Hassaine: erzählerische Transparenz Lilia Hassaine: Tödliche Transparenz (Panorama, 2023). Aus dem Französischen von Anne Thomas. Lenos Verlag, Basel 2025. 250 Seiten, 26 Euro. Zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung bei Gallimard ist Lilia Hassaines Zukunftsthriller „Tödliche Transparenz“ vor kurzem in deutscher Sprache erschienen. Endlich. Denn Hassaines insgesamt dritter Roman ist nicht nur in erzählerischer Hinsicht eine Wucht, sondern kann auch mit Blick auf die dargestellte Geschichte überzeugen, indem er eine dystopische Welt Frankreichs Anno 2049 skizziert, die ins Abnormale und Absurde abdriftet, obwohl anfangs das Gegenteil angepeilt wurde. Also eine gesellschaftliche
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Der Jazz, die Stadt und die Drogen Jazztrompeter will Clyde Morton als junger Mann werden. Im September 1936 nimmt er seinen Trompetenkoffer und steigt in Meachum, Alabama, in den Zug nach New York City. Wo er gleich in den Stadtteil Harlem geht, ins „Zentrum des afro-amerikanischen Universums“. Beim Vorspielen im Club „Mr. O’s“ ist das Verdikt hart und direkt: Null Talent, bescheinigt ihm der Bandleader und Bassist Pork Chop Bradley. Doch der Musiker, der Clydes bester Freund werden soll, macht ihn mit „Mary Warner“ bekannt: Marihuana, „das Elixier der Kreativität“,
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Serienkiller in Hochglanz-Idylle „Die Frau des Serienkillers“, „Die Tochter des Serienkillers“, „Die Schwester des Serienkillers“,“– die Titel zeigen es schon: Nicht nur ist der Serienkiller zurück, dieses Mal bringt er Familienangehörige mit. Was hinter diesem Trend in der Kriminalliteratur steckt, hat sich Sonja Hartl angesehen. Der Serienkiller ist zurück. Klar, er war niemals wirklich weg, aber seit einigen Jahren beobachte ich, dass es immer mehr Serienkiller-Erzählungen gibt und sie kommen in anderem Gewand daher: Mit stärkerer Konzentration auf die Opfer beispielsweise, auch wird die Rolle der Polizei anders dargestellt. Dazu
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Bis die Postkutsche des Abgrunds eintrifft … Der gut durchdachte Unsinn der Ulrike Damm, aufs Ergötzlichste goutiert von Alf Mayer »Es gibt keine Erzählung über mich.«»Jeder Mensch hat so etwas.«»Klingt wie eine Krankheit. Welche Geschichte hätten Sie, wenn Sie nicht erblindet wären?«»Ein Suchender vielleicht. Und Sie, sind Sie die Analphabetin?« (Ulrike Damm, Die Poesie des Buchhalters, 2025) »Wir alle, die wir träumen und denken, sind Buchhalter und Hilfsbuchhalter in einem Stoffgeschäft in irgendeiner Unterstadt. Wir führen Buch und erleiden Verluste; wir ziehen die Summe und gehen vorüber; wir schließen die
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Das Archivieren dieser Tode wurde zu meiner Arbeit Patricia Evangelista: Some People Need Killin. Eine Geschichte der Morde in meinem Land. Aus dem philippinischen Englisch von Zoë Beck. CulturBooks, Hamburg 2025. Hardcover, Lesebändchen, 368 Seiten, 28 Euro. – Verlagsinformationen zum Buch hier. Textauszug mit freundlicher Genehmigung von Verlag und Autorin. Die Lesungstermine mit Patricia Evangelista auf ihrer Deutschlandtour hier: Zahlreiche Panels auf der Buchmesse Frankfurt, Mittwoch bis Sonntag. CulturBooks auf der Buchmesse: Halle 3.1 A126 sowie:Mittwoch, 15.10: 19:30–21:00 Uhr | Innenstadt Frankfurt, Buchhandlung VielSeitig & BüchergildeFreitag, 17.10.: 20:00 Uhr |
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Von Tech-Lords – Konquistadoren – Anarchos Hazel Rosenstrauch über Giuliano da Empoli „Die Stunde der Raubtiere. Macht und Gewalt der neuen Fürsten“ Schon lange kein so an- und aufregendes Buch gelesen. Vielleicht lassen sich diese beängstigenden Umdrehungen in Technik und Politik doch verstehen? Giuliano da Empoli war als Politikberater und Journalist an vielen der Orte, wo sich furchtbar wichtige Menschen begegnen. An den „Schaltzentren der autokratischen Macht“, ob in New York oder Riad, Chicago, Washington oder Paris (so einige der Überschriften) beobachtet er Milliardäre und Politiker, Zuhörer der Konferenzen oder
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Die Symbiose von Geschichtserzählung und Kriminalgeschichte Wolfgang Brylla: Der polnische und deutschsprachige Retro-Krimi. ‹Detektivische› Fallstudien. Band 23 der Reihe Andersheit – Fremdheit – Ungleichheit – Band 023, Erfahrungen von Disparatheit in der deutschsprachigen Literatur, hg. von Paweł Zimniak und Renata Dampc-Jarosz. Brill/ V & R unipress, Göttingen 2025. Hardcover, 352 Seiten, 60 Euro. Nicht jeder Geschichtskriminalroman lässt sich als Retro-Kriminalroman labeln, aber jeder Retro-Krimi ist als Variante und Subgenre des historischen bzw. historisierenden Kriminalromans zu betrachten, der spezifische Erzählmittel zurate zieht, um ein Vergangenheitsbild zu zeichnen, das sowohl auf einem bestimmten
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Ein umfassenderer Begriff von Kriminalliteratur Manuel Bauer: Kriminalliteratur. Geburt und Geschichte eines Genres. Schwabe Verlag, Basel 2025. Klappenbroschur. Band 1: Von Ödipus bis Sherlock Holmes, 270 Seiten, 24 Euro. Band 2: Vom Golden Age bis True Crime, 344 Seiten, 28 Euro. – Verlagsinformationen hier und hier. ** ** „Genres sind da in der Tat subversiv, sie verweigern sich konsistenter Theoriebildung.“ Dass Thomas Wörtche dieses fröhliche Verdikt in einer seiner Kolumnen für die „Polar Gazette“[1] formulierte, ist mehr als ein Jahrzehnt her. Und, schaut man sich in der Krimi-Szene um, noch
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