Leonardo Padura: »Yo tengo una gran deuda de gratitud con Thomas« Ich bin Thomas zu großem Dank verpflichtet. Er war es, der für einen in Deutschland unbekannten kubanischen Schriftstellers das Risiko einging, dessen erste Romane unter Vertrag zu nehmen. Das war, als er die Kriminalroman-Reihe des Unionsverlags konzipierte und koordinierte. So öffnete sich jene besondere Tür, durch die ich nun all die Jahre gegangen bin, mehr als zwanzig sind es inzwischen, in denen ich die große Genugtuung hatte, deutsche Leser zu gewinnen. Thomas war aber nicht nur ein großartiger Lektor und
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Sybille Ruge: Mémoires W saß mir gegenüber. Eine Bank im Nebel am Hauptbahnhof. Februar? Er in Lederjacke (Pelzfutter), mir fror das Gehirn ein (modische Klamotten). Wir legten langsam unsere Masken ab (Corona). Der Kaffee in den Pappbechern wurde kalt (Costa Coffee, ungenießbar). Ich machte ein fröhliches Gesicht dazu, immerhin saß mir W gegenüber. Nachdem ich mit W gesessen hatte, schrieb er mir Bemerkungen an den Rand. „Mimimi“„Hä?“„Versteht kein Mensch.“„Puh.“„Wo kommt das denn jetzt her?“„Brauchen wir das?“„Och, nee.“„??????“ W liest zwischen den Zeilen (bevor sie fertig sind).Plötzlich saß W in meinem
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Peter Torberg: Glücklich im Fahrwasser Du meine Güte, wie gratuliert man dem Krimi-Papst? Nun, gewiss nicht, indem man sich ihm zu Füßen wirft und lobhudelt, dass es nur so eine Art hat. Das sei den Kolumnisten vorbehalten, die so etwas in der Schublade liegen haben und die Versatzstücke jederzeit zu den entsprechenden „runden“ Geburtstagen zu Hymnen zusammenschustern … und sich eigentlich nur selbst loben. Und auch nicht, indem man jetzt lang und breit erklärt, wie TW zu seinem Ruhm kam: Durch fleißiges, beharrliches, belesenes Kärrnern auf den Äckern der Literatur,
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Die Story, die Miron Zownir für TW aus seiner unveröffentlichten Sammlung »Erste Liebe« ausgesucht hat, spielt Anfang der 60’er Jahre in der Gegend, aus der Thomas kommt, und hat einen zehn Jahre alten Protagonisten. High Noon Tommy hatte den ganzen Morgen verschlafen. Vom Fenster drang das dumpfe Gurren von Tauben. Sie klangen so deprimierend, dass er lange nicht aufstehen wollte. Mit seiner unerschütterlichen Beharrlichkeit ließ das trübe Morgenlicht, im Schlafzimmer alles so trostlos erscheinen. Es war der letzte Sommer bei seiner Oma und draußen schien wahrscheinlich die Sonne. Tommy
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(AM) Auf 450 Buchseiten kalkuliert war 2017 das Projekt »Leichenberg. Präposthumane Schriften. Herausgegeben von Claudia Denker. Mit ergänzenden Texten von Jochen Schmoldt (Chefredakteur PLÄRRER) und jan Christian Schmidt (Herausgeber kaliber.38) und Erläuterungen von Thomas Wörtche. Paperpack. Mit Glossar. 30,00 Euro« im CulturBooks Verlag. ”30 Jahre Nachdenken über Crime Fiction. Ein einmaliger Führer durch die Kriminalliteratur«, war der Teaser überschrieben. Der „Leichenberg“ war eine der allerersten, dienstältesten Kolumnen zur Crime Fiction in Deutschland, mutmaßlich 1987 begonnen und mit langem Atem geführt. Herausgeberin Claudia Denker rekonstruierte für den geplanten Band die Anfänge
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»Der Start von UT metro war fulminant. Auf einen Schlag tauchten im Frühjahr zwölf deutsche Erstausgabenam Krimihimmel auf, jedes Buch spielt an einem anderen Schauplatz: in Alaska, Hongkong, Bangkok, Oslo, Marseille, Westafrika, Kuba und Harlem, in England. Noch erstaunlicher als diese verlegerisch-logistische Leistung ist die Entdeckung unbekannte Autoren. Das Konzept, spannend von der Welt zu erzählen, bringt eine unverhoffte Vielfalt hervor: Beinahe in jedem Titel ist eine Besonderheit oder Innovation moderner Kriminalschriftstellerei zu entdecken. Der Unionsverlag hat seine ganze Erfahrung mit der Übersetzung wenig bekannter Literaturen aus der Zweiten und
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The making of metro … In memoriam Jac Flessenkemper Metro – die weltumspannende Krimi-Reihe, die gar keine Krimi-Reihe war, sondern aus 155 spannenden Romanen aus aller Welt bestand, und die ich ab 1998 erfunden und bis 2007 in Kooperation mit dem Zürcher Unionsverlag herausgegeben habe – dieses metro also war, so konnte man zum Beispiel lesen, »die beste Krimi-Reihe Europas«, hat ein bisschen den Krimi-Markt in Richtung »Global Crime« gedreht und ein wenig Trend gesetzt. Metro fuhr ein paar zigtausend Rezensionen mit einem Lob-zu-Verriss-Quotienten von 9&2 ein, gab eine Art Blaupause für
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»Mehr als ein Kriminalroman« »Kriminalromane« gehören in die Warengruppen 120 (Spannung), 121 (Krimis, Thriller, Spionage), 122 (Historische Kriminalromane) – buchhändlerisch gesehen. Und nicht in die Warengruppe 110 und folgende. Dort findet man »Erzählende Literatur« aller Art. So gesehen wären »Kriminalromane« und »Literatur« verschiedene Dinge. Aber pragmatische Abstraktionen sind noch lange keine literarischen oder ästhetischen Kategorien. Was auch niemand im Ernst behauptet. Aber was doch Verwirrung stiftet. Machen wir ein Experiment: Auf dem Umschlag, unter dem Titel Davenport 160×90 von Sybille Ruges Roman steht nicht, wie ursprünglich geplant und angekündigt, »Kriminalroman«,
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