Eine Master Class in Reportage Alf Mayer über das Journalisten-Buch von Dominic Nahr und Ivo Mijnssen Dominic Nahr, Ivo Mijnssen: Das wilde Feld. Front und Hinterland in der Ukraine 2022 – 2025. NZZ Libro/ Schwabe Verlagsgruppe, Basel 2025. Format 21 x 16 cm, Klappenbroschur. 304 Seiten, 140 Abbildungen, 39 CHF/ 39 Euro. ** ** Was für ein beeindruckendes Buch. Kein Gramm zu viel. Nüchtern. Sachlich. Eine Master Class in Reportage. So wird es, wenn Journalisten das tun können, was sie können. Und niemand ihnen hineinredet, es sei denn eine strenge,
Read More Die Sterne zum Schmelzen zu bringen Alf Mayer über den neuen Fotoband »My Education« von Bruce Weber »Menschliche Sprache ist wie ein zerbrochener Kessel, auf dem wir rohe Rhythmen tippen, zu denen Bären tanzen können, während wir uns danach sehnen, Musik zu machen, die die Sterne zum Schmelzen bringt.« (Gustave Flaubert) ** ** Bruce Weber: My Education. Fotoband. Verlag Taschen, Köln 2025. Mehrsprachige Ausgabe: Englisch, Französisch, Deutsch. Hardcover, 564 Seiten, 125 Euro. – Verlagsinformationen bei Taschen.com. Auch in zwei Art Editionen erhältlich:Art Edition No. 1–100, ‹Jeff Aquilon, Kona, Hawaii›, 1982.
Read More Eine fast untergegangene Welt Für manche Bücher wird´s aber Zeit. Sie müssen einfach sein. Das gilt ganz besonders für eine Werkschau des Fotografen Wolfgang Krolow, den die Assoziation A veranstaltet. Krolow (1950 – 2019) hat als der südwestdeutschen Provinz entlaufener Mensch die Bilder von Kreuzberg geprägt, die „man irgendwie kennt“. Es ist das Kreuzberg der 1970er und 1980er Jahre – die Zeit, als die Mauer noch stand, als Kreuzberg der place to be war, wenn man „anders“ leben wollte, das Hassobjekt von Ordnungspolitik und miefiger Piefigkeit, Freiraum und Utopia zumindest
Read More Als die Welt farbig wurde Zur ersten Werkmonografie von Marvin E. Newman (1927 – 2023) Viel Schatten gleich auf den ersten Fotos. Viel Expressivität. Dieser Fotograf traut sich mit sozusagen kühnem Strich. Marvin E. Newman war 90, als 2017 im Verlag Benedikt Taschen die erste Monografie über ihn erschien – als »collectors edition« in einer Auflage von 700 Exemplaren, Preis 600 Euro. Immerhin konnte er das noch erleben. Bis dahin war er außerhalb von Sammler- und Galeriekreisen weithin unbekannt geblieben. Dabei gehört er zu den Pionieren der Farbfotografie, brachte ihr
Read More Jean Claude Gautrand: Robert Doisneau. Paris. Verlag Taschen, Köln 2024. Hardcover, XL-Format 25 x 34 cm, Gewicht 3.31 kg. 440 Seiten, 50 Euro. Verlagsinformationen: taschen.com Goldmedaille für einfühlsame Beobachtung Alf Mayer über die Monografie »Robert Doisneau. Paris« Er verabscheute Militärmusik, Militärgerichte und Militärkantinen. Seine Lieblingshelden waren die namenlosen Gewerkschafter, wohnen wollte er immer »nicht allzu weitvon denen entfernt, die über das Gleiche lachen wie ich«, und als natürliche Gabe hätte er gern die Fähigkeit gehabt, Träume anzuhalten. Pünktlich zur Sommer-Olympiade 2024 können wir nun Robert Doisneau (1912 – 1994) wiederbegegnen, dem ewigen und
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, 56 Fotos sind es in unserer kleinen Carsten-Klindt-Galerie mittlerweile geworden. Und es geht weiter. Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt – und bis Folge 34 manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes. Aus Realität wird Kunst, fragmentarisch und kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6, Nr.7, Nr. 8 und Nr.9, Nr. 10 und Nr. 11, Nr. 12 und Nr. 13 und Nr. 14 und Nr.
Read More „Fotograf der Anderswelt“ nennt Freddy Langer in seinem Nachwort Miron Zownir, der in der Tat zu den Größten seines Fachs gehört. Zownirs Straßenfotografie gilt im Allgemeinen als radikal, tabu-brechend, extrem. Wegen seiner Sujets – dem Streetlife der Freaks, der Marginalisierten, Versehrten, den Devianten und anderen Außenseitern. Zownir blickt in Ecken, in die zu blicken, weh tun kann. Ohne Glamour, ohne sensationelle Grobreize. Extrem sind dabei die Lebensschicksale, die Lebensentwürfe, die soziale Situation der Menschen, die seine Kamera abbildet. Und es sind beileibe nicht nur Opfer der Verhältnisse, sondern auch Menschen,
Read More Der Fotografie das Verrückte zurückgeben 85 Tatort-Fotos aus dem Los Angeles des Jahres 1953, dazu 25.000 Worte von James Ellroy. Ein nahezu ideales Zusammentreffen von Autor, Gegenstand und Recherchelage. Texte zu Fotografien, das ist oft herbeigeklaubtes Zeug, mühsam zur Deckung gebracht, übergestülpte Interpretationen. Dies aber ist ein Werk der Güte „Once in a lifetime“. Alexander Kluge würde wohl Kairos am Werk sehen, den richtigen Moment. „Kunst“ mache er als nächstes, lachte James Ellroy, als ich ihn im Frühjahr 2015 interviewte (siehe „Unterwegs zum Übermenschen“). Und er versprach: „A good book. Interesting.“ Das ist
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt – und bis Folge 34 manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes. 40 Fotos es mittlerweile geworden. Und es geht weiter. Aus Realität wird Kunst, fragmentarisch und kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6, Nr.7, Nr. 8 und Nr.9, Nr. 10 und Nr. 11, Nr. 12 und Nr. 13 und Nr. 14 und Nr. 15 und Nr. 16 und Nr. 17. Außerdem: Nr. 18, Nr.
Read More Bitte nicht in Platons Höhle fotografieren! Schon mit der Erfindung der ersten Kameras begannen die kritischen Diskussionen und Spekulationen über Fotografie: Würden diese neuartigen Fotos der klassischen Malerei den Rang ablaufen und die bildende Kunst vielleicht obsolet werden lassen? Würden die in Großserien billig produzierten Kameras – „wie eine Räuberwaffe angepriesen, automatisiert und stets einsatzbereit“, polemisierte Susan Sontag 1977 in ihrem Essay „On Photography“ – uns zumüllen mit einer Bilderwelt, die kaum noch abgespeichert werden kann? Dienen Familienfotos, Reisefotos, Jubiläumsbilder nur der Bestätigung eines melodramatischen Nostalgie-Effekts? Können Kriegs-Fotos abschreckend oder aufklärend
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine Rubrik, die jeden Monat ein Bild des Fotografen Carsten Klindt zeigt – und bis Folge 34 manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert hat: Street Scenes. 40 Fotos es mittlerweile geworden. Und es geht weiter. Aus Realität wird Kunst, fragmentarisch und kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6, Nr.7, Nr. 8 und Nr.9, Nr. 10 und Nr. 11, Nr. 12 und Nr. 13 und Nr. 14 und Nr. 15 und Nr. 16 und Nr. 17. Außerdem: Nr. 18, Nr.
Read More Eleganz & Noir In einer längeren Besprechung habe ich schon 2009 versucht zu zeigen, wie massiv der Tinge of Noir das Gesamtwerk von Helmut geprägt hat. Eine neue Sammlung von bekannteren und unbekannteren Fotos hat jetzt die Helmut Newton Foundation unter dem Titel „Legacy“ zusammengestellt. Diese neue Kompilation ändert nichts an dem Umstand, dass viele von Newtons Fotos auf einer Ästhetik des Noir basieren, beziehungsweise zu einer Ästhetik des Neo-Noir beitragen. Belege finden sich dafür in Hülle und Fülle. Es gibt nicht nur Newtons Aussagen, wie sehr er von Raymond Chandler
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Read More Culturmag Special SHUT DOWN 2020 WE WILL MEET AGAIN Sie werden sich wiedersehen, irgendwo, irgendwann. An guten Tagen überwiegt seine Vorstellung, daß eines Tages alles wieder so sein wird wie früher, daß er aufwachen wird und derjenige sein wird, der er vorher war und sie diejenige, die sie immer schon war: sie mit ihrem fließenden lebendigen Haar und ihren leuchtenden Augen, hell wie der Klang einer Glocke lachend, er: unbeschwert und gut gelaunt, wenn er sein Fahrrad vor dem Kino neben dem ihren abstellt, während er einen belanglosen Witz reißt. An guten
Read More Culturmag Special SHUT DOWN 2020 EYES WIDE SHUTDOWN Die Kamera macht erstmal auf dann zu. Schwarzlichtblitze. Unsehbare Lichter und unsichtbare Tiere schnappen nacheinander. Nach ein ander in der Nacht. Vorschnell wie der Tod, das weiche Fellchen mit den großen Augen. Frei, in den gedehnten Subsekunden, bevor die mediale Messung – shut, shutter, Shutdown – stoppt. Eine Frage der Verschlusszeit und Auslösehäufigkeit. Nur scheinbare Quarantäne in dieser ultraschnellen Registrierung. Still, nicht blinzeln! Nicht die Augen reiben! (Infektionsgefahr!) Und so genannte Erdzeitalter, nach dem Menschen, wären noch nicht mal einen Wimpernschlag des
Read More „Rost in Peace“ nannte der Photograph Heribert Niehues seinen ersten Bildband, in dem er die ästhetisch faszinierende Symbiose von Lost Places und derangierten Autos in Bildern von betörender Intensität festhielt. In diesem zweiten Bildband „Poesie der Vergänglichkeit“ zelebriert Niehues diese Dekadenz eingebettet in Kulissen verlassener Tankstellen, Diner, Motels und Farmhäuser, wobei der Bezug zu schrottigen Autos einen spezifisch morbiden Charme entwickelt. Von Peter Münder Für europäische Besucher amerikanischer Ghost Towns ist es ebenso faszinierend wie irritierend, beim Betrachten all der verlassenen Goldgräber-Siedlungen und der zurückgelassenen Habe der Goldsucher auch
Read More Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen heute zum dritten Mal eine neue Rubrik, die jeden Monat Bilder des Fotografen Carsten Klindt und Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert: Street Scenes und Street Crimes. Aus Realität wird Kunst in Bild und Wort, fragmentarisch und kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! (Hier Auftritt Nr. 1 und hier Nr. 2) STREET SCENES „Street Scenes“ ist eine Serie des Berliner Fotografen Carsten
Read More Der Mann, der die Frauen liebt Ein opulentes Buch und eine große Ausstellung für Peter Lindbergh. – Alf Mayer gibt einen Reisehinweis zu einem Fotografen, bei dem Schönheit ganz einfach aussieht. Wann waren Sie zuletzt in Rotterdam? Eigentlich findet sich immer Anlass, für ein paar Tage in eine der ästhetisch aufregendsten Städte Europas zu fahren (aus Köln in 3 Stunden 14 mit dem Thalys). Jetzt, vom 10. September bis zum 12. Februar 2017, gibt es einen gewichtigen Grund mehr. Nämlich die große Fotoausstellung „A Different Vision on Fashion Photography“ mit
Read More Posted On September 3, 2014By Brigitte HelblingIn Kunst, Litmag
Wahnsinnig Verliebt: Gisèle Freund bei Frida Kahlo und Diego Rivera in Mexiko – Das erste, was auffällt (was mir auffällt): die exaltierten Muster der Stoffe; Dolores del Rios Kleid mit Blätterranken und Zitrusfrüchten auf weißem Grund, die dunkle Bluse mit hellen, fleischigen Blumen an Frida Kahlo in dem Bild, das sie mit ihrem Arzt, Dr. Farill, zeigt, die Malerin in einer hellen Bluse, übersät mit zart-stilisierten Federn. Der Ort ist Mexiko, die Protagonistinnen sind Kosmopolitinnen, solche Stoffe trugen stilvolle Frauen in den 1950ern auch in Europa, in Paris. Die meisten
Read More Such den Einstein 1 bild / 100 worte Es war früh im 20. Jahrhundert, als wir begannen, die wahre Unendlichkeit des Kosmos zu begreifen. Fotografie und Spektroskopie waren Spiel-Wechsler in der Astronomie! Durch Messung von Sternparallaxen in fotografischen Umfragen begannen wir, die Entfernungen einer großen Anzahl von Sternen nahe der Sonne zu sichern. Im Jahr 1924 veröffentlichte Frank Schlesinger, ein US-amerikanischer Kollege und Pionier der Fotomethode, einen Katalog mit den Positionen von knapp 2000 Sternen in einer Genauigkeit von etwa 1/100stel einer Bogensekunde. Mit dieser Präzision, die dem Durchmesser des
Read More Täter, Zeugen, Anwälte – Wie wir Verbrecher und Verbrechen sehen und wahrnehmen ist nicht so unmittelbar, wie wir gerne glauben. Bilder spielen eine große Rolle. Ihre Lieferanten sind nicht immer sehr bekannt, aber eminent wichtig sind sie doch. Thomas Wörtche stellt einen schönen Bildband über Leo Rosenthal vor: Warum soll man schlechte historische Kriminalromane lesen, wenn man viel spannendere Bilder anschauen kann? Es ist bezeichnend für einen „Chronisten“ der Weimarer Republik wie den aus reiner Not zum Fotografieren gekommenen Juristen Leo Rosenthal (1884–1969) aus Riga, dass dessen wichtigstes Zeitzeugentum in
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