D.B. Blettenberg: Die Ferne kann nicht trennen Nun also der 70ste. Seinen 65sten Geburtstag hat Thomas Wörtche auf der griechischen Insel Leros — die für eine Dekade mein freiwilliges Exil in der Ägäis war — gefeiert. Er lud bei Popis ein, einer einfachen und etwas abgelegenen Taverna an der Bucht von Merikiá. Wir saßen am Ufer über dem Strand und tauschten uns wie so oft über Gott und die Welt aus. Er war im Urlaub, residierte in einem kleinen Hotel in Álinda, aber auch hier wurde gearbeitet. Er bereitete
Read More
Wolfgang Brylla: Mordi et orbi Ist jemand auf verbalen Krawall aus, der sollte es versuchen, Thomas mit „Krimi-Papst“ anzusprechen. Den religiösen Vergleich hört er nicht so gerne, denn das Päpstliche hat schon was mit diktatorisch-ideologischer Brechstange-Rhetorik zu tun. Thomas ist auf keinen Fall ein orthodoxer Eremit, der auf Teufel komm raus seine Weltsicht (auf die Kriminalliteratur) durchzusetzen beabsichtigt. Auf der Mainstream-Welle mit zu schwimmen, ist seine Sache nicht. Seine Meinung verteidigt er argumentativ, kann austeilen, aber auch einstecken, hört immer zu. Dies alles mit dem Ziel, nicht nur für die
Read More
Liza Cody: From one music lover… Hi Alf, I’m working on a new computer and, for some reason, it identified you’re email as ‚junk‘. Because of that I only saw it today. Is it too late to say, ‚Happy birthday, Doctor Tom, from one music lover to another.‘ ? Best wishes, Liza Cody Danny Dziuk Ich hatte 2016 gerade ein Album rausgebracht, das ich für mein bislang bestes hielt. Pressereaktionen aber zunächst eher mau bis lauwarm, und mit diesem Gefühl im Rücken ging ich auch mal wieder auf eine meiner kleinen
Read More
Ekkehard Faude: Materialien zu einem Portrait of the Artist as a Younger Man. Als Nebenthema: “Wohl denen die gelebt…” 12. Juli 1999 (Verlegertagebuch) «Ein überraschender Anruf von Thomas Wörtche: mit amüsanten Missverständnissen. Er hatte sich bedanken wollen für die Weltwoche-Rezension seines „Wespennest“-Hefts, da er bei Union “angedockt“ hat, um dort eine internationale Krimireihe aufzubauen – Lucien Leitess hat ihm meine Telefonnummer besorgt. Ich war sozusagen erfreut und startled durch seine Stimme, meinte: er würde sich auf Post von mir melden – ich hatte aber nur vergeblich nach seiner Adresse im
Read More
Frank Göhre Lieber Thomas, Anfang der Siebziger Jahre hast Du in Bochum studiert. Anfang der Siebziger Jahre habe ich in unmittelbarer Nähe des Bochumer Polizeipräsidiums gewohnt. Beides konnte nicht ohne Folgen bleiben. In Erinnerung an jene Zeit und zu Deinem Siebzigsten widme ich Dir diesen Text. Bochum,1 Uhr nachtsDas menschliche Hirn ist eine FehlkonstruktionGegenüber zwei erleuchtete FensterFleetwood Macstell dir vorall daswas wir bisher gehört habendas ist sowie jetztFleetwood Macdas istsagt Körner und dreht einen Joint und wir spielenNowack auf dem Dachbodenund ich sagealleswas mir so einfälltist für mich wichtigsind neue
Read More
Johannes Groschupf: Ein Glücksfall Thomas Wörtche verzog keine Miene, als er mir ein Angebot machte, das ich nicht ablehnen konnte. Wir saßen bei einem Italiener am Rande Kreuzbergs. Es war spät geworden. Der Wirt wischte den Tresen mit dem Geschirrtuch. Claudia Denker, die uns zusammengebracht hatte, nippte an ihrem Grappa. Ich entschuldigte mich und ging zur Toilette. Ich schaute nicht nach, ob hinter dem Spülkasten eine Waffe versteckt war, sondern warf mir am Waschbecken kaltes Wasser ins Gesicht. Ob ich einen Thriller für seine Krimireihe bei Suhrkamp schreiben wolle? „Ja“,
Read More
Petra Hardt: Moskau Wer Thomas kennenlernen möchte, gehe mit ihm durch Moskau. Wie alle Metropolen ist diese wunderschöne Stadt ein Katalysator vorhandener Kapazitäten – und da sind wir wieder bei Thomas. Die Besichtigung des Roten Platzes geriet zu einem historischen und militärhistorischen Hauptseminar. Es war die wohl längste touristische Besichtigung der Place Rouge. Ich musste mich zwischendurch hinsetzen und alles verstanden habe ich auch nicht, aber Thomas kann man auch einfach so zuhören. Während der Schifffahrt auf der Moskwa offenbarte Thomas seine architektonischen und topographischen Kenntnisse. Der Ausflug auf dem
Read More
Sabine Kalff: Ein Mann fürs Große Auf Thomas Wörtche war ich neugierig, weil es ihn wie mich einmal zu Diaphanes verschlagen hat. Dessen Verleger hat die Fähigkeit, gute Leute anzuziehen und rasch in die Flucht zu schlagen. Schon nach wenigen Minuten war mir klar, dass Thomas Wörtche ein zu guter Fang für den kleinen Verlag war, ein stattlicher Karpfen, der das Boot beim Herausziehen zum Kentern zu bringen drohte. Als Literaturwissenschaftlerin habe eigentlich nichts mit Thomas Wörtche zu schaffen, doch ich komme gerne zu den Arbeitstreffen von Johannes Groschupf mit
Read More