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Posted On August 13, 2011By Henrike HeilandIn Bücher, Crimemag

Klassiker-Check: Vladimir Nabokov – Pale Fire

Vladimir Nabokov: „Pale Fire“ (1962) – Klassiker lauern auch da, wo man sie nie vermutet. Das schmälert ihren Rang wahrlich nicht. Henrike Heiland über einen besonders spannendes Beispiel für Kriminalliteratur, außerhalb des Kennzeichnungs-Geheges. Vermutlich ist es ein deutliches Zeichen des Älterwerdens, wenn man immer wieder dieselben Anekdoten aus dem Studium hervorkramt, aber diese finde ich nach wie vor ganz wunderbar: Der Professor hatte uns Nabokovs „Pale Fire“ auf die Leseliste gesetzt und wollte sich mit uns darüber unterhalten. Von den zwanzig Seminarteilnehmern gab es allerdings nur drei, die wussten, wovonRead More

Posted On August 13, 2011By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Mario Puzo alias Mario Cleri: Sechs Gräber bis München

Weißwürste und Lasterhöhlen – 1969 erschien „The Godfather“, ein Megaseller von einem Autor, von dem bislang nur ein paar Spezialisten gehört hatten: Mario Puzo. Unter dem Namen Mario Cleri schrieb er mit „Sechs Gräber bis München“ eine Art Urururahn-Roman zu den „Inglorious Basterds“. Thomas Wörtche hat sich blendend amüsiert … „Five Graves to Cairo“ hieß Billy Wilders grandioser Afrika/Rommel-Kriegsfilm von 1943. 1968 legte der damals noch nicht sehr bekannte Mario Puzo unter dem noch unbekannteren Pseudonym Mario Cleri dann noch ein Grab drauf, spekulierte mit dem Hingucker auf das kommunikativeRead More

Posted On August 13, 2011By Claus KerkhoffIn Bücher, Crimemag

Michael Connelly: Neun Drachen

Überzogene Erwartungen und eine überzogene Konstruktion – Ein von Lesern und Kritikern gleichermaßen geschätzter Kriminalautor wie Michael Connelly schreibt manchmal auch einen eher sehr mittelmäßigen Roman – findet Claus Kerkhoff. Und der neue Harry-Bosch-Roman „Neun Drachen“ („Nine Dragons“, 2009) ist so einer. Die Harry-Bosch-Romane des amerikanische Kriminalautors Michael Connelly gehören zum Feinsten, was die zeitgenössische Kriminalliteratur zu bieten hat. Sie wurden in der Vergan­genheit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie z. B. dem Edgar Award for Best First Novel und dem Grand Prix de la Littérature Policière International. Sie sind vollerRead More

Posted On August 13, 2011By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – heute angerichtet von Kirsten Reimers (KR) und Thomas Wörtche (TW) Fake the Blues for me (TW) Nach „Shades of Blue“, der sehr persönliche Hommage Bill Moodys an Miles Davis, die auch gleichzeitig eine eher subtile Studie zum Background von Evan Horne, dem Jazz-Piano spielenden Gelegenheitsdetektiv war, jetzt also „Fade to Blue“, der siebte Horne-Roman. Der hat einen klasse Job an Land gezogen, durch Zufall, wie er meint. Er soll einem Hollywood-Superstar – so etwa in der Brad-Pitt-Liga – beibringen, auf der Leinwand auszusehen, als ob er Jazz-PianoRead More

Posted On August 10, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Hédi Kaddour: Savoir-vivre

Roman mit Knalleffekt – Nach seinem grandiosen Monumentalwerk „Waltenberg“ legt der in Tunesien geborene und in Frankreich aufgewachsene Hédi Kaddour einen zunächst irritierenden und dann mit einem genialischen Knalleffekt überzeugenden Roman vor. Von Karsten Herrmann Auch in „Savoir-vivre“ begegnen uns mit dem Journalisten Max Goffard und der amerikanischen Sängerin Lena Hellström zwei alte Bekannte aus „Waltenberg“ wieder. 1930 sind sie zusammen in London: Sie probt mit einem jungen Pianisten, der zugleich ihr Liebhaber ist, für eine Konzertreihe mit Schumann-Liedern, er ist auf der Jagd nach einer guten Story. Nach einerRead More

Posted On August 10, 2011By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Martin Mosebach: Das Rot des Apfels – Tage mit einem Maler

Der Maler und sein Modell – Martin Mosebach über den Maler Peter Schermuly. Von Carl Wilhelm Macke. Der Plot dieses Buches ist denkbar einfach und schnell dargestellt. Über viele Jahre hinweg sucht ein Schriftsteller einen Maler auf, um sich von ihm immer wieder porträtieren zu lassen. Und der Schriftsteller versucht dabei in Worte zu fassen, was den Maler bewog, das Modell so und nicht anders zu porträtieren. Sehr viel mehr geschieht in diesem Buch nicht. Lässt man sich aber in aller Ruhe und Konzentration auf dieses nicht besonders umfangreiche BuchRead More

Posted On August 6, 2011By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Petros Markaris: Faule Kredite

Mit Vorschuss und Souflaki – Petros Markaris liefert mit „Faule Kredite“ den passenden Krimi zur Griechenland-Krise. Aber hatte er das Land lebenslustiger Vorschusskünstler nicht immer schon in einer Perma-Krise gesehen? Wann war Athen denn schon mal krisenfrei? Von Peter Münder Nun auch noch ein Wettskandal in der ersten Fußball-Liga mit lebenslangen Sperren für die Präsidenten und saftigen Strafen von je 300 000 Euro  für die beiden Vereine AO Kavala und Olympiakos Volos, wie die Zeitungen gerade meldeten –  die griechische Krise scheint inzwischen alle Bereiche des Alltags zu unterwandern undRead More

Posted On August 6, 2011By Klaus KambergerIn Bücher, Crimemag

Claus Cornelius Fischer: Erlösung

„Destiny Titles“ oder Was tun gegen die neue Seuche? – Ein neues Buch von Claus Cornelius Fischer und ein paar sehr grundsätzliche Gedanken über Titelgebung und andere Malaisen. Von Klaus Kamberger. Das musste ja mal so kommen. Wir müssen es uns nur etwa so vorstellen: Da hockt in einem unserer richtungsweisenden Buchverlage eine hochmotivierte Truppe von superkreativen Marketing-Fuzzis auf ihren Designer-Stühlen und verbrainstormt die ultimative und noch nie da gewesene Idee, wie man den Hauptverkaufstitel im neuen Programm so in die Hirne aller Bücherfreaks gebrannt kriegt, dass sie gar nichtRead More
Vorsicht, Blutsauger! – Basiert der Dracula-Mythos auf klassischen antisemitischen Stereotypen? Michael Wuliger pfählt politische Metaphern. Er stammt aus Osteuropa, trägt schwarze Kleidung, scheut das christliche Symbol des Kreuzes und praktiziert heimlich blutrünstige Rituale. Die Rede ist von Dracula. 1897 veröffentlichte der irische Schriftsteller Bram Stoker seinen gleichnamigen Horrorroman und schuf damit einen bis heute populären Mythos. Unzählige Vampirromane sind seitdem geschrieben worden, zuletzt Stephenie Meyers erfolgreiche Bis(s)-Bestsellerreihe. Auch Dutzende Filme haben das Blutsaugermotiv aufgegriffen, angefangen bei Friedrich Wilhelm Murnaus Klassiker „Nosferatu“, Symphonie des Grauens aus dem Jahr 1922, über FrancisRead More

Posted On August 6, 2011By Henrike HeilandIn Bücher, Crimemag

Adrian Hyland: Kaltes Feuer

Nein, ich will nicht. – Kann ein Satz ein ganzes Buch vermiesen? Ja, kann er! Warum, das begründet Henrike Heiland an einem Satz von Adrian Hyland. Ich will nicht weiterlesen. Ich habe etwas über eine halbe Seite geschafft, und dann habe ich das Buch weggelegt. Ich weiß, es ist eigentlich Gunter Gerlachs Aufgabe,  Bücher nicht zu Ende lesen und dann zu erklären, warum er sie nicht zu Ende gelesen hat, aber heute bin ich mal dran, heute mache ich den Gerlach. Dabei fing alles ganz gut an: Den ersten HylandRead More

Posted On August 6, 2011By Claus KerkhoffIn Bücher, Crimemag

James Sallis: Der Killer stirbt

Crime Triptychon: Leben, Sterben und Tod – James Sallis ist eine der eigenwilligsten und interessantesten Stimmen der amerikanischen Kriminalliteratur. Bei der KrimiZeit-Bestenliste ist er praktisch gesetzt. Seine Romane sind nicht einfach zu lesen, sie lohnen aber die Mühe. Das stellt er mit seinem neuen Roman „Der Killer stirbt“ wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis – findet Claus Kerkhoff. In Kriminalromanen geht es häufig um Verbrechen und den Tod. Menschen kommen zu Tode; manchmal ist es ein Unglücksfall, manchmal wird jemand umgebracht aus Leiden­schaft oder Eifersucht und manchmal sind es Vorsatz, GierRead More

Posted On August 6, 2011By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Malla Nunn: Lass die Toten ruhen

Südafrika und der freie Westen – Wenn man nicht aufpasst, prägen die grobmotorischen Blut-und-Modderschocker von Roger Smith das Bild der südafrikanischen Kriminalliteratur. Nichts abwegiger als das – gibt es doch Malla Nunn. Thomas Wörtche hat ihren aktuellen Roman gelesen … Die Fußball-WM ist vorbei, der Alltag hat Südafrika wieder, der literarische Hype ist durch – man braucht kein Prophet sein, um das vorauszusehen. Ein Jahr nach dem Getöse muss man glücklicherweise Romane vom Kap nicht mehr benevolent einordnen, sie loben, weil sie, angeblich überraschenderweise, aus einer Ecke kommen, in derRead More

Posted On August 6, 2011By Redaktion CMIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – kurz, knapp und eher rare, heute von Henrike Heiland (HH), Kirsten Reimers (KR), Claus Kerkhoff (Kerk), Joachim Feldmann (JF) und Thomas Wörtche (TW) Fast, aber nur fast … (HH) Ein Ex-Polizist wird getötet. Hauptverdächtige: seine vierzehnjährige Tochter, die sich ritzt und alle Anzeichen von sexuellem Missbrauch aufweist. Außerdem: Ein Lehrer, der den jungen Mädchen vielleicht zu nahe kommt. Und eine Gerichtsverhandlung gegen Neonazis. Keine Frage, Robotham schreibt spannend, er kann Dialoge, er hat mit Joe O’Loughlin, dem Parkinson-geplagten Psychologie-Professor, eine gute Hauptfigur, und ihm sieht man dieRead More

Posted On August 3, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Ron Leshem: Der geheime Basar

Das zweite Gesicht des Iran – Mit der „Geheime Basar“ enthüllt uns der israelische Schriftsteller Ron Leshem ein verblüffendes zweites  Gesicht hinter dem streng verschleierten, von der islamistischen Diktatur bestimmten Leben in Irans Hauptstadt Teheran und zeigt dabei auch die weltenöffnende Macht der neuen Medien. Von Karsten Herrmann Voller Lebenshunger zieht Leshems Protagonist Kami aus der iranischen Provinz in den Moloch der Hauptstadt, um zu studieren. Er kommt bei seiner Tante Zahra unter, die einst ein gefeierter Filmstar war und deren strahlende Karriere mit Khomeinis islamischer Revolution ein abruptes EndeRead More

Posted On August 3, 2011By Marius HulpeIn Bücher, Litmag

Emmanuelle Bayamack-Tam: Die Prinzessin von

Im Gefängnis des Körpers – Emmanuelle Bayamack-Tam wird vom neugegründeten Secession Verlag nun auch für den deutschsprachigen Raum entdeckt. Marius Hulpe hat ihren doppelbödigen Roman „Die Prinzessin von“ gelesen. Daniel, alias Marie-Line, steht am Rande einer Gesellschaft, die in ihrer Abgestumpftheit und Zweckrationalität keinen Platz hat für einen Illusionisten wie ihn, der von Kindesbeinen an den weiblichen Formen des Mutterkörpers nachsinniert. Zwar wollte er auch niemals sein wie sie, da sie für sein ästhetisches Ideal einfach ein bisschen zu füllig ist, sehr wohl aber sieht und vergegenwärtigt er an ihrRead More
„Wie sieht DIE denn aus?“ – Das Buch „Power Dressing“ vom britischen Modejournalisten Robb Young über den Kleidungsstil von Politikerinnen und First Ladies ist in vielerlei Hinsicht eine lohnende Anschaffung. Zuallererst kann man dank hunderter Vollfarb-Abbildungen die eigenen Klatsch- und Tratschbedürfnisse befriedigen („Wie sieht DIE denn aus?“, „Diese Farben kann sie unmöglich tragen“), daneben versorgt Young die geneigte Leserin mit profunden Porträts über women that matter, die Mode, Politik und Zeitgeschichte in noch nie dagewesener Weise verbinden. Young rekurriert auf den von John T. Molloy in den späten 1970’er JahrenRead More
Killer, Kirchen und Neurosen – Geht der Wahnsinn nun wieder los? Diese Gemetzel zwischen Protestanten und Katholiken in Belfast sollten doch längst auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sein? Gab es nicht Tony Blairs Strahlemann-Erfolg einer permanenten Aussöhnung? Und nun wieder diese idiotischen Straßenschlachten unter UVF, UDA, IRA, Sinn Fein-Anhängern usw.? Diesen Wahnsinn militanter Profilneurotiker hat der Autor Stuart Neville in seinen Noir-Krimis beschrieben. Henrike Heiland hat ihn jüngst bei CrimeMag literarisch gewürdigt (zur Rezension), Peter Münder war nun bei einer Ortsbesichtigung in Belfast. Es mutet alles so Bullerbü-artig und harmlos-touristisch an: DerRead More

Posted On Juli 2, 2011By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

C.J. Box: Blutschnee

Von Schoßhündchen und Wanderfalken – C.J. Box erzählt aus dem Innern der USA. „Blutschnee“ verwandelt die Berglandschaft Wyomings in ein Territorium staatlicher Paranoia. Thomas Wörtche ist begeistert. Hinter Unspektakulärem verbirgt sich manchmal große Klasse. Das ist bei den Joe-Pickett-Romanen von C.J. Box der Fall, die auf den ersten Blick so gar nichts von sich hermachen. Das liegt nicht nur an der eher arg unauffälligen Präsentation bei Heyne (wo die Box-Romane in der Flut der Taschenbücher untergurgeln), das liegt auch an dem auf den ersten Blick biederen Gesamt-Design der Reihe. Outdoor-RomaneRead More

Posted On Juli 2, 2011By Kirsten ReimersIn Bücher, Crimemag

Sara Paretsky: Hardball

Spurensuche – Zum 13. Mal schickt Sara Paretsky ihre toughe Privatdetektivin V. I. Warshawski auf Verbrecherjagd. Kann das heute noch gutgehen?, fragt sich Kirsten Reimers. Es beginnt unspektakulär: V. I. Warshawski übernimmt etwas widerwillig den Auftrag, einen Mann zu suchen, von dem seit über vierzig Jahren jede Spur fehlt. Wenig Aussicht auf Erfolg, geringe Bezahlung, mauernde Zeugen, misstrauische Klienten – nicht gerade die besten Voraussetzungen. Als Warshawskis junge Cousine Petra verschwindet (womöglich entführt wurde), konzentriert sich die Privatermittlerin weitaus stärker auf diese Familienangelegenheit. Sie stößt auf ein komplexes Geflecht ausRead More

Posted On Juli 2, 2011By Frank SchorneckIn Bücher, Crimemag

Kevin Power: Die letzte Nacht des Sommers

Chronik eines unangekündigten Todes – Der 1981 geborene Kevin Power zertrümmert mit seinem furiosen Romandebüt jegliches Klischeebild der grünen Insel. „Die letzte Nacht des Sommers“ zeigt ein Irland fernab saftiger Kerrygold-Weiden und Tourismus-broschüren, blickt hinter die Fassade eines ritualisierten Trinkens, offenbart die Perspektivlosigkeit der Jugend und das Funktionieren alter Seilschaften des in der letzten Dekade wirtschaftlich boomenden Landes.  Das Buch wäre uns beinahe durchgerutscht, aber was schert uns Aktualität … Frank Schorneck auf jeden Fall ist beeindruckt … Eskalation Ein junger Mann ist getötet worden in einer Sommernacht in DublinRead More

Posted On Juli 2, 2011By Gunter GerlachIn Bücher, Crimemag, Kolumnen und Themen

Kolumne: Unmögliche Lektüren (4)

Verrisse sind oft nicht ganz fair. Manchmal sogar richtig unfair. So wie bei uns: Gunter Gerlach stößt sich an Büchern, die anderen gut gefallen – dabei hat er sie noch nicht einmal zu Ende gelesen … Heute: Donna Leon – Auf Treu und Glauben Wer liest eigentlich Donna Leon? „Ich will’s mal wieder versuchen“, sage ich und schiebe das Buch über den Ladentisch. Die Buchhändlerin blickt auf mich voller Sorge herab und gesteht, sie hätte die letzten auch nicht mehr gelesen. „Aber im Fernsehen sind die doch ganz gut?“ SieRead More

Posted On Juni 29, 2011By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Marc Schweska: Zur letzten Instanz

Nachrichten aus der Antipodenwelt – „Die andere Bibliothek“ des gerade um sein Überleben kämpfenden Eichborn-Verlages ist ein ambitioniertes und Genre übergreifendes Projekt: In liebevoller Aufmachung präsentieren sich hier exquisite, überraschende und auch durchaus exzentrische Werke an den Schnittstellen von Philosophie, Literatur und Dokumentation. Mit Marc Schweskas „Zur letzten Instanz“ gesellt sich nun erstmals ein eigenwilliges deutschsprachiges Roman-Debüt dazu. Von Karsten Herrmann Marc Schweska eröffnet in seinem Erstling den überraschenden Blick auf eine Ostberliner Subkultur, die zwischen grauem Einheitssozialismus und Stasispitzeln ungewöhnliche Blüten treibt. Sein Protagonist Lem ist ein „Kreuzberger Nachtschattengewächs“,Read More

Posted On Juni 29, 2011By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Gion Mathias Cavelty: Die letztesten Dinge

Das Media-Markt-Paradies – Vor zwei Jahren meldete sich der Schweizer Autor Gion Mathias Cavelty, der Ende der 1990er Jahre in einer Romantrilogie die Literatur auf den Kopf stellte und schließlich radikal dazu aufforderte, endlich Nichtleser zu werden, nach neunjähriger Schreibpause mit einem furiosen Jenseitsroman zurück. Die „Andouillette“ war eine verquere Replik auf Dantes „Göttliche Komödie“, in der der Ich-Erzähler nach seinem Tod einige sehr merkwürdige Abenteuer zu bestehen hat und zu Erkenntnissen gelangt, gegen die Douglas Adams‘ Schaffungsmythen aus der Anhalter-Trilogie sich wie sachliche Reportagen lesen. „Die letztesten Dinge“ setztRead More

Posted On Juni 29, 2011By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag

Johann Baptist Metz: Mystik der offenen Augen

Katholizismus jenseits von Krawall und Misstrauen – Um den Theologen und Ratzinger-Antipoden Johann Baptist Metz ist es stiller geworden. Das mag an seinem Alter liegen, aber es liegt auch an seinem theologischen Anliegen, das scheinbar nicht mehr in die Zeit passt. Die Feuilletons und politischen Kommentatoren lieben nun mal den Krawall, wie er ihnen derzeit etwa von dem ehemaligen Kulturchef des SPIEGEL Matthias Matussek mit seinem Bekenntnis zu einem ultrakonservativen Katholizismus geboten wird. Oder die Auseinandersetzung mit den christlichen Kirchen wird vollkommen auf die vielen und für die Opfer auchRead More

Posted On Juni 25, 2011By Thomas WoertcheIn Bücher, Crimemag

Roger Smith: Staubige Hölle

… dann holt Dich der Schwarze Mann! – Der neue Roman von Roger Smith macht kräftig buuuuu! Das macht nix, er will ja nur spielen. Wenn auch auf ziemlich uncoole Art, findet Thomas Wörtche … Roger Smith hat das erstaunliche Talent, alles kunstvoll ins Widerwärtige zu drehen: Die Sterne sehen bei ihm aus „wie ein weißglühender Ausschlag“, Süßigkeiten „verfärben den Urin“ und alte Frauen keuchen „wie eine Hyäne“. Mit diesen Metaphern etabliert Smith die Grundstimmung seines neuen Romans „Staubige Hölle“, der sich von seinem Vorgänger „Blutiges Erwachen“ nur durch nochRead More

Posted On Juni 25, 2011By Lena BlaudezIn Bücher, Crimemag

Richard Kunzmann: Brennende Erde

In der Sackgasse – Südafrika ist ein faszinierendes und komplexes Land. Hoffnungslose Düsternis aber ist dennoch nicht angesagt. Lena Blaudez über Richard Kunzmanns Roman „Brennende Erde“ … Harry Mason und Jacob Tshabalala, Detectives in Johannisburg, sind ein Ermittlerpaar voller Gegensätze – und sie ergänzen sich hervorragend. Mason ist britischer Auswanderer und daher Außenseiter, gedankenvoll, aber auch handlungsstark. Tshabalala ist stark von der Zulu-Tradition seiner Familie beeinflusst, in ständiger geistiger Auseinandersetzung mit seinem Medizin-Mann-Vater – und gläubiger Christ. Dritte Hauptperson des Romans ist Johannesburg, eine Stadt voller extremer Gegensätze und alltäglicherRead More