Sonja Hartl über den fulminanten Kriminalroman von Ivy Pochoda Zwei Frauen gegen den Rest der Welt – nein, halt, stimmt gar nicht: Zwei Frauen gegeneinander und irgendwie auch gegen die Welt. Aber nur eine gesteht es sich ein: Diana „Dios“ Sandoval kommt aus Queens, ist ziemlich schlau, hatte deshalb ein Stipendium, aber hat dann einen Kommilitonen angegriffen. Das wollte dessen wohlhabende Mutter bestraft sehen und deshalb sitzt Dios nun im Gefängnis. Sie steht dazu, was sie getan hat, sie gefällt sich als unberechenbare gewalttätige Frau. Anders indes Florence „Florida“ Baum.Read More
71 Porträt-Folgen sind es in unserer kleinen Carsten-Klindt-Galerie mittlerweile geworden. Und es geht weiter. Heute kommt wieder eine Folge dazu. Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt, manchmal jeweils zwei – und bis Folge 34 manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes und Street Crimes. Carsten Klindt wuchs an der Nordsee auf und ist ausgebildeter Werbefotograf. Er wohnt seit überRead More
An der schönen blutigen Donau: Hungarian Edition Nicht nur in literarischer Hinsicht bleibt Ungarn immer noch ein nicht ganz erschlossenes Land. Denn was weiß man schon über die Heimat des Hertha-Kult-Torwarts (im Schlabberlook) Gábor Király? Außer Gulasch, Salami, Fidesz, Orban und Lothar Matthäus (der war mal an der Donau sogar Nationaltrainer) fällt einem nicht viel mehr ein. Auch das Allgemeinwissen über die ungarische Literaturindustrie hält sich bei den weniger ungarnaffinen Leser:innen eher in Grenzen, was nicht mit der ästhetischen Qualität der magyarischen Literatur zusammenhängt, sondern vielmehr mit der hochnäsigen EinstellungRead More
Tatort: Die große Angst Es ist absurd und doch konsequent: Je größer der Anteil der Kriminalfilme und Serien am fiktionalen Programm des Fernsehens wird, ob es nun linear oder über das Streaming wahrgenommen wird, um so unwichtiger erscheinen die verbleibenden Fernsehfilme, die ohne Verbrechen, Polizei und kriminaltechnische Untersuchung auskommen. Im Feuilleton werden sie jedenfalls kaum noch besprochen. Denn dem ist das Fernsehen generell aus dem Blick geraten. Nur die politischen Talkshows werden aktuell rezensiert, besser: nacherzählt, weil sie als Fortsatz der Berliner Politik mit den Mitteln des Fernsehens verstanden werden.Read More
Unendlicher Spaß Den wird man nicht haben, wenn man sich entschließt, das gleichnamige Buch von David Foster Wallace zu lesen. Foster Wallace war eine dieser tragischen Figuren der Literaturgeschichte. Zeitlebens von Depressionen und Alkoholabhängigkeit gequält, nahm sich der hochbegabte Mathematiker, leidenschaftliche Tennisspieler und starke Schwitzer 2008 im Alter von 46 Jahren das Leben und hinterließ ein beträchtliches und im wahrsten Sinne des Wortes „gewichtiges“ Werk. „Unendlicher Spaß“, 1996 veröffentlicht, aber erst 2009 auf Deutsch erschienen, zeichnet sich nicht nur durch die brillante Sprache aus, sondern auch durch die verwendeten StilmittelRead More