Silvestermenü mit Todesfolge Wolfgang Brylla (WB) und Joachim Feldmann (JF) über „Noch fünf Tage“ von Helena Falke Zwei Blicke auf einen Thriller, in dem die Hauptfigur unter Zeitdruck steht. Joachim Feldmann mit einem schnellen Überblick, Wolfgang Brylla mit Hinweisen auf Hintergrund. Wir sind auf literarischem Pflaster … (JF) Lis Castrop weiß, dass sie nur noch fünf Tage zu leben hat. Bei einem Giftanschlag auf ihre Arbeitgeber hat auch sie eine Dosis abbekommen. Nun liegt sie in einer Schweizer Nobelklinik und versucht herauszufinden, wer hinter dem Verbrechen steckt. Denn davon hängt
Read More Sachbücher, gar nicht so kurz kurz besprochen von Alf Mayer (AM) und Thomas Wörtche (TW): Am Erker 90: Wege und UmwegeSunil Amrith: Brennende Erde. Eine Geschichte der letzten 500 JahreNicole Bögelein, Gina Rosa Wollinger: True Criminology: Mythen, Fakten, HintergründeWolfgang Brylla, Adrian Madej (Hg.): Ästhetiken des Grauens. Kriminalität in Literatur, Fernsehen und WirklichkeitHonor Cargill-Martin: Messalina. Intrigen, Macht und Orgien im antiken Roman. Die wahre Geschichte der SkandalkaiserinJana Hensel: Es war einmal ein Land. Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedetMartina Heßler: Sysphos im Maschinenraum. Eine Geschichte der Fehlbarkeit von Mensch
Read More William Boyle I picked up Marc Behm’s 1980 novel THE EYE OF THE BEHOLDER a while back—I can’t remember why exactly, but I didn’t read it at the time. I finally read it this year and, man, it’s just one of those books I can’t believe I’ve lived without this long. Truly an instant all-time favorite. Can’t stop thinking about it. Lines and images singing in my mind. It’s an existential noir fever dream. A beautiful meditation on obsession, loss, and loneliness. Hits like some holy combination of Richard Brautigan
Read More Gar nicht so kurze Kurzbesprechungen von Alf Mayer für: Karolin Bove. Im Geisteskampf. Der Verlag Philipp Reclam jun. 1933–1945Geir Jordet: Unter Druck. Was wir aus der Psychologie des Elfmeterschießens fürs Leben lernen könnenJohn J. Lennon: The Tragedy of True Crime. Four Guilty Men and the Stories That Define UsBrigitte Tast, Hans-Jürgen Tast: tüchtig. Kulleraugen Nr. 58Michel-Rolph Trouillot: Macht und die Produktion von Geschichte (siehe unseren Textauszug hier).Mike Wallace: Gotham at War. A History of New York City from 1933 to 1945. ** ** Gleichgewichtskünstler (AM) »Denken und danken sind zwei
Read More Robert Brack: Staatstreu bis in den Tod Gedanken zur Gewalt im Kriminalroman während einer Lesung von Stephanie Bart aus ihrem Roman „Erzählung zur Sache“ Beinahe passend: Der „Rote Salon“, in dessen Rahmen am 7. Oktober die Lesung von Stephanie Bart stattfand, lag im sogenannten „WiWi-Bunker“, einem stammheimartigen Betonmonstrum auf dem Campus der Hamburger Universität, in dem die Wirtschaftswissenschaften beheimatet sind. Die Autorin des literarisch wie politisch sehr kühnen Romans über die erste Generation der RAF war eingeladen von der „Marxistischen Abendschule (MASCH)“, die hier sonst Seminare zu Marx‘ „Kapital“ 1-
Read More Wolfgang Brylla: Mordi et orbi Ist jemand auf verbalen Krawall aus, der sollte es versuchen, Thomas mit „Krimi-Papst“ anzusprechen. Den religiösen Vergleich hört er nicht so gerne, denn das Päpstliche hat schon was mit diktatorisch-ideologischer Brechstange-Rhetorik zu tun. Thomas ist auf keinen Fall ein orthodoxer Eremit, der auf Teufel komm raus seine Weltsicht (auf die Kriminalliteratur) durchzusetzen beabsichtigt. Auf der Mainstream-Welle mit zu schwimmen, ist seine Sache nicht. Seine Meinung verteidigt er argumentativ, kann austeilen, aber auch einstecken, hört immer zu. Dies alles mit dem Ziel, nicht nur für die
Read More Wolfgang Brylla: Erweiterung in alle Himmelsrichtungen Vor einigen Jahren versuchte Stewart King, der sich in der Kriminalliteraturbranche als Experte für den spanischen bzw. lateinamerikanischen Kriminalroman einen Namen machte, auch die sich wenig für unsere Lieblingsgattung begeisternden akademischen Zeitgenossen von der Wichtigkeit der crime fiction studies zu überzeugen. Man solle die Forschung denationalisieren – so ungefähr lautete Kings Credo, der damit im Zeitalter der Globalisierung offene Türen einrannte. Seit seinem Plädoyer für das Krimigenre hat sich die Welt ‚da draußen‘ massiv verändert. Klimakrise, Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt bestimmen zur Zeit die Schlagzeilen und
Read More Ulrich Baron: Stairway to heaven In Zeiten Masken und der häuslichen Isolation habe ich den Reiz des tschechoslowakischen Animationsfilms wiederentdeckt und das anhand der zahlreichen Episoden um die unzertrennlichen Freunde und unerschrockenen Bastler „Pat a Mat“, die 1976 vom Prager Regisseur Lubomír Beneš (1935-1995) per Stop-Motion-Technik ins Leben gerufen wurden. Die beiden sind Nachbarn, Mützenträger und im Original etwa handspannengroß. Mit ihren Holzköpfen samt aufgemalten Gesichtern, den unter Pullovern verborgenen Pfeifenreinigerarmen und den vierfingrigen Händen sind sie weit entfernt von dem Realismus heutiger Animationstechniken, doch was Ausdrucksfähigkeit und subtile Eleganz
Read More Alex Beer –Peter Blauner (in English) –William Boyle (e) –Wolfgang Brylla –James Lee Burke (e) –Alan Carter (e) –Andrew Cartmel (e) – Alex Beer: 2020 – eine Ehrenrettung Ich kann mich an kein Jahr erinnern, das so verteufelt und gescholten wurde, wie das vergangene. Das böse C-Wort war omnipräsent und hat neue Sorgen, Regeln und Alltagsbegriffe mit sich gebracht (ich sag nur Aerosole, Lockdown, Triage, exponentielles Wachstum, Reproduktionszahl …) Wir alle mussten Kontakte einschränken, wichtige Termine absagen und auch sonst viel zurückstecken – und doch hatte dieses sonderbare, außergewöhnliche Jahr
Read More Sprengfallen Eric Ambler und die Poetik des Pragmatischen – von Thomas Wörtche Willkommen in der vieldeutigen Welt von Eric Ambler! Den ersten seiner 18 Romane, die allesamt Schubladendenken über Polit-Thriller, Spionageromane und andere Kategorien ins definitorische Delirium treiben, hat er 1936 veröffentlicht. Den bisher letzten 1981 – und diese 18 Romane reichen aus, um ihn zu einer zentralen Gestalt des 20. Jahrhunderts zu machen. Das ist er nicht nur, weil er den sogenannten Polit-Thriller nach den eher rustikalen Anfängen von Erskine Childers, William LeQueux oder John Buchan (der übrigens raffinierter ist,
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