regina Nössler
Deutsche Meisterin des subtilen Schreckens In den letzten dreißig Jahren hat die deutsche Autorin Regina Nössler, geboren 1964, durchschnittlich alle knapp zwei Jahre einen Roman veröffentlicht. Ich bin – leider – erst 2019 durch den Roman „Die Putzhilfe“ auf sie aufmerksam geworden. Und ich war beeindruckt. „Das ist ganz große Erzählkunst, wie man ihr – zumal im deutschen Sprachraum – leider nicht oft begegnet“, schrieb ich im Zürcher „Tages-Anzeiger“. Und ich kann das heute zu Nösslers neuem Thriller „Kellerassel“ nur bestätigend wiederholen. Wobei die meisten unter einem Thriller etwas anderesRead More
Tote fahren keinen Zug. Sagt man so. In Paula Rodriguez Kriminalroman „Dringliche Angelegenheiten“ ist genau das Ausgangspunkt einer irren Geschichte. Hugo sitzt in der Klemme. Er hat einen Mord begangen und muss dringend aus Buenos Aires verschwinden. Allerdings hat sein Zug einen Unfall – und nun liegt er zu Beginn von Paula Rodríguez „Dringliche Angelegenheiten“ auf einem Stapel toter und schwer verletzter Menschen in einem Waggon. Er erkennt seine Chance: sollte er es lebend aus dem Waggon schaffen, wird er seinen Tod vortäuschen und abhauen. Allerdings ist das einfacher gedachtRead More
Mein Chef hat die Schnauze voll von Berlin und will wegziehen. Ich muss gestehen, ich kann ihn nach 30 Jahren in der Hauptstadt verstehen und ich wünsche ihm viel Glück bei seinem Plan. Das Problem ist, ich verliere dadurch meinen Job. Leider handelt es sich um kein halbherziges Vorhaben, denn er hat einen Makler beauftragt, die Wohnung in Charlottenburg, die er in den neunziger Jahren billig gekauft hat und die uns als Büro dient, zu verkaufen. Meine Hoffnung war eine Weile, dass niemand die Wohnung kaufen will, denn sie istRead More
Der Fernsehkrimi im deutschen Fernsehen boomt. Ungezählt all die Verbrechen, die jeden Tag auf dem und für den Bildschirm begangen und die fast ausnahmslos in maximal 89 Minuten aufgeklärt werden. Dietrich Leder, der viele Jahre für die „Medienkorrespondenz“ über das Fernsehen schrieb, ehe dieses zweiwöchentliche Periodikum im Dezember 2021 eingestellt wurde, nimmt sich jeden Monat eine Erscheinung des laufenden Krimi-Programms vor und seziert, wie es die Darsteller der Pathologinnen und Pathologen in den Serien versprechen.  Die Figur Sörensen als komplettes Medienpaket Am 18. Oktober wurde im Ersten Programm zur besten SendezeitRead More
Gosling as Noir’s Apex Predator Once a year, usually in October, I re-watch the neo-noir film Drive (2011). The synthesis of pop soundtrack, neon visuals, and bleak subject matter triggers something deep in my mind, leaving me oddly happy. There are some aspects of the plot I still don’t quite understand, but every time I finish the film, I come away with the same thought: It’s physically difficult to stomp someone to death in an elevator. Near the end of the film, when Ryan Gosling’s otherwise-nameless Driver slams his boot through theRead More
So hat er es gemacht. Der Jean-Luc Picard Darsteller erinnert sich. Das Buch überrascht mit neuen Perspektiven auf den Schauspieler. Ganz gut illustriert das eine Anekdote mit Fast Food. Stewart beschreibt, wie er 2013 eine besondere New Yorker Pizza-Spezialität probiert, die man typischerweise als zusammengeklapptes Stück isst. Stolz postet er mit Foto auf Twitter: „My first ever Pizza slize“. Internet und Presse drehen durch. Sir Patrick, der Darsteller großer Shakespeare-Figuren und des distinguierten Gentleman Jean-Luc Picard lässt sich mit Anfang 70 auf das Niveau von gewöhnlichen Sterblichen herab – undRead More
Goodfellas on the Range About the new Scorsese film Honore de Balzac, who as far as I know never set foot on Wall Street or in Oklahoma during the oil rush, is often credited with saying “behind every great fortune is a crime.” I kept thinking of the line – actually a reduction of what he wrote – while watching the movie Killers of the Flower Moon. As you probably know, Killers is based on a nonfiction book by David Grann. It tells the story of a breathtaking American crime. Or more accurately,Read More
 – Eine Skizze „The Creator“ (Der Schöpfer)? Als Theologe, der ich auch manchmal bin, musste ich bei diesem Titel den Film einfach nicht nicht sehen. Ab ins Kino. Siehe da, nach einem konventionellen Beginn sehr viele Überraschungen. So bedarf beispielsweise der Titel am Ende gewiss einer Korrektur, denn ER müsste SIE heißen: die Schöpferin (lat. creatrix oder im Film nirmata)! Und grundsätzlich gilt: Nichts ist hier, wie es scheint. Zunächst wirkt „The Creator“ wie eine hemmungslose Zitatensammlung; da gab es etwas von Terminator, Star Wars (Die US-Army besitzt natürlich eine Art Todesstern – wer sonst?), Rogue One (kaum verwunderlich,Read More