Geschrieben am 1. Juni 2024 von für Crimemag, CrimeMag Juni 2024

Bloody Chops – Kurzbesprechungen Juni 2024

Hanspeter Eggenberger (hpe), Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM) und Tobias Gohlis (TG) über:

John Brownlow: Eighteen
Christoffer Carlson: Wenn die Nacht endet
Gerald Kersh: Hirn und zehn Finger
Chang Kuo-Li: Die Kugeln des Bösen
Mike Nicol: Hitman
Gary Phillips: One-Shot Harry
Fred Vargas: Jenseits des Grabes

… more to come:
Nona Fernández: Twighlight Zone (Textauszug siehe hier nebenan in dieser Ausgabe)

Aller Finsternis zum Trotz

(JF) Als der englische Schriftsteller Gerald Kersh Ostern 1943 das Vorwort zu „Hirn und zehn Finger“ schreibt, steht Slowenien teils unter deutscher und teils unter italienischer Besatzung. Seit die königlich-jugoslawische Armee am 17. April 1941 kapitulierte, herrscht in dem okkupierten Land ein Terrorregime. Um den Widerstandswillen der Partisanen zu brechen, werden ganze Dörfer zerstört. Massendeportationen und Geiselerschießungen gehören zum Alltag.

Kershs Kurzroman, in dessen Mittelpunkt eine Gruppe von Widerständlern steht, ist also auf unmittelbare Wirkung bedachte Gegenwartsliteratur. Dass seine Helden, die nach einem gelungenen Überfall auf ein Munitionsdepot der italienischen Armee, einen reißenden Fluss überqueren müssen, dessen Brücke zerstört wurde, den unterschiedlichen Volksgruppen Jugoslawiens angehören, ist programmatisch. Denn nun, da es gegen die Faschisten geht, unter denen sie alle gelitten haben, sind „Slowenien, Kroatien und Serbien wie drei Stränge eines Seils“. Der das formuliert, ist ein Intellektueller, dem Gewalt in jeder Form zuwider ist. Doch die Umstände lassen ihm, wie auch seinen Gefährten, keine Wahl.

Es könnte zum Verzweifeln sein. Und doch liest sich dieses schmale Buch, das von allen möglichen Formen menschlicher Grausamkeit weiß, auch als Dokument der Hoffnung. Und die liegt im Zusammenhalt der Gruppe unter widrigsten Umständen. Wie ein Hirn und zehn Finger eben. Dass Kersh die Geschichte reihum aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen lässt, unterstützt diesen Eindruck. Ihm ist ein aller Finsternis zum Trotz zutiefst humaner Roman gelungen, der mehr als siebzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung unbedingt lesenswert ist. Gerade heute.  Auch wenn die Geschichte Jugoslawiens einen Verlauf genommen hat, den Gerald Kersh wohl nicht hat voraussehen wollen.

Gerald Kersh: Hirn und zehn Finger (Brain and Ten Fingers, 1943). Aus dem Englischen von Angelika Müller. Pulp Master, Berlin 2024. 126 Seiten, 12 Euro.

Auf keiner Karte zu finden

(TG) Sechs Jahre sind seit dem letzten Adamsberg vergangen. Die ewig junge Fred Vargas, auch schon über siebzig, war mehr mit ihrem gesellschaftspolitischen Engagement gegen die Klimakatastrophe beschäftigt als mit dem Roman-Schreiben. Und so weiß man nicht genau, ob die anfänglichen Längen von Jenseits des Grabes mangelndem Training zuzuschreiben sind oder einer generellen Tendenz zur Musealisierung Kommissar Adamsbergs, immerhin ist es sein zehnter Auftritt.

Der französische Titel „Sur la dalle“ ist Fachchinesisch (Fred Vargas ist Archäologin von Beruf) für den querliegenden Deckstein eines steinzeitlichen Dolmen. Auf einem solchen ruht sich Adamsberg aus, um Inspiration zu gewinnen, denn der Fall, mit dem er es zu tun hat, ist wie üblich verworren und bizarr. In Louviec,  das wie Krimibestenlisten-Jurymitglied Jochen Vogt bemerkt, auf „keiner Karte zu finden“ ist, werden Leute ermordet, die ein Ei zerdrückt in der Hand halten. Echte Opfer, vom dämonischen Serientäter erstochen, sind jedoch nur die, die auch von einem Floh gebissen wurden. So was bekommt nur Adamsberg heraus.

Verdächtig ist zunächst aber ein anderer. Er heißt nicht nur wie der Politiker und Literat Chateaubriand, der die französische Romantik stark beeinflusste, sondern sieht diesem Ururonkel auch noch wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich. Chateaubriand Zwei entpuppt sich als Seelenmensch und Tierliebhaber, allen Demütigungen zum Trotz, die er unter seinen Bretonen erleiden muss. Die berühmten „Mémoires d’outre-tombe“ des Ururonkels haben dem Lektorat die Idee für den deutschen Titel eingegeben, der zwar gut klingt, aber Adamsbergs vermutlich letzter Fall klingt nur in einem sehr metaphorischen Sinn von „Jenseits des Grabes“ herüber.

Fred Vargas: Jenseits des Grabes (Sur la dalle, 2023). Aus dem Französischen von Claufia Marquardt. Limes Verlag, München 2024. 526 Seiten, 26 Euro. – Tobias Gohlis ist Begründer und Sprecher der Krimibestenliste. Zu seinem Blog recoil, von dem dieser Text stammt, geht es hier.

Wer bläst Seventeen das Licht aus?

(hpe) „Wer sich im Genre des actionhaltigen Polit-Thrillers auskennt, wird vor Entzücken quietschen, wer nicht, kann sein Vergnügen an einer wie geölt laufenden Handlung haben – ein Action-Märchen vom Feinsten, ohne den Hauch ablenkender Innovation“, schrieb Thomas Wörtche vor einem Jahr hier über „Seventeen“, das furiose Romandebüt des britisch-kanadischen Drehbuchautors und Musikers John Brownlow. Einen substantiellen Kern habe das Buch nicht, doch damit vermeide Brownlow „die Falle, in die massenmedial designte Konsumprodukte (…) unweigerlich hineintappen, wenn sie ,menschliche Tiefe’ oder dergleichen simulieren wollen“. Im Nachfolger Eighteen, der über viele der Qualitäten des Vorgängers verfügt, ist dies dem Autor nicht ganz gelungen. Hier ist der Auftragskiller, der Seventeen genannt wird – er ist der siebzehnte in einer Jahrhunderte zurück reichenden Reihe der weltbesten Auftragskiller, die von Regierungen und Geheimdiensten für die ganz dreckigen Sachen eingesetzt werden –, nicht mehr im Auftrag finsterer Staatsmächte um die halbe Welt unterwegs, sondern in eigener Sache. Denn er muss nicht nur seine neunjährige Tochter retten, die unerwartet in seinem Leben aufgetaucht ist, sondern auch die Welt vor einer durchgeknallten religiösen Milliardärin bewahren. Und so kommt fast unvermeidlich „menschliche Tiefe“ ins Spiel. Und das kriegt auch ein Brownlow nicht kitschfrei über die Runden.

Dennoch bietet Eighteen, wie schon „Seventeen“, gute und intelligente Unterhaltung. Zuweilen brutal, reich an adrenalingeladener Action, aber auch mit schwarzem Humor. Brownlows Geschichten mögen bei flüchtiger Betrachtung etwas an die Romane von Lee Child erinnern, doch gegen Seventeen sieht Jack Reacher alt aus, sehr alt. Das liegt unter anderem auch daran, dass zum Lesevergnügen zahlreiche Reflexionen und allerlei Anmerkungen beitragen, die vom Helden auch dann, wenn sie bitterböse sind, eher flapsig rübergebracht werden. Zum Beispiel so: „Ich kenne eine Menge Verhörtechniken. Die Dinge, die Sie von Abu Ghraib gehört oder gesehen haben – stundenlanges Ausharren in unbequemen Körperhaltungen, Waterboarding, Stromschläge, Angriffe durch Hunde, Schlafentzug –, waren das harmlose Zeug. Die echten Hits sind in mittelalterlichen Kerkern erfunden worden, in den Verhörzentren der Nazis, in syrischen Gefängniszellen oder im Keller des Kreml.“

Und am Ende zeigt sich übrigens, wer Seventeens Licht ausbläst, um als Eighteen die Nachfolge von Seventeen anzutreten.

John Brownlow: Eighteen (Eighteen, 2023). Aus dem Englischen von Stefan Lux. Rowohlt Verlag, Hamburg 2024.427 Seiten, 14 Euro. – Auf seiner Website krimikritik.com bespricht Hanspeter Eggenberger regelmäßig Kriminalromane.

Der Schelm in Person

(TG) Mike Nicol, Jahrgang 1951, hat in seinen acht, alle von Mechthild – neuerdings Meredith – Barth übersetzten Kriminalromanen Typen geschaffen, die den unsicheren, abenteuerlichen, leicht paranoiden, aber ebenso leichtfertigen und heimatliebenden Seelenzustand Weißer Südafrikaner spiegeln. Nicols Figuren sind Hasardeure, immer mit einem Bein im Grab, Privatdetektive, die ihre im Genre übliche Unabhängigkeit gegenüber allen staatlichen Institutionen bewahren, welcher Hautfarbe und Kultur auch immer sie sein mögen.
Mit dem Paar Fish Pescado („Fisch“ englisch und portugiesisch) und Vicki Kahn hat er zwei Figuren geschaffen, die in ihrer Leichtigkeit, Unverfrorenheit, aber auch Gelassenheit moderne Ausgaben des Picaros repräsentieren. Das Irrationale, Menschliche, den Schelm in Person.

Hitman, scheint, vom Ende her, das nicht verraten wird, betrachtet, der fünfte und letzte Teil der Kapstadt-Serie zu sein. „Geheimdienste, deren Einsätze ohne Kontrolle von außen erfolgen, verbocken es letztlich alle ausnahmslos.“ Ein Motto von Stephen Gray, das Chaos, das Nicol entfesselt, präzise zusammenfasst. Die geheimnisvolle Agentin „Stimme“ scheint von ihren freidrehenden Auftraggebern in der Spitze der Regierung abgekoppelt und auf Bereinigungsfeldzug. Ehemalige Geheimdienstkiller werden erneut zum Morden geschickt, andere morden, um ihre Vergangenheit, die irgendwie mit dem Tod Olof Palmes verknüpft ist, zu schützen. In diesem Tohuwabohu der Gewalt versuchen Surfer, Dealer und Gelegenheitsdetektiv Fish und seine schwangere Freundin Vicki, zwischen Gangsterbanden und Geheimagenten am Leben zu bleiben und dabei den Kopf oben zu behalten.

Mike Nicol schreibt trickreiche, moderne Versionen des pikaresken Romans – hoffentlich war „Hitman“ nicht sein letzter.

Mike Nicol: Hitman (Hammerman. A Walking Shadow, 2023). Aus dem Englischen von Meredith Barth. Verlag btb, München 2024. Broschur, 480 Seiten, 14 Euro. – Tobias Gohlis ist Begründer und Sprecher der Krimibestenliste. Zu seinem Blog recoil, von dem dieser Text stammt, geht es hier.

Autor zu entdecken

(JF) Am 26. Mai 1963 versammeln sich fast 40.000 Menschen im Baseball Stadion Wrigley Field in Los Angeles, um Martin Luther King sprechen zu hören. Unter ihnen ist auch Harry Ingram mit seiner Kamera. Der Korea-Veteran hofft, exklusive Bilder des charismatischen Bürgerrechtlers und seiner Unterstützer schießen zu können. Denn bislang ist es ihm noch nicht gelungen, sich als Pressefotograf so zu etablieren, dass er auf seinen Nebenjob als Kurier für juristische Schriftstücke verzichten könnte.

Aber bis zur „Los Angeles Freedom Rally“ ist es zu Beginn des historischen Kriminalromans One-Shot Harry noch ein paar Wochen hin und Harry Ingram ahnt nicht, dass ihm eine ziemlich turbulente Zeit bevorsteht, in der er sein bislang verborgenes Talent als hartgesottener Ermittler unter Beweis stellen muss. Körpereinsatz und Schusssicherheit inklusive. Denn als er herausfinden will, wer verantwortlich für den scheinbaren Unfalltod eines Kriegskameraden ist, kommt er einigen mächtigen, bestens vernetzten Herren in die Quere. Und das ist für einen Schwarzen Amateurschnüffler in einer von alltäglichem Rassismus geprägten Gesellschaft eine hochriskante Herausforderung.

Erfunden hat den Überlebenskünstler der 1955 geborene afroamerikanische Schriftsteller und Aktivist Gary Phillips. „One-Shot Harry“ ist der erste seiner zahlreichen Romane, der ins Deutsche übersetzt wurde. Die fiktive Handlung spielt sich vor einem ebenso engagiert wie akkurat gezeichneten historischen Hintergrund ab. Eine große Rolle spielt die Kampagne des ehemaligen Polizisten und Anwalts Tom Bradley, der tatsächlich 1963 als erster Schwarzer in den Stadtrat und zehn Jahre später zum Bürgermeister gewählt wurde. Als traditionsbewusster Autor gestaltet Phillips seinen Plot genrekonform komplex und verzichtet auf eine restlose Aufklärung. Dass dabei unser Sinn für poetische Gerechtigkeit strapaziert wird, ist nur folgerichtig. Zumal der zweite Band der Reihe, „Ash Dark as Night“, bereits vorliegt und der Übersetzung harrt. – Siehe in dieser Ausgabe nebenan auch das Gespräch, das die Schriftstellerin Chris Harding Thornton mit Gary Phillips geführt hat, d. Red.

Gary Phillips: One-Shot Harry (One-Shot Harry, 2022). Aus dem Amerikanischen von Karen Gerwig. Polar Verlag, Stuttgart 2024. 312 Seiten, 26 Euro.

Existiert denn keine Grenze?

(TG) Die Erzählkunst des trotz bereits sechs veröffentlichter Kriminalromane noch immer recht jungen schwedischen Kriminologen und Autors Christoffer Carlsson (*1986 in Halmstadt) ist verblüffend.
Wie Faulkner tanzt er zwischen Familienabgründen und Zeiten. Seine Behandlung von Verbrechen ist trotz gelieferter Auflösung antidetektivisch: Zufälle und unergründliche psychische Dispositionen spielen bei ihrem Zustandekommen eine derart große Rolle, dass sie nur durch Zufälle aufgeklärt werden können. Polizisten, hier, wie immer in den bisher drei Halland-Romanen Carlssons, der bodenständige Vidar Jörgensson, sind beschränkt auf die Rolle von Katalysatoren in einem weitaus größeren Geschehen.

Unsicherheit, Ungewissheit sind in Wenn die Nacht endet zentral: Wird die Gesellschaft den Jahrtausendwechsel 2000 ohne Zusammenbruch überstehen? Ein Erdrutsch, ausgelöst durch Quickton, lässt nicht nur den Tatort, sondern größere Teile des Dorfes Skavböke verschwinden. Wie steht es um die Beziehungen zwischen Mikael, der ermordet wurde, und den beiden Busenfreunden Killian und Sander zur umschwärmten Felicia?
Und was passiert, wenn die Toten noch weiterleben? Zu letzter Frage wurde Carlsson durch ein Gedicht der großen schwedischen (Kriminal-) Schriftstellerin Kerstin Ekman inspiriert, in dem es heißt: „Existiert keine Grenze zwischen den Lebenden und den Toten?“ Es dient diesem, großen, wundersamen Kriminalroman als Motto.

Christoffer Carlson: Wenn die Nacht endet (Levande och döda, 2023). Aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann. Kindler Verlag/ Rowohlt, Hamburg 2024. 564 Seiten, Hardcover, 24 Euro. – Tobias Gohlis ist Begründer und Sprecher der Krimibestenliste. Zu seinem Blog recoil, von dem dieser Text stammt, geht es hier.

Ein satirischer Politthriller aus Taiwan

(hpe) Es sind noch sieben Tage bis zur Wahl. Der amtierende Präsident von Taiwan liegt in den Umfragen 11 Prozentpunkte hinter seinem Herausforderer. Dabei gibt er im Wahlkampf alles. Hsu ist ein Mann, „der keine Hand sehen konnte, ohne sie zu schütteln“. Abgesehen von einem Tennisarm durch das viele Händeschütteln ist ihm in all den Jahren der Volksnähe nie etwas passiert. Doch jetzt wird er angeschossen. Die Streifwunde am Bauch kann mit ein paar Stichen genäht werden, und schon ist er wieder im Wahlkampf. Das Schusswaffenattentat lässt seine Werte in die Höhe schnellen.

Alexander Li, ehemaliger Scharfschütze der Armee, inzwischen von der Polizei gesucht, wurde mit einer fingierten Textnachricht an den Tatort gelockt und wird Augenzeuge des Vorfalls. Er vermutet, dass bei diesem Attentat etwas faul ist und er als Sündenbock dienen soll. Zusammen mit dem befreundeten Wu, frühpensionierter Kommissar und heute Versicherungsinspektor, geht er der dubiosen Sache nach.

Alex Li und Wu waren vor zwei Jahren die Protagonisten im rasanten Action-Polit-Thriller „Der grillende Killer“. Jetzt lässt der taiwanische Autor Chang Kuo-Li das unterschiedliche Duo in Die Kugeln des Bösen in einem zweiten Fall auftreten. Der Roman basiert auf dem ungeklärten Attentat auf den früheren taiwanischen Präsidenten Chen Shui-Bian im Jahr 2004. Der Anschlag am Tag vor der Wahl, bei dem er am Bauch verletzt wurde sicherte ihm die Wiederwahl; später wurde der wegen Korruption abgesetzte Politiker beschuldigt, das Attentat selbst inszeniert zu haben.

Changs Plot ist recht komplex, aber gewürzt mit viel Ironie und schwarzem Humor. Es treten mehrere Scharfschützen auf, die für Action sorgen. Chang Kuo-Li – der ehemalige Journalist ist auch Linguist, Historiker, Militärexperte und Foodkritiker – lässt Fachwissen aus verschiedenen Bereichen einfließen. Etwa zu unterschiedlichen Bedeutungen von Schriftzeichen im Chinesischen und im Japanischen, zu historischen Begebenheiten in China und Japan, zu Ausbildung und Aufgaben von Scharfschützen der Armee und immer wieder zur chinesischen Küche. Das gibt diesem Buch etwas mehr Tiefe als der Vorgänger hatte, ist oft bereichernd, manchmal erhellend, mitunter aber auch etwas langfädig und den Schwung der Geschichte bremsend. Am besten ist der Roman, wenn er zeigt, wie Politiker und ihr Umfeld funktionieren – und dabei zu einer bissigen Politsatire wird.

PS: Wie schon „Der grillende Killer“ wurde auch „Die Kugeln des Bösen“ nicht aus dem chinesischen Original, sondern aus der englischen Übersetzung ins Deutsche übertragen.

Chang Kuo-Li: Die Kugeln des Bösen (第三顆子彈; englisch: The Third Bullet, 2024). Aus dem Englischen von Alice Jakubeit (nach der englischsprachigen Übersetzung von Roddy Flagg). Droemer, München 2024. 368 Seiten, 16,99 Euro. – Auf seiner Website krimikritik.com bespricht Hanspeter Eggenberger regelmäßig Kriminalromane.

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