Swinging, criming, bracking Auf dem Schwarz-Weiß-Cover von Robert Bracks „Die nackte Haut“ (Edition Nautilus) fliegt eine weibliche Hand über die Klaviertastatur, was die Leser:innen sofort in die Musikwelt verfrachtet. Gleichzeitig spielt der in hellgelbe Farbtöne gesetzte Romantitel auf zwei Klassiker der Kriminalliteratur an. Zum einen auf Raymond Chandler – durch seine Vorliebe für eine adjektivisch-substantive Zusammensetzung wie „Das hohe Fenster“, „Der tiefe Schlaf“ oder „Die kleine Schwester“. Zum anderen (gewollt oder ungewollt) auf Edgar Wallaces Schocker(filme) – durch die ausgewählte Typographie. Nicht zuletzt dank dieser Querverweise, die sich schon auf
Read More Sehr geehrter Herr Mayer, vielen Dank für Ihre Anfrage bezüglich eines Beitrags zu einem Krimi-Jahres-Rückblick 2025. Leider kann ich nichts liefern, weil mir im letzten Jahr krimi-mäßig herausragende Ereignisse nur in Bezug auf eigene Arbeiten zugestoßen sind, vor allem wegen meiner Übersetzung des Gangsterromans „Viper’s Dream“ von Jake Lamar. (Unsere Lesereise führte uns quer durch Deutschland und die Krönung war eine musikalische Lesung in der Hamburger JazzHall mit einer grandiosen Jazzband, die dreißig Jahre Harlem History kongenial mit einem Ritt durch dreißig Jahre Jazzgeschichte vertonte, mitgeschnitten von NDR Kultur und
Read More Robert Brack: Staatstreu bis in den Tod Gedanken zur Gewalt im Kriminalroman während einer Lesung von Stephanie Bart aus ihrem Roman „Erzählung zur Sache“ Beinahe passend: Der „Rote Salon“, in dessen Rahmen am 7. Oktober die Lesung von Stephanie Bart stattfand, lag im sogenannten „WiWi-Bunker“, einem stammheimartigen Betonmonstrum auf dem Campus der Hamburger Universität, in dem die Wirtschaftswissenschaften beheimatet sind. Die Autorin des literarisch wie politisch sehr kühnen Romans über die erste Generation der RAF war eingeladen von der „Marxistischen Abendschule (MASCH)“, die hier sonst Seminare zu Marx‘ „Kapital“ 1-
Read More Kurzbesprechungen von Hanspeter Eggenberger (hpe), Joachim Feldmann (JF), Lutz Göllner (LuG), Alf Mayer (AM) und Tobias Gohlis (TG) zu: Zoë Beck: MemoriaDaniel Borgeldt: CheyenneRobert Brack: Schwarzer OktoberElisabeth Bronfen: Händler der GeheimnisseJesús Cañadas: Am Anfang ist der TodPatrick Deville: FenuaHeike Monogatari. Der Sturz des Hauses TairaStephen King: HollyJoe R. Lansdale: Things Get Ugly. The Best Crime StoriesErnst S. Steffen: Wenn ich nach Hause komme. Gedichte und Prosa aus dem GefängnisBenjamin Stevenson: Die mörderischen Cunninghams Rache ist Blutwurst (LuG) Der Blick von außen tut manchmal sehr gut: Jesús Cañadas ist ein Genreautor
Read More Kurzbesprechungen – fiction Kurzbesprechungen von Joachim Feldmann (JF), Sonja Hartl (SH), Alf Mayer (AM), Frank Rumpel (rum) und Thomas Wörtche (TW): Robert Brack: BlizzardMarcel Häußler: Kant und der sechste WinterGerhard Henschel: SchauerromanGerhard Henschel: Kindheitsroman. Die UrfassungMick Herron: Spook StreetColin Niel: Unter RaubtierenLiz Nugent: Kleine GrausamkeitenDiana Garcia Simon: Schattenfinsternis und andere GeschichtenMichael Wäser: Das Wunder von Runxendorf. Ein Mörder RomanTanja Weber: Betongold Heia Safari (TW) Unter Raubtieren von Colin Niel ist ein schon fast sensationell überraschender Thriller, inhaltlich und formal gleichermaßen. Ein Teil des Buches spielt in Namibia und erzählt von
Read More Der Krimi – ein Traum Tobias Gohlis schreibt seit 20 Jahren die Krimi-Kolumne in der Wochenzeitung DIE ZEIT, Gelegenheit für ein paar Fragen und Antworten, vernommen hat ihn Krimi-Autor Robert Brack. Seit zwanzig Jahren Krimi-Kolumnist für DIE ZEIT – das klingt beinahe seriös und nach großem Einfluss. Wie weit reichen deine Seriosität und dein Einfluss? Meine Seriosität verhält sich umgekehrt proportional zu meinem Einfluss. Wie wird man Krimi-Kritiker? Mich hat mal eine Redakteurin von NDR-Kultur in einem (sehr guten, ernsthaften) Interview gefragt, ob ich nur deshalb Autor von Kriminalliteratur geworden
Read More Die Gier, die Flut, der Tod Robert Brack siedelt seinen neuen Thriller „Dammbruch“ im tosenden Hamburger Flutkatastrophen-Umfeld vom Februar 1962 an. Eigentlich wollen seine Protagonisten nur unauffällig einen Raubmord durchziehen und einen Tresor knacken – doch dann kämpfen sie ums Überleben in mörderischen Fluten. – Von Peter Münder. Mitten in der Sturmflut, die am 16. Februar 1962 vor allem den Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg überschwemmte, zum Dammbruch der Elbdeiche führte und insgesamt 340 Menschen das Leben kostete, sind Rinke, Piet und Betty unterwegs. Der gewiefte Einbrecher Rinke hat den 17-jährigen Piet angeheuert, der ihm
Read More Nach Berlin (2013) und Frankfurt am Main (2014) findet Krimis Machen 3, der Kongress zur Kriminalliteratur, vom 1. bis 3. September 2017 nun in Hamburg statt. Wir erwarten Autor*innen, Übersetzer*innen, Journalist*innen, Marketing-Strateg*innen, Buchhändler*innen, Verleger*innen, Lektor*innen und anderes Fachpublikum, um den aktuellen Stand des Genres und seine Zukunftsaussichten zu diskutieren. Der Fokus in diesem Jahr: die Entwicklung der Kriminalliteratur und ihre gesellschaftliche Relevanz angesichts rasanter globaler Veränderungen. Die Podiumsdiskussionen und Workshops werden ergänzt durch Lesungen und Debatten für ein breites Publikum. Da wir nicht nur denken und zuhören, sondern uns auch
Read More Smile Jamaika Von Frank Göhre Die Geschichte eines Landes in den Rasta-Farben: Grün, Gelb, Rot oder auch: Grün ist die Insel, Gelb ist der Strand und Rot fließt das Blut auf Jamaika-Land. Das Städtchen Holcomb liegt auf der Weizenhochebene von West-Kansas, eine weite, einsame Gegend, die selbst für die anderen Kansaner „hinter dem Mond“ liegt. Um den 22. Juli 1955 fuhr Charles Manson zusammen mit seiner siebzehnjährigen schwangeren Frau in einem gestohlenen Mercury1951 von Bridgeport (Ohio) nach Los Angeles. Zwei erste Sätze. Zwei Autoren, die unterschiedlicher nicht sein können. Der eine
Read More Jenseits der Propaganda – Ein historischer Roman mit einer Mission – kann das gut gehen? Durchaus: wenn nicht nur gut recherchiert, sondern auch vernünftig geplottet wird und die Figuren glaubhaft gestaltet sind, findet Kirsten Reimers. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 brennt der Reichstag in Berlin. Als Schuldiger wird noch vor Ort der Holländer Marinus van der Lubbe verhaftet, der von der NSDAP sofort als Kommunist gebrandmarkt wird. Schon am 28. Februar 1933 tritt die Reichstagsbrandverordnung – „zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte“ – in Kraft, durch
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