Posted On 15. August 2017 By In Crimemag, Primärtext With 841 Views

Primärtext: John Harvey: Charlie Resnick

John Harvey (c) Molly Ernestine Boiling

John Harvey (c) Molly Ernestine Boiling

John Harvey: Charlie Resnick

Übersetzung: Susanna Mende

In Erinnerung an zwei Profis, Laurence James und Dulan Barber, ohne die es Charlie Resnick womöglich nie gegeben hätte – und für Marian Wood, die Charlie und mir als meine US-Herausgeberin bei Henry Holt über zehn Jahre die Treue gehalten hat. Danke, Marian.

Dass ich überhaupt Schriftsteller geworden bin – und somit Charlie Resnick zum Leben erweckt wurde – ist vor allem einer Reihe glücklicher Fügungen zu verdanken. Ich habe nie irgendwelche Ambitionen gehegt, Schriftsteller zu werden, jedenfalls kein Romanschriftsteller, und bis mein erstes Buch (Avenging Angel, New English Library, 1975, unter dem Pseudonym Thom Ryder) veröffentlicht wurde, hatte ich dahingehend auch nie irgendwelche Versuche unternommen: Keine frühen Meisterwerke, die unter dem Bett oder in der Schublade bewundernder Eltern verschwunden wären, auch keine Einsendung an irgendeinen Kurzgeschichtenwettbewerb für Kinder. Es stimmt zwar, dass ich sowohl auf dem Gymnasium als auch auf dem College ein paar Schüler- und Studentenzeitungen herausgegeben habe, in denen ich gelegentlich eine Kritik oder das, was ich für eine vernichtende Enthüllungsstory hielt, veröffentlichte, doch das war lediglich Journalismus, und obwohl ich es in der Rückschau nicht ganz verstehe, wäre mir nie in den Sinn gekommen, es als meinen Beruf anzusehen. Nein. Ich war dazu bestimmt, Lehrer zu werden, ein inspirierender – nun, ich war noch jung – Englisch- und Schauspiellehrer irgendwelcher armen Elf- bis Achtzehnjährigen.

harvey lonely hearts 987954In meinem zwölften Berufsjahr verschlug es mich nach Stevenage, einer sogenannten „Sennstadt“, eine Stunde mit dem Auto nördlich von London, und ich begann mich ein wenig rastlos zu fühlen. Und wie es der Zufall wollte, nahm ich dort engen Kontakt zu Laurence James auf, einem Collegefreund, der im Jahr 2000 leider mit noch nicht einmal sechzig Jahren viel zu früh verstarb. Laurence hatte in der Buchbranche erfolgreich seinen Weg gemacht – zuerst als Buchhändler, dann als Herausgeber und schließlich als Autor. Er lebte nicht weit von Stevenage, nah genug für mich jedenfalls, um ihm regelmäßig Besuche abzustatten, bei denen ich mich über mein Schicksal beklagte und recht neidisch auf das vergleichsweise angenehme Leben eines hauptberuflichen Schriftstellers blickte – erst viel später erfuhr ich, dass es in Wahrheit ziemlich anstrengend und anspruchsvoll war. Laurence schien aufzustehen, wann es ihm beliebte, ging nach einem gemütlichen Frühstück in sein Büro, wo er eine Stunde oder so an seinem Schreibtisch saß, bevor er die erste von zahlreichen Kaffeepausen einlegte. Und am Ende eines solchen Tages waren dann mit scheinbarer Mühelosigkeit zweitausend bis dreitausend Wörter aufs Papier gebracht. Keine Glocke, die alle vierzig Minuten ertönte, um eine neue Klasse und eine neue Unterrichtsstunde anzukündigen, keine ungezogenen oder aufsässigen jungen Menschen, die man entweder überreden oder unterwerfen musste: nur das eigene, ruhige Zimmer mit Stereoanlage und Kaffeemaschine und, in Laurences Fall, eine intelligente und reizende Frau, die, nachdem sie die Kinder zur Schule gebracht hatte, selbst an einem Roman in ihrem Zimmer schrieb.

Mein Neid war wohl nicht zu übersehen, als mir das Glück erneut zu Hilfe kam. Laurence hatte unter dem Namen Mick Norman eine Reihe ziemlich wilder Biker-Bücher geschrieben, und sein Verleger wollte noch eins; Laurence war aber anderweitig verpflichtet. „Falls du gern etwas schreiben möchtest“, sagte er. „Das ist deine Chance.“ Nur dass ich überhaupt nichts schreiben wollte: Ich wollte das, was ich von einem Schriftstellerleben mitbekommen hatte – das Haus auf dem Land, den Volvo, die Möglichkeit, sich sein Leben selbst zu organisieren. Bei dem Gedanken daran, etwas zu produzieren, das womöglich jemand lesen oder sogar publizieren wollte, wurde ich blass und stammelte.

Doch Laurence überzeugt mich: Er gab mir die Mick-Norman-Bücher zum Lesen, half mir, die Handlung und dann eine Synopsis zu entwerfen und saß geduldig neben mir – meistens jedenfalls -, während ich das erste Probekapitel mehr als ein dutzend Mal umschrieb. Das gesamte Paket ging dann mit wärmsten Empfehlungen an seinen Lektor, und ungefähr einen Monat später war ich in Besitz eines Vertrags. Ich brauchte bloß ein Manuskript mit fünfzigtausend Wörtern abzuliefern und erhielt im Gegenzug die stattliche Summe von zweihundertfünfzig Pfund.

Wieder in Stevenage, wo ich noch immer unterrichtete, setzte ich mich an den Küchentisch meiner kleinen Wohnung – in den Ferien, abends und an den Wochenenden – und schaffte es irgendwie, den Abgabetermin einzuhalten, und so gelangte das vollständige Manuskript rechtzeitig in die Post.

Rückblickend ist es ein seltsames Buch, das sowohl von den Ungerechtigkeiten des Bildungssystems als auch vom Getöse marodierenden Harley-Davidson-Fahrer handelt, aber zu meiner Freude und großen Überraschung wurde es angenommen. Mit dem beinahe obligatorischen Umschlagfoto einer jungen Blondine in einer offenen Jeansjacke auf einem Motorrad wurde Avenging Angel standesgemäß veröffentlicht – und mir wurde für fünfzig Pfund mehr ein zweiter Vertrag angeboten. Ich war also auf gutem Weg.

So rasch in den Rang eines publizierenden Autors gehoben zu werden, war auch dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass Mitte der siebziger Jahre die britischen Verlage boomten. Neue Taschenbuchverlage schossen wie Pilze aus dem Boden und waren gierig nach Stoff. Und weil ich die Welt des Schreibens auf diese Art betreten hatte – weil es für mich zunächst mehr eine Alternative war, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, als literarische Ambition -, kam ich dem Wunsch nur zu gerne nach. Kriegsbücher, Bücher zum Film, apokalyptische Abenteuergeschichten, Teenagerromanzen – während meiner Lehrjahre brachte das alles etwas ein.

Dann kam der Tag, als mich ein Lektor von Transworld anrief und sagte: „Wir suchen jemanden, der eine Westernserie schreibt. Ich dachte, Sie wären vielleicht interessiert.“

Eins der verlegerischen Phänomene damals war der Erfolg einer Westernserie namens Edge, die von Terry Harknett unter dem Pseudonym George G. Gilman geschrieben worden war. In seiner Funktion als Lektor bei der New English Library, der auch Aufträge vergab, hatte Laurence James – ja, er schon wieder – vorgeschlagen, dass Harknett, bis dahin ein Autor mittelmäßig erfolgreicher Thriller, sich an einer neuen Art von Pulp-Western versuchen sollte, die gewalttätig und sexy wären und sich stark an Spaghetti-Western à la Sergio Leone und Clint Eastwood wie Zwei glorreiche Halunken und Für eine Handvoll Dollar orientierten. Eine großartige Idee, die Harknett mit viel Fantasie umsetzte. Nach einem zaghaften Start überschritt jeder neue Titel der Serie eine Auflage von hunderttausend, und natürlich wollten auch andere Verlage ein Stück vom Kuchen abhaben.

Bald gab es eine kleine Gruppe britischer Autoren – die Schmierfinken, wie wir uns selbst gerne nannten -, zu denen, natürlich, Laurence gehörte, außerdem Terry Harknett, Ken Blumer, Fred Nolan, Angus Wells und ich –, die über Western schwitzten und sich in den meisten Fällen Pseudonyme teilten. Solange der Boom anhielt, müssen es weit über hundert Titel gewesen sein, die wir schrieben; bis andere Trends entstanden und das sich verändernde wirtschaftliche Klima mich zwang, diesen Job an den Nagel zu hängen, hatte ich für verschiedene Serien zwischen vierzig und fünfzig Bücher geschrieben. (Anm. der Redaktion: Siehe dazu auch die Kolumne von John Harvey vom September 2015 bei CrimeMag.)

Dass ich der Richtige dafür war, hatte ich vor allem meinem Vater zu verdanken, der ein großer Westernfan gewesen war (Zane Greys Das Gesetz der Mormonen war eins der drei Bücher, die stets auf seinem Nachttisch lagen) und mich als Kind in jeden Western mitnahm, der bei uns in Nordlondon im Kino lief. Unter seinem Einfluss las ich häufig mehr als einmal viele der Romane um Hopalong Cassidy von Clarence E. Mulford – was hat es nur mit dem zweiten Vornamen bei Westernautoren auf sich? –, und das Buffalo Bill Annual war gewissermaßen meine Bibel. Mit ziemlicher Regelmäßigkeit schwänzte ich die Schule – wie kam ich nur so oft damit durch? –, nahm die Tube ins Zentrum von London, die Taschen mit dem Geld fürs Schulessen vollgestopft, und stieg beim Marble Arch aus, wo ein Kiosk direkt neben der U-Bahn-Station importierte amerikanische Comics verkaufte: Superman natürlich und Captain Marvel; aber auch, was für mich noch interessanter war, die Abenteuer von nicht ganz so bekannten Western-Filmstars: Rod Cameron, Allan “Rocky“ Lane und Lash La Rue.

Als es dann soweit war, war das „Frontier“-Thema – eher mythisch und höchst romantisch als realistisch – genau das Richtige für mich. Schauen Sie sich zum Beispiel das erste Kapitel von Cherokee Outlet (Pan, 1980) an, das erste von zehn Büchern über Hart the Regulator, übrigens die einzigen Western mit meinem richtigen Namen auf dem Cover, plus des beinahe obligatorischen ersten Buchstabens des zweiten Vornamens – John B. Harvey, kein Geringerer.

Er war eine große, dunkle Gestalt, die das Pferd aus der Sonne in seinen eigenen Schatten lenkte. Ein Mann, der allein ritt.

Wie ein orangefarbenes Medaillon stand die Sonne hinter ihm am Nachmittagshimmel. Ihr Licht fiel auf unförmige Felsen, die über den Hügel im Norden verstreut lagen, und ließ sie rot und silbern leuchten; sie fiel auch auf den Fluss, wo eine Weißwedelhirschkuh nervös trank; und der dunkle Schatten wurde länger, während Pferd und Reiter ihren Weg langsam Richtung Osten fortsetzten.

Wes Hart ritt ganz entspannt dahin, die Zügel in der linken Hand, den Daumen seiner Rechten um den Sattelknopf gelegt. Die Finger hatte er so gespreizt, dass sie das Leder berührten, nie weit weg von der Pistole, die fest in seinem Holster steckte. Ein Colt Peacemaker Kaliber 45, in dessen Perlmuttgriff das mexikanische Emblem eines Adlers geschnitzt war, der in seinem Schnabel und zwischen den Klauen eine Schlange hielt.

Er war eins fünfundachtzig groß und drahtig unter seinem hellbraunen Wollhemd, wodurch er leichter als die fünfundachtzig Kilo wirkte, die er schon seit dreißig Jahren wog. Sein Gesicht war schmal und von Bartstoppeln bedeckt, und die hohen Wangenknochen standen unter der gebräunten Haut hervor. Harts Augen waren blassblau.

harvey_Herne 2Romantisch, gewiss; man konnte sich Gary Cooper im Sattel vorstellen, oder Robert Taylor, Joel McCrea. Doch die meisten unserer Helden, Männer wie Jedediah Herne in der Serie Herne the Hunter, die ich gemeinsam mit Laurence James schrieb, waren düsterer und vertrauter mit brutaler Gewalt und Verzweiflung. Aus dem gleichen Holz geschnitzt wie John Waynes rachsüchtiger Charakter in Der schwarze Falke und dem Eastwood aus den Spaghetti-Western, war dieser Held nicht mehr jung, ein Einzelgänger mit einer tragischen und bewegten Vergangenheit, die ihm eine besondere Kraft verlieh, aber auch eine melancholische Wut und Besorgtheit um nur wenige Menschen außer ihm selbst. Vor allem war er ein Mann, der zwar nicht am falschen Ort war, aber in der falschen Zeit lebte. In gewisser Hinsicht war er dem noch nicht existierenden Charlie Resnick nicht unähnlich – wie Sie sehen, habe ich das eigentliche Thema nicht vergessen – wenn auch in anderen Dingen aus ganz anderem Holz geschnitzt.

Ich musste kürzlich an einem Sonntagnachmittag viel über das oben Gesagte nachdenken. Ich saß in einem der wenigen Londoner Programmkinos, wo ich zum x-ten Mal Sam Peckinpahs Pat Garrett jagt Billy the Kid sah – ein Film über Männer, die nicht in ihre Zeit passten.

Schon zu Begin gibt es eine Szene, in der sich Billy zu Garrett, seinem früheren Weggefährten, der jetzt ein Gesetzeshüter ist und ihn fortschicken will, umwendet und sagt: „Wir hatten tolle Zeiten, was?“

Das ließ mich an den großen Spaß und die Freude denken, die wir Schmierfinken hatten, als wir unsere Cowboygeschichten schrieben, und wie wichtig Filme wie Pat Garrett jagt Billy the Kid für unsere Vorstellung vom Wilden Westen waren.

Manchmal ging das bis ins Detail – in Cherokee Outlet zum Beispiel erinnert sich Wes Hart an seine erste Begegnung mit Billy the Kid, bei dem Kid mehreren Hühnern die Köpfe abschießt, was eine direkte Anspielung auf die Eröffnungsszene von Peckinpahs Film ist –, doch öfter noch im Tonfall und in der misslichen Lage der Hauptfiguren, die ein ums andere Mal von einer Gesellschaft ausgeschlossen werden, die sie kennen und verstehen, der es aber immer weniger gelingt, wiederum sie zu verstehen und zu akzeptieren.

Drinnen und trotzdem draußen.

Ein Teil der Gemeinschaft und doch wieder nicht.

Als ich über eine Hauptfigur für das Buch nachzudenken begann, das der erste Resnick-Roman, Verführung zum Tod, werden sollte, waren nur zwei Dinge einigermaßen klar: Er wäre eher Polizist als Detektiv, würde – irgendwie – zu der Gemeinde gehören, in der er seinen Polizeidienst versah, und trotzdem ein Außenseiter sein. Was ich brauchte und schließlich in den Gruppen von Männern in glänzenden Anzügen unbestimmten Alters fand, die am Eingang von Nottinghams Victoria Centre herumlungerten, war eine Möglichkeit, diese „Differenz“ zu markieren. (Tut mir leid, aber ich habe in strukturalistischer Theorie dilettiert, während ich an meiner Masterarbeit in Amerikanistik schrieb, und das hat abgefärbt).

Die Männer waren aus Polen, Teil einer großen Community, die sich um den Zweiten Weltkrieg herum in der Gegend niedergelassen hatte; in Nottingham gab es zwei florierende polnische Clubs und eine große und gutbesuchte polnisch katholische Kirche. Wenn das, wie ich dachte, die sehr enge Gemeinschaft war, zu der die Familie meiner Hauptfigur gehörte, dann wäre es gar nicht so unrealistisch, dass er in einem Zuhause aufgewachsen wäre, in dem noch immer polnisch gesprochen wurde, er jedoch eine Schule besucht hätte, in der Englisch mit einem ausgeprägten Nottingham-Akzent die Regel war, und Gewohnheiten und Erwartungen miteinander konkurrierten.

Und sein Name? Was war mit seinem Namen?

Ein Freund in New York mit polnischen Wurzeln trug den Namen Resnick; ungewohnt und doch für den durchschnittlichen britischen Inselbewohner nicht zu schwer auszusprechen und zu verstehen. Und auf einmal kam mir „Charlie“ in den Sinn, und es schien mir perfekt zu sein. Durch und durch englisch, freundlich, harmlos, vertraut und – soweit das in England möglich ist – ohne Klassendünkel.

harvey 51qn0ZarwzLCharlie Resnick.

Sowohl Mitglied als auch Außenseiter.

Ich erinnere mich an mehrere lange Gespräche mit dem verstorbenen Dulan Barber, der als David Fletcher Kriminalromane und als Owen Brookes übernatürliche Thriller schrieb, und ein sowohl wohlwollender als auch unnachgiebiger Mentor war.

Dem Stereotyp folgend entschied ich bereits früh, dass Resnick allein lebte und eine gescheiterte Ehe hinter sich hatte, die hin und wieder Anlass zu Kummer und Reue gab. Und zu Wut.

„Was“, fragte Dulan“, wissen wir noch über diesen Mann?“

Sein Alter, sein Gewicht, seinen Geschmack hinsichtlich Musik, Essen und Kleidung?

Einmal beschrieb ich Resnick vorschnell als verwandt mit Jim Rockford, der sich wie Columbo kleidet. Als Kurzbeschreibung ist das vielleicht brauchbar, obwohl ich, was seine äußere Erscheinung anging, ganz klar Sergeant Valnikov im Kopf hatte, den Police Detective in Harold Beckers wunderbarer Verfilmung von Joseph Wambaughs Ein guter Polizist.

Ich weiß nicht mehr, ob Dulan oder ich selbst mit der Sandwich-Idee ankam. Wir dachten, dass ein Mann, der allein lebte und beruflich eingespannt war, nicht viel Zeit hatte, um richtig zu kochen – obwohl er manchmal mit ein paar Eiern und den Resten aus dem Kühlschrank richtig zaubern konnte. Sandwiches schienen also perfekt zu sein, vor allem wenn die Zutaten größtenteils an dem einen oder anderen polnischen Delikatessenstand auf dem Markt gekauft wurden, an dem er auf seinem Weg zurück vom Kaffeestand vorbeikam, wo er seinen Morgenespresso zu trinken pflegte.

Es war meine Entscheidung, aus ihm einen Jazzliebhaber zu machen. (Dulans Geschmack tendierte zu Oper und Liedern von Richard Strauss, mit einem seltsamen, aber nachvollziehbaren Faible für Dusty Springfield.) Weil ich selbst ein eingefleischter Jazzhörer war – und kurze Zeit selbst mehr schlecht als recht Musik gemacht hatte –, wollte ich die Gelegenheit nutzen, über die Musik zu schreiben, die ich kannte, um dem Leser, soweit es in Worte zu fassen war, einen Eindruck davon zu geben, was Resnick hörte, ob es nun Billie Holiday oder Charlie Parker oder sonst wer war, und die Klänge so akkurat wie möglich zu beschreiben. Mehr noch hoffte ich, dass Resnicks Sympathie und Begeisterung für die Musik etwas über den Mann selbst aussagte, sie eine reiche Vorstellungskraft – wie es auf andere Weise seine kulinarischen Gelüste taten – vermittelten, die sonst nicht sichtbar war. Ich wollte auch, so gut es ging, eine Verbindung zwischen Resnicks Wertschätzung für das Hörerlebnis und seinem Verständnis für Menschen und ihre Gefühle, die Dinge, die sie empfinden und tun, herstellen.

Vor ein paar Jahren stellte der Kritiker Lloyd Sachs freundlicherweise in der Chicago Sun-Times fest: „Resnick gelingt es mit Hilfe der Musik in den Menschen verborgene Fähigkeiten zu entdecken, sowohl in Kriminellen als auch in Verbrechensopfern. So wie ihm bewusst ist, dass Lester Youngs schweres Leben seine wunderschöne Musik hervorgebracht hat, erkennt er, dass Menschen ein schweres Leben haben und trotzdem zu etwas Sinnvollem in der Lage sind. Vielleicht sogar zu etwas Schönem.“

harvey erstling lonley hearts 9783423211123Ich fürchte, dass ich mit den Katzen weniger erfolgreich war. Es stimmt, dass ich schon mehrmals in meinem Leben Katzen besessen habe, doch seit meiner Kindheit hege ich ebenfalls eine wiederkehrende Furcht vor ihnen – denken Sie an die Eröffnung des ersten Frank-Elder-Romans, Schrei nicht so laut (2004). Dulan war der wahre Katzenliebhaber, und es geschah wahrscheinlich auf sein Betreiben hin, dass Resnicks fürsorgliches Naturell in seinem Umgang mit nicht weniger als vier Katzen zum Vorschein kam, die nach Jazzmusikern benannt waren und als Ersatz für die Kinder dienten, die es in seiner Ehe nicht gegeben hatte. Rückblickend denke ich, dass sie höchstens niedlich sind und dem Autor in ihrem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit ein wenig zu oft zwischen den Füßen herumlaufen. Aus meiner Korrespondenz weiß ich allerdings, dass es Leser gibt – meistens weibliche, und vor allem aus den Vereinigten Staaten – die dem heftig widersprechen würden.

Was ich hier beschreibe, deutet jedenfalls darauf hin, dass Resnicks grundlegende Eigenschaften vorhanden waren, bevor ich mich hinsetzte, um Verführung zum Tod zu schreiben, wie von Beginn des vierten Kapitels an klar sein sollte.

Auf dem Brot waren Mayonnaise, Thunfisch und Ei, ein paar Scheibe saure Gurken und zerkrümelter Gorgonzola. Die Mayonnaise tropfte über den Rand des Brots auf seine Finger, und Dizzy, die auf seinem Schoß hockte, streckte sich, um sie abzulecken. Billie Holiday und Lester Young sangen in den Kopfhörern, eine einzige Liebeserklärung an die Musik. Resnick musste unablässig daran denken, dass er Skelton belogen hatte, und fragte sich, warum.

harvey 9783423212793Seine Ehe war weder so schlecht gewesen, dass er sie aus seinem Gedächtnis gestrichen hatte, noch so ereignislos, dass er sie wirklich vergessen hätte. Etwas über fünf Jahre, und dann war sie eines Tages, während er die Fensterrahmen im kleinen Zimmer gestrichen hatte, hereingekommen und hatte verkündet, sie wolle sich scheiden lassen. Jedes Jahr ihrer Ehe hatte er das kleine Zimmer hinter ihrem gemeinsamen Schlafzimmer in der Hoffnung renoviert, dass sie eines Tages mit leuchtenden Augen hereinkommen und ihm verkünden würde, sie sei schwanger. Weshalb sonst bunte Tapeten mit Buchstabenmuster? Weshalb sonst frische Rot- und Grüntöne?

Oder wie eine der Figuren zuvor feststellt:

Er war ein übergewichtiger Mann in seinen frühen Vierzigern, dessen schmale Augen Tränensäcke hatten und müde aussahen, und der nicht die Zeit fand, seine Krawatte zur Reinigung zu bringen.

Die letzte Feststellung machte die Sozialarbeiterin Rachel Chaplin, mit der Resnick sowohl beruflich als auch privat zu tun hat. Ich wollte irgendwie, dass es in den meisten Büchern eine Art romantischer Gefühle für Resnick gibt, die dazu bestimmt sind, ein mehr oder weniger schlimmes Ende zu nehmen. In der Zwischenzeit entwickelt sich langsam eine Beziehung ganz anderer Art zwischen Resnick und einer Nachwuchskraft in seinem Team, Lynn Kellogg. Nebel über dem Fluss, der sechste Krimi der Serie, endet (wie er in meinem Kopf begann) damit, dass Resnick sie als „die Tochter betrachtet, die er nie hatte, die Liebhaberin, die sie nie sein würde.“

Es verrät, wie schlecht ich Bescheid wusste.

Gemeinsam mit dem Entschluss, einen Polizisten zu meinem Helden zu machen, entschied ich, dass er zu einer Gruppe von Polizisten gehören und somit Teil eines Teams sein sollte. Darin war ich von Police Procedurals beeinflusst –Ed McBain, Joesph Wambaugh et al -, die ich gelesen, aber auch im Fernsehen gesehen hatte, frühe britische Serien wie Z Cars und später amerikanische wie Hill Street Blues. In letzterer wäre Resnick die mittlere Führungsfigur, die alles zusammenhält – Frank Furillo, doch mit einem anderen Schneider.

Ein großer Vorteil dieser Struktur war, dass sie es mir ermöglichte, mehrere Erzählstränge zu etablieren und so den Fokus der Geschichte weg von Resnick auf andere Teammitglieder zu richten. Damit konnte ich nicht nur Charaktere verschiedenen Alters und Geschlechts und sexueller Orientierung wählen, sondern auch das Tempo variieren und eine erzählerische Basis schaffen. Für jedes Kapitel, in dem Resnick zu Hause gedankenverloren Thelonious Monk lauscht, gäbe es eins mit seinen jungen DCs, die einen bewaffneten Verbrecher über die Dächer jagen.

Der Wechsel vom Western zur Kriminalliteratur geschah nicht plötzlich; dazwischen schrieb ich zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen – von klassischen Serien für BBC wie die Fernsehbearbeitung von Arnold Bennetts Geschichten aus den fünf Städten bis zu Folgen beliebter Krimiserien wie Spender. Das letzte Projekt, das ich entwickelte, bevor ich mich Verführung zum Tod widmete, war eine sechsteilige Serie über den Bewährungshilfsdienst mit dem Titel Hard Cases. Diese Serie spielte in Nottingham, wo ich lebe, wurde zum größten Teil auch dort gefilmt und folgte, soweit uns das möglich war, genau der Struktur von Hill Street Blues. (Ich setzte mich mit einer Stoppuhr hin und stoppte genau die Programmsequenzen, bevor ich Szene für Szene mein erstes Outline entwarf.)

Das Drehbuchschreiben übte nicht nur im Schreiben von Dialogen und verbesserte meine Fähigkeit, Handlung und Figuren zu trennen, es machte auch die Bedeutung des Ortes und der Möglichkeit – ich bin versucht zu sagen, Notwendigkeit – deutlich, die Personen und ihre Handlungen in einem gesellschaftlichen Kontext zu zeigen.

Ich habe bereits Z Cars erwähnt, eine wegweisende Polizeiserie, die an die stark dokumentarische Tradition des britischen Kinos mit seinen glaubwürdigen Charakteren aus der Arbeiterklasse, regionalen Akzenten und Originalschauplätzen anknüpfte. Kein Wunder, dass dort Filmemacher und Autoren wie Ken Loach, Alan Plater und Troy Kennedy Martin einen Großteil ihrer frühen Arbeiten realisierten.

Ich werde nie eine besonders erschütternde Szene aus Softly, Softly vergessen, der Serie, die aus Z Cars hervorging, bei der die Polizei schwere Fälle von Kindesmissbrauch untersuchte, die innerhalb der Familie verübt wurden. In einer der Schlussszenen, nachdem die Täter verhaftet und weggebracht worden waren, spricht ein Detective mit einem der missbrauchten Kinder, um sich zu vergewissern, dass es dem Kind gut geht, und aus Dankbarkeit bietet ihm das Kind seine sexuellen Dienste an –die einzige Art und Weise, auf die das Kind Danke sagen und Anerkennung bekommen kann.

Der Gesichtsausdruck des Detectives – der zugleich Abscheu, Verständnis, Mitgefühl und tiefen Kummer ausdrückt – hat mich begleitet und, dessen bin ich mir sicher, Resnicks Reaktionen in bestimmten Passagen von Verführung zum Tod inspiriert, die ein ähnliches Thema behandeln. Außerdem hat es mich davon überzeugt, dass Krimi, ob nun in Literatur oder Film, genau die gleichen Themen und Situationen behandeln kann – und sollte – wie angeblich seriöser Stoff.

harvey resnick-darkness-9780434022922Die Bedeutung von Nottingham für die Resnick-Krimis ist nicht zu unterschätzen. Einfach gesagt, habe ich, abgesehen von ein paar Schauplätzen in London, diese Stadt gewählt, weil ich sie am besten kenne. Ich habe dort ziemlich lange gelebt, zuerst als Lehrer, dann als Student und schließlich als Autor. Mitten in den so gar nicht schicken East Midlands gelegen, knapp zweihundert Kilometer nördlich von London, ist die Stadt nur halb so groß wie andere britische Städte (aktuell liegt die Einwohnerzahl knapp über zweihundertfünfzigtausend) und bezüglich Einkommen, Klasse und Rasse so gemischt, dass sie häufig von Marktforschern als Schlüsselort ausgewählt wurde, um neue Produkte zu testen. Genau dieser Mix aus Gegenden mit billigen Mietwohnungen und wohlhabenden Vierteln, die häufig dicht beieinander liegen, macht es auch für einen Schriftsteller zu einem guten Testgebiet. Das Leben in all seinen Facetten, wie eine beliebte britische Tageszeitung betonte, findet hier statt.

Als ich Mitte der sechziger Jahre zum ersten Mal nach Nottingham zog, war die Stadt noch immer ein Industriezentrum – Kohleminen, Textilien, Strumpfwaren, Raleigh-Fahrräder, Players-Zigaretten. Inzwischen sind die meisten dieser Industrien verschwunden oder bis zur Unkenntlichkeit geschrumpft, und es ist nicht klar, was, wenn überhaupt, an ihre Stelle getreten ist. Inmitten echter Armut, prekärer Lebensverhältnisse und einem unterfinanzierten Bildungswesen gediehen trotzdem Inseln des Wohlstands und der Kreativität.

Schriftsteller porträtierten die Stadt im Allgemeinen als ungezähmten, quirligen Ort, wo man genauso schnell eine aufs Maul wie ein Glas Bier bekam, und die Region insgesamt genoss den Ruf, roh und gewalttätig zu sein. Man denke an Alan Sillitoes Arthur Seaton in Samstagnacht und Sonntagmorgen oder, noch davor, die frühen Kurzgeschichten von D.H. Lawrence, die in den kleinen Bergbaugemeinden im Westen der Stadt (wo ich als Lehrer anfing) angesiedelt waren, wo es normal war, dass sich Frauen und Kinder unter dem Küchentisch versteckten, wenn die Grubenarbeiter vom Pub auf dem Weg nach Hause waren, nachdem man ihnen den Lohn ausgezahlt hatte.

Erst in jüngerer Zeit hat Nottingham den unerwünschten Ruf als Mordhauptstadt von Großbritannien erworben, dank einer Anzahl berüchtigter Morde, die innerhalb kurzer Zeit verübt worden waren und die örtliche Polizei an ihre Grenzen brachten, wobei die ausführliche Berichterstattung über Verbrechen mit Schusswaffen, die sowohl dem Drogenhandel als auch dem Bandenkrieg zwischen jungen Bewohnern innerstädtischer Wohnsiedlungen geschuldet war.

Ich hatte das Gefühl, wenn ich über Nottingham schrieb, dass ich Resnicks Romanen einen Handlungsort gab, den ich mit einem bestimmten Grad an Kenntnis und Glaubwürdigkeit darstellen konnte, und den Resnick selbst verstehen konnte. Und lieben. Mit all seinen Schwächen.

*

harvey rsz_now’s_the_timeEs gibt eine letzte Frage zu Resnick, die ich gern ansprechen möchte: Wie viel von mir, wenn überhaupt, steckt in ihm?

Wenn wir die Tatsache berücksichtigen, dass er, wie alle meine Charaktere, aus einer Mischung aus Beobachtung und Fantasie besteht, dann lautet die Antwort sehr wenig. Einfach gesagt, ich ernähre mich nicht von Sandwiches und habe keine vier Katzen; ich bin nicht kinderlos und kleckere selten Essen auf meine Krawatte. Nicht dass ich je Krawatten tragen würde, außer bei den Abendessen vom Detection Club vielleicht.

Doch sein Nottingham ist, oder war, meins. Jahrelang bin ich am Vormittag durchs Stadtzentrum gegangen, um meinen Platz am stets selben Kaffeestand einzunehmen.

Das erste Mal, dass ich Billie Holiday gehört habe, war, als ich einen Stapel alter Schallplatten durchsah, die dem Onkel eines Schuldfreund gehört hatten – „I Cried for You“ von Teddy Wilson and his Orchestra, mit Billie Holiday, Gesang. Darunter waren Earl Bostic und der frühe Duke Ellington und Louis Jordan and his Tympany Five. Für Resnick wurde das in Tiefer Schnitt (1991) zu einer Gelegenheit, als er das Haus eines Onkels, der als Schneider gearbeitet hatte – mit Daumen wie Metallblech und Fingern wie Seide -, besuchte, der in Amerika gewesen und mit einem Stapel Aufnahmen zurückgekommen war, in die sich Resnick versenkte, und die er sich voller Staunen anhörte.

In andächtiger Stille hatte Resnick dagesessen, mit einer Tasse schwarzem Tee und einem Stück Sandkuchen, während sein Onkel Knopflöcher und Säume mit der Hand nähte und seine Cousine sich sachte im Rhythmus der Ink Spots oder der Mills Brothers wiegte, vier Stimmen, eine Gitarre. Nach einer Weile klopfte sein Onkel mit einem Fingerhut auf den Tisch und zwinkerte ihm zu. Und dann hörten sie Mildred Bailey, Billie Holiday, Luis Russels ‚Call of the Freaks’, Fats Waller und His Rhythm – ‚The joint is Jumpin’’.

Was mir bei der Entwicklung von Resnicks Figur half, waren die unterschiedlichsten Dinge, Erinnerungen, die mir beim Schreibens einfielen, und die, in leicht modifizierter Form, Teil seiner Vergangenheit wurden. Andere Ereignisse, wie oben beschrieben, konnten bis zu einem gewissen Grad in die Geschichten eingefügt werden, um einen Eindruck vom Menschen Resnick und der Welt, in der er lebt, zu vermitteln.

Es regnete schon wieder: ein feiner, böiger Nieselregen, der einen schließlich doch bis auf die Knochen durchnässte und so eisig war, wie es nur englischer Regen sein konnte. Auf einer behelfsmäßigen Bühne in der Mitte des alten Marktplatzes spielte die Burton Youth Band eine Auswahl aus ihren Shows. Das Publikum bestand aus einem Häuflein Passanten und einigen Verwandten, die mit dem Bandbus gekommen waren. Auf der einen Seite der Bühne saßen, etwas abseits von den anderen, ein Junge und ein Mädchen, elf, zwölf Jahre alt und nicht in Uniform wie die anderen, vor einem gemeinsamen Notenständer. Ihre Lippen bewegten sich, sie zählten die Takte mit. Resnick beobachtete sie – der Junge mit Brille und Wirbeln im Haar, das Mädchen, schmalgesichtig, in einem dünnen, kurzen Kleidchen, die Beine voll violetter Flecken vom Regen und der Kälte. Nervös befingerten sie die Ventile ihrer Kornette, während sie auf ihren Einsatz warteten.

Unweit von der Stelle, wo Resnick stand, hatte Paul Groves gesessen und über den Platz gestarrt, während er von seiner Freundschaft mit Karl Dougherty erzählte. Ich habe ihn einmal berührt – man hätte denken können, ich hätte ihm ein Messer in den Rücken gerammt. Als er und Elaine noch zusammengewohnt hatten, sich die Wahrheit aber bereits wie ein Fleck zwischen ihnen auszubreiten begann, da hatte er einmal, als sie sich am Fuß der Treppe über den Weg liefen, ohne nachzudenken die weiche Innenseite ihres Arms berührt. Er sah heute noch die Feindseligkeit, die in ihren Augen aufblitzte, das bereits instinktive Zurückweichen.

Die Band traf die letzte Note von ‚Some Enchanted Evening’ mehr oder weniger gleichzeitig. Resnicks Klatschen schreckte ein paar benommene Tauben auf. Eine ältere Dame zog ihren Einkaufstrolley an der Bühne vorbei und warf eine Münze in die Hülle der Basstrommel, in der sich neben Pfützen auch einige Spenden für die Wintertournee nach Deutschland angesammelt hatten. Der Dirigent kündigte die letzte Nummer an. Zeit zu gehen, dachte Resnick, aber er blieb noch, als die beiden Anfänger ihre Instrumente an die Lippen hoben. Der Dirigent winkte aufmunternd in ihre Richtung, der Wind hob ihre Notenblätter vom Ständer, und ihre Chance war dahin. Ohne zu zögern holte der Junge die Noten zurück, und Resnick beobachtete das verkniffen ernste Gesicht des Mädchens, während es sich, an der Innenseite ihrer Lippe nagend, bemühte, noch rechtzeitig für den nächsten Refrain die richtige Stelle zu finden. Erst als sie ihre sechzehn Takte gespielt hatten und sich wieder setzten, wandte Resnick sich mit brennenden Tränen in den Augenwinkeln ab. Sentimentaler Schwachkopf.

Anmerkung zu diesem Text: Einundzwanzig berühmten Krimiautoren mit Detectives als Serienhelden hat Otto Penzler, ausgewiesener New Yorker Krimiexperte und Betreiber des Mysterious Bookshop, die gleiche Frage gestellt: Wie ist Dein Held eigentlich entstanden? Die einundzwanzig Antworten darauf sind 2009 in Form von Essays in dem lesenswerten und erhellenden Band „The Lineup – The World’s Greatest Crime Writers Tell the Inside Story of Their Greatest Detectives“ erschienen. Zu den Autoren, die diese Frage beantwortet haben, gehört auch John Harvey. Er hat uns diese exklusive deutsche Veröffentlichung sehr freundlich genehmigt. John Harvey ist Kolumnist bei CrimeMag, seine Texte hier.

In dieser Reihe  exklusiv – und jeweils übersetzt von Susanna Mende – bereits bei CrimeMag:

Ian Rankin über John Rebus
Michael Connelly über Harry Bosch
Lee Child über Jack Reacher
Ken Bruen über Jack Taylor

Harvey-Unter-Tage-9137230-3D_jpg2Die Charlie Resnick-Romane:

  • Lonely Hearts, 1989, (Verführung zum Tod. Dtv 2009, 1993).
  • Rough Treatment, 1990, (Spezialbehandlung. Goldmann 1993)
  • Cutting Edge, 1991 (Tiefer Schnitt. Dtv, 2009)
  • Off Minor, 1992, (Vermisst. Goldmann, 1994; Der Kinderfänger. Dtv, 2010)
  • Wasted Years, 1993.
  • Cold Light, 1994, (Nebel über den Fluß. Goldmann,  1996; Nebel über dem Fluß. Dtv,  2010)
  • Living Proof, 1995.
  • Easy Meat, 1996, (Das Fleisch ist schwach. Dtv,  2011)
  • Still Water, 1997.
  • Last Rites, 1998.
  • Now´s the Time, 1999 (Erzählungen).
  • Cold in Hand, 2008, (Pass auf dich auf. Dtv, 2012)
  • Darkness, Darkness, 2014 (Unter Tage. Ars vivendi 2016) – Interview von Alf Mayer dazu hier.harvey-coldlightharvey 413268

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