All posts by Gerhard Beckmann

„Useful to you all your life“ Das an Titelmenge und Umsatz größte moderne belletristische Genre wird seit fast hundert Jahren fälschlich als  minderwertige Konsum- und Massenware verschrien. Eine qualitative Neubewertung ist überfällig. Der Brite Martin Edwards leistet sie mit einer aufklärend substantiellen Gesamtdarstellung des Kriminalromans. – Der ehemalige Verleger Gerhard Beckmann blickt auf eigene Lektüren zurück und auf eine kleine Geschichte der Schmähungen, Untertitel: Warum mir mit vierzehn Jahren empfohlen wurde, auf Englisch Agatha Christie zu lesen, und warum ihr Detektivroman „Who Killed Roger Ackroyd“ zu einem bedeutenden, lehrreichen Skandalstück derRead More
Diane Seuss: Frank: Sonette (frank: sonnets, 2021). Zweisprachige Ausgabe. Englisch/ Deutsch, aus dem amerikanischen Englisch von Franz Hofner. MaroVerlag, Augsburg 2023. 280 Seiten, Klappenbroschur, 28 Euro. Eine Frau wird zum „Jedermann“ unserer Zeit: Diane Seuss, in den dramatischen Sonetten ihrer großen Autobiographie  “Was ich im Sonett einzubringen hoffe, ist die Perspektive der armen werktätigen Bevölkerung auf dem Lande … Emily Dickinson hat ihre Gedichthefte während des amerikanischen Bürgerkriegs geschrieben; man kann ihr ganzes Lebenswerk vom Krieg her verstehen. Ich habe „Frank: Sonette“ im Kontext der Ära Trump und der Hölle geschrieben, dieRead More
„Ende der Demokratie“? – Neubeginn unserer Demokratie Feststellungen über die Angst bundesdeutscher Politiker vor dem „Volk “  Beobachtungen Görlitz September 2022 – Juni 2023 Für gut dreißig Jahre meines Lebens bin ich in Bayern daheim gewesen. Seit September letzten Jahres wohne ich an der Neiße, in Görlitz. Freunde hatten mich vor meinem Umzug nach Sachsen gewarnt. Wegen der häufigen gewaltsamen Umtriebe dortiger Neo-Nazis. Wegen der Gefahren für die Demokratie durch die rechtsextreme AfD, die sich im Leben von Kommunen, Landkreisen und auf Landesebene politisch einnisten könnte. Wegen der Ossis mit ihrerRead More

Posted On Februar 1, 2023By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag Februar 2023

Gerhard Beckmann: Pasolini, neu gesehen

Eine neuartige Deutung Pasolinis als Kulturvisionär                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  „Mir scheint, dass die Vergangenheit im Hinblick auf die Gegenwart die einzige wirkliche Widerstandskraft ist.“ – Pier Paolo Pasolini in einem  Interview mit Gideon Bachmann 1972                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Es ist ein überraschendes persönliches Bekenntnis. Noch erstaunlicher ist, dass es von einem prominenten deutschen Kulturmenschen und Mann des Theaters kommt. Moritz Rinke hat es  abgelegt: „Es sind die  besonderen Spieler und ihre Bewegungen“ auf dem Fußballfeld, „die einen für ein ganzes Leben prägen können.“ Und es erregt überdies Aufsehen, dass Moritz  Rinke es in einem Vorwort zu dem Pasolini-Buch Valerio CurciosRead More

Posted On Dezember 31, 2022By Gerhard BeckmannIn Highlights, Highlights 2022

Ulrich Baron, Gerhard Beckmann

Ulrich Baron In einem anderen Winter, im Kriegsjahr 1940, entwarf Walter Benjamin sein Bild vom Engel der Geschichte: „Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.“ Betrachtet man heute die Trümmerhaufen in der Ukraine, besonders in Kiew, so weckt das Erinnerungen an Michail Bulgakow und seinen Roman „Die weiße Garde“, dessen Handlung 1918 in dieser vielfach umkämpften Stadt anhebt und dessen Bühnenfassung „Die TageRead More

Posted On Dezember 1, 2022By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2022

Beckmann: Bankrott des Effektiven Altruismus

Denken und Handeln in der konkreten Verantwortung von Vergangenheit und  Gegenwart vor der Zukunft   „Respondeo etsi mutabor“ (Leitspruch meines Mentors, des Historikers, Soziologen und Sprachphilosophen Eugen Rosenstock-Huessy)                    Für Kuno Lorenz, meinen Lehrer und Freund, den Mitbegründer der dialogischen Logik       Das nun auslaufende Jahr 2022 wird mit einer weiteren „Zeitenwende“ enden. Sie tritt, auch wenn es allgemein noch kaum bewusst geworden zu sein scheint, inzwischen immer klarer und konkreter ins Blickfeld. Was sie bedeutet, welche Folgen und praktischen Konsequenzen sich daraus für uns ergeben, wird endlich offen zur Diskussion gebracht werden müssen.Read More
Insiderberichte zur grotesk hohen Remissionsquote von Amazon Sie sehen es Tag für Tag am frühen Morgen, seit mehr als einem halben Jahr sehen sie es, Verleger, Vertriebsleiter und wer sonst noch Zugang zu den Zahlen hat. Und was sie sehen, treibt ihnen den Schweiß aus den Poren, Tag für Tag: Die Remissionszahlen explodieren. Vergangenen Monat hat einer von ihnen aufgeschrien, einer, der nicht dauernd in die Öffentlichkeit drängt, sondern nur dann, wenn es wichtig ist. Dass Herbert Ohrlinger ein realistischer Blick auf die Szene eigen ist, steht außer Frage, leitetRead More
Bundesweit Wellen geschlagen hat der Alarmruf des Branchenkenners Gerhard Beckmann, den wir im August außer der Reihe veröffentlich haben: Wie Amazon Verlage an den Rand des Ruins treibt. Jetzt legt Beckmann nach. Noch härter.Noch präziser.Noch alarmierender. Der Text erscheint bei uns Anfang nächster Woche. Schauen Sie wieder vorbei.Read More
Eine „noch nie da gewesene große Krise der Buchbranche“  – wegen Amazon Wie der Online-Gigant aus Seattle mit einem skandalösen Missbrauch des Remissionsrechts deutsche Verlage an den Rand des Ruins treibt. Und warum der Börsenverein des deutschen Buchhandels sich unbedingt gegen eine Mitgliedschaft von Amazon entscheiden muss. – Von Gerhard Beckmann. Hat irgendein Buchhändler, haben irgendwelche Buchhändlerinnen schon mal den Versuch unternommen, die „Bestseller“ zu zählen, die ihnen die Verlage Saison für Saison anpreisen? Die „Bestseller“ von Autorinnen und Autoren, deren Namen nicht einmal der Wind kennt? Aus irgendwelchen anderen Buchmärkten,Read More
Eine ganze Branche spielt Blindekuh Notwendige Einwürfe zur Praxis in der Buchbranche – von Gerhard Beckmann Auch wenn in der Buchbranche noch keiner damit zu rechnen scheint oder laut davon spricht: Es geht nicht  mehr anders. Bei den Ladenpreisen für Bücher müsste sich, dürfte sich – und wird sich im Laufe der kommenden Monate bestimmt auch – ein gewaltiger Sprung nach oben ereignen.  Es gibt in der freien Markwirtschaft unserer Bundesrepublik bekanntlich eine weltweit einzigartige, in Details singuläre Ausnahme: Bei Büchern werden hier zu Lande die Ladenpreise vom Hersteller, also vonRead More
To call a spade a spade – Die Dinge beim Namen nennen Kritischer Blick auf den Buchmarkt: Gerhard Beckmanns langer wechselreicher Weg durch die Strukturkrise der Verlagswelt – und die Gründe eines persönlichen Neu-Anfangs mit der „BuchMarkt“-Kolumne „Beckmanns Meinung“  Ich glaubte, für meine Arbeit als Verlagsleiter von Zsolnay in Wien endlich so viel vom Gewerbe rundum verstehen und auch konkret zu können gelernt zu haben, wie erforderlich wäre, um dauerhaft einen sicheren Kurs einschlagen zu können. So dachte ich 1987. Ich war zweisprachig aufgewachsen und habe – auch mit dem Glück eines ForschungsstudiumsRead More
Ohne die unabhängigen inhabergeführten Buchhandlungen geht gar nichts  Ein Fazit für die Zukunft des Lesen nach Corona  – von Gerhard Beckmann Der britische Neurologie Dr. David Lewis – Gründer und Leiter des unabhängigen Forschungsinstituts MindLab, das der University of Sussex angeschlossen ist, wo er lehrt – hat eine bedeutsame  wissenschaftliche Entdeckung gemacht. Eine für uns allgemein äußerst angenehme Entdeckung, denn es kann keine angenehmere Therapie gegen die Belastungen dieser Tage als die Arznei, der er eine hohe Wirksamkeit attestiert. Und unseren Buchhändlerinnen und Buchhändlern muss sie Mut machen. Seine Studie hat nämlich ergeben, dassRead More
Ein Neubeginn der deutschen Gegenwartsliteratur Es ist für uns heute schon gar nicht mehr vorstellbar: Bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts, vor drei Jahrzehnten noch, hatten wir keinen Begriff für das seelische Leid, keine besondere Wahrnehmung der Verstörungen von Opfern der Verwerfungen in Natur, Gesellschaft und Politik, Unterdrückung und Vertreibung, von sexueller Gewalt und Misshandlungen. Inzwischen werden sie allesamt als ein besonderes Phänomen des Leids verstanden, werden sie als traumatisch gekennzeichnet, „hat man endlich anerkannt, dass Ereignisse wie Krieg, Verfolgung und Naturkatastrophen – selbst bei physischer Unversehrtheit – schwerwiegende psychischeRead More
Im „Branchenmonitor“ kommen die unabhängigen Buchhandlungen mit ihren Zahlen kaum vor Ausgerechnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels übergeht in seinen Statistiken die Umsätze der unabhängigen Buchhandlungen – eine Recherche von Gerhard Beckmann. Die einflussreiche, offizielle Statistik zu den Umsätzen des Buchgewerbes kommt vom eigenen Verband, also vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt. Und damit ist jetzt gerade der Börsenverein in Misskredit geraten. Das unabhängige Online-Magazin „Langendorfs Dienst“ in Krefeld – ein analytisch nüchternes Nachrichtenorgan – hat die Statistik, die der Verband monatlich in seinem „Branchenmonitor“ herausgibt, als Popanz aufRead More

Posted On Dezember 31, 2021By Gerhard BeckmannIn Highlights, Highlights 2021

Mein Jahr 2021 – von Gerhard Beckmann

Das ganze nunmehr abgelaufene Jahr über hat mich die brennende Sorge bewegt, dass unser Land kulturell absaufen könnte. Ja, meine Sorge hat mit Büchern zu tun. Vor allem mit nicht-erzählender seriöser Literatur, die bei uns schon seit längerem, insbesondere jedoch seit etwa zwei Jahrzehnten  immer dünner gesät ist. Und was ist hierzulande eigentlich aktuell mit Sachbüchern los? Selbst  fundamentale, spannende, richtig wichtige, substanzielle Bücher, die den Horizont erweitern und dabei um kein einziges Wort zu lang sind,  von bedeutenden Experten und eminenten Autoren, tun sich heute sauschwer. Die Verkaufszahlen schwächeln.  SieRead More
Welch ein großartiges Vergnügen Hier und heute muss nun ein welthistorisches Ereignis in Erinnerung gerufen werden, das bisher von niemand gebührend aufgegriffen worden ist: nämlich dass vor anderthalb Jahrhunderten ein neues Tourismus-Zeitalter angefangen hat. Und dieser Event, der – genau gesagt, am 8. Juni 1867 – im Hafen von New York City stattfand, als das erste für Übersee-Fahrten ausgerüstete Kreuzfahrtschiff der Welt lzur ersten Luxus-Vergnügungsreise über einen Ozean  auslief – wäre vermutlich komplett untergangen, wenn da nicht ein bemerkenswerter junger amerikanischer Journalist gewesen wäre, der an der denkwürdigen Kreuzfahrt teilgenommen hätte. Read More
Offener Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow Betr.: Film von Nina Gladitz: Zeit des Schweigens und der Dunkelheit, WDR, 1982 Sehr geehrter Herr Intendant, verehrter Tom Buhrow, ich möchte Sie ersuchen, den Dokumentarfilm über Leni Riefenstahl freizugeben, den Nina Gladitz im Auftrag des WDR gemacht hat und der – nach ein oder zwei Ausstrahlungen im WDR – in Reaktion auf das Urteil in einem von Leni Riefenstahl angestrengten Gerichtsprozess vom WDR seit 1982 nicht mehr gezeigt, sondern sekretiert worden ist. Darf ich Sie bitten, von diesem Dokumentarfilm der jetzt im AprilRead More

Posted On September 1, 2021By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag September 2021

„Stay Away from Gretchen“

Gerhard Beckmann über den Debutroman von Susanne Abel Susanne Abels Debütroman „Stay Away from Gretchen“ ist ein Roman über farbige GIs, junge deutsche „Negernutten“ und die „brown babies“. Ein Meisterwerk über die Traumata, in denen der Rassismus der Nachkriegszeit bis heute nachwirkt.      Der neue Autorinnen-Name weckt hohe Lesehoffnungen. Denn Susanne Abel schließt soeben das Manusskript des Fortsetzungsromans ab, der von einer gleichen Substanz und literarischen Qualität ist. Es ist eine spannende Lektüre, die dieser Roman uns bietet. Er fesselt so ungemein, auf eine solch schriftstellerisch perfekte, überzeugende Weise, dass ihn allein dasRead More
Der türkische Faktor Hans-Lukas Kiesers Biographie des letzten osmanischen Großwesirs Talât Pascha enthüllt tiefe neue Ursachen und Wurzeln  des Ersten Weltkriegs als „Urkatastrophe“ der modernen europäischen Geschichte.   Anfang Juli vor genau einhundert Jahren rückte ein Prozess vor dem Landgericht III zu Berlin schlagartig eine gravierende juristische Lücke, ein zentrales, internationales Rechtsproblem ins Rampenlicht. Am 15. März 1921 war der letzte Großwesir des Osmanischen Reiches, Mehmet Talât Pascha, vom armenischen Studenten Soghomon Tehlerian vor seiner Wohnung in Charlottenburg erschossen worden, wo er unter falschem Namen im Exil lebte. Und die Geschworenen in Berlin-Moabit standen nun vorRead More
Literatur als Realitätsshow von Cybercrime Über den einzigartigen Thriller „Berlin Heat“ von Johannes Groschupf   Als „Berlin-Roman“ wurde der Erstling „Berlin Prepper“ von Johannes Groschupf immer wieder propagiert. Sein zweiter Thriller ist nun auf ähnliche Weise etikettiert worden. Das entspricht einer Mode, die heute in der Verlagswelt und im Buchhandel, in Marketing, Medien und Werbung gängig ist. Selbst die Krimi-Bestenliste führt ihre Qualitätstitel inzwischen mit dem Hinweis auf den Schauplatz ihrer Mordsgeschehnisse ein, ganz als ob diese Bücher wie Traum-Regionen für Pauschalreisen der Tourismus-Industrie angepriesen gehörten. Was mich anfangs zu JohannesRead More
Die Insel des richtigen Lebens Gerhard Beckmann über Malachy Tallacks Erstlingsroman, ein Wunderwerk schottisch nordischer Literatur Und wieder einmal bezeugt ein Roman aus Schottland die geradezu mythische Kraft und den tiefen Einfluss, den Inseln auf unsere Anschauung vom Leben und unserer Sehnsucht nach einer Heimat in der Welt haben können. Es kann darum auch kaum wundernehmen, dass es in diesem von so vielen einzigartigen Inseln umsäumten alten Land – man denke nur an die Inneren und Äußeren Hebriden, die Orkneys und die Shetlands – zwei Insulaner waren, die die LiteraturRead More
Verlage sind Kernzellen erneuerbarer Energie in Kultur und Gesellschaft Warum die Hintergründe für die Schließung der Publikumsverlage von Orell Füssli, dem zweitältesten Verlag im  deutschen Sprachraum, ein Menetekel für die deutsche Buchbranche bedeuten – und insbesondere unsere  Buchhändler betreffen.    So offen wie im Fall  Orell Füssli liegen die Karten selten auf dem Tisch:  Konzernmanager haben sich in ihrem Umgang mit dem Verlag unter ihrem Dach  so nackt und bloß gezeigt, dass es hätte Entsetzen hervorrufen müssen. Aber hat jemand  Zeter und Mordio gerufen? Keiner. Nirgends. Für die Buchbranche sollte dies die erste schmerzhaft harte Lektion sein:Read More
Ein Blick auf die Gegenwart des deutschen Buchhandels – und per Exkurs nach Australien im Jahr 2007 ein Ausblick auf die Zukunft: Ein Großfilialist, der nicht mehr Buch-Händler, sondern Margen-Einkäufer ist – Ein Geschäftsmodell, das buchhändlerisch, kulturell und kommerziell nur scheitern kann.   Ich weiß nicht, wo er es gesagt hat, und kann es auch nicht im genauen Wortlaut zitieren, aber die Botschaft war klar, die Heinrich Riethmüller verkünden wollte: Dass es heutzutage Großfilialisten sind, die für den Fortschritt und die Zukunft in der Buchbranche stehen. Dass jemand – im kleinenRead More
Ende vergangenen Jahres ereignete sich der spektakulärste Shutdown der Corona-Zeit in der Verlagswelt. Er hatte jedoch mit der Pandemie nichts zu tun, und wurde, zweitens, mit einer perfiden PR-Strategie so geschickt kaschiert, dass ihr die deutschsprachige Buchbranche wie auch die Branchenpresse auf den Leim ging und  das Schweizer und deutsche Feuilleton ebenso wie das Fernsehen den Skandalfall überhaupt nicht registrierten. Unser Buchmarkt-Experte Gerhard Beckmann analysiert das skandalöse Ende von Orell Fuessli, des ältesten, seit über 500 Jahren bestehenden deutschen und europäischen Publikums-/Sachbuchverlags  – in einem Industriekonzern für Sicherheitsdruck, dessen Hauptkunde undRead More

Posted On April 1, 2021By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag April 2021

Nina Gladitz gegen Leni Riefenstahl

Nazi-Propagandistin, Plagiatorin, Menschenrechts-Verbrecherin  Gerhard Beckmann über die Ermittlungen der Dokumentarfilmerin Nina Gladitz                                       . Dies ist ein Lebenswerk. Das Lebenswerk der deutschen Dokumentarfilmerin Nina Gladitz, für das sie den Geschwister-Scholl-Preis verdient hätte – jenen  Literaturpreis für eine herausragende künstlerische, schriftstellerische oder wissenschaftliche Arbeit, die „geistige Unabhängigkeit bezeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, Intelektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem gegenwärtigen Verantwortungsbewusstsein neue Impulse zu geben“.                                                                                                                                                                                                                                                                                                Nina Gladitz kämpft gegen einen tief verwurzelten, mehr oder weniger allgegenwärtigen modernen Mythos an. Es ist ein Mythos, der in den 1930ern aus Deutschland hervorgegangen istRead More
„Was andere in der Kunst fanden, fand ich in der Natur, was andere in der menschlichen Liebe fanden, fand ich in der Natur“ Zwei wegweisende Gedichtbände der Literaturnobelpreisträgerin Louise Glück in der vorzüglichen Übertragung der deutschen Lyrikerin Ulrike Draesner Es ist eine Lyrikerin, der im Oktober letzten Jahres der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, und diese Verleihung an eine Dichterin  ist hochaktuell – ein Signal, dass es etwas Dringlicheres, Fundamentaleres zu bedenken gibt als die Corona-Pandemie, so bedrohlich und verstörend sie für uns auch ist: den Schutz des Klimas und derRead More