Geschrieben am 31. Dezember 2025 von für Allgemein, Highlights, Highlights 2025

Highlights 2025: Claudia Gehrke: Fesseln(nd) und Abenteuer

Arbeitsplatz 2025 © alle Fotos im Text: Claudia Gehrke

Fesseln und Abenteuer und Tod

In meinen letzten Highlight-Beiträgen erzählte ich nicht allein von den Büchern meines Jahrs, sondern berichtete von „Abenteuern“ auf der kleinen kanarischen Insel La Palma. (Ob das wen außer Alf Mayer und mich interessiert? – Oder nur etwas ist für meine „private Archivierungslust“, die ermöglicht wird in diesen von Alf Jahr für Jahr engagiert zusammengestellten und schön gestalteten Highlight-Rückblicken, danke!) – Siehe 2024: Eine große Freiheit, 2023: Mein Krimiberg, 2022: Aus der Lavasteinzeit, 2021: 18 Meter, 2020 hier, die Red.

Mir fällt die Serie von Enid Blyton ein, die ich als Mädchen verschlungen habe, darunter „Die Insel der Abenteuer“. Die Romane gibt es in Neuausgaben mit allen Originalillustrationen. Ich habe die „Insel …“ meiner Großnichte geschenkt (sie ist zehn geworden – eigentlich schon das das Alter für „Mädchenbücher“, in denen es um erste Lieben und zerbrechliche Freundschaften geht), neben einem modernen Buch auch mit Abenteuer und Freundschaft, und bin gespannt, was sie zum alten von Blyton sagt, wenn sie es überhaupt liest.

Sie neigt dazu, sich durch Bücher, die sie für die Schule lesen soll, schlecht gelaunt knapp vor Termin hindurchzuquälen und andere Bücher liegenzulassen – ich habe mal in eins hineingelesen und fand es langweilig, und immer der durchschimmernde pädagogische Zeigefinger. Ihrem sechsjährigen Bruder schenkte ich wieder ein Buch von Nadia Budde; er hat schon einige, diesmal ist es ein älteres „Und irgendwo gibt es den Zoo“, es könnte auch jedes andere sein. Er liebt die sich eines aus dem anderen entwickelnden Wörter und Zeilen, den Klang, der sich daraus ergibt, den absurden und trotzdem erhellenden Witz ihrer Gedichte und Zeichnungen. Er liest sie mir mit Begeisterung vor.

Meine Schwester las mir „Heidi“ vor („Heidis Lehr- und Wanderjahre“, eins der Klassiker-Kinderbücher unserer Mutter) von Johanna Spyri, das selbst zu lesen schaffte ich nie, ich las lieber „Spannungsromane“. Aus dem Bestand unserer Mutter zum Beispiel „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ von Selma Lagerlöf. Das Buch war in Fraktur gesetzt, die konnte ich gut lesen. Wir lernten neben der lateinischen Schrift sogar noch die frühere Schreibschrift Sütterlin, die ich schon lange vergessen habe und nicht mehr lesen kann. Irgendwann Anfang der 2000er besuchte mich der Schauspieler Hans-Peter Minetti (der Bruder von Bernhard Minetti) und überreichte mir ein mit Füller handgeschriebenes Manuskript. Es sei ein geheimnisvolles Tagebuch aus den 1950ern, auch ein Zeitdokument, sagte er, denn was darin geschildert werde, sei weiter verbreitet gewesen als ich angenommen hätte von den „prüden“ Fünfzigern. Geschrieben sei das von einer „guten Freundin“, die anonym bleiben müsse. Der Text handele vor allem von Fesselungen und Flagellation. Er könne sich das gut als Buch in unserem Verlag vorstellen.

Ich konnte kaum ein Wort entziffern, ließ es liegen, er fragte öfter nach, und schließlich gab ich es meiner Mutter, die es sich selbst laut vorlas und eine Mikrokassette mitlaufen ließ. Protagonistinnen sind eine Frau Carola und eine Frau John. Sehr detailliert wird jede Bewegung bei den Fesselungen etc. geschildert. Meine Mutter sprach ironische Kommentare in den Text, à la „Ist ja schlimmer als eine Nähmaschine einzufädeln“ oder „Das Ganze ist scheinbar eine Doktorarbeit über Fesselungen oder sowas“, doch die Kommentare wurden immer weniger, sie schien in den Sog geraten. Am Schluss fügte sie ein: „Ich würde diesen Text gerne als Buch herausgeben. Weil er von der Sprache her so wunderbar geschrieben ist …“.

Das handschriftliche Manuskript hat Hans-Peter Minetti meiner Erinnerung nach irgendwann wieder abgeholt; dass ich es mit der Post schickte, wollte er nicht, aber die Kassette existiert noch. Mir war es zu mühsam, sie abzuschreiben. Erst in „Mein heimliches Auge 23. Das Jahrbuch der Erotik XXIII“, 2008, im Jahr, als meine Mutter gestorben war, druckten wir unter „Anonyma“ einen Ausschnitt der Geschichte. Auch der Schauspieler Hans-Peter Minetti war bereits gestorben.

Doch über Kinderbücher und Sütterlin hatte ich gar nicht schreiben wollen in diesem Beitrag; das alles sprang mir in den Kopf, als das Wort „Abenteuer“ seinen Weg in den Text fand.

Die Tür zur „Zelle“ © Claudia Gehrke

Zurück zur Insel und den Büchern, die mich dieses Jahr gefesselt haben. Die winzige „Zelle“ habe ich Ende des Jahres verlassen, von der ich im letzten Beitrag berichtete und die zu einem Haus aus einem Buch gehört, ebenfalls im letzten Beitrag vorgestellt, ein halber Stall mit dicken Lavasteinmauern ohne Fenster, mit einer Tür mit Spalten, einem riesigen Schlüsselloch und einem kleinen Fenster, sodass auch bei geschlossener Tür davor sitzend das Blau zu sehen war, und bei geöffneter der unglaubliche Ausblick, den ich von meinem Arbeitsplatz aus unentwegt genoss, auf ein nahezu geometrisch geformtes Gelände, Grün, Lavasteinruinen, die sich durch die Landschaft schwingende Linie der alten Wasserleitung, auf der sich spazieren gehen ließ,  weiter unten auf wenige Häuser und eine kleine auch geschwungene Straße, dann das Meer in seinen vielen Blautönen, von denen es manche nur hier im Süden der Insel gab, die anderen Inseln ganz nah und klar oder fern oder im Dunst verschwunden (nur rechts im Blick weit unten sah ich ein etwas größere Gebäude, einen Stall für Schweine).

Der verlorene Blick aus der Zelle am Tag © Claudia Gehrke

Und die unfassbare, völlige Dunkelheit (es gab kein Licht an der Straße oder in den Häusern weiter unten) bei Wolken oder berauschender Sternenhimmel, wie ich ihn sonst nirgendwo sah – im Januar und Februar 2025 sah ich von dort den roten Mars, und in einer Reihe der Wölbung des Himmels folgend von Ost nach West Jupiter, Uranus, Neptun, Venus, und einmal auch ganz schwach den Saturn, oder bilde ich mir das ein, weil er eigentlich nicht mit bloßem Auge hätte erkennbar sein können? Es folgte noch der Merkur …  nach Neumond Richtung Westen mitten in der Reihe auch der kleine zunehmende Mond vor dunkelgrünem Himmel. Am Morgen der Mond ohne Planeten im Osten.

An einem frühen Morgen im Januar 25 – der kleine Mond von Las Caletas © Claudia Gehrke

Ich schrieb, davon angeregt, einen Beitrag für unser Konkursbuch 60 „Schönheit“ (was mir als Thema anfangs nicht nah war und auch nicht von mir mitherausgegeben wurde wie andere Ausgaben). Im Februar wohnte ich noch dort. Dann war ich das ganze Jahr über nicht auf der Insel. Eine Veranstaltung fand ohne mich statt. Knapp vor Abflug am 1. April hatte ich umgebucht auf Ende November. Zwischendrin ein Schritt für mich; es war mit etwas Abstand betrachtet ein ähnliches Gefühl wie das, als ich vor Jahren plötzlich realisierte: Ich bin nun mittendrin, bin im mittleren Lebensalter, bin nicht mehr „jung“ (ich hatte Rundungen bekommen, die es bis dahin nicht gab, alles an mir war weicher geworden).

Schönheit

So machte ich auch in diesem Jahr einen Schritt, und gehöre nun zu den „Älteren“ mit einem häufig dazugehörigen, anfangs war das äußerst unschön, „Herz-Problem“, es ließ mich immer wieder Tage bzw. Wochen in der Medizinischen Universitätsklinik verbringen – Herbstprogrammvorschau und ein Buch baute ich von dort und erkundete diese Klinik von innen, sie hat vom oberen Stockwerk aus einen Wahnsinnsblick über die schwäbische Landschaft bis auf die Alb, den ich nur einmal kurz aus dem Augenwinkel sah, als ich dort vorbeigeschoben wurde. In der Anfangszeit des Verlags hatte ich zum Lebensunterhalt in Kliniken Unterricht für schwerkranke Jugendliche gegeben und kenne die anderen Kliniken alle, diese war damals noch im Bau.

Der anfängliche Elan der Gastgeberin Eva Maria Bauer, mit der Idee, die noch unrenovierte Stallhälfte meiner „Zelle“ in ein Bad und kleines zweites Zimmer auszubauen, war erloschen; die beiden Frauen hatten in ihrem Leben genügend restauriert und oft in Baustellen gelebt. Ich verstehe gut, dass sie das nicht mehr möchte. Ohne Klo, immer hochlaufen müssen ins Haus von Eva, das ging natürlich nicht auf Dauer. Nun bin ich also auf La Palma nacheinander dreimal aus einem kleinen „Paradies“ ausgezogen, wovon das erste Mal das abenteuerlichste oder dramatischste war, der Vulkanausbruch. (Siehe dazu 18 Meter von 2021, d. Red.)

Die Geometrie auf der Alb © Claudia Gehrke

„Paradies“ gibt es nie für immer, das wissen alle. Doch vor meinen Augen taucht immer wieder neu die „Schönheit“ auf, beispielsweise vom Blick von meinen Arbeitsplätzen aus und auf Spaziergängen, mein einziger regelmäßiger „Sport“. Und ich kann für Momente vieles andere ausblenden: die wieder bedrückenden Ereignisse dieses Jahrs, die unfassbar vielen Toten in Gaza und nun die enorme Trümmerlandschaft, die nicht enden wollende russische Bombardierung der Ukraine, Trump, Merz – und auch den Alltagsstress im Verlag, das alles schwindet, wenn ich in solchen Anblicken untergehe.

Margarete (links) und Eva © Claudia Gehrke

Ende 2024 starb Margarete Leube. Sie hatte sich mit 87 Jahren und schwachem Herzen und Chaos in der Klinik dazu entschieden, nicht mehr alles zu versuchen, was die Medizin möglich macht, und so lebte sie noch intensive sieben Monate lang zusammen mit ihrer Partnerin und hatte einen „schönen“ Tod.

(Anders als viele Menschen. Eine andere Freundin, Hedda Wortmann, Übersetzerin und Ballettlehrerin, wurde nach einem Schlaganfall zuerst von einer ihrer Freundinnen, die sich um sie hatte kümmern wollen, zu sich mitgenommen – und dort eingesperrt, die Freundin hatte gleich begonnen, Dinge aus dem alten schön renovierten Lavasteinhaus zu verkaufen.

Hedda schaffte es aus eigener Kraft, sich daraus zu befreien, machte den Notariatsvertrag mit der Hausüberschreibung rückgängig, zog in ihr Haus zurück und lebte dort relativ selbstständig, betreut von einer Pflegekraft der Stadtverwaltung. Nach einem weiteren Schlaganfall musste ein Pflegeehepaar bei ihr einziehen, auch von der Stadt, bzw. Versicherung bezahlt – das gehört zur spanischen Krankenversicherung – Hedda war im Kopf voll da, konnte sich aber kaum noch artikulieren, sodass es vielen zu mühsam wurde, sie zu besuchen. Zum Schluss deponierte das Pflegehepaar, denen sie zwischenzeitlich ihr Haus überschrieben hatte, sie im 2. Stock und sperrte die Treppe ab – sie kam nie mehr heraus. All das machte sie als eine Frau, die ihr Leben lang in Bewegung war und mit Sprache gearbeitet hatte, unendlich traurig. Als sie starb, sagte das Ehepaar es niemandem, begrub sie schnell und richtete sich häuslich ein; dass sie tot war, bemerkten wir erst beim nächsten Besuch und wissen nicht einmal den Todestag.)

Ein „Logbuch“ der letzten Zeit mit Margarete feilte Eva literarisch und machte Interviews mit Menschen, die fürs Sterben zuhause wichtig sind; Tagebuch und Interviews zusammen wurden ein Buch: Eva Maria Bauer, „Tagebuch einer letzten Reise“, was im Herbst erschienen ist und das ich teilweise in der Klinik gestaltete: Nach einem Wüstensturm im Februar auf der Insel geht es los, oder einige Wochen später nach einer Zeit des Chaos im Krankenhaus, sollte Margarete eine neue Herzklappe bekommen oder erst den Darm operieren, ja oder nein, was zuerst? „Gute vier Wochen später waren wir am Ende –  du anders als ich. Ich durfte jetzt nicht schlappmachen, deshalb entschloss ich mich zu einer Art Logbuch dieser Reise, doch die Kapitänin bin nicht ich, sondern bist du.“ 

Dieses Buch ist eins der empfehlenswerten Highlights 2025, auch wenn es peinlicherweise aus meinem Verlag ist: ein „berührendes, eindringlich erzähltes Tagebuch und zugleich ein Wegweiser, der zeigt, was in der letzten Lebenszeit möglich ist. Ohne Selbstzensur, offen und liebevoll. Mit einem umfangreichen Anhang mit Gesprächen mit professionell Tätigen in der Palliativversorgung und in Hospiz- und Pflegediensten. Liebevoll und attraktiv gestaltet“, formulierte Freya Rickert (ekz, Einkaufsdienst für Bibliotheken, 2025/41).

Viele weitere Bücher packten mich. Eine Autorin möchte ich besonders hervorheben: die israelische Autorin Ayelet Gundar-Goshen. Als Erstes las ich, empfohlen von einer Buchhändlerin (ich habe immer Widerstände, einen „Spiegel-Bestseller“ zu kaufen), „Ungebetene Gäste“. Ein Unfall, der anfangs als Terrorakt wahrgenommen wird – so ergeht es den Menschen in einem Land wie Israel, alle stehen unter permanenter Spannung, dass ein Terrorakt passieren könnte. Der mutmaßliche Täter, ein arabischer Handwerker, wird sofort verhaftet. Auch als sich die Ursache aufklärt, wird der Mann weiterhin wie schuldig behandelt … und all das veränderte natürlich die Leben der Familie mit dem getöteten Jungen und der Familie des zuerst für schuldig befundenen Handwerkers, und ebenso das der kleinen Familie, von deren Balkon aus der Hammer des Handwerkers herunterflog und einen arabischen Jungen erschlug. Auch Flucht hilft nicht, die Vergangenheit reicht überall hin. Sehr spannend, sehr feinfühlig und bildhaft erzählt … ein wunderbares Buch.

Und nebenbei gibt es sich harmonisch entwickelnde „Stellen“: sexuelle Situationen, so gut in Worte gefasst wie ich es selten zu lesen bekomme, auch in ihrem Roman „Wo der Wolf lauert“ fand ich solche. Das in Worte zu fassen, nicht nur technisch oder angestrengt aufgesetzt oder nur mit dem Ziel, erregend zu wirken, gelingt wenigen – Ich kenne als Herausgeberin von „Mein heimliches Auge“ ja reichlich Schilderungen. Nach dem zuletzt erschienenen Spiegelbestseller folgten alle ihre Bücher, durch alle wurde ich mit zunehmender Begeisterung gesogen, zuletzt ihr Debüt: „Eine Nacht Markowitz“.

Anfangs las ich diesen Roman mit Widerständen, er klang mir zu „märchenhaft – zu entfernt. Was interessierte mich ein Mann mit riesigem Schnurrbart? Auch nicht die unscheinbare Figur Markowitz. Ich brauchte viel länger als bei anderen Büchern, bis ich es wieder derart gefesselt las, dass ich traurig war, als ich am Ende war – wegen der Handlung, aber auch, weil es nun nichts mehr von der Autorin gab, was ich weiter hätte lesen können. Der Roman spielt vor und zur Zeit der Staatsgründung Israels, mit Scheinheiraten werden Frauen aus Nazi-Deutschland gerettet, angekommen in Israel lassen sich die Paare wieder scheiden. Die Männer müssen kämpfen … Markowitz aber hat sich derart in seine Frau verliebt, dass er sie nicht gehen lässt. Die Frauen brauchten einen „Scheidebrief“ der Männer. Sie straft ihn mit Verachtung … alle Figuren wachsen beim Lesen ans Herz, auch Markowitz‘ Freund mit dem Schnurrbart und seine Liebste, der kämpferische Irgun-Vizechef und Markowitz selbst. Die Frauen bekommen beide ein Kind, von wem?  … andere Kinder kommen später hinzu. Und es wird tragisch. Kleine Gesten oder großspurige Erzählungen können in den Kindern was auslösen, das unabsehbare Folgen haben wird …  

Es sind nicht (nur) die „großen“ Ereignisse, die sich in Geschichtsbüchern nachlesen lassen, wie Krieg und seine traumatischen Folgen, die Lebensgeschichten schreiben, sondern viele „kleine“ Momente im Alltag, egal wo und in welcher Zeit er sich abspielt, aus denen sich die Geschichte entwickelt und aus denen sie ihre Spannungsbögen bezieht.  Diese Spannung aus der Nähe zum Alltag heraus findet sich auch wieder in Regina Nösslers neuem Roman (auch wenn man die Figur nicht unbedingt sympathisch findet) „Ein widerliches kleines Gefühl“ (klar, dass der mich begeistert hat als ihre Verlegerin).

Ein weiteres Highlight war für mich von Liz Moore, „Long Bright River“ (das ist auf Deutsch 2021 erschienen, ich las es aber erst in diesem Jahr). Ich habe einmal von einer Szene aus dem Buch geträumt, das passiert mir selten. Darin kam einer der düsteren Räume vor, in die Polizistin Mickey gerät, als sie nach ihrer verschwundenen Schwester sucht. Räume, in denen sich Drogenabhängige aufhalten.

Und ich las einen Berg Krimis, deren Inhalte ich schnell vergessen habe, keine Highlights, oder vielleicht manche davon doch, ich lese sie der Spannungskonstruktion wegen, sogenannte „Pageturner“ wie „Her last Summer“ von Emily Freud (Abenteuer in der Natur mag ich besonders), „She’s not sorry“ von Mary Kubica und „Der Lehrer“ von Freida Mc Fadden, als Nächstes auf dem Bücherberg, noch ungelesen, liegt hier Liann Zhang, „Belladonnas“, auch als „Pageturner“ beworben.

Und als Letztes möchte ich doch noch ein Buch aus dem Verlag erwähnen: Yoko Tawada, „Eine Affäre ohne Menschen.“ Aus der Sicht von Gegenständen erzählt die Autorin eine Geschichte über unsere ganz aktuelle Gegenwart, Gegenstände wie Kaffeetassen, die Gastherme, Espressomaschine und das Handy, auch Eisenstangen und Symbole und etwas aus der Natur wie ein Baumschatten – daraus entpuppt sich eine Geschichte um einen Menschen aus der rechten Szene herum und eine Frau aus einer ganz anderen Szene, die vegan lebt, und zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebe, und über Linke und vieles mehr. Gerade mit der ungewöhnlichen Perspektive und auch ungewöhnlicher Zeichensetzung, die das Lesen rhythmisch macht, ein fesselndes Leseabenteuer!

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Claudia Gehrke führt den kleinen, feinen Konkursbuchverlag. Themenschwerpunkte sind Frauen, Erotik und Kunst sowie allgemeine Literatur, inklusive Thriller, sowie die Reihe „Konkurbuch“ mit unterschiedlichen Themen. 2021 erlebte sie hautnah den Vulkanausbruch auf La Palma, der ihr Haus begrub. Sie schrieb darüber in unserem Jahresrückblick.

2025 erschien als XL-Band die Nummer 40 von „Mein heimliches Auge. Das Jahrbuch der Erotik“ sowie u.a. auch Band 60 der Konkursbuch-Anthologie, dieses Mal zum Thema „Schönheit“ – hier bei uns besprochen.

Aus dem 2024 erschienen Band 59 „Freiheit“ veröffentlichten wir folgende Beiträge:
Claudia Gehrke – Den Vögeln zuhören
Regina Nössler – Berlin-Tempelhof
Thomas Wörtche – Freiheit? Welche mein‘ ich denn?
Alf Mayer – Bundesfilmpreis ’83: Achternbusch und die Gesp
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