Morgen für Morgen Siri Hustvedt, Tove Ditlevsen und das Leben nach dem Wir „My dear, these things are life.“ (George Meredith) 1. Dreiundvierzig, hält sie den anderen immer wieder entgegen, ein Flehen, eine Beschwörung, eine Zahl, die ihre Endlichkeit erreicht, ein Beleg, der seinen Wert verloren hat. Und doch beharrt sie darauf, als würde es etwas ändern: hört mir zu, dreiundvierzig, sie sagt: „Verstehen Sie, dreiundvierzig Jahre waren wir zusammen“. Wir: Paul Auster und Siri Hustvedt, dreiundvierzig Jahre lang haben sie miteinander gelebt, das heißt doch etwas, das kann
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Deutschland in trouble Eine Besprechung von Wolfgang Brylla Beim österreichischen Polente Verlag ist vor kurzem Teil zwei der sogenannten „Berliner Trilogie” der polnischen Schriftstellerin Magdalena Parys erschienen, die seit vielen Jahren schon in der deutschen Hauptstadt lebt und von dort aus literarisch agiert. Mit dem Thriller „Der Prinz“, hervorragend übersetzt von Lothar Quinkenstein und Hans Gregor Njemz, wird von Parys ein wilder Ritt nicht nur durch die deutsche Vergangenheit und die an Absurdität grenzenden Verschwörungstheorien aufgetischt, sondern auch ein höchstaktueller Gegenwartsbezug aufgemacht. Denn es geht hier auch um nationalistische Bewegungen,
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Vorsicht, dieses Buch hat 100.000 Volt! Alf Mayer über »All das passierte in diesem irrsinnigen Milieu Frankfurt« von Kenneth Hujer – und daraus weiter unten ein Textauszug: Roger Fritz filmt »Frankfurt Kaiserstraße« Kenneth Hujer: All das passierte in diesem irrsinnigen Milieu Frankfurt. Elf Gespräche über eine Stadt. Ventil Verlag, Mainz 2025. Klappenbroschur, mit Abbildungen, 216 Seiten, 25 Euro. – Verlagsinformationen hier. ** ** Natürlich bin ich befangen. 33 Jahre Frankfurt, davon 14 mit einer Politikerin verheiratet. Trauzeuge: Daniel Cohn-Bendit. 33 Jahre, jedes Jahr am Freitagabend vor dem ersten Dienstag im
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Trost mit „Wir kriegen euch alle“ Was lesen Krimi-Fans eigentlich am liebsten? Ja, klar, Kriminalromane, aber welche? Natürlich die, die auf den Bestseller-Listen stehen. Jetzt eiern wir auch nicht rum, ob „meistverkauft“ auch „meistgelesen“ heißt. Wird schon so sein. „Spiegel Bestseller“ steht auf jeden Fall auf dem Cover von M.W. Cravens „Die Witwe“. Grund genug also, sich das Buch einmal (und exemplarisch) auf seine Feinmechanik anzuschauen, was nicht heißt, dass dieser Text hier nicht auch eine Rezension ist. Aber vielleicht lernen wir ja was darüber, wie Bestsellerei heutzutage funktioniert. Cravens
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Die Spione sind zurück Nach dem – wenigstens „offiziellen“ – Ende des Kalten Krieges ist der klassische Agentenroman mehr und mehr aus der Mode gekommen. Ob es an der – entgegen den Folgen des Klimawandels – sich zunehmend abkühlenden politischen Grosswetterlage liegt, dass die Spione zwischen Buchdeckeln wieder Konjunktur haben? Der Niederländer Charles ten Tex macht mit seinen ausgezeichneten „Repair Club“-Romanen mit dem Ex-Agenten John Antink Freude, der Brite Nick Harkaway erweckte den von seinem Vater John Le Carré geschaffenen George Smiley zu neuem Leben, und der in Ungnade gefallene
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Neun Anmerkungen zu Ross Thomas – ein Geschichtenerzähler, der seinen Beruf ernst nahm und zum Glück nicht zu ernst Als The Porkchoppers 1972 in den USA erschien, war Thomas 46 Jahre alt. Sechs Jahre zuvor war sein erster Roman veröffentlicht worden, seitdem hatte er acht weitere geschrieben, davon drei unter dem Pseudonym Oliver Bleeck. Diese neun Romane sind aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur erzählt, wie drei der fünf Romane von Dashiell Hammett und alle von Raymond Chandler. * Einen der beiden hatte er in einem bildungsfähigen Alter kennengelernt: »Eine Stunde
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3 x 11 Spielworte (50) – Blumen, Idee, Dinge II Wer liest, sammelt Sätze. Manchmal bewußt. Manchmal ist ein einziges Wort ausschlaggebend: hartnäckig taucht es immer wieder auf. Fliege, zum Beispiel. Oder Mitternacht. Oder Asphalt. In ganz unterschiedlichen Büchern und Zusammenhängen, bei ganz unterschiedlichen Schriftstellern. Solche Fliegensätze oder Mitternachtssätze oder Asphaltsätze finden, immer elf an der Zahl, in der Serie 3 x 11 Spielworte ihren Platz. Ein Spaß, ein Zeitvertreib. Und eine andere Art, auf Bücher zu deuten. – Von Ingrid Mylo. Dieses Mal schon zum fünfzigsten Mal. Wir gratulieren unserer Autorin
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Die Unbeschwertheit nur ein Traum Colin Walshs Debütroman „Kala“ erzählt von einer Clique junger Menschen, die im Jahr 2003 den idealen Sommer erleben. Ihr Heimstädtchen Kinlough an der irischen Westküste ist lebendig, idyllisch, heiter, einigermaßen wohlhabend und lebensfroh. Die Sonne scheint und the living is easy. Mittelpunkt der Clique ist Kala, schön, charismatisch, mit problematischem Background und ein klein wenig geheimnisvoll. Und dann verschwindet Kala plötzlich spurlos. Fünfzehn Jahre später, in der Jetztzeit des Romans, trifft sich „die Gang“ – so haben die Jugendlichen sich damals genannt – wieder in
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