Posted On 19. Dezember 2013 By In Jahreshighlights With 1728 Views

CM-Jahreshighlights 2013, Teil I (A–G)

culturmag_logo_quadratLiebe Leserinnen und Leser von CULTurMAG,

kurz vor den Feiertagen präsentieren wir Ihnen auch in diesem Jahr wieder den Megagiga-XXXXL-Extra-Large-Jahresrückblick in drei Teilen (zu Teil II und Teil III) – chaotisch, unterhaltsam, kenntnisreich – die Tops & Flops von LitMag, MusikMag & CrimeMag, wie unsere Autorinnen und Autoren das Jahr 2013 sahen: Bücher, Filme, Musik, TV, Kino, Alltag und Wahnsinn … ungeordnet & unabhängig.

CULTurMAG ist ab dem 11. Januar wieder für Sie da – feiern Sie schön, erholen Sie sich ein bisschen, rutschen Sie gut ins neue Jahr und bleiben Sie uns gewogen!

Herzlich, Ihre

Jan Karsten, Tina Manske, Thomas Wörtche und die gesamte CULTurMag-Crew

Vladimir AlexVladimir Alexeev

2013 in kurz und knapp.

Gesellschaft: Das Jahr 2013 war Snowden-Jahr. Seine Enthüllungen waren das Beste, was uns je passieren könnte (die Gewissheit vorausgesetzt, dass uns allen längst was Katastrophales passiert). Snowden ist ein Held. Die Gesellschaft an sich scheint’s wenig zu jucken. Der „Das geht mich nicht an„-Irrtum macht die große Runde. Unklug bis fatal.

Literatur: Mehrere PERSONEN – groß geschrieben – sind von uns in diesem Jahr gegangen. Auch im Bereich der Literatur. Alles glänzende Vermittler: Marcel Reich-Ranicki (1920–2013) vermittelte Literaturuniversum an Jedermann, u. a. mit Hilfe eines TV-Kastens, ohne das letztere Mainstream-Werkzeug so richtig wertzuschätzen. Zu Recht.

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Peter Urban. Foto: Vladimir Perelman

Peter Urban (1941–2013) vermittelte slavischsprachige Literatur an die deutsche Leserschaft mehr als ein halbes Jahrhundert lang – ohne Anbiederung oder Adaptation. Dafür detailverliebt und kongenial. Und brachte dazu nach Westen solche Größen wie Daniil Charms. Respekt. Beide haben uns nur zu früh verlassen (denn es ist immer zu früh, für solche PERSONEN). Danke für alles.

Das Jahr 2013 war aber auch ein Jahr erstaunlicher Entdeckungen.

Ein preussischer Metzger, der nach Texas auswanderte und dort eine unglaubliche Geschichte erlebte, die etwas mit Geheimgesellschaften und Flugobjekten zu tun hat. War er irre oder genial? Kennt ihn jemand? Warten Sie ab, ich werde über ihn im Jahr 2014 berichten. Nur so viel jetzt: er hat mich in die Wahnsinn getrieben mit seiner Kunst. Atemberaubend.

Marisa Pessl beeindruckte mich mit ihrem transmedialen Buch „Night Film“ (dt. „Die Amerikanische Nacht“) – eine Mischung aus Lynch und Hitchcock – dafür mit mehreren Informationsebenen, die man auf den ersten Blick nicht entdecken kann. Faszinierend.

Transmedia war sowieso 2013 überall präsent – sei es im Fernsehen mit innovativen Formaten („Zeit der Helden„), oder als Bildung mit dem frei zugänglichen Online-Kurs „Future of Storytelling“ bei iversity, aber auch in der Literatur mit dem geheimnisvollen Buch ‚S‘ aus der Feder des transmedialen Filmemachers JJ Abrams (werde ich auch noch berichten). Weiter so.

Musik: Eine weitere PERSON im Bereich Musik ist gegangen: Lou Reed. Zusammen mit Laurie Anderson waren sie ein erstaunliches Künstlerpaar, ein Beispiel für eine Symbiose zweier Künstler, die ihre eigenen künstlerischen Wege schlagen, und gleichzeitig unzertrennlich bleiben. Stark.

Entdeckung war für mich eine hypersympathische und gleichzeitig ulkige Band „Jitterbug Vipers“ mit ihrem Swing „A Viper Just the Same“: Achtung: Ohrwurm.

Theater: Ich besuchte mal eine völlig irre Interpretation von Wagners Rheingold. „Kaminski on Air“ hieß die Reihe, sehr experimentierfreudig und inspirierend. Klangchaos, alle Rollen von Kaminski selbst gespielt, und die monumentale Originalvorlage mit Augenzwinkern hinterfragt. Immer wieder gerne.

Außerdem hat mich ein Stück von Bert Bresgen „Die Erle der Enthauptung“ umgehauen, das ich im Kellertheater Frankfurt gesehen habe. Multimedial, surreal, gothic, dadaistisch, anarchistisch und anachronistisch, ohne ins Banale zu wechseln. Die kleinen Bühnen bewirken Großes.

Film / TV: Habe endlich „Fraktus“ gesehen, eine Mockumentary über die „legendäre“ „deutsche“ „music band“. Irrwitzig und sehr böse, die Musikindustrie auf die Schippe genommen. Noch mehr davon bitte.

Eine weitere Mockumentary mit einem fast archetypischen Humor war der norwegische Film „Troll Hunter“. Eine Mischung aus Blair Witch Project, Cloverfield und Monty Python. Eine von der norwegischen Regierung geheim gehaltene Zone inmitten der wunderschönen Landschaften. Mit Trollen halt. Und demotivierten Verwaltungsangestelten. Realsatire.

Zu den CM-Beiträgen von Vladimir Alexeev.

Bruno Arich-GerzBruno Arich-Gerz

Die Krimi-Bestenliste sollen andere machen. Bei Culturmag bin ich im zweiten Jahr mit immer noch weiter wachsender Freude dabei und sehe mich nach anfänglicher Nischensucherei inzwischen mit-zuständig für alles Literarische aus der Rubrik Special Interest. Literaturwissenschaftliches zum Beispiel, oder Afrika-Texte, oder beides, dazu immer ein wenig Höhengekämmtes von Bruno Schulz (ein toller Intertext von Maxim Biller hat es dieses Jahr in die Herbstprogramme geschafft, „Im Kopf von Bruno Schulz“) bis Thomas Pynchon: „Bleeding Edge“ über das Jahr 2001 einer Manhattaner Privatschnüfflerin namens Maxine Tarnow befindet sich noch im literaturkritischen Verdauungstrakt. Ein wenig wie bei hartgekochten Eiern ist das, doch am Ende scheint jetzt schon ein hübsches Plätzchen im Privatpantheon „IVAR“ zu stehen. In die Top Ten des holzschwedischen Bücherregals schafft es Big Tom Pyn jedenfalls auch dieses Jahr.

Beim Thema Afrika und Kolonialvergangenheit und Deutschliteratur muss ich eine literaturwissenschaftliche Fleißarbeit herausheben, die mir den Sommer ziemlich versüßt hat: Dirk Göttsches ziemlich monumental geratenes „Remembering Africa“ mit seinen mehr als fünfzig Einzelanalysen zum postkolonialen Schreiben in und mit deutscher Feder. Da bleibt kein Stein „unturned“: Göttsche fräst sich durch alles, von reaktionär angedrehter low pop zur avangardistischen high literature und dem germanistisch geadelten Afrikakanon um Uwe Timms „Morenga“, Trojanows „Weltensammler“ oder Thomas Stangls „Der einzige Ort“.

stangl_Regeln des tanzesThomas Stangl, wo ich gerade auf den zu sprechen komme, lernte ich persönlich im März in Südafrika kennen. Eine zurückhaltende und fast scheue Person, die es faustdick hinter den Ohren hat. „Regeln des Tanzes“ kam im September auf die Büchertische und ins Feuilleton, verpasste zwar die Shortlist für den Deutschen Bücherpreis, kann aber ansonsten vorbehaltlos empfohlen werden als neomusilianisches Sittenbild Wiens in Zeiten eines anbrechenden Jahrtausends, das eigentlich so ganz und gar nichts übrig hat für die Sorte reflektiertes Schreiben. Denn, dennoch und trotzdem liefert Stangl eine écriture, bei der man sich dem Textduktus hingibt und die Erdung in der Wirklichkeit irgendwann schlicht verliert. Am Ende springt ein vorderer „IVAR“-Platz heraus.

Neben dem Regal steht die Pappkiste mit den Rezensionsexemplaren, die ich besser nicht angefordert oder, mea maxima culpa, am Ende sogar noch besprochen hätte. Ja, es ist so. Man ist ja nicht zum Lobhudeln gezwungen.

Elisabeth Bronfen landet – irgendwie überraschend – in dieser Kiste mit ihrer offenbar aus dem Amerikanischen rückübersetzten Monografie (über) „Hollywoods Kriege. Die Geschichte einer Heimsuchung“, so der Untertitel, mag mit viel filmanalytischer Akribie zusammengestellt worden sein. Mir persönlich ist die Linienziehung von, sagen wir, Griffiths „Birth of a Nation“ über „Gone with the Wind“ bis ins Gegenwartskino zu spekulativ. Eine solch assoziative Verkettung entlang eines Themas, hier American Civil War, mag sicher gestattet sein. Doch die sture Insistenz auf psychoanalytische Deutungsmuster, mit der hier unter kompletter Ausblendung von weniger assoziativen Alternativansätzen subjektiv und damit jegliche intersubjektive Nachvollziehbarkeit ablehnend gefuhrwerkt wird, ist schon ein Brett. Zumindest ist es das für jeden, der datierbaren Intertextualitäten, dem längst etablierten Unterfangen von „Rezeptionsforschung“ und generell einer das genaue Vergehen der Vergangenheit einbeziehenden Vorgehensweise etwas abzugewinnen in der Lage ist. Kurz, ich würde gerne keine Rezension schreiben. „I’d prefer not to“, wie Herman Melvilles Bartleby sagt.

Dem Leitspruch wäre ich wohl besser, still und heimlich vor mir selbst, auch bei der Besprechung von Andreas Schnabels „Tod Inclusive“ gefolgt, einer Neuerscheinung des Jahres 2013 aus – zur Abwechslung mal doch – der Sparte Krimi. Die Rezension fiel lauwarm aus; immerhin konnte sich der Verlag für Werbezwecke noch das herauspicken, was (ernstgemeint) wohlmeinend war. Die Reaktion des Rezensierten war umso hitziger. Was ich mir anmaße. Arroganz und sehr hohes Ross. Rezensorisches Gottesgnadentum.

Junge, habe ich mir daraufhin gedacht, ab jetzt passt du auf, wem du mit der Idee kommst, eine Besprechung in die Wege zu leiten. Resolution for 2014: no more blindly dated review copies for culturmaggifying purposes.

AND NO MORE BAD BOOKS IN GENERAL.

Zu den CM-Beiträgen von Bruno Arich-Gerz.

thomas-backs-backsmediaThomas Backs

Mit dem Blick in den Rückspiegel denke ich beim Thema Prosa vor allem an den Sommer und Olga Grjasnowa. Ihren Roman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ (2012) habe ich an den ruhigen Tagen dieses Jahres genossen, die Erzählung aus dem Leben der jungen Aserbaidschanerin Mascha hat mich fasziniert. Auf der Suche nach einer neuen Heimat, das sind tatsächlich viele Menschen in unseren Tagen. Mir gefällt der direkte, schnörkellose Stil, mit dem Grjasnowas Erzählerin dem Leser begegnet. Gerade so, auf einer Reise quer durch Europa und Israel, kommen wir der Welt dieser Frau aus Frankfurt doch ziemlich nahe.

Auf der Leinwand und dem heimischen Bildschirm gab es ganz wunderbare Filmabende, an die ich mich gerne erinnere. „Take This Waltz“ von Sarah Polley bezauberte mit den wunderbaren Michelle Williams und Luke Kirby. Mein Dank geht an Thomas Vorwerk von satt.org (zur Rezension), ohnehin mein liebster Filmguide in der deutschen Medienlandschaft. Nicht zu vergessen: Baz Luhrmanns Pop-Variante von „The Great Gatsby“. Nach langer Pause tatsächlich mal wieder ein guter Grund, mit einer 3-D-Brille im Multiplex zu hocken.

In Sachen Musik war es in meiner Schulzeit ein Traum, der sich nie erfüllte: Einmal „Just Like Honey“ bei einem Live-Konzert hören. Dass er anno 2013 wahr wurde, noch dazu bei der Ruhr Triennale, das war schon verblüffend. Mit 17, 18 hatte ich The Jesus And Mary Chain im Sinn, die nun nicht auf der Bühne standen. Dafür war es eine denkwürdige Performance von Massive Attack zu den Bildern des Genealogen und Dokumentarfilmers Adam Curtis. Eine krasse Kombination, die noch lange nachwirkte. Einen der vier Abende in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Nord durfte ich an einem lauen Sommerabend im August erleben. Motto: „A musical entertainment about the power of illusion and the illusion of power“. Zusammen mit den Gastsängern Horace Andy und Liz Fraser wurde hier in zwei Stunden zu bewegten Bildern die Menschheitsgeschichte seit den 1960ern erzählt – heftigste Reizüberflutung in einer Kathedrale der Montanindustrie, mit weiteren Klassikern der Musikhistorie wie „Baby It`s You“, „Bela Lugosi`s Dead“ und „Karmakoma.“

Famos, wie auch Live-Abende mit Mudhoney, die am 21. Mai im zakk Düsseldorf zu Gast waren:

Daheim, aus der Konserve, war mein Longplay-Favorit des Jahres „Amygdala“ von DJ Koze, und zwar auf Vinyl. Das entspannteste Album des Jahres, dazu mit dem Sommerhit „Ich schreib` Dir ein Buch 2013“ vs. Hildegard Knef. Ein Lieblingslied, wie z.B. auch „Machineries Of Joy“ von British Sea Power, „Bassline“ von Miss Kittin und neue Hits von Tocotronic, etwa „Vulgäre Verse“ oder „Auf dem Pfad der Dämmerung“.

 Zu den CM-Beiträgen von Thomas Backs.

sandi_bakerSandi Baker

Highlights for me have included reading Mike Nicol („Black Heart: A Cape Town Thriller“ and „Of Cops and Robbers“), Michael Stanley, the duo who created the Detective Kubu series set in Botswana and then not in the crime genre, John Eppel – „Absent. The English Teacher“.

So let’s start with Mike Nicol. „Black heart“ is the final part of the Revenge trilogy. It neatly concludes the series whilst also being able to be read as a stand alone novel without previous knowledge of the other two novels.

Nicol’s „Black heart“ is a well crafted thriller, set in Cape Town over a period of a few days. His characters Mace and Pylon finally get to a showdown with their enemy whom they first met in another time and another place under vastly different circumstances. She is everything an arch villain should be, intelligent, cool, beautiful, manipulative and merciless. They, of course, are brave, tough, intelligent and caring. Along the way they are made to suffer and Mace in particular suffers both emotional loss and physical pain. Through it all the main characters are redeemed and good vanquishes evil. A typical plot but what distinguishes it are the twists thrown in, such as the do-gooder American couple and the political links. The narrative is tight and gripping. The beauty of Cape Town adds to the plot. The actions blend seamlessly together. The themes of revenge and warped love culminate in a stunning climax. „Black Heart“ is a highlight and definitely recommended.

„Of Cops and Robbers“ on the other hand takes a while to get into and I started to wonder where the story was going and when the „real story“ would begin, not realising how cleverly the story was being woven. When I finally realised what was going on, I was on a roller coaster of a story that melded the political past and the political present into a tangled web of deceit and deception that does not strain the limits of credibility. Nicol contrasts the apartheid past with its elements of corruption, betrayal and traitors playing out in current day South Africa in a wholly believable manner. Given Nicol’s background in research and previous writings it is not surprising that there is a gritty authenticity in what he writes about. Memorable vignettes from the book include “vertical smiles” and “crocodile skin shoes”.

Michael stanley_deadly harvestAnother highlight and a new find for me although possibly not so new for others, is the Detective Kubu series set in Botswana. Michael Stanley is the combined name of duo authors Michael Stanley and Michael Sears who teamed up to write the Detective Kubu series. The main character is Detective Kubu. Kubu means hippopotamus in Setswana. A hippopotamus is an animal that is able to move deceptively swiftly for its size and can be dangerous when riled. The stereotype detective in this case is one whose quirks are eating, drinking „steelworks“, a non-alcoholic refreshing beverage and singing opera while being a loving and attentive husband and family member. He is, of course, very intelligent and his sidekick happens to be his boss. Both the character of Kubu and the quality of the stories evolve over the four novels written to date. The authors are not shy to explore issues within Botswana that are not openly discussed – such as the role that diamonds played in the political development of the country and the issue of blood diamonds in „A Carrion death“; the bush war in Zimbabwe and drug trafficking in „The second death of Goodluck Tinubu“; the issue of the Bushmen (and yes they preferred being called that as opposed to the San or Moswara which they consider insulting) in Botswana in the „Death of the Mantis“ and more recently in 2013, „Deadly Harvest“ which deals with the influence of witchdoctors, the occult and the need for body parts.

The „Mantis“ and „Deadly Harvest“ are more cohesively written, more gripping and edgier than the previous two novels. The subject matter that is dealt with is not often explored in western writings with such depth and understanding. The complex issues are not presented as clear cut, but the grey areas are touched on providing a more balanced perspective that add weight to a relative light crime novel. „Light“ in the sense that it is not crime-noir nor is it „The First Ladies Detective Agency“, but light in the sense that it is an easy read. The authors manage to convey the journey of the emergent middle class in Botswana from their traditional backgrounds and the disparity of lifestyles between the current middle class and their parents.

The only similarity between the detective Kubu series and the First Ladies detective agency is the country that they share.

Moving away fro the crime genre into more general fiction is John Eppel’s „Absent.The English teacher“.

Eppel’s book set in Zimbabwe about a white English teacher sears itself into your thoughts. Eppel, living in Zimbabwe where he is a schoolteacher in Bulawayo, has written a moving, satirical, allegorical and partly autobiographical novel about a white schoolteacher who falls from grace and becomes a servant to a black family. Eppel mocks the corruption of the ruling black elite while symbolically writing about the fate of the whites in Zimbabwe. It is penetrating, insightful and funny. The classroom scenes are so surreal that they can only be based on reality, particularly that of a reality of a multicultural elite school in Southern Africa.

The events that unfold in the novel seem to be far fetched, but as the novel is set in Zimbabwe, known for having unusual and unbelievable things happen, the novel does not strain one’s credulousness. All in all, „Absent.The English teacher“ is an extremely well written, readable novel with a different take on the Zimbabwean situation.

Lowlight: The lowlight for me was not being able to enjoy Lauren Beukes’, „The Shining Girls“ as much as I did „Zoo City“. The plot was forced and the sparkle was missing. „Zoo City“ is fun, creative and original, „The Shining Girls“ relies on the time travel cliché to make it work and as a result it is over used and confuses the genres of sci-fi and crime in a burdensome way. Pity, I was really looking forward to reading it. Perhaps if it had come out before „Zoo City“ it would have been more readable, but the bar was set astronomically high and any follow up novel by Beukes would struggle to attain such heights.

Zu den CM-Beiträgen von Sandi Baker.

lee child_The visitorUlrich Baron

Ein Mann, der im Ersten Weltkrieg etwas seltsam geworden ist. Das „Majestic“ – ein riesiges Hotel über der irischen See, dessen Besitzer auf bessere Zeiten hofft. Darin: Ein seniler Butler, ein infernalische Töchter-Duo, wuchernde Pflanzen, Scharen von Ratten, Katzen und alten Ladies, die bessere Zeiten gesehen haben. Unsichtbare Scharen von irischen Terroristen, britische Rowdies, hingemeuchelte Schweinchen, kurzum: Troubles, wie sie die Monty Pythons nicht besser hinbekommen hätten. „Troubles“, der 1970 erschienene erste Teil der „Empire“-Trilogie, des früh verstorbenen James Gordon Farrell (1935-1979) ist für mich die Entdeckung des Jahres:  (Deutsch von Manfred Allié. Matthes & Seitz, 540 S., 24,90 €)

Einen Freund verloren, ein Vermögen gewonnen – David Guterson erzählt in „Der Andere“ („The Other“. Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. Hoffmann & Campe, 352 Seiten. 22,99 Euro) die sehr amerikanische Geschichte vom armen Lehrer und vom reichen Aussteiger, dessen einsamer Tod in der Wildnis dem Erzähler eine Millionenerbschaft beschert. Dieser Andere ist zugleich auch jenes bessere Ich, das wir alle irgendwann hinter uns gelassen haben, um „etwas“ zu werden. Notorische Krimileser könnten auf den Gedanken kommen, dass dieser Erbfall sich vielleicht doch hätte vermeiden lassen. Gab es da nicht diese Geschichte vom talentierten Mr. Ripley und dessen reichem Freund…, aber nein, das zeigt nun wirklich nur, was das exzessive Lesen von Kriminalromanen aus einem macht. Und doch hat der Ich-Erzähler etwas zu gestehen: „Natürlich bin ich ein Heuchler und lebe damit, aber ich lebe.“

murakami-suedlich-der-grenzeDank Ursula Gräfes Neuübersetzung von Haruki Murakamis „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ (DuMont, 224 Seiten, 16,95 Euro) kann man jetzt noch besser studieren, wie hart an der Grenzen zum Unwirklichen diese lugubre Liebesgeschichte manövriert: „Weißt du, Shimamoto“, sagt der Erzähler zu seiner gefährdeten Geliebten, „ich tue nur, was ich schon immer getan habe. Ich denke mir etwas aus.“ Die Fragen, ob er sich auch sie ausgedacht hat, wo sie herkommt und wohin sie am Ende wieder verschwindet, müssen wir uns selbst beantworten. So viel Jazz aber wie in diesem kleinen Roman war selten. Und auch wenn Nat King Cole den ihm im Titel zugeschriebenen Song nie gesungen hat und uns niemals singen wird, hat er uns doch eine kleine Trost-Aria hinterlassen: „Pretend that you’re happy when you’re blue“.

Trost angesichts der Rundfunkabgaben bietet jede Wiederholung des (Pardon, Mr. Welles, aber dass Ihnen das Publikum bei der Erstsendung von „War of the Worlds“  in Scharen davongelaufen ist, muss ja nicht für dessen Qualität sprechen) besten aller Hörspiele: „March Movie“ von Peter Klein und Michael Köhlmeier, das das ORF-Landesstudio Vorarlberg 1983 produziert hat. Es geht um das Verschwinden einer Blaskapelle nach einem Auftritt in Hohenems. 14 Jahre später entdeckt sie der der Bahnschrankenwärter Oskar Zambanini nach unermüdlichen Nachforschungen schließlich unter einem Stein auf dem Hohenemser Schloßberg – auf Daumengröße verkleinert aber mopsfidel. Nur scheint außer Zambanini niemand gegenüber den Reportern über diese Sache reden zu wollen. Klingt irgendwie seltsam? Dann warten Sie mal, bis die von Gerold Amann komponierte und genial verfremdete Marschmusik dazu einsetzt. Gegen diesen infernalischen Ohrwurm ist der Klang der Totenuhr reinste Entspannungsmusik.

Und last but not least – stellvertretend für die ganze Reihe, die ich dieses Jahr in der amerikanischen Originalfassung wiederentdecke: Lee Child: „The Visitor“. Also Band 4 der Serie mit dem Ex-Militärpolizisten Jack Reacher, der hier einem FBI-Team so gut ins Profil eines dringend gesuchten Serienmörders passt, dass man ihn zunächst festnimmt und dann zur Mitarbeit drängt. Eine der vielen Einsichten, die man hier gewinnt, lautet. Profiling und Reacher passt zusammen wie FBI und Army.

Zu den CM-Beiträgen von Ulrich Baron.

zoe_beck_porträtZoë Beck

Carolin Emcke: „Weil es sagbar ist: Über Zeugenschaft und Gerechtigkeit“. S. Fischer

Andrew Solomon: „Weit vom Stamm: Wenn Kinder ganz anders als ihre Eltern sind“. (Ü: Antoinette Gittinger, Enrico Heinemann, Ursula Held, Ursula Pesch). S. Fischer

Pippa Goldschmidt: „Falling Sky“. Freight Books.

Laurie Penny: „Cybersexism: Sex, Gender and Power on the Internet“. Bloomsbury.

Carl Nixon: „Settlers Creek“. (Ü: Stefan Weidle) Weidle Verlag.

Zu den CM-Beiträgen von Zoë Beck.

blaudezlenaLena Blaudez

2013 – ein Wiederentdeckt-Jahr … Ein Grund wieder Erich Kästner zu lesen: „Der Gang vor die Hunde“ (zur CM-Rezension) bei Atrium erschienen, ebenso wieder ganz oben auf dem „wieder-lesen-Stapel“: Dorothy Parker, anhand der wunderbaren Biografie von Michaela Karl: „Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber“, bei Residenz. Von McCorkle und Padillo kommt man auch nicht los, also Ross Thomas „Dämmerung in Mac’s Place“ lesen, neu herausgegeben beim Alexander Verlag. Genauso wenig lässt Jack Reacher einen vom Haken, erst recht nicht in „61 Stunden“, Lee Child bei Blanvalet… Auch die neuen Bücher von Dominique Manotti („Zügellos“, bei Ariadne) und besonders „Empfindliche Wahrheit“ – der neue le Carré bei Ullstein und natürlich der großartige Elmore Leonard, „Raylan“ bei Suhrkamp … Alles Autoren, die sofort und unbedingt wieder gelesen werden müssen. Na, und zu guter Letzt ein wieder sehen, die neuen Folgen der dänischen Politik-Serie „Borgen“, wirklich große Klasse.

Zu den CM-Beiträgen von Lena Blaudez.

Mara BraunMara Braun

TV/Serie: „Nurse Jackie“. Dass der amerikanische Pay-TV-Sender HBO der Serienmeister schlechthin ist, hat sich längst herumgesprochen, aber auch Showtime produziert regelmäßig kleine Perlen – die bekannteste dürfte Californication sein. Bereits in der fünften Staffel lief dort zuletzt Nurse Jackie, Staffel 6 ist (glücklicherweise!) in Arbeit – hierzulande waren die ersten drei auf RTL Nitro zu sehen. Im Mittelpunkt der Serie steht Krankenschwester Jackie Peyton: Mutter, Ehefrau (von Kevin), Geliebte (von Eddie), beste Freundin, guter Geist, Seele des Krankenhauses – und weil all das unterwegs in der Summe irgendwann zu viel geworden ist, schluckt, schnupft und zieht Jackie täglich Unmengen von Schmerztabletten.

Was in der ersten Staffel zumindest organisatorisch kein Problem darstellt, da ihr Geliebter zugleich Krankenhausapotheker ist; dann aber wird er durch einen hochmodernen Pillenautomaten ersetzt, sucht mehr als zuvor Jackies Nähe, findet dabei heraus, dass sie eine Familie hat und betrinkt sich plötzlich jeden Tag – ausgerechnet in der Bar ihres Mannes Kevin. Was wiederum Jackie auf ein echtes Pulverfass setzt… Dabei hat die genug damit zu tun, Organspendeausweise zu fälschen und ihrer Chefin Budgetkürzungen auszureden. Die Serie lebt vor allem von Hauptdarstellerin Edie Falco und deren fantastischer Mimik, aber auch von bitterbösem, tiefschwarzen Humor, den grandiosen Darstellern, einem prominenten Regieteam (u.a. Steve Buscemi), den unkonventionellen Geschichten und einer hervorragenden Schauspielerriege. Ein stimmiges und absolutes Highlight!

Literatur: Klassiker first. Ja, ich habe in 2013 auch Neuerscheinungen gelesen, die lassen sich allerdings an einer Hand abzählen… Positiv überrascht hat mich „Someday, someday, maybe“, ganz klar ein Girls-only-Buch von Lauren Graham („Gilmore Girls“, „Parenthood“). Deren Figuren aber sind so wahrhaftig und unprätentiös, ihre Erzählweise so lebendig und die Geschichte ist tatsächlich unterhaltsam und glaubwürdig, am Ende habe ich die knapp 400 Seiten in zwei Nächten gelesen. Sicherlich keine große Literatur, aber ein Buch wie ein Abend mit der besten Freundin, wenn die gerade nicht abkömmlich ist.

Eine eindeutige Empfehlung gibt’s außerdem für Madison Smartt Bells „Die Farbe der Nacht“ (Liebeskind) – eine schnelle und intensive Geschichte, deren Figuren lange nachwirken. Die Sprache der Erzählung bohrt sich unter die Haut, sie ist poetisch und eindringlich und Bell findet Bilder, die weder zu schwach wirken noch überzogen, sondern immer genau richtig. Ein aufwühlendes Leseerlebnis.

Die (wieder)gelesenen Klassiker waren unter anderem Hemingways „The Garden of Eden“, die „Gesammelte Prosa“ von Gottfried Benn, Georges Simenons „Der kleine Heilige“ sowie „Der größte Verlierer der Welt“, mein vielleicht liebstes Buch von Bukowski. Alle vier, wie sie da stehen, wollte ich nach dem Lesen gar nicht aus der Hand geben, besonders intensiv war dieses Gefühl aber mit Hemingway. Vielleicht war ich bei meinen ersten Begegnungen mit ihm noch nicht im richtigen Alter, vielleicht ist dieses Buch von ihm auch das eine, das mich besonders berührt, so oder so sollte man es lesen, wieder lesen und noch mal lesen.

Klotz & Dabeler_ Lass die Lady reinMusik, Schnelldurchlauf. Berührt in mehrfacher Hinsicht hat mich „Lass die Lady rein“, das leider letzte Album von Reverend Dabeler und der verstorbenen Almut Klotz. Enttäuscht, auch dafür eine Zeile, war ich von „Let’s be still“, dem zweiten Album von „The Head and the Heart“, das für mich an den Vorgänger nicht heranreicht. Auch auf seine alten Tage ein großer Geschichtenerzähler ist Guy Clark, dessen Platte „My favorite Picture of you“ zu meinen Lieblingen dieses Jahres gehört. Doppelte Liebe von und für Mark Lanegan, zum einen für seine Kollaboration mit Duke Garwood bei „Black Pudding“, zum anderen für das absolut hörenswerte Coveralbum „Imitations“. Und nichts als Liebe für Nick Cave and the Bad Seeds, deren „Push the Sky Away“ mich auch beim Konzert begeistert hat.

In diesem Sinne, das Jahr geht, die Musik bleibt – frohes Fest und guten Rutsch.

Zu den CM-Beiträgen von Mara Braun.

ThorlefThorlef Czopnik

Akademisch: War es dieses Jahr sehr abwechslungsreich, leider zu Lasten des privaten Lesevergnügens. Neben dem klassischen Kanon der „totgeforschten“ Goethe, Schiller, Brecht, gab es vermehrt Seminare zu Crime (Fiction), Popliteratur, mediale Veränderungen. Interessant, aktuell und

Literarisch: Stach für mich dieses Jahr „Die amerikanische Nacht“ von Marisha Pessl heraus. Die Darstellung von Cordova als eine postmoderne Gefahr in Anlehnung an Stanley Kubrick, die thematische Darstellung von Film bzw. Fiktion/ Realität und der schleichende Horror, der unbenannt bleibt, die Fotografien, Interviews, Transkripte und Blogeinträge innerhalb des Buches zeigen letztlich, dass man nicht immer zermatschte Organe, Blut oder Leichenteile braucht. Pessl baut Spannung auf, zerstört diese wieder und lässt sie von neuem beginnen.

Musikalisch: Ist noch immer Pharrell Williams mit seinem Song „Happy“ einer meiner Favoriten. Geiles 24h-Video, das durch die schlichte Betrachtung von tanzenden Menschen in alltäglichen Situationen brilliert und die morgendliche Tristesse weg ballert.

Marisha_Pessl_Die_amerikanische_NachtSportlich: Gab es zwei herausragende Ereignisse: Bayern schaffte das Triple und verpflichtete Pep. Vor allem aber schlug man Chelsea, damit konnte das „Trauma Dahoam“ endlich ad acta gelegt werden.

Die Schach WM in Chennai zwischen Magnus Carlsen und Viswanathan Anand. Gerade die erste Partie, die nach lediglich 16 Zügen Remis endete bleibt wohl im Gedächtnis. In der fünften Partie kam es zu einem prekären Fehler von Anand und Carlsen nutzte diesen. Dieser leichtfertige Fehler hatte Symbolcharakter, denn der Ruf von Carlsen, harmlose Stellungen in Niederlagen für den Gegner zu verwandeln wurde bestätigt. Der Schachsport zeigte sich von der interessanten, brutalen und letztlich glanzvollen Seite.

Politisch: Die FDP böllert sich aus dem Bundestag. Das hatte schon etwas Urkomisches als die Ergebnisse der Wahl auftauchten und die FDP eben nicht auftauchte, sondern in den Untiefen der politischen Verdrossenheit versank.

Natürlich, der darf nicht fehlen: Edward Snowden und die NSA. Wäre das ein Roman, dann würde man ihn für übertriebene Spinnerei der Verschwörungstheoretiker abtun. Leider ist dem nicht so, sondern es ist die kalte Realität und die Erkenntnis, dass die USA immer ein offenes Ohr haben.

Im Fernsehen: Zeigte sich doch leider noch immer das Trash Format. Serien wie „Boardwalk Empire“, „Homeland“ oder „Breaking Bad“ lassen dann wiederum doch hoffen, dass es so etwas wie Qualität und Hirn im TV gibt.

Privat: Zeigte sich 2013 als Festakt der kleinen Momente, die eben den Unterschied ausmachten und den Alltagstrott in ein Erlebnis verwandelten.

Zu den CM-Beiträgen von Thorlef Czopik.

jfJoachim Feldmann

Das vielleicht schönste Buch des Jahres habe ich eben in meiner Buchhandlung abgeholt. Einige Wochen habe ich warten müssen, denn es ist in einem Verlag erschienen, der sich offenbar nur sehr zögerlich von seinen liebevoll hergestellten Produkten trennen mag und sie schon gar nicht bei einem Grossisten vorrätig hält. Die Achilla Presse in Butjadingen hat uns ja bereits vor einigen Jahren mit der opulenten „Illustrierten Bibliographie der Kriminalliteratur im deutschen Sprachraum“ große Freude bereitet. Nun ist, gleichfall wunderbar ausgestattet, der erste Band einer „Illustrierten Bibliographie der Leihbücher“ erschienen, in dem es ausschließlich um Krimis geht. Und zwar um jene, die man in den katholischen Büchereien des Borromäusvereins vergeblich gesucht hätte. Hier waren die gewerblichen Leihbibliotheken zuständig. In meinem Heimatort befand sich solch ein Hort des Fantastischen, Trivialen und Sensationellen im Hinterzimmer eines Schuhgeschäftes. Lesen durfte ich die Romane mit den schrillen, gerne bestaunten Covern übrigens nicht – sie galten ebenso wie Comichefte als Schund. Wahrscheinlich ist dies der Grund dafür, dass Thomas Wörtches enthusiastische Rezension der Bibliographie an dieser Stelle einen unwiderstehlichen Kaufimpuls auslöste. Und ich bereue nichts.

Vielleicht ist die wehmütige Erinnerung an die Zeiten, als sich zwischen zwei Buchdeckeln verbotene Welten verbargen, ein weiteres Indiz dafür, dass mein Interesse an der Gegenwartsliteratur nicht mehr das ist, was es einmal war. Kriminalromane ausgenommen. Während es mir gar nicht leicht fiel, von den vielen guten Krimis des ausgehenden Jahres jene fünf zu nennen, die mir am besten gefallen hatten, scheiterte ich beinahe daran, die notwendige Anzahl 2013 neu erschienener Romane oder Erzählbände überhaupt zusammenzubekommen. Von Lyrik ganz zu schweigen. Sicher, ein neuer Novellenband des Wahrnehmungskünstlers Hartmut Lange ist immer ein Ereignis. Eine Sammlung der Zeitungsarbeiten Georg Kleins, dessen Roman „Die Zukunft des Mars“ ebenfalls zu den am schönsten gestalteten Büchern des Jahres zählt, stand schon lange an. Und Volker Reiches autobiographischer Comicroman „Kiesgrubennacht“ hat mich bewegt wie kaum ein anderes Buch. Doch ansonsten ließ mich das vor allem zur Buchmessenzeit anschwellende Gesumse des Literaturbetriebs eher kalt. Ich legte mir sogar Heimito von Doderers „Strudlhofstiege“ zu, um mich ab und an gepflegt aus dem Hier und Jetzt verabschieden zu können.

reiche_kiesgrubennachtDas soll nicht heißen, dass die Gegenwart gar keine Reize hätte. Allein um all die interessanten, spannenden, künstlerisch wertvollen neuen Fernsehserien anschauen zu können, müsste man wahrscheinlich seinen Beruf aufgeben. Also verzichteten wir auf „Homeland“, „Breaking Bad“ oder „Sons of Anarchy“ und sahen die bittere englische Krimiserie „Broadchurch“, in der überzeugend dargelegt wird, dass die Aufklärung eines Verbrechen mitnichten die Ordnung der Welt wiederherstellt, sondern verheerende Folgen haben kann. Desillusionierend ist auch das französische Polizeiepos „Spiral“ (im Original „Engrenages“), einer wütenden Abrechnung mit der Korruption in Justiz und Politik. Vier Staffeln, mitproduziert vom englischen Digitalkanal BBC 4, liegen bislang vor, die bei uns quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf Einsfestival versendet werden.

Erheblich mehr kritische Aufmerksamkeit bekam das amerikanische Remake der englischen Polit-Miniserie „House of Cards“ mit Kevin Spacey. Auch wir fühlen uns ganz gut unterhalten, können aber die allgemeine Begeisterung nur bedingt nachvollziehen. Uns erinnern die Tricksereien des Francis Underwood weniger an Shakespeares schottische Tragödie denn an die Machinationen eines J.R. Ewings im Texas der frühen achtziger Jahre. Derweil warten wir auf die sechste Staffel von „Mad Men“, die allerdings erst im neuen Jahr angeschaut wird. Denn für die Weihnachtszeit haben wir uns die entsprechenden Folgen von „Downton Abbey“ aufgespart.

Zu den CM-Beiträgen von Joachim Feldmann.

Zu Teil II des großen CM-Jahresrückblicks: hier (zu Teil III hier).

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