Lisette Buchholz: Die Vergeblichkeit all unseren Tuns Sei gefühllos!Ein leichtbewegtes HerzIst ein elend GutAuf der wankenden Erde. „Der größte Egoist der Literaturgeschichte“, wie ihn Raabe bezeichnet, hat das in seinem achtzehnten Lebensjahr (1767) erkannt. Und dieser Vers zieht sich durch das ganze Buch, durch die Lebensgeschichte von Velten (Valentin) Andres, Helene Trotzendorff und Karl Krumhardt: drei Kinder, die zusammen im Viertel Vogelsang einer nicht näher bezeichneten Stadt aufwachsen und sich ein Leben lang die Treue halten, bis mit dem Tod von Velten die Geschichte endet. Velten und Helene sind in
Read More Ute Cohen: Historisches Bewußtsein gefragt Im Zeichen der Hoffnung ließe ich dieses Jahr gern stehen und doch sehe ich es dunkel. Keine süßen Sätze, Worte des Aufbegehrens und der unbedingten Solidarität sind vonnöten! Nie hätte ich gedacht, dass in Deutschland, in Europa, in der ganzen Welt Antisemitismus noch einmal in all seiner zerstörerischen Macht auflodern könnte. Nicht in meinen schlimmsten Albträumen hätten die Feigen, die Duckmäuser und Opportunisten einen Platz gefunden, ideologische Schreckgespenster, die heute Israel an den Pranger stellen, als Babymörder stigmatisieren, irrlichternde Ideologen, die einer Truppe von atavistischen
Read More Wolfgang Brylla: Erweiterung in alle Himmelsrichtungen Vor einigen Jahren versuchte Stewart King, der sich in der Kriminalliteraturbranche als Experte für den spanischen bzw. lateinamerikanischen Kriminalroman einen Namen machte, auch die sich wenig für unsere Lieblingsgattung begeisternden akademischen Zeitgenossen von der Wichtigkeit der crime fiction studies zu überzeugen. Man solle die Forschung denationalisieren – so ungefähr lautete Kings Credo, der damit im Zeitalter der Globalisierung offene Türen einrannte. Seit seinem Plädoyer für das Krimigenre hat sich die Welt ‚da draußen‘ massiv verändert. Klimakrise, Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt bestimmen zur Zeit die Schlagzeilen und
Read More Lisette Buchholz: Anna Gmeyner – gesucht und gefunden Unter einer majestätischen Blutbuche sitzt eine Frau im Rollstuhl und sieht mir ruhig und aufmerksam entgegen. Im Frühsommer des Jahres 1984 ist Anna Gmeyner 82 Jahre alt, sie lebt in einem Altersheim im englischen York, und unser Treffen findet im Garten dieses Heims statt. Ein langer Weg hatte zu ihr geführt. 1983 beschloss ich, den persona verlag für unbekannte Texte aus dem deutschen und österreichischen Exil 1933-45 zu gründen. Zu diesem Entschluss hatten Erlebnisse während meiner Studienaufenthalte in Osteuropa beigetragen. Dort war
Read More Alan Carter: Some Vampire-Hunting … So here we are at the end of another year and, as much as we might wish it away, the pandemic remains a big part of our lives. But at least the year started well with the removal of the Trump virus although I suspect that he too remains ready to break out again. The rise of aggressive wilful fuckwittery on the part of anti-vaxxer conspiracist nutjobs continues to perturb. Tasmania has fared pretty well over that time, our little island state has used its
Read More Alex Beer –Peter Blauner (in English) –William Boyle (e) –Wolfgang Brylla –James Lee Burke (e) –Alan Carter (e) –Andrew Cartmel (e) – Alex Beer: 2020 – eine Ehrenrettung Ich kann mich an kein Jahr erinnern, das so verteufelt und gescholten wurde, wie das vergangene. Das böse C-Wort war omnipräsent und hat neue Sorgen, Regeln und Alltagsbegriffe mit sich gebracht (ich sag nur Aerosole, Lockdown, Triage, exponentielles Wachstum, Reproduktionszahl …) Wir alle mussten Kontakte einschränken, wichtige Termine absagen und auch sonst viel zurückstecken – und doch hatte dieses sonderbare, außergewöhnliche Jahr
Read More Alex Beer –Peter Blauner –Lawrence Block –Oliver Bottini –William Boyle –Alan Carter –Andrew Cartmel – Alex Beer 2019 war so ziemlich das arbeitsreichste Jahr, das ich bisher erlebt habe (und das will was heißen, denn ich bin immerhin bereits über vierzig, und habe mich u.a. schon mal in einem New Yorker Verlag selbst ausgebeutet). Die vergangenen 365 Tage brachten: zwei Bücher, eine Kurzgeschichte, dreißig Lesungen, zig Interviews, vier Nominierungen, drei Mal Shortlist, zwei Mal gewonnen. Puh! Dementsprechend rar gesät waren Stunden der Muße. Umso schöner waren diese, wenn ich dabei
Read More Mord in der skurrilen Welt der Schallplattensammler Andrew Cartmels „Vinyl Detective“ ist in England bereits mit vier Bänden erfolgreich. Unter dem Titel „Murder Swing“ ist die erste Folge dieser vergnüglichen Krimireihe aus der Welt der Schallplattensammler nun auf Deutsch erschienen. Auf seiner Visitenkarte bezeichnet er sich als „Vinyl-Detektiv“, der jede Schallplatte aufspüren könne – „prahlerischer Unsinn“, wie er selber zugibt, „doch vielleicht nicht prahlerisch oder unsinnig genug, weil es mir bis jetzt keinen einzigen Klienten gebracht hatte“. Der berufliche Alltag von – eigentlich wollte ich hier den Namen des Icherzählers
Read More Alan Carter Andrew Cartmel Liza Cody Ute Cohen Claudia Denker Alan Carter 2017 had been a dramatic enough year (see last year’s round-up) and I had been anticipating (or hoping for) a quieter 2018. Not to be. With my wife’s broken leg and foot gradually on the mend we looked forward to another year (at least) of life on our remote farm up a dead end valley on New Zealand’s South Island and to the release of my next Cato Kwong thriller – Heaven Sent. Then change came knocking.
Read More Alan Carter Andrew Cartmel Liza Cody Ute Cohen Jacqueline Delaye Claudia Denker Alan Carter 2017 has been a very up and down year, literally. It started on our farm at the top of New Zealand’s South Island with my wife, Kath, being knocked off a ladder by a rogue falling tree and being choppered out to Nelson Hospital over the hills and far away. Result, a multitude of fractures in foot and leg and the first four months of 2017 in recuperation with our son and his family in Adelaide.
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