3 x 11 Spielworte (45) – Spiegel, Wolken, Antwort Wer liest, sammelt Sätze. Manchmal bewußt. Manchmal ist ein einziges Wort ausschlaggebend: hartnäckig taucht es immer wieder auf. Fliege, zum Beispiel. Oder Mitternacht. Oder Asphalt. In ganz unterschiedlichen Büchern und Zusammenhängen, bei ganz unterschiedlichen Schriftstellern. Solche Fliegensätze oder Mitternachtssätze oder Asphaltsätze finden, immer elf an der Zahl, in der Serie 3 x 11 Spielworte ihren Platz. Ein Spaß, ein Zeitvertreib. Und eine andere Art, auf Bücher zu deuten. – Von Ingrid Mylo. Dieses Mal schon zum vierundvierzigsten Mal. ** ** Spielwort: Spiegel Elf
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Abgrundtief „Die obsessive Liebe zweier Männer zu einer Frau, die sich zwischen ihnen nicht entscheiden mag“, sieht der Klappentext im neuen Roman von T.C. Boyle und liegt damit so weit vom Kern der Geschichte wie man nur sein kann: Liebe spielt in dem Geflecht der drei Protagonisten eine extrem untergeordnete Rolle. Dr. Terence Tully, Assistenzarzt am County Hospital Los Angeles, reist nach Boulder City, um dort nach dem Haus seiner gerade verstorbenen Mutter zu schauen. Er wird das Haus erben – und auch Daisy, den trauernden Hund. Beim Frühstück in
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Reduktion mit Schattenwurf Alf Mayer über die zweibändige Graphic Novel der Krimiverleger Guérif & Gallmeister »Es war einmal Amerika. Eine Geschichte der amerikanischen Literatur« Literaturgeschichte als Graphic Novel? Aber ja. Das ist immer willkommen. »Es war einmal Amerika. Eine Geschichte der amerikanischen Literatur« malt ein gewaltiges Fresko, teilt sich auf zwei Bände auf. Band 1 erzählt das 19. Jahrhundert, Band 2. das 20. Jahrhundert, vornehmlich die erste Hälfte. Zusammen sind es 480 Seiten. Und sie erschlagen nicht, weil das Grundprinzip der Comics, die Reduktion, hier in gleich mehrfacher Hinsicht Platz
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Böse & klug & poetisch Hazel Rosenstrauch über Antonio Fian „In aller Offenheit“ Es gibt eine Art von hinterfotzigem Humor, der Österreichern und speziell Wienern besonders gut gelingt (auch wenn sie aus Kärnten kommen). Seit vielen Jahren schreibt Antonio Fian Dramolette, das sind kurze pointierte Szenen, in denen er Alltagsprobleme, Politisches oder echte Sensationen wie den Würstelstand als Weltkulturerbe aufspießt. Da viele Texte im Dialekt geschrieben stehen und der Autor in Germanien wenig bekannt ist, sage ich dazu, dass er in der Tradition der großen österreichischen Wahr-Sager Helmut Qualtinger, Georg
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Kosename und künstlerische Provokation Rezension von Susanne Konrad Für intellektuelle Zeitkritiker ist „Dada“ von alters her ein Zauberwort. 1916 in Zürich initiiert, war Dada eine direkte Reaktion auf die reaktionären bürgerlichen Wertvorstellungen, die den Kriegseifer für den Ersten Weltkrieg befeuert hatten. Mit Werten wie Schönheit und Ordnung wurde der Vaterlandskult untermauert. Gegen alles Konventionelle wandten sich die Dadaisten. Einer Anekdote zufolge blätterten die Künstler Hugo Ball und Tristan Tzara 1916 in einem deutsch-französischen Wörterbuch und stießen auf das Wörtchen Dada, das so viel wie „Holzpferdchen“ oder „Kinderspielzeug“ bedeutete. Sie erklärten
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