Paula Rodríguez‘ Roman „Dringliche Angelegenheiten“ – von der Realität eingeholt Ein zweiter Blick und einige Nachfragen bei der Autorin, von Alf Mayer Paula Rodríguez: Dringliche Angelegenheiten (Causas urgentes, 2020). Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Unionsverlag, Zürich 2023. 224 Seiten, 24 Euro. – Siehe auch die Besprechung von Sonja Hartl in unserer Novemberausgabe. Manchmal wird noch die wahnwitzigste Literatur von der Realität eingeholt. Ganz aktuell geschieht das gerade mit der Argentinierin Paula Rodríguez und ihrem Roman „Dringliche Angelegenheiten“, das ein ziemlich durchgeknalltes, dabei sympathisch menschliches Land zeigt. Das Buch ist
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Was Tote träumen Ulrike Schrimpf zu Andreas Pflügers Roman »Ich bin schon lang in diesem HausGebaut aus dem, was Tote träumen.« An einer Stelle seines aktuellen Romans Wie Sterben geht zitiert Andreas Pflüger, einer der führenden deutschsprachigen Erzähler, den Mythos Koras: Hades liebt sie so abgöttisch, dass er sie in Persephone umbenennt, in sein Schattenreich entführt und dort zur Totengöttin macht. Zeus aber, der das Leiden von Koras Mutter Demeter abmildern will, zwingt Hades dazu, Persephone immer im Sommer zurück an das Licht und in das Leben zu lassen. So wechselt Kora
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„Da ist noch so viel mehr“ Darf man Filme, deren zentrales Motiv Alkoholabhängigkeit ist, als eigenes Genre bezeichnen, ähnlich Kriminalfilmen oder Romantischen Komödien? Und wie soll diese Gattung heißen? Alkoholikerfilm, Unterkategorie Suchtdrama oder Trinkerkomödie? Wie auch immer, das Genre hat Konjunktur. Und es hat sich mit den Jahren verändert. Seit dem eindringlichen Klassiker „Das verlorene Wochenende“ (1945) von Billy Wilder hat Hollywood jede Menge solcher Filme hervorgebracht, die schon selbst wieder zu Klassikern geworden sind. Die Stuhlkreise der Anonymen Alkoholiker, ob in der Luxusklinik oder im Gefängnis sind mittlerweile ikonisch,
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Mein Freund Lucky, oder: Ich kannte mal einen Kerl, der … Georg Seeßlen: Lucky Luke. Fast alles über den (nicht gar so) einsamen Cowboy und seinen Wilden Westen. Kultur & Kritik 8, Verlag Bertz + Fischer, Berlin 2023. Paperback, Format 12,5 x 19,5 cm. 272 Seiten, 92 Fotos, 18 Euro. Textauszug: Vorwort von Georg Seeßlen Ich weiß nicht, was poetisch ist. Ist es ehrlich in Tat und Wort? Ist es ein richtiges Ding? (Die Magd Audrey in Wie es euch gefällt von William Shakespeare) I’m a poor lonesome Cowboy, far away from home. (Lucky
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Fieses Konzentrat Zu den im deutschsprachigen Raum sträflich übersehenen Autoren des Noir gehört Pascal Garnier (1949 – 2010), der in Frankreich und dem UK eine etablierte Größe war. „Der Beifahrer“ aus dem Jahr 1997, mit dem Wiener Septime Verlag eine Garnier-Edition startet, ist ein schönes Beispiel für seine prägnante und virtuose Erzählkunst. Fabien und Sylvie führen eine schal gewordene Ehe. Sylvie stirbt bei einem Autounfall. Ebenfalls tot im Wrack ihr Beifahrer, der auch ihr Lover war. Fabien ist mäßig erschüttert. Mehr interessiert ihn, dass dieser Beifahrer eine Witwe hinterlässt, Martine.
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Das Leben feiern, hundertprozentig Ein Interview von Ulrich Noller, nicht nur zum Roman „Eingeäschert“ Ulrich Noller: Voll ins Schwarze: Eine Verfolgungsjagd endet in einem offenen Grab. Muss man auch erstmal drauf kommen, oder? Doug Johnstone: Ehrlich gesagt hatte ich dieses Bild einer Verfolgungsjagd durch einen Friedhof schon lange im Kopf. Ich mochte einfach das Nebeneinander dieser scheinbar unvereinbaren Dinge: die Ruhe eines Friedhofs, die Feierlichkeit eines Trauerzugs und dann die verrückte Action eines Autos, das von der Polizei durch die ganze Szene gejagt wird. Als ich mit dem Schreiben angefangen
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Beckmann trägt – Eine neue Figur etabliert sich Alf Mayer über den zweiten Roman von Jochen Brunow „Einmal in ihrem Flussbett eingeschlossen, läuft die Geschichte Gefahr, darin zu versickern, wenn man nicht zulässt, dass sich ihre Zeit nach außen hin verlängert, dorthin, wo wir, die Protagonisten aller Geschichten, leben. Wo nichts abgeschlossen ist.“ (Michelangelo Antonioni; als Motto in „Die Chinesin“) Das hatte ich in meinen 45 Kritikerjahren so auch noch nicht: schon gleich wieder so viel Magnetismus, dass ich das neue, noch gar nicht erschienene Buch eines Autors unbedingt schnellstmöglich
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Heute ist mehr Lametta – „Versunkene Gräber“ meidet die Orte, an denen es angesiedelt ist Das Zweite hat meine festliche Vorweihnachtsstimmung – im Zeichen von Erdnussflips und schönem Pils – so gründlich vermiest. Nicht dass ich mich im Vorfeld auf die neueste Romanverfilmung von Elisabeth Herrmann mit Jay Jay Liefers als Rechtsanwalt Vernau übermäßig gefreut hätte, gespannt wie ein Flitzbogen war ich allerdings, wie das ZDF-Produktionsteam einen geheimnisvollen Flecken Erde zu inszenieren vermag, den ich aus dem Effeff kenne. Leider erwies sich die TV-Novemberfolge „Versunkene Gräber“ als rabiater Stimmungskiller mit
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