Max Annas: Daniel Woodrell, James Schamus, Ang Lee, Debra Granik Schön, die Debatte mal umzudrehen. Als ich Daniel Woodrells WOE TO LIVE ON gelesen habe, der Autor ist unlängst verstorben mit 72 Jahren (siehe auch das Farewell von John Harvey in dieser Ausgabe, d. Red.), war ich erschreckt über die Rohheit und Nacktheit des Geschilderten wie der Sprache. Die gespenstische Mischung aus Gleichgültigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der in der Eröffnungsszene die männlichen Mitglieder einer passierenden Familie ermordet werden, prägt das ganze Buch. Davon bleibt in der Adaption, dem Bürgerkriegsfilm RIDE
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Merzmensch Review 2025 Sie kennen mich ja, ich warne hier schon seit Jahren (2021, 2022, 2023, 2024) – aber auch bei Die Zeit: “Wir sind am Anfang einer neuen Kulturepoche”. Ein ganzes Buch habe ich buchstäblich diesem Thema gewidmet: Wenn nun auch die Gesellschaft für Deutsche Sprache den Begriff “KI-Ära” zum Wort des Jahres erklärt, dann muss doch was dran sein, oder? Wobei, wie Peter Weibel bereits 2021 schrieb, es gäbe keine KI als solche, sondern “ein Ensemble von Maschinen, Medien, Programmen, Algorithmen, Hardware und Software” (KUNSTFORUM, 2021). Also sollten
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William Boyle I picked up Marc Behm’s 1980 novel THE EYE OF THE BEHOLDER a while back—I can’t remember why exactly, but I didn’t read it at the time. I finally read it this year and, man, it’s just one of those books I can’t believe I’ve lived without this long. Truly an instant all-time favorite. Can’t stop thinking about it. Lines and images singing in my mind. It’s an existential noir fever dream. A beautiful meditation on obsession, loss, and loneliness. Hits like some holy combination of Richard Brautigan
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Finden, ohne zu wissen, wo zu suchen wäre… Ende Januar des just verflossenen Jahres 2025 hat diese Geschichte angefangen. Mit einem zufällig aufgeschnappten Hinweis – ich weiss nicht mehr, wo – auf das anstehende Jubiläum eines Medien-Events von 1950: die Ausstellung einer Fotoreportage über die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemals deutschen Ostgebieten, dem Sudetenland und der sowjetisch besetzten Zone. Eine Ankündigung, die meine Neugier erregte. Ich war 1950 elf Jahre alt. Bis in meine Umwelt hatte es damals keine Nachricht von dieser Fotoreportage geschafft. Von den Ereignissen und politischen Zusammenhängen,
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Peter Blauner: 1975 Movies – A Consumer’s Guide Sometimes films are better than you remember them. Sometimes they are not. There’s a temptation to say that everything sucks now, and everything was better before. But in some cases, it’s true. At least in art. Or maybe you can just say that some years are better than others. The year 1939 produced the following novels: The Grapes of Wrath by John Steinbeck, The Big Sleep by Raymond Chandler, The Day of the Locust by Nathaniel West, Ask The Dust by John
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Sehr geehrter Herr Mayer, vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich eines Beitrags zu einem Krimi-Jahres-Rückblick 2025. Leider kann ich nichts liefern, weil mir im letzten Jahr krimi-mäßig herausragende Ereignisse nur in Bezug auf eigene Arbeiten zugestoßen sind, vor allem wegen meiner Übersetzung des Gangsterromans „Viper’s Dream“ von Jake Lamar. (Unsere Lesereise führte uns quer durch Deutschland und die Krönung war eine musikalische Lesung in der Hamburger JazzHall mit einer grandiosen Jazzband, die dreißig Jahre Harlem History kongenial mit einem Ritt durch dreißig Jahre Jazzgeschichte vertonte, mitgeschnitten von NDR Kultur und
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Sophia by Eisenstaedt. Photographs by Alfred Eisenstaedt 1961–1979. Von Sophia Loren signierte Collector’s Edition (No. 201–1.200). Verlag Taschen, Köln 2025. Hardcover in einer Schlagkassette, Format 28,6 x 38,8 cm, Gewicht 3,61 kg, 268 Seiten, 850 Euro. – Auch erhältlich in zwei Art Editionen mit signiertem Print (No. 1–200). Verlagsinformationen: taschen.com ** ** Was würde Sophia Loren tun?/ What Would Sophia Loren Do? heißt ein bezaubernder Netflix-Kurzfilm von 2021. Ross Kauffman porträtiert darin die Hausfrau Nany Kulik, die den Titel des Films quasi zur Leitfrage ihrer Lebens gemacht hat. Der Film
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Lisette Buchholz: Die Vergeblichkeit all unseren Tuns Sei gefühllos!Ein leichtbewegtes HerzIst ein elend GutAuf der wankenden Erde. „Der größte Egoist der Literaturgeschichte“, wie ihn Raabe bezeichnet, hat das in seinem achtzehnten Lebensjahr (1767) erkannt. Und dieser Vers zieht sich durch das ganze Buch, durch die Lebensgeschichte von Velten (Valentin) Andres, Helene Trotzendorff und Karl Krumhardt: drei Kinder, die zusammen im Viertel Vogelsang einer nicht näher bezeichneten Stadt aufwachsen und sich ein Leben lang die Treue halten, bis mit dem Tod von Velten die Geschichte endet. Velten und Helene sind in
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