Nicht nur anlässlich des Lesefestes „Frankfurt liest ein Buch“ 2026 Die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz lebte von 1941 bis zu ihrem Tod 1974 im Frankfurter Westend. In dem jetzt Ende Januar erschienenen Buch „Gott und die Welt – Aufzeichnungen aus der Wiesenau“ schildert sie den gesellschaftlichen Aufbruch nach dem 2. Weltkrieg, studentische Proteste & tiefgreifende städtebauliche Veränderungen. Bei dem Band handelt es sich um eine Komposition der Frankfurt-Texte aus „Tage, Tage, Jahre„, angereichert mit Funden aus anderen Werken von Marie Luise Kaschnitz, herausgegeben von Rainer Weiss, der zwei Jahrzehnte im
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Genial leicht An Leichtigkeit ist Daniel Faßbenders Krimidebüt „Heaven’s Gate“ (Diogenes) kaum zu überbieten. Alles macht Freude bei diesem Roman, dessen Haupthandlung überwiegend auf den Philippinen im Surfermilieu spielt: die Story, die Erzählweise, der Held und die Sprache. Dem Züricher Verlagshaus ist mit Faßbender ein guter Fang gelungen. Schon in „Die weltbeste Geschichte vom Fallen“ (2018), dem Erstling Faßbenders, in dem ein junger Roofer auf die Dächer Stockholms steigt, konnte man diese spezifische Erzählwerkstatt beobachten, die sich durch eine unglaubliche Frische und Unbekümmertheit beim Spinnen der Geschichten charakterisiert. „Heaven’s Gate“
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Ein US-Noir, den es (bisher) nur auf Deutsch gibt Dave Zeltserman gehört schon seit einigen Jahren zu den herausragenden Noir-Thriller-Autoren aus den USA. Das ist auch auf Deutsch nachzuprüfen. Zwischen 2013 und 2017 veröffentlichte der kleine Berliner Verlag Pulp Master seine „Man out of prison“-Trilogie, die aus den voneinander unabhängigen Titeln „Paria“, „Small Crimes“ und „Killer“ besteht. Drei absolut brillante Noir-Romane. Nun gibt es endlich neuen Stoff von Zeltserman, mit dem er seinen Ruf bestätigt und weiter festigt: „Alles endet hier“ ist von Pulp Master schon seit mehreren Jahren angekündigt
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Im Zweifel Es ist ein scheinbar klarer Fall. Elvira Castell hat ihren Schwager erschossen, machte sich mit geladener Pistole auf den Weg und streckte ihn nach kurzem Disput nieder. Einige Monate zuvor hatte sich ihre Zwillingsschwester umgebracht – wegen ihm, sagt Elvira Castell. Er lebte auf ihre Kosten, war dominant, gewalttätig und blieb nach ihrem Tod in der Wohnung. Sie habe ihn zum Auszug bewegen wollen, deswegen habe sie die Waffe mitgenommen, sagt sie ihrem Anwalt Guido Guerrieri (dem Carofiglio bereits sechs Romane gewidmet hat, dies ist der siebte). Weil
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»Sprache kann die Linse sein, durch die der Leser die Welt sieht« Ein Interview von Alf Mayer mit Henry Wise zu seinem Roman HOLY CITY Henry Wise: Holy City (Holy City, 2025). Aus dem amerikanischen Englisch von Karen Witthuhn. Polar Verlag, Stuttgart 2026. Hardcover, 26 Euro. Siehe auch: Thomas Wörtche, hier nebenan: Weinen, leiden und sühnenund Alf Mayer: Südstaaten-Noir: Von der Unmöglichkeit, wieder nach Hause kommen zu können ** ** Alf Mayer: Wie fühlt es sich an, gleich mit dem ersten Roman den »Edgar« zu gewinnen? Henty Wise: Ich habe
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Apokalypslein, schöne Apokalypslein, frisch reingekommen … Im Winter unseres Missvergnügens könnte man fast den Eindruck haben, wir lebten in mindestens präapokalyptischen Zeiten. Sie wissen schon, „wertebasierte Weltordnung“, „Kulturkampf“, Klimawandel, Ukraine, Gaza, Iran, KI, Nazis und frische Pandemien im Anmarsch. Und so weiter … Das kann einem schon die Laune vermiesen. Und wer hätte gedacht, dass man Margaret Atwoods „The Handmaid´s Tale“ oder George Orwells „1984“ heute im Livestream aus den USA verfolgen kann? Nur halt nicht mehr als Fiction. Die ganzen Katastrophenmeldungen, die ganze ängstlich angespannte Stimmung, die im Moment
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Es röten sich die Sägeblätter Alf Mayer zum Langgedicht »Kreuzfällen« von Tobias Roth und Daniel Bayerstorfer Am Tag, als ich zum ersten Mal dieses Buch in Händen hielt, wurde der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, per Hubschrauber ein generalüberholtes Gipfelkreuz geliefert: 4 Meter 88 hoch, 300 Kilo schwer und wieder rundum golden glänzend. Frische 27 Gramm Blattgold, in einer Werdenfelser Kunstschmiede fachmännisch appliziert. Touristen hatten es mit derart vielen Stickern verklebt, dass eine Reinigung unumgänglich geworden war. Jetzt soll eine Schutzfolie solche Kleberei verhindern. Und bitte bitte, appellieren seit Juni 2025
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Gar nicht so kurze Kurzbesprechungen von Wolfgang Brylla (WB), Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM) und Thomas Wörtche (TW): M. W. Craven: Die WitweMichael Idov: Das Riga-KomplottKen Jaworowski: What about the BodiesJérôme Leroy: Die kleine FaschistinWilfried Owen: Die Erbärmlichkeit des KriegesGustavo Faverón Patriau: MinimoscaJacob Weinreich, Lars Findsen: Dunkelmann. Ein Fall für Birk und Hartmann ** ** Im Februar bei uns besprochen:Hanna Aden: Die KryptografinThomas Michael Glaw: Die Hexen vom TüllingerMaxim Jakubowksi (Hg.): Birds, Strangers and Psychos. New Stories Inspired by Alfred HitchcockOrjan N. Karlsson: Kalt wie die LuftNina McConigley: How
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