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Wo Welt ist und wo nicht Kurze Anmerkungen zum Kriminalroman – Von Friedrich Ani Vom britischen Schriftsteller Eric Ambler stammt angeblich der Ausspruch: „Da ich kein Intellektueller bin, hat’s nur zu Kriminalromanen gelangt.“ Selbstironie ist nie ganz verkehrt, vor allem, wenn man, wie Ambler, einem Genre zu einer vollkommen neuen Bedeutung verholfen hat – fernab des bis dato weit verbreiteten Groschenheft-Images hin zu einer gesellschaftspolitischen Gegenwartsrelevanz auf Augen- bzw. Buchstabenhöhe der besten Werke der allgemeinen Belletristik.          Und schon sind wir bei Meister Göhre und der Frage: Ist das noch Krimi, wasRead More
Anmerkungen zu einer Ästhetik des Kriminalromans Kriminalromane, die der bloßen Unterhaltung dienen, erfüllen ihren Zweck. Der Zusatz „Roman“ erscheint dabei überflüssig, Krimi genügt vollauf als Genrebezeichnung. Entweder wir nehmen die Figuren einer Geschichte als Menschen wahr oder als herausgeputzte Puppen. Ich mag herausgeputzte Puppen (jedweden Geschlechts), besonders, wenn sie in einer spannenden, clever gebauten Geschichte agieren, die mich stunden- oder tagelang bei Laune hält und mir das Gefühl vermittelt, Teil eines funktionierenden Spiels zu sein, an dessen Ende ich mich überrumpeln lassen darf. Dann staune ich über die Tricks, dieRead More

Posted On Dezember 1, 2020By Friedrich AniIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2020

Drei Balladen von Friedrich Ani

Die Raben von Ninive Wir freuen uns, Ihnen hier drei Balladen von Friedrich Ani vorstellen zu können. Sie stammen aus seinem Band „Die Raben von Ninive“, der diesen Herbst erschienen ist. Balladen sind für den Autor Friedrich Ani eine Kunstform, in der er politisch werden kann, ohne sich agitatorisch zu verhalten. Politisch, sagt er, kann er jedoch nur werden, wenn er die privatesten Umstände seiner Existenz beleuchtet und enthüllt. In ihrer Verschränktheit von Öffentlichkeit und Privatheit belegen diese Gedichte die Gegenwärtigkeit von Balladendichtung und zugleich Anis poetische Kunst.Seine Texte vonRead More
Ein enormer Glücksschub Friedrich Ani freut sich über die Neuauflage des Romans von Jörg Fauser Dieses Jahr am 16. Juli würde Jörg Fauser 75 Jahre alt. Der Zürcher Diogenes-Verlag startet aus diesem Anlass eine Neuedition der Werke dieses lange verkannten deutschen Schriftstellers.  Der Kriminalroman, schrieb er, habe Räume erschlossen, die eine neue Literatur erst ermöglichten. »Die Figuren, die in diesen Räumen agieren, sind nicht unbedingt das Salz der Erde, aber manche Bücher, die wir ihnen verdanken, sind das Salz der Literatur.« Gepfefferte Anmerkungen zum – damals, in den Achtzigern desRead More
 „Hörst du, wie sie schweigen, Lennard?“ Sie sagen mir nicht, was auf dem Heimweg meines Sohnes geschehen ist, Herr Kommissar, Sie haben versprochen, das Rätsel zu lösen. Wir warten immer noch auf das erlösende Wort, mein Sohn und ich, wir sitzen hier und war- ten, und ich weiß nicht, ob ich noch länger Geduld haben mag.    Dunkel war’s, es regnete unaufhörlich, und der Regen und sein Mittäter, der Wind, verwischten alle Spuren, war’s nicht so? Zwei Stunden hab ich Ihrem Kollegen zugehört; er hat mir erklärt, wie die PolizeiRead More

Posted On September 16, 2018By Friedrich AniIn Crimemag, CrimeMag September 2018

Friedrich Ani über Cornell Woolrich

  „Kriminalschriftsteller sind die letzten Romantiker, wussten Sie das nicht?“ Von Friedrich Ani Am 25. September 2018 ist es 50 Jahre her, dass der neben Dashiell Hammett, Raymond Chandler und James M. Cain wohl wichtigste amerikanischen Kriminalschriftsteller gestorben ist. CrimeMag freut sich, Ihnen exklusiv diesen Text von Friedrich Ani präsentieren zu können. Ursprünglich war er einmal für seinen am 2. Oktober 2018 erscheinenden Roman gedacht, andere Überlegungen standen dem dann entgegen, so ist das im work in progress eines produktiven Autors.  „Der Narr und seine Maschine“ ist eine (wie es sich gehört: düstere) Liebeserklärung an Cornell Wollrich. Friedrich AniRead More