»Man muss mit dem auskommen, was man hat.« Ein CulturMag-Interview von Andreas Pflüger mit Ulrike Damm Zu einem Interview mit Ulrike Damm sollte man gut vorbereitet gehen, denn es genügt nicht, sich mit ihren Romanen im feuilletonistischen Sinne auseinanderzusetzen. Diese Künstlerin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, wenn man so will, der vom klassischen Erzählen über die typografische Gestaltung bis zu Installationen reicht. Man sollte ein wenig Metaphysik im Handgepäck sowie seinen Pessoa und vergessene russische Poeten parat haben, und es schadet gewiss nicht, ein Faible für trockenen Humor zu besitzen. Ulrike
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»Der Wirklichkeit keine Gewalt antun« Der erste deutschsprachige Hardboiled-Roman stammt aus Wien und dem Jahr 1953 Wenn man es nicht wüsste, könnte man sich in einem Roman von Ross Thomas wähnen. So modern, bissig, elegant und unverstaubt ist, was die österreichischen Autoren Milo Dor und Reinhard Federmann zwischen 1951 und 1956 als Hardboiled-Polithriller geschrieben haben. Es ist nur bisher nicht genügend aufgefallen. Zeit, dieser Pioniertat, die Hammett und Chandler in einem aufregend aktuellen Kontext fusionierte, einen Lorbeerkranz zu flechten. Es geht um drei Romane, der wichtigste von ihnen, »Internationale Zone«
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» … wir dürfen nicht in die Vergesslichkeit des Lebens versinken« Alf Mayer über das österreichische Autorenpaar Milo Dor & Reinhard Federmann »Wir sind mit der Welt, wie sie ist, nicht zufrieden. Wir wollen sie besser haben. Wir lassen uns die Freiheit nicht nehmen, das Verdorbene und Verlogene zur allgemeinen Schau zu stellen, Mörder Mörder zu nennen…«(Milo Dor, Reinhard Federmann: Für eine Literatur der Verpflichtung. In: Die Zukunft. Sozialistische Monatsschrift für Politik, Wirtschaft, Kultur 4/1949, Heft 7.) E und U und die damit verbundene Wertung von unterhaltsam und ernsthaft sind
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Eine fast untergegangene Welt Für manche Bücher wird´s aber Zeit. Sie müssen einfach sein. Das gilt ganz besonders für eine Werkschau des Fotografen Wolfgang Krolow, den die Assoziation A veranstaltet. Krolow (1950 – 2019) hat als der südwestdeutschen Provinz entlaufener Mensch die Bilder von Kreuzberg geprägt, die „man irgendwie kennt“. Es ist das Kreuzberg der 1970er und 1980er Jahre – die Zeit, als die Mauer noch stand, als Kreuzberg der place to be war, wenn man „anders“ leben wollte, das Hassobjekt von Ordnungspolitik und miefiger Piefigkeit, Freiraum und Utopia zumindest
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George in the Box. Porträt einer Romanfigur – von Dirk Schmidt Na, ja, – da sitzt der Spion zur hohen Zeit des kalten Kriegs hinter dem eisernen Vorhang und was noch nicht schief gegangen ist, wird bald schief gehen. Unter anderem weil die bereits damals vorsintflutliche Sendeapparatur ihren Geist aufgibt. In Zeiten, in dem wir ihm theoretisch mittels Google Earth beim Funken zusehen könnten, und die Kollegen diverser CSIs in der Lage wären aus seinem Angstschweiß das entscheidende Indiz für einen Kriminalfall des 17. Jahrhunderts zu extrahieren, wirkt diese Wendung
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