Geschrieben am 1. Dezember 2023 von für Crimemag, CrimeMag Dezember 2023, News

„One for the Road“: Andrea Noack über Trinker-Filme

„Da ist noch so viel mehr“

Darf man Filme, deren zentrales Motiv Alkoholabhängigkeit ist, als eigenes Genre bezeichnen, ähnlich Kriminalfilmen oder Romantischen Komödien? Und wie soll diese Gattung heißen? Alkoholikerfilm, Unterkategorie Suchtdrama oder Trinkerkomödie? Wie auch immer, das Genre hat Konjunktur. Und es hat sich mit den Jahren verändert.

Seit dem eindringlichen Klassiker „Das verlorene Wochenende“ (1945) von Billy Wilder hat Hollywood jede Menge solcher Filme hervorgebracht, die schon selbst wieder zu Klassikern geworden sind. Die Stuhlkreise der Anonymen Alkoholiker, ob in der Luxusklinik oder im Gefängnis sind mittlerweile ikonisch, erst recht, wenn alle Teilnehmer*innen Orange tragen. Das mag auch daran liegen, dass es in den USA praktisch kein anderes Programm zur Behandlung von Sucht als die „Zwölf Schritte“ der AA gibt. Alkoholabhängig? Dann bleibt dir leider nichts anderes übrig, als das komplette „Blaue Buch“ zu durchlaufen und jede Woche eine Gruppe der „Alcoholics Anonymous“, wie sie in den USA heißen, in einem zugigen Souterrain oder im Hinterzimmer einer Kirche zu besuchen. 

Wir lernten schon Auftragskiller, Folksänger und Piloten kennen, die ihren Alkoholkonsum nicht mehr unter Kontrolle hatten. In all diesen Filmen gibt es eine Story – Killer performt nicht mehr, alternder Star geht unter, während ein neuer geboren wird, Pilot rettet bei einer Notlandung mit waghalsigem Manöver sein Flugzeug und fast alle Passagiere –, und der Held dieser Story ist Alkoholiker. Die Sucht ist zwar das Thema, aber nicht die Story.

Mit der amerikanischen Variante von „Shameless – nicht ganz nüchtern“ zieht der White Trash der Chicagoer South Side in die Netflix-Glitzerwelt von „Suits“ und „The Crown“ ein: Frank Gallagher, ein notorisches Alkoholiker-Arschloch, säuft, lügt, betrügt, kotzt, fällt allabendlich ins Alkoholkoma, nutzt Frauen aus und bestiehlt seine sechs Kinder so lange von Neuem, dass man es kaum noch ertragen kann und gute Lust hat, diesen Typen ordentlich zu vermöbeln. Und dabei völlig vergisst, dass es der Alkohol ist, der Frank so fies macht, und nicht etwa sein schlechter Charakter. Wir sind der Sucht ein ganzes Stück näher gerückt, sie ist zum Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte geworden. Diese geht so lange weiter, wie der Held sich weigert, mit dem Trinken aufzuhören. Immerhin zehn Staffeln (2011 – 2021), denn wenn hartnäckige Trinker eins haben, ist es Durchhaltevermögen.

Die Sucht ist dabei klar in der Unterschicht verortet. Die alkoholabhängige Mutter des reichen Sprösslings vom Lake Shore Drive, der als Lover der ältesten Tochter per Zufall in dieser verrückten Konstellation gelandet ist, spielt nur am Rande eine Rolle. In allen Beschreibungen der Serie wird die Familie Gallagher als „dysfunktional“ bezeichnet, doch nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. Ganz im Gegenteil ist die Familie Gallagher das Einzige, was in dieser Serie überhaupt funktioniert – der Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn der sechs Gallagher-Kids sind überlebenswichtig im Kampf gegen den Endgegner Alkohol und die Verheerungen, die er bei ihrem Vater anrichtet.


Ein berühmter deutscher Fernsehfilm, der gerne in Reha-Einrichtungen für Alkoholabhängige gezeigt wurde und wird, ist „Rückfälle“ aus dem Jahr 1977 mit einem legendären Günter Lamprecht. Ein Film der Kategorie, der Furore macht und bei dem einem das Feierabendbier im Halse stecken bleibt. Was jedoch niemand davon abhält, sich ein solches am nächsten, übernächsten und jeden weiteren Tag des Jahres erneut zu genehmigen. Er handelt von einem ganz normalen Mann der Mittelschicht, der aus einer Entzugsbehandlung kommt und „draußen“ auf null Verständnis, geschweige denn Rücksichtnahme trifft, die Konsequenz nennt bereits der Titel. Zu jener Zeit hatte die Allgemeinheit keine Ahnung vom Thema Alkoholabhängigkeit, die AA-Gruppen gehörten noch lange nicht zum Allgemeinwissen.

Mit seiner Hauptrolle in „Der Trinker“ (1995) nach dem Roman von Hans Fallada soll Harald Juhnke seine eigene Alkoholabhängigkeit verarbeitet und dadurch erstmals erkannt haben, dass es sich um eine ernsthafte Erkrankung handele.

Beide Filme zeigen ihren Helden als bemitleidenswerte Kreatur, und man ist sich nicht ganz sicher, ob sie nicht doch ein ganz kleines bisschen selber schuld sind an ihrer Misere. Die Sucht wird in allen Details und ihren übelsten Auswirkungen seziert, nach den Ursachen wird weniger gefragt. Beide Filme zeigen, dass Alkoholabhängigkeit ekelhaft, tödlich und womöglich unvermeidlich ist. Doch immer noch sind es Andere, die davon betroffen sind.

Im Fernsehfilm „Wie ein Licht in der Nacht“ (2011) mit Christiane Hörbiger wird das Thema der grassierenden Altersabhängigkeit thematisiert, erstmals mit einer Frau als Protagonistin: Eine ehemals erfolgreiche Maklerin fällt in ein tiefes Loch, nachdem sie in Rente gegangen ist oder besser: gehen musste. Nicht nur im Film, sondern auch im wirklichen Leben ein Klassiker: Nachdem die Arbeit weggefallen ist, fehlt der Sinn im Leben. Der Griff zur Flasche ist die naheliegende Lösung, bis es nicht mehr weitergeht und ein Entzug angesagt ist. Wieder ist die Sucht dem alltäglichen Leben ein Stück näher gerückt. Der Film läuft derzeit in der ARD-Mediathek.

Wer wissen will, wie eine echte Alkoholikerbude aussieht, kann sich noch einmal „Gegen die Wand“ (2004) von Fatih Akin anschauen. Cahit, dessen manifeste Sucht nicht zu übersehen ist, aber auch keine Hauptrolle in der Geschichte spielt, richtet sich Abend für Abend mit Dosenbier zu bis ins Vollkoma. Erst als er merkt, dass er sich verliebt hat, räumt er die Dosen weg und versucht, mit weniger Alkohol klarzukommen. Dem Hauptdarsteller Birol Ünel ist das leider nicht gelungen. Er kämpfte vergeblich gegen seine Sucht, war zeitweise obdachlos und starb mit nur 59 Jahren.

In „Der Rausch“ von Thomas Vinterberg (2021) ist der Alkohol selbst zum Hero geworden – es geht darum, was Alkohol mit den Menschen und unserer Gesellschaft macht, und zwar am Beispiel der gebildeten Upper Class. Beklemmend realistisch bekommen wir vorgeführt, dass wir ohne Alkohol gar nicht mehr in der Lage sind, Gefühle zu empfinden und wahrhaftig miteinander zu sprechen. Alles langweilig ohne Rausch, Entfremdung allerorten. Wie wenig die Protagonisten ihr jeweiliges Verhältnis zu Alkohol reflektieren, ist erschütternd und spiegelt zu einhundert Prozent die traurige Realität wider.

Nun ist mit „One for the road“ (2023) ein neuer Alkoholikerfilm auf der Bildfläche erschienen. Hier sind wir noch näher dran an der Sucht. Nicht nur im deutschen Kinofilm markiert das einen Paradigmenwechsel: Die ganze Story dreht sich um Alkoholabhängigkeit selbst – wie sie sich zeigt, was sie für Hintergründe hat und wie sie verleugnet wird. Und zwar überall, inmitten unseres täglichen Lebens. Das Ganze so spannend, ehrlich, rührend und erfrischend unpeinlich, dass ich in den knapp zwei Stunden kein einziges Mal auf die Uhr geschaut habe.

„Einer für unterwegs“ ist einer dieser typischen Trinkersprüche aus der Kategorie „Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Pils“. Wer nun allerdings erwartet, im Verlauf der Geschichte mehr davon zu hören, wird enttäuscht. „One for the Road“ ist weder Neuauflage von „Hangover“ noch eine Verherrlichung der Fraktion Hoch die Tassen. Hier sind es weder herausragende Stars noch heruntergekommene Verlierer, die ihren Alkoholkonsum nicht mehr unter Kontrolle haben, sondern der Bauleiter Mark (Frederick Lau) und die Grundschullehrerin – gibt es etwas Seriöseres? – Helena (Nora Tschirner), beruflich erfolgreiche Menschen aus der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“. Weder sind sie wohnungslos noch haben sie Geldprobleme, auch verwahrlost wirken sie nicht, es sei denn nach mehrstündigen Trinkgelagen mit unbekanntem Promilleausgang. Nein, sie gehen jeden Morgen zur Arbeit, egal in welchem Zustand. Nur wenn es ganz arg geworden ist am Vorabend kommt man mal zu spät oder vergisst einen Termin.

Was zunächst so aussieht, als würde jeder trinken, ist dann doch nicht so. Die meisten gehen irgendwann nach Hause, nicht so Mark. Jeder außer ihm selbst erkennt, dass der Mann ein Alkoholproblem hat. Auch das ist völlig normal, man nennt es Verleugnung. Was den Amerikanern die Anonymen Alkoholiker, ist den Deutschen ihre MPU, die Medizinisch Psychologische Untersuchung, im Volksmund auch gern „Idiotentest“ genannt. Der Begriff fällt im Film kein einziges Mal. Man macht sich also nicht auf Buddy-Komödien-Niveau über das Thema lustig. 

Außer dem Schwarzwald, dem Schäferhund und „Draußen nur Kännchen“ gibt es wohl nichts deutscheres als die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung). Tatsächlich wird sie nur in Deutschland durchgeführt, während man in allen anderen Ländern hohe Strafen vorzieht und die Leute ihren Führerschein behalten, sprich: weiterhin alkoholisiert fahren lässt. Sich auf die MPU zu konzentrieren anstatt auf die Anonymen Alkoholiker, ist einer der Kniffe, die diesen Film so frisch und authentisch machen. Eine MPU wird dann angeordnet, wenn die Führerscheinstelle Zweifel an der Fahreignung einer Person hat. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Person wiederholt unter Alkohol gefahren ist oder mit mehr als 1,6 Promille am Steuer erwischt wird. Genau das passiert dem Bauleiter Mark. Die meisten fallen bei ihrer ersten MPU krachend durch, weil sie keinerlei Einsicht in ihr problematisches Trinkverhalten haben, sondern nur ihren Führerschein wiederhaben wollen. Doch so einfach geht das nicht. Man kann nicht eben mal schnell ein paar Mulitiple-Choice-Fragen auswendig lernen und zack, ist der Lappen wieder da. Das Zauberwort lautet Einsicht. Um den Weg zu dieser Einsicht zu ermöglichen und die Probanden auf die Prüfung vorzubereiten, gibt es spezielle Kurse, die in der Regel mindestens drei Monate dauern. Einen solchen Kurs besucht nun auch unser Bauleiter und lernt dort Helena kennen sowie ein Panoptikum der Trinkerszene vom Gärtner (sehr überzeugend als „Franky zwei Promille“: Henning Peker) bis zur älteren Dame, die ihren Promillewert für einen Messfehler hält (Eva Weißenborn). Leiter der Gruppe ist der von Godehard Giese famos gespielte Dr. Blau: „Ja, Sie dürfen jetzt schmunzeln.“

Aber wie bringt man ein so trockenes Thema filmisch unterhaltsam und doch mit Tiefgang rüber? Gute Story, gutes Drehbuch, witzige Dialoge, coole Locations und ein Casting voller Publikumslieblinge. Plus so etwas wie Authentizität und Situationskomik, ohne in Slapstick abzudriften. Dieses Rezept mit Gelinggarantie wandte das eingespielte Duo Oliver Ziegenbalg (Drehbuch) und Markus Goller (Regie) auch in diesem Fall an. Und es hat funktioniert. Dennoch verlangt das Thema ein paar Informationen, deren Sexyness sich in Grenzen hält, allen voran die Frage: „Wer ist eigentlich Alkoholiker*in?“ Diese Frage auch nur zu stellen, kommt unserer alkoholgeschwängerten Welt dem Weihwasser gleich, mit dem einst versucht wurde, den Teufel zu bannen. Bei Menschen mit einem Alkoholproblem hat diese Frage jedoch weder Angst noch Schrecken zur Folge sondern allenfalls Trotz und Ablehnung.

Man ahnt die Nöte des Drehbuchschreibers. 

„Wo bringen wir die drögen Infos unter?“ 
„In den Dialogen.“ 
„Oder an der Tafel.“

Dialoge gibt es dann auch reichlich, und sie sind vor allem eins: erst lustig, dann ernst. Wobei der Ernst eine gewisse Inkubationszeit hat. Je weiter die Geschichte voran schreitet, desto tiefer schürft die Erzählung. Und zwar gänzlich ohne den bösen Zeigefinger. Denn nichts ist den Menschen beim Thema Alkohol so zuwider wie der erhobene Zeigefinger, ja, sie hassen ihn sogar mehr als Krampfadern in der Speiseröhre oder eine schmerzhafte Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Doch hiervon sind wir in diesem Stadium weit entfernt. Liebevoll erklärt Dr. Blau an der Tafel, wie man den Promillegehalt im Blut ausrechnen kann. Der Gärtner steigt aus, weil sowas sonst der Chef macht, Bauleiter Mark, weil er verkatert ist, obwohl er eigentlich mit seinem Freund eine Wette laufen hatte, dass er nüchtern bleibt, bis er seinen Führerschein wieder hat. Leider Fail. Er schafft nicht mal vier Wochen.

Nach dieser ersten Niederlage versucht Mark, gemeinsam mit Helena nüchtern zu werden, und sie haben das wirklich ernsthaft vor. Echt jetzt. Nun werden wir Zeugen aller Phasen, die Mensch in so einem Fall durchlebt. Die gesunde Ernährung. Das Training. Tiefe Gespräche. Wobei auch hier die Dialoge sehr lässig genutzt werden, um die Hintergründe der Sucht zu entfalten. Die Jugend auf dem Dorf bei Mark, die Scheidung der Eltern und ihre darauf folgende Depression bei Helena. Die Euphorie am Anfang der Nüchternheit. Der Absturz, weil es mit dem Aufhören wieder nicht klappt. Die laute Musik. Das Tanzen. Das Grölen. Das Torkeln. Peinliche Auftritte im Restaurant. Allen ist es peinlich, nur den Betrunkenen nicht. Der Rauswurf. Lebensgefährlicher Quatsch auf der Baustelle. Das Durchwühlen der Wohnung nach einem Schluck Alkohol. Streit und sich anbrüllen. Die Weigerung der Besoffenen, nicht mehr mit dem Fahrrad zu fahren. Das alles so lange, bis es richtig knallt. Unfall. Krankenhaus. Das Alkoholproblem ist nicht mehr zu leugnen. Erst dann, nach einem krassen Weckruf, finden Mark und Helena jeweils ihren eigenen Weg heraus aus der Spirale. 

Nach einer gewissen Zeit der Nüchternheit und der Therapie geht dann der Vorhang auf. Wie durch ein Wunder lichtet sich der Nebel und Mark erkennt: „Da ist noch so viel mehr…“ Genau. Nämlich das echte Leben. Ohne Schwindel, ohne Selbstbetrug, ohne Kater. Einfach nur das bunte, pralle Leben voller Gefühle und echter Verbindung.

Schafft ein Unterhaltungsfilm also das, woran die Feigenblattkampagnen von Politik und Alkoholindustrie seit Jahren scheitern? Nämlich die „unterhaltsame Warnung vor Alkohol“, wie der NDR vermerkt? Es wäre sehr zu wünschen, denn Alkohol zerfrisst unsere Gesellschaft mehr als jede andere Droge. Mit „One for the Road“ ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Alkoholsucht offiziell als romantische Trinkerkomödie im deutschen Kinomainstream angekommen, die eine neue Ära im filmischen Umgang mit dem Thema Sucht markiert. Mit mehr Tiefgang als erwartet. Wir beginnen zu verstehen. Und die Einschläge rücken näher. Früher, da waren Alkoholiker noch die anderen: Killer, Stars, Verlierer. Jetzt sind es unsere Kolleg*innen und die Lehrer*innen unserer Kinder – im Grunde sind es wir alle. Cheers.

Übrigens: Frederick Lau alias Mark führte nach eigener Aussage früher selbst ein „Leben im Exzess“ und hat im Rahmen seiner Arbeit an diesem Film dem Alkohol komplett abgeschworen. Mehr darüber in einem ausführlichen Interview im Podcast „Hotel Matze“. Auch Bradley Cooper alias Jackson Maine in „A Star is Born“ ist nüchtern, seit er mit 27 Jahren seine Sucht hinter sich gelassen hat. Denzel Washington alias Whip Whitaker in „Flight“ hatte wohl auch schon seine Exzesse, trinkt aber noch aus einem anderen Grund keinen Alkohol mehr: Er ist angeblich überzeugter Christ.

Andrea Noack gründete die Plattform Soberland mit digitalen Selbsthilfegruppen, Coaching und Onlinekursen für Menschen, die mit dem Alkohol Schluss machen wollen. Ihr neues Buch heißt „Klares Wunder. Vierzehn Geheimnisse glücklicher Abstinenz“ und ist als PDF erhältlich bei soberland.net. Die gedruckte Ausgabe ist in Vorbereitung. Alles begann mit ihrem ersten Buch „Die Bestie schläft. Meine Alkoholsucht und wie ich sie überwand“, erschienen 2019 bei Blessing (hier bei uns von Alf Mayer besprochen). Ihr Text aus der Covid-Zeit „Die Welt im kalten Entzug“ bei uns hier.

Hier eine Galerie von Filmen zum Thema

„Das verlorene Wochenende“ (1945), Regie: Billy Wilder
Ein erfolgloser Schriftsteller (Ray Milland), der eigentlich nur seine Schreibblockade mit Hilfe des Alkohols überwinden wollte, verfällt zunehmend seiner Sucht bis zur berühmten Szene mit dem Delirium. Der Film endet jedoch mit einem Hoffnungsschimmer. Die autobiografische Romanvorlage mit dem Titel „Fünf Tage“ stammt von Charles R. Jackson.

„You Kill Me“ (2007), Regie: John Dahl
Der Auftragskiller Frank (Ben Kingsley) verpennt seinen Job, weil er sich ins Koma gesoffen hat. Daraufhin schickt der Boss ihn nach San Francisco zu gewöhnlicher Arbeit in ein Bestattungsinstitut, um mit Hilfe der Anonymen Alkoholiker seine Sucht zu überwinden. 

„Flight“ (2012), Regie: Robert Zemeckis
Durch ein waghalsiges Manöver rettet Flugkapitän Whitaker (Denzel Washington) nach einem Triebwerkschaden die meisten Passagiere. Er selbst wird bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert, beim Bluttest stellt sich heraus, dass er vor dem Flug jede Menge Alkohol und Kokain konsumiert haben muss.

„A Star is Born“ (2018), Regie: Bradley Cooper
Der alternde, alkohol- und drogenabhängige Countrystar Jackson Maine lernt auf seiner nächtlichen Suche nach etwas zu trinken die junge Sängerin Ally (Lady Gaga) kennen. Sie macht Karriere, er hat Rückfälle. Das Drama endet in der Katastrophe.

„Rückfälle“ (1977), Regie: Peter Beauvais
Nach einer Entziehungskur versucht Manfred Burger (Günter Lamprecht), sein Leben in den Griff zu bekommen. Doch seine Beziehung gestaltet sich schwierig, er verliert seinen Job und niemand hat Verständnis. Der Rückfall ist vorprogrammiert.

„Der Trinker“ (1995), Regie: Tom Toelle
Drehbuch: Ulrich Plenzdorf, Romanvorlage: Hans Fallada
Harald Juhnke in der Rolle seines Lebens. Der Lebensmittelgroßhändler Erwin Sommer und seine Frau Magda müssen in der Nachwendezeit einige Rückschläge verdauen. Erwin flüchtet sich in den Alkohol und stürzt vollkommen ab.

„Wie ein Licht in der Nacht“ (2010), Regie: Florian Baxmayer
Die erfolgreiche Maklerin Carla (Christiane Hörbiger) hat sich jahrzehntelang auf die Arbeit konzentriert und ihre persönlichen Beziehungen vernachlässigt. Im Ruhestand merkt sie, dass sie ganz allein ist, kommt damit überhaupt nicht klar und greift immer häufiger zum Champagnerglas.

Gegen die Wand (2004), Regie: Fatih Akin
Cahit (Birol Ünel) und Sibel (Sibel Kekilli) lernen sich in der Psychiatrie kennen, weil sie beide versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Ikonische Verfilmung eines Lebens mit Migrationshintergrund und viel Alkohol.

„One for the Road“ (2023), Regie: Markus Goller
Drehbuch: Oliver Ziegenbarg
Der Bauleiter Mark (Frederick Lau) und die Grundschullehrerin Helena (Nora Tschirner) lernen sich in einem Vorbereitungskurs für die MPU (Medizinisch Psychologische Untersuchung) kennen und versuchen, irgendwie mit dieser Situation und dem Alkohol fertig zu werden.