Vorsicht, dieses Buch hat 100.000 Volt! Alf Mayer über »All das passierte in diesem irrsinnigen Milieu Frankfurt« von Kenneth Hujer – und daraus weiter unten ein Textauszug: Roger Fritz filmt »Frankfurt Kaiserstraße« Kenneth Hujer: All das passierte in diesem irrsinnigen Milieu Frankfurt. Elf Gespräche über eine Stadt. Ventil Verlag, Mainz 2025. Klappenbroschur, mit Abbildungen, 216 Seiten, 25 Euro. – Verlagsinformationen hier. ** ** Natürlich bin ich befangen. 33 Jahre Frankfurt, davon 14 mit einer Politikerin verheiratet. Trauzeuge: Daniel Cohn-Bendit. 33 Jahre, jedes Jahr am Freitagabend vor dem ersten Dienstag im
Read More Mirco Becker: Damals in Frankfurt. Die Jahre 1846 – 1945Tilmann Bendikowski: Die Spur des Silbers. Wie die Jagd nach Edelmetall unsere Welt verändert hatSeth Harp: The Fort Bragg Cartel: Drug Trafficking and Murder in the Special Forces.Dan Jones: Kreuzfahrer. Der epische Kampf um das Heilige Land Max Spöcker: Your ticket is not guilty. This is the end of your fartNikolaus Wachsmann: KL. Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager ** ** Erinnern – für alle Zeiten (AM) Ausdrückliche Hochachtung, dass der Ullstein Verlag dieses 2016 erstmals auf Deutsch erschienene Standardwerk nicht nur
Read More Als Kolumnist auch schon eine Weile dabei – von Alf Mayer Es war einmal ein Kino in Frankfurt, die »Harmonie« in Frankfurt-Sachsenhausen, für eine Weile so etwas wie der Mittelpunkt meiner Welt. Das war späte Siebziger, Anfang bis Mitte der Achtziger. Eine Wirtschaft, manche nannten es Café, direkt daneben, gehörte eine Zeitlang dazu (heute das Antiquariat Wolfgang Rüger, von dem in dieser Ausgabe hier nebenan im Zusammenhang mit dem Cut-up-Schriftsteller Jürgen Ploog die Rede ist – immer noch ist die Welt halt klein, und rund). Ich hing so oft dort
Read More Alf Mayer zu Ausstellung und Katalog der Meisterfotografin Barbara Klemm »Klemm Frankfurt«, sagt der Buchtitel, »Barbara Bilder« ergänzt der magere Schriftteil. »Frankfurt Bilder« lautet lakonisch der Schmutztitel. Das Vorsatzblatt davor grau, wie Fotokarton. Barbara Klemm Frankfurt Bilder, das wirkt so augenfällig selbstverständlich als wäre es so immer schon gewesen. Und immer schon mit voller Absicht. Dabei wusste die Fotografin gar nicht, was sie als Schatz in ihren Beständen hat – und was sie über die Jahre meist nebenbei und ohne Auftrag in der zu ihrer Heimat gewordenen Stadt eingefangen hatte.
Read More Genre in Deutschland Die Achtziger. Das kalte Neon-Jahrzehnt. Reagan, Thatcher, Kohl – der Siegeszug des Neoliberalismus. Hedonismus im Schatten der Atombombe. Das Jahrzehnt der Metropolen. Frankfurt etwa. Kühl und nächtlich schimmernd liegt die Stadt einem zu Füßen, belebt von den glühend weißen Adern der Straßen. Die Welt ist verplombt. Aber es lässt sich gut aushalten darin, wie die Kamera nach einem waghalsigen Schwenk verdeutlicht. Nämlich dann, wenn man hier oben, in dem Hochhaus, von dem aus wir auf die Stadt blicken, aus einem Swimming Pool steigen kann. Dort unten der
Read More Keine Ruhe nach dem Sturm Nicht immer, aber oft lasse ich Bücher zum Thema ’68 links oder rechts liegen, zumal wenn sie von selbstgewissen weißen alten zufriedenen Männern stammen. Dieses ist anders und, wenn ich richtig recherchiert habe, in der 3. Auflage erschienen. Wie der Name sagt, ist Ulrike Heider eine Frau, aber das alleine genügt bekanntlich nicht, um differenziert, genau beobachtend, farbig, aus der Distanz und trotzdem mit heißem Herzen zu schreiben. Vor allem: unideologisch, der genauen Beobachtung mächtig. Sympathisch ist das Buch schon, weil Heider nicht für K-Gruppen,
Read More Die Zeichen am Himmel Alf Mayer über die Blockupy-Proteste, die Hochhausstadt Frankfurt und Ausbeutung im Baugewerbe. Die Skyline von Frankfurt am Main in schwarzen Rauch gehüllt, als wäre der Krieg in den Metropolen angekommen. Dieses Bild vom Mittwoch, 18. März 2015, dem Tag der offiziellen Eröffnungsfeier der neuen Türme der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, war so heftig, dass es die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bis heute in ihren Printausgaben nicht veröffentlichte. Keine Totale der Stadt, auf deren Türme man sonst so stolz ist, nur Nahaufnahmen der Blockupy-Proteste. Eine qualmende Kreuzung
Read More De mortuis nihil nisi bene. Auch wenn’s manchmal schwerfällt. Aber dann doch … Nun ist er ja schon eine kleine Weile in den ewigen Jagdgründen, nun darf man es ja ein bisschen sagen: Ich mochte Herrn Reich-Ranicki aus der Ferne eher gar nicht, halte und hielt ihn für eine Krawallschachtel, einen Egomanen und Brüllaffen, der grade so gut was anderes zur fortwährenden Selbstpreisung hätte wählen können als die Literatur. Es liegt ja auch nahe, dass er einen Teil seiner Unangreifbarkeit nicht ganz ungeschickt imperial geregelt hat: Dass z. B. Schirrmacher
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