65 Porträt-Folgen sind es in unserer kleinen Carsten-Klindt-Galerie mittlerweile geworden. Und es geht weiter. Heute kommt wieder eine Folge dazu. Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt, jetzt sogar manchmal jeweils zwei – und bis Folge 34 manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes und Street Crimes. Aus Realität wird Kunst, fragmentarisch und kaleidoskopisch. Freuen Sie sich
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„Die Packhäuser der landwirtschaftlichen Betriebe standen wie Flugzeugschuppen am Rand der grünen Felder. Etwas weiter zur Stadt hin folgten die üblichen Tankstellen, Drive-ins und Motels. Der Highway war ein strenger, sozialer Äquator. In der nördlich höher gelegenen Hälfte lebten die Weißen; Inhaber und Angestellte von Banken,Restaurants, Textil-, Lebensmittel- und Spirituosengeschäften.“ (Ross Macdonald, 1952; dt. Ein Grinsen aus Elfenbein, Zürich, 1976) Der Highway 101, von Norden bis Süden an der kalifornischenKüste entlang. Von San Francisco bis Los Angeles.An Santa Barbara vorbei.An Hope Ranch.Hope Ranch ist eine Gemeinde am Pazifik mit ca.
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Die ganze Palette der Schwarzen Romantik – in neuem Kontext In Zeiten des allgemeinen, also auch kriminalliterarischen Kuschelns gegen die böse Welt könnte man sich mal wieder an einen bedeutenden Störenfried erinnern – an Jim Thompson. Findet Thomas Wörtche. Bevor Deputy Sheriff Lou Ford einen jugendlichen Kleinkriminellen seelenruhig mit dessen Gürtel in einer Gefängniszelle erhängt, um einen Mord zu verschleiern, den der Gesetzeshüter selbst begangen hat, erklärt er seinem Opfer den Lauf der Dinge: „Wir leben in einer verkehrten Welt, weißt du. Die Polizisten spielen die Gangsterrollen, und die Gangster
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J.G. Ballard war mit bizarren experimentellen Romanen wie "Crash" und "The Drowned World" als fantasievoller Erneuerer der Science Fiction bekannt geworden. Doch das plumpe Schubladen-Klischee SF lehnte er ebenso ab wie dogmatische Ideologien oder oberlehrerhafte Bildungsbürger-Huberei. Ihm ging es um die grotesk-surrealistischen Aspekte einer entfremdeten Gesellschaft und deren brüchige Wertsysteme. Der 1930 in Shanghai geborene Ballard starb am 19. April in London. Ein Nachruf von Peter Münder.
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Ein Textauszug – mit freundlicher Genehmigung von Herausgebern und Verlag – aus: Rolf Aurich / Michael Wedel (Hg.) Die „Filmkritik“. Eine Zeitschrift und die Medien. Band 23, Reihe »Film und Schrift«, edition text+kritik, München 2024. 270 Seiten, mit s/w Abb., 29 Euro. (AM) Ziemlich passgenau auf seinen vierten Todestag jetzt im Juni 2024 fiel das Erscheinen eines von manchen schon länger ersehnten Bandes, der in zwölf Werkporträts und auf Basis umfassender Archivrecherchen eine Neubetrachtung der vielleicht wichtigsten deutschsprachigen Filmzeitschrift – eben der »Filmkritik« – als Teil der bundesrepublikanischen Medienlandschaft von
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Narrativ der Gnade Die Krimikultur als Erzählform der gnadenlosen Gesellschaft von Ulrich Noller Mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag – entnommen aus dem jetzt im Juni erschienenen Band: Konrad Heiland (Hg.): Gesellschaft ohne Gnade. Psychoanalytische, philosophische und soziologische Perspektiven. Buchreihe: Forum Psychosozial. Psychosozial-Verlag, Gießen 2024. 255 Seiten, Broschur, 32,90 Euro. – Verlagsinformationen hier. ** ** Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Der Krimi war und ist schon einmal für mich persönlich, ganz subjektiv: eine Gnade. Das begann 1989, und zwar mit dem Roman Königin Zabos Sündenbock von
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Laudatio auf Georg Seesslen – von Prof. Dr. Moritz Baßler Mit dem Lessing-Preis für Kritik 2024 feiern wir heute Georg Seeßlen, den großen Film- und Kulturkritiker, eine der prägenden Figuren des kulturellen Lebens der Bundesrepublik Deutschland. Mir ist bewusst, dass der Laudator bei so einer Gelegenheit tunlichst nicht zuerst über sich selbst reden sollte. Und doch möchte ich Sie zunächst einmal kurz wegführen aus dem Wolfenbüttel von 2024, aber auch weg aus München, wo der Jubilar 1948 geboren wurde, aufwuchs und später Malerei, dann Kunstgeschichte und Semiologie studierte, weg aus Kaufbeuren, wo
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Der Lessing-Preis für Kritik 2024 würdigt die Herkulesarbeit von Georg Seeßlen (AM) Mit großer Freude gratulieren wir unserem Autor – und meinem langjährigen Freund – Georg Seeßlen zur Auszeichnung mit dem Lessing-Preis für Kritik 2024. Georg Seeßlen, Jahrgang 1948 und in München Kunstgeschichte und Semiologie studiert, als Maler nicht verkäuflich, als Musiker zu ungenau, vom Bildhauen zu schweigen, ist einer der letzten Enzyklopädisten unserer Tage. Die Bandbreite seiner sensibilité universelle, wie das bei Diderot geheißen hätte, spiegelt sich in seinen Arbeiten, sei es zu Pop oder Porno oder zum Cop-Film,
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