. Nachdem ich mit W gesessen hatte, schrieb er mir Bemerkungen an den Rand. „Mimimi“„Hä?“„Versteht kein Mensch.“„Puh.“„Wo kommt das denn jetzt her?“„Brauchen wir das?“„Och, nee.“„??????“ W liest zwischen den Zeilen (bevor sie fertig sind).Plötzlich saß W in meinem
Read More Peter Torberg: Glücklich im Fahrwasser Du meine Güte, wie gratuliert man dem Krimi-Papst? Nun, gewiss nicht, indem man sich ihm zu Füßen wirft und lobhudelt, dass es nur so eine Art hat. Das sei den Kolumnisten vorbehalten, die so etwas in der Schublade liegen haben und die Versatzstücke jederzeit zu den entsprechenden „runden“ Geburtstagen zu Hymnen zusammenschustern … und sich eigentlich nur selbst loben. Und auch nicht, indem man jetzt lang und breit erklärt, wie TW zu seinem Ruhm kam: Durch fleißiges, beharrliches, belesenes Kärrnern auf den Äckern der Literatur,
Read More Die Story, die Miron Zownir für TW aus seiner unveröffentlichten Sammlung »Erste Liebe« ausgesucht hat, spielt Anfang der 60’er Jahre in der Gegend, aus der Thomas kommt, und hat einen zehn Jahre alten Protagonisten. High Noon Tommy hatte den ganzen Morgen verschlafen. Vom Fenster drang das dumpfe Gurren von Tauben. Sie klangen so deprimierend, dass er lange nicht aufstehen wollte. Mit seiner unerschütterlichen Beharrlichkeit ließ das trübe Morgenlicht, im Schlafzimmer alles so trostlos erscheinen. Es war der letzte Sommer bei seiner Oma und draußen schien wahrscheinlich die Sonne. Tommy
Read More (AM) Auf 450 Buchseiten kalkuliert war 2017 das Projekt »Leichenberg. Präposthumane Schriften. Herausgegeben von Claudia Denker. Mit ergänzenden Texten von Jochen Schmoldt (Chefredakteur PLÄRRER) und jan Christian Schmidt (Herausgeber kaliber.38) und Erläuterungen von Thomas Wörtche. Paperpack. Mit Glossar. 30,00 Euro« im CulturBooks Verlag. ”30 Jahre Nachdenken über Crime Fiction. Ein einmaliger Führer durch die Kriminalliteratur«, war der Teaser überschrieben. Der „Leichenberg“ war eine der allerersten, dienstältesten Kolumnen zur Crime Fiction in Deutschland, mutmaßlich 1987 begonnen und mit langem Atem geführt. Herausgeberin Claudia Denker rekonstruierte für den geplanten Band die Anfänge
Read More »Der Start von UT metro war fulminant. Auf einen Schlag tauchten im Frühjahr zwölf deutsche Erstausgabenam Krimihimmel auf, jedes Buch spielt an einem anderen Schauplatz: in Alaska, Hongkong, Bangkok, Oslo, Marseille, Westafrika, Kuba und Harlem, in England. Noch erstaunlicher als diese verlegerisch-logistische Leistung ist die Entdeckung unbekannte Autoren. Das Konzept, spannend von der Welt zu erzählen, bringt eine unverhoffte Vielfalt hervor: Beinahe in jedem Titel ist eine Besonderheit oder Innovation moderner Kriminalschriftstellerei zu entdecken. Der Unionsverlag hat seine ganze Erfahrung mit der Übersetzung wenig bekannter Literaturen aus der Zweiten und
Read More The making of metro … In memoriam Jac Flessenkemper Metro – die weltumspannende Krimi-Reihe, die gar keine Krimi-Reihe war, sondern aus 155 spannenden Romanen aus aller Welt bestand, und die ich ab 1998 erfunden und bis 2007 in Kooperation mit dem Zürcher Unionsverlag herausgegeben habe – dieses metro also war, so konnte man zum Beispiel lesen, »die beste Krimi-Reihe Europas«, hat ein bisschen den Krimi-Markt in Richtung »Global Crime« gedreht und ein wenig Trend gesetzt. Metro fuhr ein paar zigtausend Rezensionen mit einem Lob-zu-Verriss-Quotienten von 9&2 ein, gab eine Art Blaupause für
Read More »Mehr als ein Kriminalroman« »Kriminalromane« gehören in die Warengruppen 120 (Spannung), 121 (Krimis, Thriller, Spionage), 122 (Historische Kriminalromane) – buchhändlerisch gesehen. Und nicht in die Warengruppe 110 und folgende. Dort findet man »Erzählende Literatur« aller Art. So gesehen wären »Kriminalromane« und »Literatur« verschiedene Dinge. Aber pragmatische Abstraktionen sind noch lange keine literarischen oder ästhetischen Kategorien. Was auch niemand im Ernst behauptet. Aber was doch Verwirrung stiftet. Machen wir ein Experiment: Auf dem Umschlag, unter dem Titel Davenport 160×90 von Sybille Ruges Roman steht nicht, wie ursprünglich geplant und angekündigt, »Kriminalroman«,
Read More Politik und Verbrechen: Ein Interview mit Thomas Wörtche im WDR Veröffentlicht am 19. Oktober 2017 beim WDR Wie politisch ist die Kriminalliteratur? Wie sieht es in Deutschland aus? Was können Politkrimis – was sollen sie? Welche Antworten können Politthriller in postfaktischen Zeiten (nicht) liefern? Welche Rolle spielt die Migration? Und wie kommt´s, dass in Sachen Politik die Realität hierzulande derzeit so viel kreativer ist als die Fiktion? Ein Gespräch zum Stand der Dinge – von Ulrich Noller. Thomas Wörtche, geboren 1954, Publizist, Literaturwissenschaftler, Herausgeber, ist einer der versiertesten Krimikenner Deutschlands.
Read More Am Anfang stand ein Verdacht Man wird kaum gefragt, wann man angefangen hat, Bücher zu lesen. Man wird jedoch relativ oft gefragt, wie man zum Lesen von Kriminalromanen gekommen ist. Da steckt schon ein klein wenig Voyeurismus drin, so etwa: Wann hast Du Deine erste Zigarette, Deinen ersten Suff, Dein erstes…. Und so weiter. Und dann, werden sie meistens auch brav abgeliefert, die kriminalliterarischen Initiationserlebnisse: Unter der Bettdecke, heimlich, meine Eltern wollten das nicht…. Und natürlich Geständnisse, die menschlich sind, allzu menschlich. Je nach Generation „Drei Fragezeichen“, Edgar Wallace, Enyd
Read More Im Juli 2016 unterhielt sich die Logbuch-Redaktion von Suhrkamp im Rahmen ihrer Reihe „Durch die Bibliothek…“ mit Thomas Wörtche. Hier die Fragen und die Antworten … Nach welchem System ordnen Sie Ihre Bücher?In der Logistik würde man mein System vermutlich »chaotische Lagerhaltung« nennen, bei der nur der Computer weiß, wo das einzelne Teil steht. Der Computer ist in diesem Fall mein Kopf, der sich, auch für mich erstaunlich, meistens daran erinnert, wo ich ein bestimmtes Buch wann zuletzt gesehen habe. Natürlich gibt es eine basale Grobstruktur: Non-Fiction, Theorie, Fiction, die
Read More Zum literarischen Erbe einer stolzen Tradition Vorwort von Thomas Wörtche zu dem von ihm herausgegebenen Band ”Berlin Noir«, 2018 Berlin macht es dem Noir nicht leicht. Oder ganz leicht. Die Tradition ist beeindruckend, wirkmächtig und auch beängstigend. Alfred Döblin, Christopher Isherwood, manche Stücke von Bertolt Brecht, die »Morgue«-Gedichte von Gottfried Benn, »M« von Fritz Lang und viele andere Narrative aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, die allesamt einen tinge of noir haben, haben intellektuelle Maßstäbe gesetzt und literarisch-ästhetische Pflöcke eingerammt, an denen schwer vorbeizukommen ist. Möglicherweise hat deswegen nach dem Zweiten
Read More J.G. Ballard war mit bizarren experimentellen Romanen wie "Crash" und "The Drowned World" als fantasievoller Erneuerer der Science Fiction bekannt geworden. Doch das plumpe Schubladen-Klischee SF lehnte er ebenso ab wie dogmatische Ideologien oder oberlehrerhafte Bildungsbürger-Huberei. Ihm ging es um die grotesk-surrealistischen Aspekte einer entfremdeten Gesellschaft und deren brüchige Wertsysteme. Der 1930 in Shanghai geborene Ballard starb am 19. April in London. Ein Nachruf von Peter Münder.
Read More Finden Sie das fremde Tier im Gehege der Silben und gewinnen Sie einen Buchpreis!
Read More Gewonnen hat Anna-Christina Lanari aus Duisburg. Herzlichen Glückwunsch in den (renaturierten) Kohlenpott, wo die Vöglein offenbar ebenso fröhlich pfeifen wie zu Dichterszeiten im Kanton Zürich!
Read More Tanz in den Mai 1 bild / 100 worte In diesem Mai der Madison, 1965 gelehrt und vorgeführt vom Ehepaar Fern in der ARD-Fernsehshow „Gestatten Sie“, auf Wunsch von „vielen Mittänzern“ (und Mittänzerinnen, vermutlich). Der Madison, erklärt der Tanzlehrer in seiner TV-Einleitung, war der Vorläufer des „Hully Gully“ – Kick Seitenschließ kick kick Seitenschließ – von dem wir das Wort „Halligalli“ mit in unsere Welt genommen haben. 1965 grinst Herr Fern ermutigend. 1965 schaut Frau Fern freundlich-verlegen. 1964 ließ Godard in „Bande à Part“ Anna Karina mit zwei Kumpeln Madison
Read More Im Frühlingsrätsel wird gepfiffen, gepiept, getschilpt, gekrächzt und jubiliert. Finden Sie 37 Vogelarten, einen Vers, ein Gedicht, einen Dichter und schließlich dessen Geburtsort, für den Sie einen Buchpreis erhalten können.
Read More Gewonnen hat Gudrun Heine aus Verden! Herzlichen Glückwunsch in die Buchhandlung und viel Freude mit unserem vergriffenen Buch!
Read More HIDDEN WRITERS #1 1 bild / 100 worte Das Deutsche Patent- und Markenamt berichtet auf seiner Website zum Jubiläum der Mondlandung von Patenten, die’s möglich machten: zB für einen „Rocket apparatus“, von US-Raketenbauer Robert Goddard bereits 1913 angemeldet. Er galt als Phantast, so das Amt. Andere Patenthalter? Wernher von Braun, laut Amt ein Mann, der für seine Forschung „buchstäblich über Leichen“ ging“. Klare Worte! Und schon sind wir dem Amts-Link zu den Ladies hinter der Landung gefolgt: Katherine Johnson, Margaret Hamilton, Dorothy Vaughan, Mary Jackson, JoAnn Morgan, Nancy Roman… NICE…!
Read More Wie heißt der gesuchte Schriftsteller, von dem unser aphrodisischer Schönheitstipp stammt? Lösen Sie das Silbenrätsel und gewinnen Sie einen Buchpreis!
Read More Gewonnen hat Vanessa Bönninghoff aus Finnentrop. Herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Lesen!
Read More Telescopes are Time Machines 1 bild / 100 worte Für den ELT-Hauptspiegel (M1) produziert die Firma Schott in Mainz insgesamt 949 sechseckige, leicht gebogene Einzelteile im Durchmesser 150cm und schickt sie nach und nach nach Chile. (Quelle: Firmenwebsite.) Moment. Warum berichtet der britische Economist (dem Stella bisher geneigt war zu trauen) von nur 798 Einzelteilen??? (Rüde erwacht der Sinatra-Geist zur allfällig fragwürdigen Wahrheit zuverlässig geglaubter Quellen.) OK. Das Nachlesen ergibt: Beide haben recht! (Puh, bonne pioche.) Sa sa sa merke, was Jacques Derrida als Devise aufstellt: „Der Vorgriff auf die
Read More Nachtbild, spooky 1 bild / 100 worte Feuer und Förderer. Lärchen, orange-rot. Kleine Gespenster und große Themen. Die Wahrheit, zum Beispiel. Erklär mir die Relativität. Züge, die fahren (wenn sie denn fahren und nicht vor Hanau stehenbleiben (Weichenstörung) oder Fulda (Personalwechsel), anyway). Ablenkungen im Kleinen, passt schon. Bei der Ankunft war der Himmel schwarz, Sterne, etc., Halbmond… Jeder Atemzug eine neue Ladung Glückshormone: Champagnerluft nennt das Jo. Beim Abschied zerreißt es Dir das Herz, gehört dazu, genauso wie: Vögel, Zeltbau, Feuerstellen vor dem Haus und Postkartenansichten, surreal wie aus einer
Read More Finden Sie den Weg durch das Labyrinth und identifizieren Sie das Lösungswort! Es winkt ein Buchpreis.
Read More Den ausgelobten Buchpreis gewonnen hat Guido Nussbaum aus Basel. Herzlichen Glückwunsch in die Schweiz und viel Freude beim Lesen!
Read More Osiris/Rex 1 bild / 100 worte Jack Kerouac im Wald spürt die Leere und Aufmerksamkeit in allem; dann setzt er sich hin (wann?) und schreibt das Erlebte auf. (Words, words, words.) Wie lautet der Fachbegriff für die Angst, ein Buch fertigzulesen. Weil so prima. Does it even exist? Denis Johnson, der von seinem Knie im Hörsaal erzählt. Maggie Nelson & Übergänge. Wo bleibt die Physik. Eileen Myles? Fragt (nicht als erste): Was tun mit der ganzen Zeit, in der eine Person nicht dichtet. Antwort: Den ganzen Sommer verdaddelt mit Dingen,
Read More Beckmann & Lyrik 1 bild / 100 worte To enjoy / fireworks / you would have / to have lived / a different kind / of life. Von wem spricht die Lyrikerin, von sich, von Verwandten, ihrem palästinensischen Vater vielleicht? “He seemed a little shell-shocked when I was a child.” Die Mutter, Miriam, studierte als junge Frau bei Beckmann, Max, und Philip Guston in Washington; die Tochter, Naomi, dichtet. Neulich. Und gar nicht lange her, da tanzten am Zürcher Himmel die Chrysanthemen, die Päonien, die Bombetten für eine Menschenmasse, dicht
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