Geschrieben am 31. Dezember 2023 von für Highlights, Highlights 2023

Marcus Müntefering, Ingrid Mylo, Andrew Nette

Marcus Müntefering: 2023 – Was vom Jahre übrig bleibt

Literatur

Bret Easton Ellis – The Shards

Sprich, Erinnerung. Heißkalter Thriller. (Siehe hier bei uns.)

Megan Abbott – Aus der Balance.

Wie brutal Ballett sein kann.

Percival Everett – Die Bäume.

Zombies! Run, Racists!

Deepti Kapoor – Zeit der Schuld.

Die indische Version von „Der Pate“? Nein, besser (zumindest als Puzos Roman).

Kim Koplin – Die Guten und die Toten.

Berlin brutal. Fast ohne Klischees dafür mit ungelöstem Autorenrätsel.

John Brownlow – Seventeen.

So. Geht. Action. Und nur so.

Michael Connelly – Zwei Wahrheiten.

Nicola Lagioia – Die Stadt der Lebenden.

Rom, die ewige Stadt als Lasterhölle. Grauenhaft gut.

Denise Mina – Fester Glaube/Der Vertraute der Königin.

Doppelschlag der verlässlich brillanten Schottin.

Val McDermid – 1989.

Linker Feminismus trifft auf beste Unterhaltung und die schöne Erkenntnis: Mein Leben ist langweiliger als die Geschichten, die ich erfinde.

Dennis Lehane – Sekunden der Gnade.

Wenn es wirklich sein letzter Roman ist – was für ein Abgang!

Jordan Harper – Alles schweigt.

Hollywood als Missbrauchsmaschine. Bekanntes Thema, völlig neu erzählt. Roman des Jahres.

Karin Smirnoff – Verderben.

Lisbeth Salander macht auch in der nordschwedischen Provinz bella figura. Gelungener Neustart einer an sich toten Serie.

Andreas Pflüger – Wie sterben geht.

Schneewittchen und die siebentausend Krimizwerge – unser einziger großer internationaler Thrillerautor.

Lawrence Osborne – Java Road Hong Kong.

Wehmütig wie Wong Kar-Wai, aber auch very british. Sprachlich so elegant wie ein Anzug von Armani (allerdings nur im Original).

Fernsehen/Film

2023 war das Jahr des Tylor Sheridan. Nichts machte so süchtig wie „Yellowstone“, diese Epos aus Blut, Staub, Pferden, Rindern und anarchischem Konservatismus. Wie „Dallas“ auf sehr guten Drogen.

Und dann die Offsprings: „1883“ ist vielleicht der beste amerikanische Western seit „The Searchers“, eigentlich keine Serie, sondern ein langer, elegischer, manchmal unfassbar harter Film. 

„1923“ mit Harrison Ford und Helen Mirren ist ebenfalls sehr gut.

Wie Sheridan dann auch noch Zeit gefunden hat, die heftige Gefängnisserie „Mayor of Kingstown“ zu machen? Egal, weil geil.

Und dann sind da ja auch noch „Lawmen: Bass Reeves“ und „Specia Ops‘‘: Lioness“, die ich noch nicht einmal gesehen habe. Auch 2024, wage ich vorherzusagen, wird ein Sheridan-Jahr.

Wer von Montana („Yellowstone“) nicht genug bekommen kann, muss nur ein paar Meilen weiter südlich schauen: Wyoming ist das Zuhause des Wildhüters Joe Pickett in der nach ihm benannten Serie, die auf den Romanen von C.J. Box beruhen. Joe hat nicht nur mit vielen mörderischen Rednecks zu tun, sondern auch mit seiner anspruchsvollen Familie, biestige Schwiegermutter inklusive. Nach zwei Staffeln abgesetzt, ein Skandal.

Auf volle sechs Staffeln kommt „Snowfall“, und dass ich alle gesehen habe, dafür bin ich meinem Freund Timo Blunck unendlich dankbar. Eigentlich wollte ich nach zwei – recht guten, aber leicht redundanten – Staffeln aufhören, aber Timo sagte, es würde immer besser, auch weil irgendwann Walter Mosley als Autor und Produzent dabei ist. Er hatte Recht. Und: Keine Serie sieht besser aus als diese. Sie erzählt von den Anfängen der Crack-Epidemie – wie die CIA die (vor allem schwarze) USA abhängig macht, um in Nicaragua gegen den Kommunismus zu kämpfen. Und wie wenige Menschen dadurch sehr reich werden. 

Und Kino? Da war die Frage „Barbie“ oder „Oppenheimer“ – das sagt doch schon ziemlich alles. Ich habe mich für weder noch entschieden und stattdessen „Past Lives“ gesehen, ein kleiner, hoch emotionaler Film. Hätte ich aber auch verpasst, wenn mich in Glasgow nicht brutaler Dauerregen ins Kino getrieben hätte. 

Musik

Das Album des Jahres ist für mich natürlich das Comeback der schottischen Band The Bathers nach rund 20 Jahren: „Sirenesque“ ist von überirdischer Schönheit. 

Konzert des Jahres: SWANS (Kampnagel, Hamburg), die immer wieder neue Facetten des Lärms finden. Der einzig wahre Wall of Sound.

Festivals

Die Crime Cologne ist leider ausgefallen (by the way: R.I.P. Hajo Emons). Dafür war ich zum ersten Mal in Stirling bei „Bloody Scotland“, und wie mir Simone Buchholz prophezeit hat, habe ich mich schockverliebt. Dutzende Autoren von Mick Herron über Chris Brookmyre, Doug Johnstone, Val McDermid, Abir Mukherjee und Denis Mina bis zu Alan Parks verteilt auf wenig Fläche, ein, zwei Pubs und Cafés, ein Traum. Und das Beste: Auf den Panels wird nicht vorgelesen, sondern gesprochen. Auf höchstem Unterhaltungsniveau. Nächstes Jahr ist schon dick im Kalender unterstrichen. Und okay, der Fackellauf ist für Besucher aus Deutschland ein wenig befremdlich. Aber hey, wenn Mick Herron neben dir herläuft…

Die Texte von Marcus Müntefering bei uns gibt es hier

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Ingrid Mylo: Die Hunde von China

Nicht nur über Michael Köhlmeier und ‚Das Schöne‘

  1. In ‚Weißer Sprung‘, einem Gedicht für eine zum Schweigen gebrachte Poetin, stehen die Zeilen: „Streich den Efeu // aus deinem Gesicht, // sie werden es tun: // der Schönheit // die Flügel ausreißen“. Sie haben es getan, unzählige Male, sie tun es gerade erneut, in der blinden Überzeugung, die Guten zu sein: das macht es besonders verwerflich. 

II.        So viele Zettel, so viele verschwendete Worte: und immer noch hab ich, was ich über die Schönheit begonnen hab, mindestens gute elf Mal, nicht geschrieben. Zu viel darüber geredet, mit Freunden, am Telefon, in den Cafés: manchmal hilft das, die Gedanken aus dem Hirn zu ziehen, meist ist es schädlich, zersetzt, was am Entstehen ist: was schließlich auf dem Papier stünde, wäre Wiederholtes, zerfasert, leblos gekaut, grau. Inzwischen hat es sich ein anderer zu eigen gemacht, ‚Das Schöne’, heißt Köhlmeiers Buch. Als ich vor Monaten die Ankündigung las, dachte ich anfangs, Scheiße, schnell war ich erleichtert: er hat es mir abgenommen, ich muß nicht mehr ran.

III.       Und es ist wunderbar, Köhlmeiers Buch, seine 59 kurzen Essays über das, was ihn bewegt: Rätselhaftigkeit, gute Dämonen, Sprachverwirrungen, Bob Dylan, das Glück, immer wieder das Glück, Huck Finn, das Herz der Finsternis, Märchen, die Virtuosität von Rockgitarristen, Pathos und die Lust darauf: er hat diese Eskapaden, sehr zu recht, 59 Begeisterungen genannt. Und löst exakt das mit ihnen aus: Begeisterung.

IV.       „Die Menschen haben die Poesie aus ihrem Leben verbannt“, schreibt Manuel Vilas in seinem Roman ‚Was bleibt, ist die Freude‘, „deshalb gibt es so viel Unzufriedenheit, Bitterkeit und Hass.“ Nicht nur die Poesie: 2022, auf der noch sogenannten Documenta 15 in Kassel, haben sie mit der Aufforderung „Make friends not art“ auch der Kunst den Krieg erklärt. Wie so oft in einer Zeit, in der es Zerstörungen hagelt und der Untergang kaum „einen Schuß entfernt ist“ (Stones), wird das Schöne geschleift: als gäbe es, wenn die Welt brennt, kein Recht auf Rosen. Als ginge es nicht genau darum: dieser Zerstörung die Schönheit entgegenzusetzten, gerade und erst recht dann. Viele Vietcong-Künstler haben während des elenden Krieges Idyllen gezeichnet, Bilder gemalt von ihrer Sehnsucht nach Augenblicken ohne Gewalt, ohne Blut, haben sich hingesetzt, abends, nachts, in den Pausen zwischen den Gefechten, Werke gefertigt von ihrem unbedingten Wunsch „nach Beruhigung der zerrissenen Nerven, nach Erneuerung des Privatlebens in einer wiederhergestellten, von den Verheerungen des Krieges befreiten Natur“ (Felix Hofmann in ‚Das 100-Tagebuch‘). Dinh Q. Lê hat sie gesammelt, diese Zeichnungen der ‚Künstler-Soldaten‘: auf der documenta(13) von 2012, der letzten großen, war seine Installation zu sehen. Und in wie vielen japanischen Filmen schäumt über dem brutalen Mord der Blütenschnee eines Kirschbaums. Keins nimmt dem anderen die Dringlichkeit, die Schärfe, das Sein. Und beides ist wahr.

V.        Die Dummheit: Kunst zu verachten, in die Schranken zu weisen, den Rinnstein hinunterzuspülen, zu verbrennen, was immer: diese Dummheit haben viele begriffen. Die Gefahr nicht: wer die Kunst bekämpft, bekämpft, was uns menschlich macht. Ohne die Kunst, hat nicht nur einer gesagt, sind wir Barbaren. Ohne die Schönheit: Monster. Wer die Schönheit verneint, bereitet dem Totalitarismus den Boden.

VI.       Und Köhlmeier schreibt vom Schönen, von der Sehnsucht, von der Seele und ihrer Verführbarkeit, von der Wahrheit schreibt er und von der Weisheit, von gut und böse und der Umwertung aller Werte und setzt die „entartete Kunst“ des Dritten Reiches in Zusammenhang mit dem ideologischen Feldzug, der heute als „kulturelle Aneignung“ ein Miteinander, ein Durchdringen der Kulturen ausschließt. „Ein nationalistisch bis rassistisches Denken, das darauf aufpasst, das jeder neben seinem eigenen Häufchen hockenbleibt, ist abstoßend, lächerlich und letztlich kulturtötend.“ Philosophierend tanzt er, nein, nicht tanzt, so spielerisch nicht, eher schlendert, eher spaziert, immer noch nicht das treffende Wort, vielleicht flaniert, ja: flaniert Köhlmeier im Gespräch mit sich und dem, was er an Themen ins Auge faßt, durch die Seiten, durch die Zeiten, Daidalos, Shakespeare, Platon, Augustinus, Homer, er sagt Mythos, er sagt Blues, er sagt Begeisterung, verweist auf Goethe, dem die Begeisterung als das Beste am Menschen galt. Können Bürokraten das: sich begeistern. Können es Algorithmen?

VII.      So, wie wir ohne Kunst, ohne Kultur Barbaren sind, sind wir ohne das Überflüssige, Nutzlose: bloße Roboter. „[…] ist nicht alles, was wertvoll ist, nutzlos?“ fragt Ilja Leonard Pfeijffer in ‚Monterosso mon amour‘. Und: „Nutzlosigkeit ist per se eine Form von Widerstand“, schreibt die Essayistin Rebecca Solnit in ihrem Buch ‚Orwells Rosen‘, „das, was als nutzlos gilt, erfüllt in Wahrheit subtilere Zwecke.“

            Während einer der Hungersnöte in China bestand eine staatlich angeordnete Maßnahme darin, alle Hunde im Land zu töten: die Tiere, zu nichts nütze, würden den Menschen das wenige Essen auch noch wegfressen. Der Fotograf Frank Horvat erkannte in diesem bürokratischen, auf strikte Effektivität ausgerichteten Akt das eigentliche Übel: die der scheinbaren Menschenrettung zugrundeliegende Unmenschlichkeit, die ihn entsetzlicher ankam als all die Hungernden, Verhungernden und Hungertoten. In jüngster Zeit, während der Pandemie, fielen die Hunde in China erneut einer Kampagne zum Opfer: aus abergläubischer Furcht vor Ansteckung wurden sie massenhaft gejagt, eingefangen, mit Knüppeln halbtot geprügelt, in Säcke gestopft, auf die weiter eingeschlagen wurde: wie schnell auch die Angst Menschen in Ungeheuer verkehrt.

VIII.    Ein Zitat von Anita Albus auf der Rückseite ihres Prachtbandes ‚Affentheater‘ endet mit dem Satz: „Es ist zeitgemäß, auf die Schönheit der Dinge hinzuweisen, die wir im Begriff sind, zu zerstören und zu verlieren.“ Allein das silbrige Lichtblau des Lesebändchens zwischen Meerkatzen, Schwarzgorillas und Tamarinen: wie der Schweif eines Kometen nach Erfüllung des Wunsches.

IX.       Oder ein Wort, schön wie Feenglas: wer weiß schon noch, was geschehen ist, um diesen Namen hervorzubringen, in welche Geschichten hinein er sich öffnet, Bergwerke, Silber, die Schlacke, in der das Blau märchengleich ruht, einer der Schatten, die die Schönheit wirft.

X.        Und die kleinen Schönheiten eines Romans, der sich ganz anders gebärdet: als fürchte er, ihrem Einfluß zu unterliegen, hält Mirko Bonné, ja, was eigentlich: das Poetische, das Schöne? mit Nüchternheit und furchtbar vielen eisernen Klammern, in denen er abwiegelt, zurechtrückt, ergänzt (hat er gezählt, wie viele er da errichtet hat), auf Abstand: lieber ironisch, das stärkt, Schönheit macht wehrlos. Und doch fällt er ihr zuweilen anheim: mit dem schönen Titel ‚Alle ungezählten Sterne‘, mit mindestens den beiden Kapitelüberschriften ‚Botschaften im Regen‘ und ‚Der Anfang der Wahrheit‘ die, ebenso schön und schlicht, in einem Buch von Lars Gustafsson auftauchen könnten: sehr oft liest sich das Inhaltsverzeichnis dieses schwedischen Schriftstellers wie ein Gedicht. Mit Stellen, in denen Bonné blaues Licht in die Disteln fallen läßt, und mit seiner Kunst, Wissen auf eine Weise zu offenbaren, daß dieser Preisgabe eine eigene Art Schönheit innewohnt.

XI.       Mehr denn je gilt es, jenen in den Arm zu fallen, die das versuchen: der Schönheit die Flügel auszureißen. Denn die Schönheit ist es, wie Dostojewski wußte, und nur die Schönheit, die uns retten wird.

©  ingrid mylo

Michael Köhlmeier: Das Schöne. 59 Begeisterungen. Hanser 2023 / 231 S. / € 23,-
Anita Albus: Affentheater. S. Fischer 2022 / 221 S. / € 48,-
Mirko Bonné: Alle ungezählten Sterne. Schöffling & Co 2023 / 326 S. / € 25,-

Im Dezember 2022 erschien, herausgegeben, kommentiert und übersetzt von Ingrid Mylo: „Katharine Mansfield: Alles, was ich schreibe – alles, was ich bin. Texte einer Unbeugsamen“ (unsere Besprechung hier.) Ingrid Mylos Texte bei uns hier, darunter auch ihre „3 x 11 Spielworte“ – eine andere Art, auf Bücher zu deuten, nämlich auf Zitate mit bestimmten Worten. Vier Blicke auf ihren Gedichtband Überall, wo wir Schatten warfen bei uns. Im April 2023 erschien in der Edition Azur bei Voland & Quist ihr Werkband „Die Entfernung der Sterne“. Besprechung von Alf Mayer bei uns hier. – Zur d13 entstand von Ingrid Mylo und Felix Hofmann das „100-Tagebuch“. Einhundert Tage lang waren sie jeden Tag auf der documenta. So genau hat dort noch nie jemand hingesehen. Eine Besprechung bei uns hier.

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Andrew Nette: Little known noir movies to watch

I have my own list of noir from various parts of the globe. Below are thirteen non-American movies I can heartily recommend that can be loosely categorised as film noir and which very broadly fall into the time period of classic Hollywood noir. 

Some of these are streaming. Others are easy and not too expensive to acquire on DVD. A few are much harder to find, but I’ll give you a tip, YouTube is your friend here.

They Made Me a Fugitive (Great Britain, 1947)

One of a trio of early post-war British gangster films that caused a stir with censors, They Made me a Fugitive stars Trevor Howard as Clem Morgan, a demobbed Royal Air Force pilot who out of boredom joins a criminal gang headed by a flash gangster with a nasty streak, but baulks when he discovers his new employer is trafficking drugs. What I love about this film, and the aspect that attracted the most critical condemnation when it first appeared, is its depiction of the poverty and desperation of post-war British life.

The Damned (France, 1947)

Set at the end of World War II, Rene Clement’s film focuses on a group of wealthy and influential Nazi’s and their assortment of loathsome, opportunistic sympathisers and collaborators, who are fleeing Germany aboard a submarine for what they hope will be the safety of South America. There are lashings of political, psychological and sexual tension and skullduggery as the tenuous ties that bind the group together unravel.

Stray Dog (1949)

There are so many Japanese films that could be included on this list, but for my money Akira Kurosawa’s Stray Dog is one of the best. A police detective (played by a young Toshiro Mifune) loses his gun and is forced to dive into the criminal underbelly of post-war Tokyo to find it. Meanwhile the gun is being used in an increasingly serious spate of violent crimes.

The Wages of Fear (France, 1953)

Yes, William Friedkin’s Sorcerer (1977) is great, but have you clocked the 1953 French film it is based on, Henri-Georges Clouzot’s The Wages of Fear? Based on the book by Georges Arnaud, The Wages of Fear is one of the ultimate pitch black noirs, an unlikely buddy film and a devastating critique of colonialism. 

The Black Vampire (Argentina, 1953)

The Black Vampire is a retelling of Fritz Lang’s 1931 classic, M. Helmed by one of Argentina’s most famous mid-century directors, Roman Vinoly Barreto, it depicts the panic that engulfs Buenos Aires as children are murdered by a paedophile. Barreto particularly focuses on a nightclub singer and mother, played by Argentina’s equivalent of Marilyn Monroe, Olga Zubarry, who is the sole eyewitness to the child killer and who fears her daughter may be the next victim.

Cairo Station (Egypt, 1958)

This was a recent discovery in the process of co-editing an upcoming non-fiction book. An early film by one of the giants of Egyptian cinema, Youssef Chahine, the action centres on a series of murders taking place around Cairo’s main train station. Against this backdrop, the film explores the obsession of a disabled newspaper seller (played by the director) with a young woman who works as a semi illegal drink seller at the station, as well as official corruption and labour unrest. A underrated gem of a noir.

Ten Seconds to Hell (Great Britain/West Germany (1959)

The is one of the harder of the films on this list to find, but well worth the effort. Robert Aldrich directs a British/West German project about two former German POWs who find work as part of a bomb disposal squad in post-war Berlin. The deadly work takes its toll until only two men are left (played by Jack Palance and Jeff Chandler), both of whom are also in love with the same woman (Martine Carol). I know this film has an American director and a largely American cast, but it was a European co-production and was filmed on location in Berlin, so I can justify its inclusion on this list. But if you want to be a pendant, then watch Helmut Käutner’s 1961 West German film Black Gravel (Schwarzer Kies), which I hear is excellent but have never managed to find a copy of it to watch.

Never Let Go (Great Britain, 1960)

I have seen John Guillermin’s proto-vigilante film Never Let Go several times and just love it. A put upon cosmetics salesman under economic pressure (Richard Todd) is forced to take drastic action when his car – essential to keeping his job – is stolen by a group of young toughs with links to a glitzy, vicious gangster (Peter Sellers at his venal best) and the police are, at best, inactive. A deceptively hard British noir. The ending in particular packs a real emotional punch.

Payroll (Great Britain, 1961)

Journeyman director Sidney Hayers helmed this terrifically hardboiled British heist film in which a tough criminal gang find their plan to steal a factory payroll thrown into confusion when the factory concerned hires a state of the art armoured car to carry the cash. They decide to press ahead, with disastrous consequences. An additional layer of suspense is provided by the gang’s unstable inside man, the factory’s accountant, and his scheming Euro femme fatale wife, played by veteran French actress, Francoise Prevost.

Assault on a Pay Train (Brazil, 1962)

Assault on a Pay Train had been on my radar for a while and I finally got to see as part of Melbourne Cinematheque’s recent season of Brazilian crime films of the 1960s/70s. A gang of men pull a successful payroll heist only to see things fall apart due to human greed and forces beyond their control in the slum they live in. A wonderfully innovative heist gone wrong film, incorporating a sharp take on class and race.

The Red Circle (France, 1970)

I don’t know why it took me so long to clock what is one of the best heists gone wrong films I’ve seen. A desperate group of criminals (Alain Delon, Gian Maria Volonté & Yves Montand) team up to rob a jewellery showroom, an extended scene that easily rivals the one in Jules Dassin’s classic, Rififi (1955). Jean-Pierre Melville’s The Red Circle also boasts one of the best scenes in which a character suffers from the DTs scenes since Billy Wilder’s The Lost Weekend (1945).

Mr. Klein (France, 1976)

My friend Jedidiah Ayres recommended Joseph Pevney’s little known 1950 B-noir Shakedown, and it is indeed, great. The story of a ruthless newspaper photographer who will stop at nothing to climb his way to the top, it includes one of my very favourite film noir flourishes, the use of newspaper headlines to explain key plot points.

But the film that has really stayed with me is Joseph Losey’s Mr. Klein (1976). I am a huge Losey fan but had not got around to this one. A cynical war profiteer in Nazi occupied Paris (Alain Delon) finds his life starting to unravel when he is mistaken for a Jewish man of same name. A strange cat and mouse chase ensures as Klein pursues his doppelgänger, who may not even exist, around Paris. This is interspersed with what appear at first as unrelated scenes of the Vichy administration mobilising its bureaucracy and police, but which are eventually revealed as preparations to arrest and deport Paris’s Jewish population to concentration camps. Everything about this film, from the washed out aesthetic to Klein’s brushes with various uncaring officials, serves to function as a chilling noir infused metaphor for the deliberate unseeing of horrific events. In addition to real war time events – the mass arrest of Paris’s foreign Jewish population by the French police at the behest of the German occupiers in July 1942 – Losey must have infused Mr. Klein with his own experience as a victim of the anti-communist HUAC witch hunt in the early 1950s.

My stuff

I just want to alert you all to fact that my academic monograph, Horwitz Publications, Pulp Fiction & the Rise of the Australian Paperback, is due to come out in paperback on January 16 2024.

The book has been out in hardback via Anthem Press since mid-2022, priced for university libraries and thus unavailable to individuals interested in the history of Australian pulp fiction. The paperback is more affordable – £25 or US$35, plus postage. You can check out the book on the Anthem website here.

The book originated in a PhD I took at Sydney’s Macquarie University on Horwitz Publications, Australia’s largest post-war pulp paperback publisher. My study is the first book length examination of Australian pulp and one of the few detailed studies I am aware of a specific pulp publisher to appear anywhere. It not only looks the genres Horwitz published, but the writers and artists who worked for it, including some ground-breaking research on Australian female pulp writers. It also reveals the hidden role that Horwitz, derided purely as a low rent purveyor of cheap, salacious fiction for most of its existence, had in the take up of the paperback by mainstream Australian publishers, as well as how Horwitz pulp was a key vehicle for powerful vernacular modernist currents that coursed through Australia in the 1950s & 1960s. I am very proud of the book and would love it to get a few more readers.

Second, baby’s first solo film commentary is out, for the Severin Films release of Stephen Wallace’s 1980 tough as nails Australian prison film, Stir. Australia has produced some excellent prison movies, Ghosts of the Civil Dead (1988), Everynight… Everynight (1994) and Chopper (2000), but I think Stir is the best of the these. Based on the real life 1974 Bathurst prison riot, the film was made in collaboration with prisoner’s rights groups and was groundbreaking in so many ways, from revealing the brutal conditions in prisons to what is among the earliest depictions of homosexuality on the Australian big screen. Maybe you can pick up the
Blu-ray, which is packed with other great features, from Severin Film here.

And there is my last novel, Orphan Road, reviewed by Alf Mayer on this site: » Ein Gesicht wie fünf Meilen ungeteerter Straße« (A face like five miles of unpaved road…)

Andrew Nette lives in Melbourne and is a writer of fiction and non-fiction, reviewer and pulp scholar. He is the author of three novels, Ghost Money, a crime story set in Cambodia in the mid-nineties, and Gunshine State, and co-editor of Hard Labour, an anthology of Australian short crime fiction, and LEE, an anthology of fiction inspired by American cinema icon, Lee Marvin. He also co-edited Girl Gangs, Biker Boys, and Real Cool Cats: Pulp Fiction and Youth Culture, 1950 to 1980, and Sticking it to the Man: Revolution and Counterculture in Pulp and Popular Fiction, 1956 to 1980both published by PM Press. Both reviewed by Alf Mayer here and here. He also co-edited a third volume for PM Press, Dangerous Visions and New Worlds: Radical Science Fiction, 1950-1980out in late 2021 and reviewed here by Alf Mayer. 

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