Pascal Garnier Tag

Ein Auge muss rollen So surreal wie der Titel „Mond gefangen in einem toten Auge“ ist auch der roman noir von Pascal Garnier – man denkt sofort an das berühmte Auge von Luis Buñuel in „Un chien andalou“.  Allein das Setting ist schon gespenstisch – ein Senioren-Resort in Südfrankreich, abseits städtischer oder zumindest dörflicher Infrastruktur. Fünfzig identisch aussehende Häuschen, ein Swimmingpool und ein Begegnungszentrum. Nebst einem ungeschlachten Faktotum oder Hausmeister namens „Mr. Flesh“, ein unheimlicher Gesell, der gerne Katzen totschlägt. Aber das Resort mit dem netten Namen „Les Conviviales“ stehtRead More

Posted On Dezember 1, 2025By Thomas WoertcheIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2025

TW: Pascal Garnier »Die Eskimo-Lösung«

Noir as noir can be be – und schwärzer Thomas Wörtche über Garnier Nr. 4 bei Septime Die titelgebende „Eskimo-Lösung“ in Pascal Garniers Roman, bezieht sich auf den angeblichen Brauch der „Eskimos“, ihre moribunden Alten auf eine Eisscholle zu setzen und sie ins Nirvana treiben zu lassen.  Ohne hier über die ethnologische Triftigkeit der Realität von „Altenmorden“ zu sinnieren: Bei Pascal Garnier ermordet Louis erst seine Mutter, dann die Altvorderen seiner Freunde und Exfrauen, um sich und denen ein auskömmliches Leben via Erbschaft zu verschaffen. Er tut es gern –Read More
Kein Wort überflüssig, kein Satz falsch Éliette ist Witwe, vierundsechzig Jahre alt und gegen den Rat ihrer Kinder vom Pariser Umland in die Ardèche gezogen. Sie liest viel, kümmert sich um ihren Garten, ist nolens volens nett zu den Nachbarn und tuckert mit ihrem putzigen Aixam (ein Leichtkraftfahrzeug, Spitzengeschwindigkeit 64 km/h) durch die Landschaft und hat zumindest keine materiellen Sorgen. Sie hat sich in der Unzufriedenheit, der Langeweile, dem Mangel an Sex und der Isolation eher fatalistisch eingerichtet. Und so ist es nur folgerichtig, dass sie eines Tages, während einesRead More
Fieses Konzentrat Zu den im deutschsprachigen Raum sträflich übersehenen Autoren des Noir gehört Pascal Garnier (1949 – 2010), der in Frankreich und dem UK eine etablierte Größe war. „Der Beifahrer“ aus dem Jahr 1997, mit dem Wiener Septime Verlag eine Garnier-Edition startet, ist ein schönes Beispiel für seine prägnante und virtuose Erzählkunst. Fabien und Sylvie führen eine schal gewordene Ehe. Sylvie stirbt bei einem Autounfall. Ebenfalls tot im Wrack ihr Beifahrer, der auch ihr Lover war. Fabien ist mäßig erschüttert. Mehr interessiert ihn, dass dieser Beifahrer eine Witwe hinterlässt, Martine.Read More