Georg Seeßlen Tag

Posted On September 1, 2021By Alf MayerIn Crimemag, CrimeMag September 2021

non fiction: kurz

Alf Mayer (AM) über: Philipp Gassert: 11. September 2001Garrett M. Graff: Und auf einmal diese Stille. Die Oral History des 11. SeptemberMittelweg 36: Metamorphosen der Kritischen TheorieMittelweg 36: Gewalt, Krieg, Recht. Siegfried-Landshut-Preis 2020: Isabel V. HullGeorg Seeßlen, Markus Metz: Wir Kleinbürger 4.0Sacha Szabo (Hg.): Bubble Gum StudiesKai Witzlack-Makarevich, Coretta Storz, Nadja Wulff: Von Alfons Zitterbacke bis Zonen-Gaby – Die DDR in Elf 99 Kapiteln Zeitenwende (AM) Die Welt war live dabei, als die Türme des World Trade Center einstürzten. Die Anschläge vom 11. September 2001 veränderten nicht nur die USA, sondernRead More
Gerd Koenen, Georg Seeßlen, Reto Weber und Alf Mayer über: Ingrid Mylo: Überall, wo wir Schatten warfen. Gedichte. edition AZUR, Volland & Quist, Berlin 2021. Klappenbroschur, 80 Seiten, 18 Euro. Reto Weber: Es passt Die Gedichte von Ingrid Mylo bewegen mich seit geraumer Zeit. Für mich als Musiker sind sie musikalische Essenzen und ich freue mich mit ihr ab 2022 auf der Bühne zu stehen und Töne hinzuzufügen. Es passt… Seine Internetpräsenz hier. Alf Mayer: Was richtet die Helligkeit an? Fern jeder Erzählung heißt die vorletzte Zeile in Ingrid MylosRead More

Posted On Mai 1, 2021By Markus Metz/ Georg SeesslenIn Crimemag, CrimeMag Mai 2021

Georg Seeßen/ Markus Metz „Beute und Gespenst“

Der arbeitende Kunde – und die Maschine als Agent und Spion Ein Textauszug aus:Markus Metz / Georg Seeßlen: Beute & Gespenst: Lebenswelten im Neoliberalismus. Bertz + Fischer, Berlin 2021. 192 Seiten, 14 Euro. Die Beziehung von rich image und poor image ähnelt dabei der neuen Beziehung zwischen Produzenten und Konsumenten. Die Unternehmen lagern seit etlicher Zeit Arbeiten aus, die früher in einem Face-to-Face-Gespräch oder einer Aktion zwischen Menschen verliefen, um sie durch Automaten erledigen zu lassen, die der Kunde selber bedient. Das ist eine Quelle immerwährenden Verdrusses, da man als arbeitender Kunde mit schönerRead More
Frank Schorneck –Claudia Schwartz –Wolfgang Schweiger –Georg Seeßlen – Frank Schorneck Das Jahr 2019 wird in meiner Erinnerung stets präsent bleiben als das Jahr, in dem wir einen Dachgeschossausbau in Angriff genommen haben. Seit diesem Jahr kann ich mitreden bei Fragen zu Brandschutz, Statik, Trockenbau und blicke nicht mehr nur höhnisch, sondern durchaus auch ein wenig mitleidig zu den weltbekannten Baustellen in Berlin oder Stuttgart. Auch das Phänomen der Kostenexplosion ist mir vertrauter geworden als ich es für nötig erachtet hätte.  Für die Literatur blieb da nicht nur wenig Zeit,Read More

Posted On August 5, 2019By Georg SeesslenIn Litmag, NATUR Special, News, Specials

Georg Seeßlen über Primzahlen und Zikaden

Der Gesang der Katastrophe Anmerkungen zu Primzahlen, Zikaden und Sprachen an einem langen, schläfrigen Sommernachmittag – von Georg Seeßlen                                                                    I Wenn man lange genug an einem späten Sommernachmittag unter diesem oder jenem Baum sitzt und nachdenkt (wie es ein nicht zu Ende befreiter Sklave gerne tut), gehen Gedanken, jedenfalls einige von ihnen, dorthin, wo noch keiner von ihnen war und wohin sie niemand geschickt hat. Es ist etwas, das einen durchströmt, als hätte man gerade alle Zeit der Welt; und die wiederum sei gerade dabei in sonderbare Einzelteile zu zerfallen. Zahlen und Reihen durchziehen das Wuchernde undRead More

Posted On Mai 1, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

Markus Pohlmeyer sieht „Hostiles“

Der Western als Totentanz und Modell von Versöhnung Ein Essay von Markus Pohlmeyer Das Grundgerüst der Handlung von Feinde – Hostiles (lat. hostilis = feindlich) wäre als episch zu beschreiben, auch wenn es sich ‚nur‘ um eine Reise handelt – fast wie bei der Odyssee, in welcher Odysseus nach langer Irrfahrt aus dem Trojanischen Krieg heimkehrt und dabei all seine Gefährten verliert. Jene Western-Reise führt nach den Kriegen gegen die Indianer durch phantastische Landschaften und in die Begegnung mit furchteinflößenden Monstern: Menschen und der eigenen Seele, in der das Unheimliche verdrängt und dämonisch lauert,Read More
Der kultivierte Cyborg, der unsterbliche Popstar und die lebende Wand des Wallpaper-TV Der Cyborg, das elektronisch­organische Mischwesen aus Mensch und Maschine, ist keine Zukunftsmusik mehr. Er ist auf der Ebene der Mechanik und der Chemie (1) so real wie auf der Ebene von Geist, Wahr­nehmung und Intelligenz. Wir sind die Cyborgs. Aber nicht das ist der Skandal. Aus dem Kino wissen wir, dass man mit dem Cyborg-­Status durchaus leben kann, eine entsprechende Kultur und ein entsprechen­der Auftrag vorausgesetzt. (Denn anders als bei einem »fleischlichen« Menschen, der einfach da ist, gibtRead More
Willkommen zu unserem Verlust-Special UNO. Verlust ist überall. Er bestimmt uns mehr, als wir wissen (wollen). Wir selbst und die Kultur sind voll des Verlorenen. Zugespitzt lässt sich sagen: Kultur ist Umgang mit Verlust. Und wenn wir lieben, trauern wir auch, „that’s the deal“, betont gerade – absichtsvoll öffentlich – Nick Cave in seinen „Red Hand Files“. Die Idee zu diesem Verlust-Special war ein kleines Korn, entwickelte sich dann immer zwingender. Und breiter. Wir haben das Special zweigeteilt, lesen Sie hier nun die Beiträge unseres Verlust UNO, Anfang Dezember folgt dannRead More
Verlust des Verlustes Eine hauntologische Grille – von Georg Seeßlen                                                                  I Unser Denken entsteht aus Unterscheidungen (Tag/Nacht, Lebendig/Tot, Rau/Glatt, Flüssig/Fest usw.) und unser Leben entsteht aus Trennungen (Mutter/Kind, Ich/Welt, Lust/Pflicht, Realität/Magie usw.). Jede Unterscheidung und jede Trennung ist zugleich Gewinn und Verlust. Etwas muss da immer abhanden kommen, aber wo geht es hin? Verlust ist nur spürbar, weil etwas nicht einfach weg ist. Der Kopf und die Kultur sind voll vom Verlorenen. Der Segen und das Verhängnis des Menschen: Dass er aus dem Verlust eine Produktivkraft gemacht hat.  KulturRead More

Posted On Januar 15, 2017By Georg SeesslenIn Bücher, Crimemag, Primärtext

Georg Seeßlen: Trump! POPulismus als Politik

Der Volksheld als Medienfigur – von Georg Seeßlen. Das ist schon immer seine Stärke gewesen, wie Georg Seeßlen die Populärkultur und ihre Bilder, Mythen, Verbiegungen, Träume und Versprechungen zu analysieren und verknüpfen versteht. Gäbe es jemanden, der ihn noch nie gelesen hat, wäre dieses schmale, pralle Buch eine idealtypische Empfehlung. 140 Seiten lesbare, erkenntnisreiche Lektüre – viel mehr muss man über Trump nicht sagen und nicht wissen. (Natürlich doch, wir empfehlen auch ausdrücklich our own Thomas Adcock nebenan.) Georg Seeßlen analysiert in seinem neuen, aktuellen Buch Donald Trump als Produkt derRead More
Europa ist eine Fata Morgana – „Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität“ hieß 2011 ihr Frontalangriff auf die Kulturindustrie, 2014 gefolgt vom großen Pamphlet „Geld frisst Kunst. Kunst frisst Geld“. Nun richten Markus Metz und Georg Seeßlen, seit vielen Jahren im Bayerischen Rundfunk und bei diversen Büchern ein gut eingespieltes Team, ihr Augenmerk auf die sogenannte Flüchtlingskrise und deren politische und kulturelle Semantik und Ikonographie. Es ist eine schonungslose Bestandsaufnahme. Alf Mayer hat sich das Buch „Hass und Hoffnung“ zu Gemüte geführt – und lässt die Autoren des Originaltons wegen dannRead More
Vom Wiedergewinnen verlorener Freiheit — Eine Laudatio von Georg Seeßlen auf den Künstler Christoph Schlingensief. Jetzt im Oktober wurde – posthum und fünf Jahre nach seinem Tod – der Konrad-Wolf-Preis 2015 an Christoph Schlingensief und das von ihm begründete Operndorf in Burkina Faso verliehen. Die Begründung lautete: „Konrad Wolf war ein politischer Filmemacher. Für ihn, von einem großen, skeptischen Projekt des Humanismus inspiriert, war es nicht nur wichtig, was Filme zeigen, sondern auch, was sie bewirken. Daher soll der Preis in seiner geistigen Dimension an einen Filmkünstler gehen, der sichRead More
„Mit der Faust auf die Leinwand“ — Immer einen Schritt weitergehen, als es die Vernunft gebietet. Es ist ein wenig wie ein gerade überstandener Hochseillauf, wenn man in den Abgrund Christoph Schlingensief geschaut hat – und sei es als Lektüre. Ein x-beliebiges Kapitel aus Georg Seeßlens „Der Filmemacher – Christoph Schlingensief“ genügt, um einen schwindlig zu machen. Abgründe und lichte Höhen, ein Verrücken der Perspektiven und Gewissheiten. Da legt einer die Axt an uns. Immer wieder, unermüdlich. Unglaublich oft in so einem kurzen, reichen Leben. Von Alf Mayer. Hier beiRead More
Kunst, ohne Museum Von Alf Mayer In einer gerechten Welt würde es Preise regnen auf dieses Buch, würde es weithin besprochen, zusätzlich in Galerien und Museen zum Verkauf angeboten, hätten alleine die Stadt Kassel und die ihr zugehörende Gesellschaft einige tausend Exemplare abgenommen, könnten die beiden Autoren mit dem Lohn ihrer gewaltigen Arbeit ein paar Monate ihre Miete finanzieren. In einer gerechten Welt wäre dieses Buch ein Ereignis. Aber es geht in ihm um Kunst. Da sind die Maßstäbe noch extremer außer Kraft, da läuft die Ökonomie des Geldes erstRead More