Autofiktion aus Japan – Über Hiromi Itos „Dornauszieher“ Wie übersetzt man die verschiedenen Anreden im Japanischen, für die es im Deutschen oft nur ein Wort als Entsprechung gibt? Wie entscheidet man, welche Anspielungen man erklären muss? Wie geht man damit um, wenn die Autorin im Original zwischen Schriftsystemen wechselt? Und wie verbreitet ist das Ich in der japanischen Literatur? Darüber sprechen Sonja Hartl und Katharina Borchardt mit der Japanologin und Übersetzerin Irmela Hijiya-Kirschnereit anlässlich ihrer Übersetzung von „Dornauszieher“ (Matthes & Seitz Berlin 2021) von Hiromi Ito. Anhören lässt sich der
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Ein Buch, das glücklich macht Beate Roth: Jean Paul häppchenweise. :transit Verlag, Berlin 2024. Durchgehend vierfarbig, Format: 21 x 25,5 cm,Fadenheftung, Lesebändchen. 256 Seiten, 44 Euro. Es gibt eine ganze Menge Gründe, sich mit Beate Roths Koch-, Literatur- und Kulturgeschichtsbuch um Jean Paul freudig zu beschäftigen. Zunächst mal Johannes Paul Friedrich Richter, genannt Jean Paul (1763-1825) selbst. Romancier und Ästhetik-Theoretiker von Gnaden – seine „Vorschule der Ästhetik“ (1804) und vor allem dort die Programme VI bis VIII, die sich mit dem Komischen und dem Humor auseinandersetzen, sind essentiell für das
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„Für uns ist Gemeinwohl kein Fremdwort“, Ex-Warburgchef Christian Olearius Es war der größte Raubzug in der Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Mit Vorsatz plünderten skrupellose Banker mit Hilfe von Steuerexperten, Rechtsanwälten und höchsten Richtern die öffentlichen Kassen – unter Ausnutzung einer angeblichen Gesetzeslücke für Steuerrückzahlungen aus legalen Aktiengeschäften. Geschätzte 12 bis 30 Milliarden Euro wurden dem Fiskus über mehr als ein Jahrzehnt entzogen um den Finanzinstituten und deren vermögenden Kunden satte Renditen zu ermöglichen. Unterhaltsam, packend und mit einem sozialen Blick auf die 84 Prozent der Deutschen, die gar keine Akten
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Zutiefst menschlicher Blick Es ist kein schönes Ende, leblos in einem Kofferraum eines Autos aufgefunden zu werden. Egal in welchem Alter. Mikael ist gerade mal 18, als er getötet wird. In einer Dezembernacht des Jahres 1999. Nur kurz zuvor hatte er mit Freunden eine Party besucht. Die Einwohner von Skavböke stehen unter Schock. Siri Bengtsson ist neu in dem westschwedischen Dorf. Gemeinsam mit der erfahrenen Polizistin Gerd Pettersson übernimmt sie den Fall, ohne zu ahnen, dass der Täter erst 20 Jahre später gefunden werden soll. Christoffer Carlsson lässt in seinen
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Thema Zeit, sogar mit Seneca Bei den ersten Seiten von Andreas Winkelmanns neuem Thriller „Hast du Zeit?“ sah ich die Hinrichtungen der Spiegel-Bestseller in der ARD-Sendung „druckfrisch“ vor meinem Auge. Nicht erst seit Dennis Scheck Bestseller in die Mülltonne wirft, dürfte bekannt sein, dass verkaufte Auflage nicht immer mit Qualität korreliert. Auf „Hast du Zeit“ prangt in Rot der Button „Spiegel Bestseller-Autor“, was als Warnung oder Empfehlung verstanden werden kann. Nach den ersten Seiten sah ich schon, wie Scheck die Wortakrobatik und schiefen Bilder des Autors zitiert und bei den
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»Tod auf Mallorca« – Urlaubslektüre zum Mitdenken Ein Actionkrimi, der für den Strand zu schade ist. Die Hamburger Autorin Bea De Olivera (alias Bea Schreiner) entwickelt in ihrem Krimi-Debüt „Tod auf Mallorca“ einen rasanten Plot um eine raffiniert getötete Yoga-Lehrerin auf der Mittelmeerinsel. Weitere Opfer stehen offenbar auf der Todesliste einer militant gewordenen Umweltbewegung, die sich gegen die weitere Verschandelung der Insel durch Baulöwen, Finca-Financiers oder Spekulanten wehren will. Die deutsche Ermittlerin Aimée Sander kennt die Insel seit zwanzig Jahren – und auch die Geheimnisse der geschäftstüchtigen Familien dort. Auch ihre
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Ein Erstling von 1929, ursprünglich unter Pseudonym Im Jahre 1929, so erzählt es der englische Autor Martin Edwards in seiner magistralen Genregeschichte „The Life of Crime“, erfüllte sich für einen schottischen Schriftsteller der Traum eines jeden Debütanten. Gleich mit seinem ersten Detektivroman, „The Man in the Queue“, gewann der junge Mann zwei renommierte Preise, einen im heimischen Großbritannien und einen in den USA. Stutzig macht, dass Edwards mit dieser schönen Geschichte sein Kapitel über „Queens of Crime“ einleitet. Denn hinter dem männlichen Pseudonym Gordon Daviot verbarg sich die 1896 in
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Das Seelenleben rückt in den Blick Literarische Helden sind auch nur Menschen. Selbst Kommissare, die jeden Fall dank Erfahrung, Engagement und Raffinesse lösen können, was realen Ermittlern wohl nicht immer gelingt (man möge mich gern korrigieren). Vielleicht kommen sie einem deshalb so nah. Jeder hat eine Marotte, eine spezielle Eigenart – und eine tragische Geschichte in der Vergangenheit, die ihn regelrecht verfolgt. Nicht anders geht es Liewe Cupido, der mit „Der Holländer“, dem Krimidebüt des Niederländers Mathijs Deen, vor zwei Jahren seinen ersten großen Auftritt hat. Nun gibt’s mit „Der
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