** ** Georg Seeßlen: Das Geld. Wie es uns in Leib, Seele und Gemeinschaft überspringt. Bibliothek des Alltags 4, herausgegeben von Wolfgang Paterno. bahoe books, Wien 2023. 378 Seiten, 24 Euro. – Textauszug mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag. Piraten, Räuber und Gangster Die Schattengestalten der Geld-Erzählung Wenn ich Geld habe, erst einmal gleichgültig woher, durch das Erbe, als Arbeitslohn, als Geschenk oder Spielgewinn, zerfällt es in mehrere Optionen des Umgangs. Man kann Wünsche damit befriedigen, man kann sich Freiheit erkaufen (Freiheit von einer Familie, einem Ort, Arbeitsverhältnissen oder
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Tiefenbohrung In „Eingefroren“ buddelt Doug Johnstone tief, aber er hebt keine Gräber aus, sondern gräbt in den Seelen seiner Figuren. Eine Besprechung von Thomas Wörtche. „Eingefroren“, der neue Roman des schottischen Schriftstellers Doug Johnstone, ist die Fortsetzung seines Titels „Eingeäschert“. Johnstone erzählt hier die Geschichte der drei Skelf- Frauen fort. Großmutter Dorothy Skelf, ihre Tochter Jenny und deren Tochter Hannah. Das Trio betreibt ein Bestattungsunternehmen in Edinburgh und gleichzeitig eine Privatdetektei. Das ist eine schräge Kombination – und ziemlich schräg beginnt auch dieser Roman: Während einer Beerdigung kachelt ein Auto, von
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Malen auf blutiger Leinwand Die dunkelste Nacht des Titels ist ernst gemeint in diesem Roman. So finster und unwirtlich war es zuletzt in den Factory-Romanen von Derek Raymond oder im Film SEVEN (1995). Für die deutschsprachige Leserschaft ist dieser Roman eine Entdeckung, sein Autor ist uns (noch) unbekannt. – Von Alf Mayer. Verstehen mag das wer will, aber es wirft ein Schlaglicht auf einen nicht funktionierenden Grenzverkehr, wenn einer der am meisten dekorierten französischen Kriminalautoren erst mit seinem dreizehnten Noir bei uns einen Verlag findet – immerhin Suhrkamp, und immerhin bei
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Streifzug durch ein wüstes Land – von Alf Mayer Auch der Meister wird nicht verschont. »Sanctuary«, der neue Roman von Garry Disher, der Anfang April 2024 in Australien herauskommt, hat ein eindeutiges Outback-Cover – obwohl Grace, die Titelheldin, als Diebin sicher nicht Farmhäuser im roten Sand von Zentralaustralien ausraubt, sondern nahe Melbourne Beute und Zuflucht sucht. Dass Epigonen wie Jane Harper oder Chris Harper als Experten dem Meister per Blurb bescheinigen, ”der Goldstandard für rural noir“ zu sein, daran musste auch ein Garry Disher sich gewöhnen. Jetzt wird die australische
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Grußwort von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, zur Verleihung der Senator-Biermann-Ratjen-Medaille an den Kriminalschriftsteller Frank Göhre. (AM) Natürlich kann man einen großflächig beworbenen Jubiläumsabend im Hamburger Nochtspeicher (am südlichen Rand der Reeperbahn) vor jemand wie Frank Göhre im Vorfeld nicht verbergen. Die CulturBuch-Verleger Zoë Beck und Jan Carsten hatten zur Feier des 80. Geburtstags – unsere CrimeMag-Laudatio von Sonja Hartl hier – Weggefährten, Kritiker, Autorinnen und Autoren wie Friedrich Ani, Simone Buchholz, Michael Friederici, Tobias Gohlis, Alf Mayer und Kirsten Reimers als Redner eingeladen. Marcus Müntefering glänzte als
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Das Schöne an der Nacht ist ja nicht die Dunkelheit – das Schöne an der Nacht sind die Lichter. Ich lebe jetzt seit 28 Jahren in Hamburg und seit 21 Jahren auf St. Pauli, in dieser Zeit hat sich der Stadtteil sehr verändert – und doch gar nicht –, ich hab mich verändert – und doch gar nicht –, das, was wir unter „ein Mensch sein“ verstehen, hat sich verändert – und doch gar nicht. Manchmal sehne ich mich in dem ganzen Durcheinander nach Ruhe, nach Zurückgezogenheit, dann hab ich
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Wo Welt ist und wo nicht Kurze Anmerkungen zum Kriminalroman – Von Friedrich Ani Vom britischen Schriftsteller Eric Ambler stammt angeblich der Ausspruch: „Da ich kein Intellektueller bin, hat’s nur zu Kriminalromanen gelangt.“ Selbstironie ist nie ganz verkehrt, vor allem, wenn man, wie Ambler, einem Genre zu einer vollkommen neuen Bedeutung verholfen hat – fernab des bis dato weit verbreiteten Groschenheft-Images hin zu einer gesellschaftspolitischen Gegenwartsrelevanz auf Augen- bzw. Buchstabenhöhe der besten Werke der allgemeinen Belletristik. Und schon sind wir bei Meister Göhre und der Frage: Ist das noch Krimi, was
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Die Redezeit des Festabends ließ nur einen schnellen Abriss zu, aber auch Alf Mayer – der mit Frank Göhre schon viel über Filme geredet hat – war erstaunt, wie umfangreich dessen Arbeit für Kino und Fernsehen sich bei näherer Betrachtung darstellt. Diese Geschichte ist noch nicht geschrieben. Hier aber wird der Anfang gemacht. Weitere Details siehe auch in der Göhre-Filmografie hier in dieser Ausgabe nebenan. Ich hatte einen Freund in München, der ist mit drei Filmen in die Filmgeschichte eingegangen. So betrachtet ist es wirklich Zeit, dass wir Frank Göhre
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