Der Kriminalroman als Trutzburg der Sinnhaftigkeit, als Trostbüchlein gar? Ein Essay von Thomas Wörtche Vielleicht kann man das Thema nur pointillistisch angehen: Denn was hier behandelt werden soll, ist eine ziemlich riskante Angelegenheit. Es geht darum, einem vor nicht allzu langer Zeit noch als trivial belächelten literarischen Genre eine Aufgabe aufzuhalsen, für die wesentlich anders strukturierte, menschheitsgeschichtlich konstitutive, durch die Jahrtausende unendlich ausdifferenzierte, durch “abgeschlossene Vokabulare” (im Sinne Richard Rortys) oder “scholastische Episteme” (im Sinne Pierre Bourdieus) definierte Systeme eigentlich zuständig sein sollten: Ausgerechnet die littérature maudite, die Kriminalliteratur soll
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Welten am Abgrund Bodo V. Hechelhammer zum neuen Roman „Schwarzer Samstag“, samt Interview mit dem Autor, der in seinen Romanen die deutsche Nachkriegsgeschichte nachzeichnet Mit Schwarzer Samstag legt Ralf Langroth den fünften Band seiner großen historischen Spionage-Thriller-Reihe um den BKA-Beamten Philipp Gerber vor. Der Kalte Krieg erreicht im Herbst 1962 seinen absoluten Höhepunkt. Während die Welt im Zuge der Kuba-Krise den Atem anhält und angstvoll auf einen drohenden Atomkrieg in den Abgrund blickt, gerät die junge Bundesrepublik durch die Spiegel-Affäre in eine eigene tiefgreifende Staatskrise. Vor dieser historischen Kulisse verwebt
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Das Rad muss sich weiterdrehen Mit einem vermeintlich solidarischen Investitionsmodell wollen die Frauen in einem Detroiter Vorort wieder an wohlhabendere Zeiten anknüpfen. Doch dann wird eine von ihnen ermordet. Megan Abbotts „El Dorado Drive“ ist eine leise und fiese Dekonstruktion der Nostalgie – Eine Rezension von Sonja Hartl. Grosse Point, Michigan. Die Bishop-Schwestern erinnern sich gerne an ihr Aufwachsen in dem wohlhabenden Vorort von Detroit. Als ihr Vater einen guten Job in der Automobilindustrie hatte, als sie und die Menschen um sie herum noch ausreichend Geld hatten. Doch nun drücken
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Die harte Polizistin, die Gefühle fürchtet Hanspeter Eggenberger über den zweiten Berlin-Thriller von Kim Koplin aka Edgar Rai Kim wer? Vor drei Jahren machte Kim Koplin mit dem Roman „Die Guten und die Toten“ Furore. Die deutschsprachige Krimiszene erging sich in Spekulationen, wer sich wohl hinter dem Pseudonym verberge. Sicher war nur, dass es jemand ist, der schreiben kann. Der temporeiche Berlin-Krimi um die Kripo-Kommissar-Anwärterin Nihal Khigarian mit aserbeidschanischen Wurzeln und den syrischen Flüchtling Saad mit seiner fünfjährigen Tochter Leila, der nicht die Schergen der syrischen Herrscher fürchtet, sondern die
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