Spinnendame 1 bild / 100 worte Hier wabern wir also, Hologramme unserer vierten Dimension, und wieder einmal geht der freie Wille dabei flöten. Information = Fläche, hey ho! Hm. Welträtsel lösen mittels reiner Wissenschaft? Darauf hoffte schon Ernst Haeckel, quasi Hand in Hand mit Nietzsche. Zwar mochte dieser ihn nicht. Da kam die Syphilis und zerfraß den kleinen Philosophen… der aufopfernden Mutter sei, so die Schweizerische Ärztezeitung, ein Kränzchen zu winden! Dass sie starb, war blöd, folgte ihr doch die Schreckens-Else. Klopf klopf. Wer da? Juan Maldacena. AAAAAARGH. Hinweg, du
Read More Das monatliche Preisrätsel – lösen Sie das Logical und gewinnen Sie einen Buchpreis!
Read More Der Preis Sie sind, die Spötter, über mir wie Vögel mich belästigend im Flug, bei mir gewesen viele Jahre. Nun bietet diese Ehrung ihren Schein, und wie trüber Spuk verschwänden sie. Vielleicht werd ich erlöst auch vom Ruf aus Fernen: Narr, noch immer schwebst du hin mit Versen, für uns belachenswerten. Ich hoffe es. Johannes Kühn ein „Weltlyriker“? Das ist doch nur ein freundlicher, 1934 geborener Herr, der sein Leben lang seinen kleinen saarländischen Geburtsort nur selten verlassen hat. Studium in der 30 km nördlich gelegenen Landeshauptstadt Saarbrücken und –
Read More Vom „Übermut der Ämter“ (Hamlet) – Die fatale & fortgesetzte Arroganz des Münchner Oberlandesgerichts. Von Wolfram Schütte Wenn es bloß lächerlich & borniert wäre, könnte man von einem Schildbürgerstreich oder einem wiehernden Amtsschimmel reden – wenn nun das Münchner Oberlandesgericht für den Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe die zur Verfügung stehenden Presseplätze strickt nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ vergeben hat & gar nichts dabei findet, dass keine türkische Zeitung einen Platz abbekommen hat – obwohl acht der mutmaßlich zehn von den Neonazis Ermordeten aus türkischen Familien
Read More Mit luftigen Grüßen – Porträt und Glückwunsch zum zehnjährigen Jubiläum des Luftschacht Verlags. Von Senta Wagner. Kein Luftschacht weit und breit im Luftschacht Verlag. Es gebe schon einen, der sei zu Hause, in Oberösterreich, sagt Verleger Stefan Buchberger. Das war die Zeit, als man noch Rockstar werden wollte. „Ein Luftschacht verband Proberaum und Außenwelt. Er versorgte die Künstler mit Sauerstoff, zugleich wurden von ihm die Klänge und Texte, die im Inneren entstanden, nach außen gelassen, veröffentlicht“, heißt es auf der Verlagshomepage – so viel zur Namensgebung. In den Neunzigern gab
Read More Posted On März 27, 2013By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, willkommen zur Doppelausgabe von LitMag und MusikMag. Im Frühjahr vor 10 Jahren erschien das erste Luftschacht-Programm. Senta Wagner hat den Wiener Verlag zum Jubiläum besucht und zwei Buchempfehlungen mitgebracht. Wir freuen uns über die dritte Staffel des „Neuen Wort Schatzes“, in der jede Woche ein zeitgenössisches Gedicht mit kritischer Neugier vorgestellt wird. Diesmal schreibt Tristan Marquardt über Ron Winklers Gedicht „und später dann paraboläpfel am atem“. Aleks Scholz setzt seine Irrfahrt über den Nachthimmel fort, heute erzählt er die Präsepe-Geschichte in „Lichtjahre später“, Nr 14. Sophie Sumburane ist
Read More In diesem Jahr feiert der Wiener Luftschacht Verlag sein 10-jähriges Jubiläum. Senta Wagner hat das Verlagshaus besucht und zwei Buchempfehlungen mitgebracht. Grün, gelb, rotes Zauberland „Lilo im Park“, erzählt von Birgit Unterholzner, illustriert von Robert Göschl, ist ein sanftes, melancholisches Himmelsreisebuch für Kinder im erklärungsbedürftigen Vorlesealter. Die kleine Lilo verträumt ihre Zeit im Park, weil ihre getrennten Eltern, logisch, keine Zeit für sie haben. Astronautin will Lilo werden und liest, gut sichtbar (für die Vorlesenden) platziert, Roald Dahl „Sophiechen und der Riese“, wo es um eine ungewöhnliche Freundschaft geht. Aber
Read More Aleks Scholz ist Autor und Astronom. In seiner Kolumne „Lichtjahre später“ erklärt er regelmäßig alles, was wir über das Universum wissen müssen. Seit Januar 2013 befindet er sich auf einer Irrfahrt über den Nachthimmel. Heute: die Präsepe-Geschichte. Das Bienenstock-Narrativ Der Himmel ist ein Meta-Hologramm: Ein Bild, das je nachdem, durch welche Brille man es anschaut, neue Dimensionen zeigt. Betrachtet man den Himmel mit Hilfe von großen Teleskopen und Präzisionsinstrumenten, dann entsteht aus der zweidimensionalen Sphäre das dreidimensionale Universum. Verwendet man eine Infrarotkamera, dann kommen Wolken zum Vorschein, die nur wenige
Read More Viel Raum in wenig Ron Winkler und später dann paraboläpfel am atem Vorgestellt von Tristan Marquardt und später dann paraboläpfel am atem für Emily Dickinson unten der Garten. der spezialisierte Wald. oben das endlose π der Sonne. und Schönheit als eher Unscheinbarkeit. also Wolken. insofern Wolken. dazwischen das infernalische Obst. das infernalische Obst. waren dort nicht auch Grizzlyhasen? nicht auch dort? am Zaun? und dschungelartige Würfel wie zu Boden geschrieene Vögel? jemand drückte in diese sehr, sehr verreiste Stimmung hinein die Räuspertaste seiner Heckler & Koch. das war nicht
Read More Kraftvoll, ergreifend – Ein junger Bosnier sitzt mit seinem jüngeren Bruder und den Eltern im Sommerhaus. Der Vater leugnet, die Mutter spricht es aus: „Es wird Krieg geben.“ Sophie Sumburane hat Ismet Prcic’ Debütroman gelesen. Der Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 ist schon einmal erfolgreich literarisch verarbeitet worden mit „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ von Saša Stanišić. Ismet Prcic wählt einen neuen literarischen Weg. Einen grandiosen, mitreißenden, der einen zum Schreien bringt. Einen Weg, von dem der Leser am Ende nicht mehr weiß, ob man selbst, der Autor autobiografisch
Read More Im Auftrag – Pünktlich zu dessen 60. Geburtstag (29.3.) beschenkt der Rowohlt Verlag seinen Autor Georg Klein mit einer opulent ausgestatteten Sammlung seiner Arbeiten für die Tagespresse. Joachim Feldmann hat sich die „77 abverlangten Texte“ angesehen. Am 18 Januar 1907 teilt der 28-jährige Robert Walser seinem Lektor Christian Morgenstern mit, dass die Zeitschrift „Zukunft“ einen Beitrag von ihm angenommen habe. „Zeitschriftenlieferant“ allerdings, so der selbstbewusste Jungautor, wolle er nicht werden, lieber ginge er „unter die Soldaten“. Dass Walser sich nicht an diesen Vorsatz gehalten hat, sondern in den kommenden zwei Jahrzehnten
Read More 18 Geschichten vom Meer – Leipzig liegt am Meer. Nicht ganz. Aber fast – wenn es nach Salzwasser-Freund Jan Christophersen geht. Der Absolvent des Leipziger Literaturinstitut, der mit seiner Familie zwischen Nord- und Ostsee lebt, stellte auf der Leipziger Buchmesse seine neue Anthologie vor, für die er 18 Kollegen um Geschichten rund um das ambivalente Nass gebeten hatte. Zum Gespräch traf ihn „Interview Lounge“-Mitarbeiterin Gabriele Rechberger nicht auf der Messe selbst, sondern, passend zu den Kurzgeschichten, im Aquarium des Leipziger Zoo. Das Brummen eines imaginären Fischkutters im Hintergrund ist natürlich
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Grant Wood: American Gothic. (Alle Folgen hier). Vierunddreißigste Ausfahrt Die Karte mit Grant Woods „American Gothic“ habe ich von meiner ersten Amerikareise mitgebracht, 1979. Ich hatte damals natürlich auch Chicago besucht (per Autostop von Minneapolis aus), und dort selbstverständlich das
Read More Himmelsschau 1 bild / 100 worte Das Alter des Universums: 13’820’000’000 Jahre. Gelegte Hühnereier, heuer in Bayern: über 1’000’000’000. Das macht im Schnitt 300 Eier pro Henne. Was sagt der neue Papst dazu? – Warten wir bis Ostern, wenngleich ohne große Spannung: „Andere Völker haben ein Gebiet mit festen Grenzen: Nur bei dem römischen deckt sich die Stadt mit dem Erdkreis“. Die Hennen, gestresst: Wir haha-ha-ha-haha-haben Burn Out. Das Universum, via BABELFISH: What else is new. Franziskus, lateingewandt: Amen. Zurück zur Sonne, zurück zur Erde, zur Uhr und zum Zeiger
Read More So viele Jahre und wahrhaftig so dürftiges Wissen, so leicht versagendes Herz? Nicht die schäbigste Münze, den Fährmann zu entlohnen, wenn er herankommt? – Sieh meinen Vorrat: Gras und rasches Wasser, ich habe mich leicht erhalten, auf daß der Nachen weniger einsinkt. Übersetzung: Friedhelm Kemp Soll man Philippe Jaccottet (geboren 1925 in Moudon, Westschweiz, Kanton Waadt) nun einen Lyriker oder einen Essayisten oder einen Übersetzer oder einfach „nur“ einen Schriftsteller nennen? Was aber ist damit gewonnen, wenn man für ihn und sein Werk nach einem einzigen Etikett sucht? Und welcher
Read More Der Unvergleichliche Ein paar (persönliche) Jean-Paul-Notizen zu seinem 250. Geburtstag am 21. März. Von Wolfram Schütte 1. Der erste Exzerptenband ist dem 15-jährigen (Jean Paul) so wichtig, dass er einen Schreiber aus Schwarzenbach namens Wolfram beauftragt, den Titel „Verschiedenes aus den neuesten Schriften, Erster Band. Schwarzenbach an der Saale – 1788“ in Schönschrift auf den Umschlag zu schreiben. (Pfotenhauer: „Jean Paul“, München 2013, S. 34) * 2. Jedes Buch, das etwas taugt, spielt mit seinem Leser (TWA) „Es war im Jahr 1763, wo der Hubertsburger Friede zur Welt kam und
Read More Posted On März 20, 2013By Die RedaktionIn Litmag
Liebes CULTurMAG-Publikum, willkommen zur Doppelausgabe von LitMag und MusikMag. Am 21.März vor 250 Jahren wurde Jean Paul geboren. Wolfram Schütte widmet „dem Unvergleichlichen“ eine sehr persönliche Hommage. Sehr regelmäßig tourt Nora Gomringer mit dem Wortart Ensemble und begeistert mit ihrer Vortragskunst und der gelungenen Verbindung von Wort und Musik. Isabel Bogdan hat sich mit der Lyrikerin für uns per E-Mail unterhalten. Wir freuen uns sehr über das Comeback einer tollen Reihe: Der „Neue Wort Schatz“ ist wieder da. Gegründet von Gisela Trahms, ist das Ziel des NWS, zeitgenössische Gedichte mit
Read More Am 31. Januar trat Nora Gomringer zusammen mit dem Wortart Ensemble im Hamburger Literaturhaus auf. Wie es mir gefallen hat, steht hier – Kurzfassung: Ich war schwer begeistert und beeindruckt und habe Nora gleich danach gefragt, ob ich sie für CulturMag interviewen darf. Ich durfte. Wir haben das Interview per E-Mail geführt. Isabel Bogdan: Hast Du eigentlich das Vorlesen oder Vortragen gelernt? Hast Du Sprechunterricht oder eine Schauspielausbildung oder so was? Denn das war sehr beeindruckend. Oder hast du so viele Slams absolviert, dass sich das quasi von ganz allein
Read More μελαγχολία Ann Cotten De atra bile Vorgestellt von Fabian Thomas De atra bile A terrible claw has hit me es wohnt in der fototapete frag mich nicht I don’t know what it is aber es ist atrum ein schwarzes great es gibt weniger vokabel at the edge of cigarettes nett nur mehr furchtbar war der huf an der schläfe die kante von etwas less denn what I’ve ever been vornüber wenn ich sie zumache ein schlüssel zu was ich nicht wissen will at four at night in a dark
Read More Crash und Kamele – Stell dir vor, es ist Staatsbankrott und du sitzt in der Wüste – wäre das nicht übel? Jonas Lüschers Debüt „Frühling der Barbaren“ erzählt auf knapp 120 Seiten die Finanzkrise als Privatkatastrophe. Von Gisela Trahms Eine Gruppe junger britischer Touristen, allesamt im Finanzsektor tätig, will in dem Luxusresort einer tunesischen Oase eine Hochzeit feiern, hübsch exotisch und abgeschirmt vom Rest der Welt. Doch kaum ist die Zeremonie vollzogen, gibt es breaking news vom Zusammenbruch der Banken und dem Ruin Großbritanniens. Die dramatischen Auswirkungen erwischen die Feiernden
Read More Blick auf die Apparate der Despoten –Kaum vorstellbar in Zeiten von sekundenschneller Kommunikation via Email oder Chat: dass eine kleine Nachricht wochenlang unterwegs sein kann, unter abenteuerlichen Umständen, mit großer Verlustgefahr, für eine Bezahlung, die weit höher ist als ein Monatsgehalt… Von Ulrich Noller. Genau so geschieht es aber mit dem Brief, den Salim Al-Kateb, 27, an seine Geliebte Samia schreibt. Wir befinden uns im Jahr 1999, das Internet ist eine ferne Utopie. Salim, ein Iraker, ehemals Student, ist seit zwei Jahren im Exil, wegen des Lesens eines unerlaubten Buches.
Read More 1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Franz Marc: Hirsche im Wald. (Alle Folgen hier). Dreiunddreißigste Ausfahrt „Ich werde Dir nun meine Theorie von Blau, Gelb und Rot auseinandersetzen“, schreibt Franz Marc an den Kollegen August Macke, 1910: „Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig. Gelb
Read More Vorwort zur Fortsetzung von Neuer Wort Schatz – Ein Feld wird bestellt, dann kommt das Wachstum. Das Wachstum kommt und dann die Blütezeit. Wir haben die Wahl: Wir können das Gewächs samt Wurzel herausreißen. Roden wir dieses Feld oder reicht uns die Ernte? Wir behalten das im Kopf, nehmen das auf. Wir haben keine Wahl, weil uns nichts davon reicht. Ernte hier, Ernte da, was wir gegessen haben, braucht keine Wurzeln mehr. Neuer Wort Schatz wird keinen dritten Teil erhalten. Wir nehmen das gleiche Feld und ernten und roden was
Read More Ein stolzer Tag 1 bild / 100 worte Ein stolzer Tag für Amerika. NASA: „Schon wieder!“ Unser neugieriger Mars-Explorer hat gerade einen Mars-Stein angebohrt, der den Namen John Klein trägt. Die WELT meldet: „Feine Adern durchziehen den Stein“ – gemeint ist John Klein – und Bob Dylan horcht auf: „Der Text ist mein! An die Arbeit, Bobbilein!“ – „You walk into the room, John Klein, oh no, you can’t walk, ’cause you’re a Stein, don’t you whine, John Klein, with your 50 Dollar Special Cuvée named after some fancy French
Read More Ein Fenster Wieder zähle ich meine Finger. (Die Eisblume, der unbekannte Kopf, der mir auflauert, sich löst und schreit.) Ich betrachte die Wände, ihre runden, flinken Früchte, ich überschlage, addiere Steine, Asche, Wolken und Bäume, die die Menschen verfolgen, und Perlen, bösartigen Teichen entrissen oder schwarzen Lungen im Grab, entsetzlich lebendig. Die Spinne, die im Menschenschritt herabsteigt, kennt mich, sie herrscht über einen Winkel meines Gesichts, dort nistet, dort singt sie gedunsen und sanft inmitten ihrer grünen Seide, ihrer Trauben. Draußen, dort, wo die Nacht wächst, fürchte ich sie, wo
Read More Die Frankfurter Poetik-Fußwanderung – Als „hart zu nehmender, unmenschlicher“ Ort habe Frankfurt in den 70er Jahren gegolten, erinnerte sich der Schriftsteller Eckhard Henscheid anlässlich der Vorstellung seiner Memoiren – ein Vorurteil, das immerhin „halber Unsinn“ gewesen sei.[1] Eine Erklärung, warum sich trotzdem gerade an diesem scheinbar amusischen Ort Henscheid und nicht wenige andere Literaten freiwillig niederließen, versucht sein Zeitgenosse und Kollege Wilhelm Genazino in seinem neuen Prosaband „Tarzan am Main“: „Ich denke, die Künstler waren mit der Unauffälligkeit ihrer Existenz einverstanden beziehungsweise: hielten diese Unauffälligkeit für eine Art Schutz.“ Von
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