Geschrieben am 1. April 2026 von für Crimemag, CrimeMag April 2026

Bloody Chops – Kurzbesprechungen April 2026

Gar nicht so kurze Kurzbesprechungen von Hanspeter Eggenberger (hpe), Joachim Feldmann (JF), Sonja Hartl (sh), Roland Keller (rok), Alf Mayer (AM) und Frank Rumpel (rum). Für die einzelnen Besprechungen bitte nach unten scrollen:

Garry Disher: Zuflucht
Alexander Eden: Die Hoteldetektivin
Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte
2 x Louise Hegarty: Fair Play
Matiás Néspolo:  7 Arten, eine Katze zu töten
Mark SaFranko: Dear Professor Romance
Roberto Saviano: Meine Liebe stirbt nicht
Malin Thunberg Schunke: Tödliche Felder
Sophie Sumburane: Keine besonderen Auffälligkeiten
Vincent Tal: Tainted Love

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Im März 2026 bei uns besprochen:
M. W. Craven: Die Witwe
Michael Idov: Das Riga-Komplott
Ken Jaworowski: What about the Bodies
Jérôme Leroy: Die kleine Faschistin
Wilfried Owen: Die Erbärmlichkeit des Krieges
Gustavo Faverón Patriau: Minimosca
Jacob Weinreich, Lars Findsen: Dunkelmann. Ein Fall für Birk und Hartmann

Im Februar:
Hanna Aden: Die Kryptografin
Thomas Michael Glaw: Die Hexen vom Tüllinger
Maxim Jakubowksi (Hg.): Birds, Strangers and Psychos. New Stories Inspired by Alfred Hitchcock
Orjan N. Karlsson: Kalt wie die Luft
Nina McConigley: How to Commit a Postcolonial Murder
Quentin Mouron: #tod_in_venedig
Jo Nesbø: Minnesota

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Unbedingt das Zeug zu einer Serienheldin

(JF) Schon auf den ersten dreißig Seiten des Romans erweist sich seine Heldin als vielseitig begabt. Sie entlarvt einen Hochstapler, nimmt einem alternden Weltstar die Selbstzweifel und gibt einem frisch verheirateten Paar Tipps für eine weniger lautstarke Gestaltung seines Liebeslebens. Emma Stein, stellvertretende Hoteldetektivin im Berliner Imperial, weiß in fast jeder Situation, was zu tun ist. Sogar wenn ihr ein übler Schläger gegenübersteht, macht sie dank ihres Jiu-Jitsu-Trainings eine ausgezeichnete Figur. Dass die junge Frau ihre privaten Probleme nicht ganz so gut im Griff hat, bleibt da nicht aus. Ihr Mann ist als Polizist in der fernen chinesischen Kolonie Tsingtau stationiert, und ihr Vater, der eigentlich die Stelle des Hoteldetektivs innehat, leidet unter beginnender Demenz. Vielleicht ist das kriminalistische Naturtalent deshalb gelegentlich nicht ganz bei der Sache, als es gilt, den mysteriösen Tod eines Gastes aufzuklären. Doch ohne Momente der Unachtsamkeit, die dafür sorgen, dass sie sich aus manch lebensbedrohlicher Lage retten muss, wäre Emma Steins erster Auftritt als Ermittlerin auch nur halb so unterhaltsam.

Die Hoteldetektivin heißt der im Jahr 1913 angesiedelte historische Kriminalroman, den der Autor Christof Weigold, bekannt durch seine im frühen Hollywood spielenden Bücher um den Privatdetektiv Hardy Engel, unter dem Pseudonym Alexander Eden veröffentlicht hat. Und es wäre schön, wenn es sich um den Auftakt zu einer Reihe handelte. Denn Emma Stein hat unbedingt das Zeug zu einer Serienheldin. Zumal der bevorstehende Erste Weltkrieg, dessen Ausbruch die Figuren dieses Romans nicht einmal erahnen, sie mit ganz anderen Herausforderungen konfrontieren dürfte.

Noch aber bewegt sie sich in einer üppig ausgestatteten, gewissenhaft recherchierten Vorkriegskulisse. Sogar Wilhelm Zwo hat einen Cameo-Auftritt. Doch der Roman verschweigt auch nicht, unter welchen Bedingungen die arme Mehrheit der Bevölkerung lebt. Denn ihre Nachforschungen führen die Detektivin vom Luxusambiente der Grandhotels über die wunderbare Warenwelt der Kaufhäuser bis in die Elendsquartiere des Proletariats und die zwielichtigen Spelunken, wo die berüchtigten „Ringvereine“ zuhause sind, Verbrecherorganisationen, denen man bei ihren Geschäften nicht in die Quere kommen möchte . Dass Emma Stein solche Bedenken nicht teilt, versteht sich. Mutig stürzt sie sich ins Abenteuer und lässt sich selbst dann nicht nachhaltig beeindrucken, als sie erkennen muss, dass nicht nur ihr eigenes Leben bedroht ist. Das liest man gern, zumal kein Zweifel daran besteht, dass die Sache, anders als in der historischen Realität, gut ausgehen wird.

Alexander Eden: Die Hoteldetektivin. Mord in Suite 204. HarperCollins, München 2026. 399 Seiten, 13 Euro.

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Oh, wie schön fies!

(TW) Hach, ich mag kleine, fiese Bücher. Ein solches Perlchen ist Dear Professor Romance von Mark SaFranko, die im Grunde todtraurige, aber dann doch wiederum sehr komische Geschichte von drei jämmerlichen Männlein, deren Erbärmlichkeit am Ende schon fast, aber nur fast, mitleiderregend ist.

Der eine heißt Dough Guthrie, sieht sich als Manfluencer und betreibt, neben anderen schrägen Geschäften, eine Website für wannabe Pick Up Artists. Seine Mutter hat er ins Pflegeheim abgeschoben, es bleibt ihm sein Hund. Und die Obsession für Sasha vom Escort Service.

Der andere, Lance Bertovich, schreibt im Auftrag von Guthrie die Kolumne „Dear Professor Romance“, der weiß, wie man mit Frauen umgeht. Toxisches Zeug von Übelsten, wird aber gerne gelesen. Bertovich ist ein nicht gerade super erfolgreicher Schriftsteller, wenn auch von einiger Reputation. Er verlässt Frau und Kind (naja, er wird rausgeworfen), weil er unbedingt mit einer reichen, gelangweilten Hobby-Schreiberin namens Amandine anbändeln muss.

Der dritte, Norman Bright, ein kleinwüchsiger Mensch von ungünstigem Äußeren, glaubt den Ratschlägen von Professor Romance aufs Wort, bezahlt auch viel Geld dafür, und kommt trotzdem nicht an sein love interest, Cnythia, ran. Das ruiniert ihn, er fällt vom Glauben an Prof. Romance ab. Und wir sehen es kommen, das wird nicht gut enden.

Was aber keinesfalls das Vergnügen mindert, wenn wir – nicht ohne Schadenfreude – dem verzweifelten Treiben dieser drei Wichte zuschauen. Mon dieu, was stellen die sich an, was lügen sie sich in die Tasche, machen alles falsch, was man falsch machen kann. Natürlich weil sie alle einsam sind, sich unverstanden fühlen und die Welt nicht so tickt, wie sie sich das vorstellen. Was ihre jeweils miese Denke und ihre Handlungen nicht besser macht. SaFrankos Prosa ist meisterlich maliziös, auch wenn sie kühl beobachtend daherkommt. Damit schafft er es, dass wir uns unserer puren Schadenfreude unsicher werden – und die böse Frage sich einschleicht, wieviel von dieser Art grotesk-gefährlicher Männlichkeit in uns allen (also Kerlen) stecken mag. Da wird´s dann unbehaglich. Und so soll´s ja auch sein.

Zwei technische Details irritieren mich, wäre lustig zu erfahren, ob das nur mein Problem ist.

Mark SaFranko: Dear Professor Romance (Dear Professor Romance, 2022). Aus dem Englischen von Sepp Leeb. Pulp Master, Berlin 2026. 237 Seiten, 16 Euro.

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Gesellschaftliche Umbrüche, mit Katalysator

(JF) Es war der spektakulärste Kriminalfall der Wendezeit. Zwischen 1989 und 1991 ermordete ein ehemaliger Volkspolizist in der brandenburgischen Provinz fünf Frauen, die er auch sexuell missbrauchte, und einen Säugling, den eines der Opfer im Kinderwagen spazieren fuhr. In drei weiteren Fällen blieb es bei versuchtem Mord. Die Sensationspresse nannte ihn den „Rosa Riesen“ oder auch „die Bestie von Beelitz“. Gefasst wurde er, als Joggern seine seltsame Erscheinung – er trug wie auch bei seinen Taten Frauenkleidung – auffiel.

Nun, Jahrzehnte später, greift die Schriftstellerin Sophie Sumburane den Fall in ihrem Montageroman Keine besonderen Auffälligkeiten wieder auf. Dabei bedient sie sich der dokumentierten Aussagen von Beteiligten, fügt aber auch fiktionale Elemente hinzu. So sind ihre zentralen Figuren, die jungen Frauen Hedi und Gabi, erfunden. Die eine lebt in einer zunehmend bedrückenden Beziehung, die andere sucht eine berufliche Perspektive als „Bild“-Reporterin. Beide sind auf unterschiedliche Weise von den Morden, die in der Gegend für Angst und Schrecken sorgen, betroffen. Hedi wird von ihrem Verlobten aus vermeintlicher Sorge in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt, während Gabi aktiv an der sensationalistischen Berichterstattung über den Fall beteiligt ist.

Die Autorin verleiht beiden eine individuelle Stimme, während andere Kapitel aus personaler Perspektive erzählt werden. Dabei verzichtet sie auf jeden Kommentar und lässt so ein kaleidoskopartiges Bild gesellschaftlicher Umbrüche entstehen. Denn die Mordserie wirkt wie ein Katalysator, der die Erfahrung von Machtlosigkeit angesichts der sich brachial vollziehenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen noch eindrücklicher erscheinen lässt. Dabei, das darf bei einem Kriminalroman nicht vergessen werden, wird erhebliche Spannung aufgebaut. Hedis Verdacht, bei ihrem Verlobten handle es sich um den Täter, wirkt überzeugend. Aber ebenso ließe sich dieser sorgfältig gearbeitete Roman als bewegendes Sittenbild einer Zeit lesen, die zwar lange zurückliegt, aber noch längst nicht vergangen ist.

Sophie Sumburane: Keine besonderen Auffälligkeiten. Edition Nautilus, Hamburg 2026. 291 Seiten, 20 Euro

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Meisterdiebin

(hpe) Der große Meister der australischen Kriminalliteratur, Garry Disher, wird in diesem Jahr 77 Jahre alt. Und immer noch erfreut er uns Jahr für Jahr mit frischem Stoff, der tiefgründig und unterhaltsam ist. Sein neues Werk Zuflucht ist sogar einer seiner besten Kriminalromane. Darin begegnen wir keinem seiner Serienhelden, weder Inspector Challis noch Constable Hirschhausen noch dem Profiverbrecher Wyatt. Die Protagonistin nennt sich Grace, solange sie nicht mit einer neuen Identität untertauchen muss. (Wobei die Figur nicht absolut neu ist; sie war, wie der mit Disher persönlich und mit seinem Werk vertraute CrimeMag-Redakteur Alf Mayer weiß, eine Nebenfigur im Challis-Krimi „Leiser Tod“.) Grace ist eine Berufskollegin von Wyatt. Genauso umsichtig wie er plant sie ihre Raubzüge detailliert und bezieht mögliche Probleme ein. Und sie sorgt vor für die Zeiten, in denen es für sie brenzlig wird.

Von solchen Situationen, in denen sie ihren aktuellen Lebensraum Hals über Kopf aufgeben muss, hat Grace im Moment ein bisschen genug. Sie sehnt sich nach einem unkomplizierten Leben ohne große Risiken. Wobei sie der Gelegenheit, ein paar wertvolle Stücke aus einer Villa mitlaufen zu lassen, schwer widerstehen kann. In einer Kleinstadt findet sie die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen: Sie wird Assistentin einer Antiquitätenhändlerin. Ihre Chefin, zu der sie rasch ein freundschaftliches Verhältnis hat, scheint etwas ängstlich und nervös zu sein. Er ist viel später wird Grace klar, dass sie bei einer Frau untergetaucht ist, die selbst untergetaucht ist. Wenn auch aus anderen Gründen – sie versteckt sich vor ihrem gewalttätigen Exmann.

Beide Frauen werden verfolgt, was sie voreinander jedoch geheim halten. Bei Grace ist es unter anderem ein Jugendfreund, der mit ihr noch eine alte Rechnung offen hat. Dann natürlich die Polizei. Und ein pensionierter Polizist aus der Gegend, dem sie geholfen hat, als sie zufällig dazukam, als er bös verprügelt wurde, ist ihr auf den Fersen – nicht nur, um ihr zu danken, sondern weil er sie eines Raubes verdächtigt.

Raffiniert legt Garry Disher verschiedene Erzählstränge aus, entwirft gekonnt diverse Lebensgeschichten, die sich parallel entwickeln, einzelne Stränge kommen sich mal näher, berühren sich auch mal, ehe einige der Figuren hart aufeinanderprallen. Im Lauf der sich dramatisch entwickelnden Geschichte erinnert sich Grace auch an ihre schwierige Kindheit und Jugend, in der sie früh kriminell und von einem Polizisten benutzt und ausgebeutet wurde. Heute macht ihr das von Misstrauen und Einsamkeit geprägte Leben zunehmend Mühe. Doch auszusteigen ist schwierig, wenn einen die eigene Geschichte immer wieder einholt.

Garry Disher: Zuflucht (Sancturary, 2024) Aus dem Englischen von Peter Torberg. Unionsverlag, Zürich 2026. 329 Seiten, 24 Euro.

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Mehr als eine Sozialstudie

(JF) Empfindsame Gemüter seien gewarnt. Der Romantitel 7 Arten, eine Katze zu töten ist keine bloße Redensart. Gleich in der ersten Szene wird einem Pelztier das Genick gebrochen. Fleisch ist knapp und teuer, da sind Alternativen gefragt. Zwar versucht sich Gringo, der Ich-Erzähler dieses verstörenden Romandebüts des argentinischen Schriftstellers Matiás Néspolo, einzureden, was da gleich auf den Grill kommt, sei „keine Katze mehr“, doch das ist vergebens. In Sekundenschnelle ist er zurück in der brutalen Wirklichkeit einer Metropole im Ausnahmezustand. Ende 2001 ist die argentinische Wirtschaft am Ende. Wer kann, bringt sein Geld ins Ausland. Alle anderen müssen sehen, wie sie überleben.

Auch der zwanzigjährige Gringo und sein Freund Chueco  halten sich mit kleinkriminellen Aktionen so gerade über Wasser. Doch irgendwann werden sie sich für eine der Banden entscheiden müssen, die ihr Viertel von Buenos Aires beherrschen. Und dieser Zeitpunkt ist für Chueco bereits gekommen, nur weiß Gringo noch nichts davon. Was zu einer Kette von verhängnisvollen Ereignissen führt, deren zusammenhängende Darstellung sein Erzählvermögen produktiv überfordert. Die Konsequenz ist eine Abfolge von Momentaufnahmen und Dialogen, die vom literarischen Ehrgeiz des Autors zeugen. Dass Néspolo mehr im Sinn hatte als eine Sozialstudie zeigt sich auch daran, dass er seinen Helden ohne zu überlegen eine antiquarische Ausgabe von Herman Melvilles Roman „Moby Dick“ kaufen lässt, dessen komplexe Struktur den ungeübten Leser systematisch überfordert, aber dennoch fasziniert. Und man nimmt es ihm sogar ab.

„7 Arten, eine Katze zu töten“ erschien 2009 im spanischen Original und wurde unmittelbar zu einem internationalen Erfolg. Liest man die nun erschienene deutsche Übersetzung, weiß man, warum. Gringo mag nicht ganz durchschauen, in was er verwickelt ist, aber sein Sprachvermögen bleibt davon unberührt. Und das ist das Verdienst seines Erfinders, der in diesem Roman auf faszinierende Weise das poetische Potential des Vulgären erkundet. Der schlechten Wirklichkeit zum Trotz.

Matiás Néspolo:  7 Arten, eine Katze zu töten (Siete maneras de matar un gato. 2009). Aus dem Spanischen von Inka Marter. Polar Verlag, Stuttgart 2026. 206 Seiten, 17 Euro.

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Im Süden

(rum) Rossella Casini aus Florenz lernt in den späten Siebzigerjahren Francesco kennen, einen aus Kalabrien stammenden Studenten. Sie verliebt sich und bemerkt viel zu spät, dass Francesco aus einer mächtigen Ndrangheta-Familie stammt, die gerade in einen Krieg zwischen zwei Clans schlittert. Das wird Rossella erst bei einem Besuch im kalabrischen Palmi wirklich klar. Lösen kann und will sie sich zunächst nicht und als sie es versucht und sich an die Behörden wendet, gerät sie selbst in Gefahr. 1981 verschwindet sie spurlos, da ist sie 24 Jahre alt. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Erst 1997 begann ein Prozess gegen mögliche Verantwortliche. Er endete 2006 mit Freisprüchen aus Mangel an Beweisen.

Anhand der Prozessakten rekonstruierte der Autor und Mafiaexperte Roberto Saviano nun einen Teil dieser im Kern realen Geschichte und unterfütterte sie für seinen Roman Meine Liebe stirbt nicht mit eigenen Recherchen. Dabei konnte er sich auch auf Ergebnisse stützen, die ein Verein und Journalistinnen bereits zutage gefördert hatten, unter anderem das einzig existierende Foto der jungen Frau. Saviano hat nun versucht, die vielen Wirklichkeitssplitter zu einer literarischen Erzählung zu verdichten. Das gelingt ihm nur bedingt. Die Beziehungsgeschichte gerät ihm immer wieder deutlich zu pathetisch, weil er sich hier zwangsläufig im Ungefähren bewegt, das aber beherzt ausmalt. 

Stark ist Saviano, wenn er von der Dynamik des Clankonfliktes erzählt, von den Abhängigkeiten und Verpflichtungen zwischen, aber auch innerhalb der Familien, von verkrusteten, patriarchalen Strukturen, vom Ballast des Ungesagtem, von Eskalation und der Schwierigkeit, die Gewaltspirale anzuhalten, die hier von Einzelnen in Gang gesetzt, immer weitergetrieben wird. „Das Blut floss in Strömen. Literweise Blut färbte die Straßen von Palmi purpurrot, seit die Gallico und die Condello begannen, sich zu bekriegen. Und fast niemand könnte sagen, wie und warum alles angefangen hat“, heißt es bei Saviano, der vor zwei Jahren dem 1992 von der sizilianischen Mafia ermordeten Richter Giovanni Falcone einen grandiosen Roman gewidmet hat. (Anm. d. Red.: Besprechung von Alf Mayer hier: Realität als Protest.)

Und hier nun erinnert er an eine junge, selbstbewusste Frau, die spurlos verschwand, weil sie für die Familie ihres Freundes stets die Fremde blieb und sie sich zu alledem auch noch zum Feind machte. Ein nicht durchweg gelungener, aber dennoch wichtiger, intensiv erzählter Roman über eine junge Frau, die einer sinnlosen Fehde zum Opfer fiel, und eben auch ein Roman über Zwänge und Regeln zweier Clans, über antiquierte Ehrbegriffe, Rache und Elend.

Roberto Saviano: Meine Liebe stirbt nicht (L’amore mio non muore. Turin, 2025). Aus dem Italienischen von Anna und Wolf Leube, Hanser-Verlag, München 2026. 398 Seiten, 26 Euro.  

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Vergnügliche metafiktionale Experimente

(JF) Der klassische Detektivroman britischer Prägung, gerne auch abschätzig als „Häkelkrimi“ bezeichnet, war seit jeher als literarisches Spiel gedacht, dessen vermeintliche Regeln – mal fünf (T. S. Eliot), mal zehn (Ronald Knox), mal zwanzig (S. S. Van Dine) – förmlich dazu einladen, gegen sie zu verstoßen. Gerade die Formelhaftigkeit des Genres macht seinen Reiz aus. Und gibt immer wieder Anlass zu vergnüglichen metafiktionalen Experimenten. In diese Kategorie fällt in gewisser Weise auch Louise Hegarty mit ihrem Debütroman Fair Play. Allerdings geht es der irischen Schriftstellerin nicht nur um den Spaß am literarischen Schabernack, sondern auch um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit menschlichem Verlust. Betroffen ist Abigail, deren Bruder Benjamin ausgerechnet am Neujahrsmorgen nach der Party zu seinem 33. Geburtstag tot aufgefunden wird.

Dass Aibigail die Feier als „Krimidinner“ ausgerichtet hat, verleiht dem Trauerfall  eine makabre Note. Dann beginnt unvermittelt der 28 Kapitel umfassende „Roman im Roman“. Plötzlich befinden wir uns nicht mehr in einem für die Party angemieteten Herrenhaus, sondern auf dem Landsitz der Familie, wo ein Herr mit dem anspielungsreichen Namen Auguste Bell zweifellos Benjamins Tod aufklären wird. Schließlich kennt der berühmte Privatdetektiv alle drei die Detektivliteratur betreffenden Regelwerke und weiß, dass am Ende immer die Entlarvung des Mörders resp. der Mörderin steht. Währenddessen wird, quasi im Hintergrund, Abigails  Geschichte, in der es um reale Trauer geht und Aufklärung fern ist, weiter erzählt. Der Kontrast zwischen dem immer am Rande der Lächerlichkeit operierenden Meisterdetektiv, dem die eigene Fiktionalität natürlich bewusst ist, und Abigails auf der zweiten Erzählebene ergreifend geschilderten Verzweiflung könnte nicht größer sein. Diese Diskrepanz spürbar zu machen, war vielleicht auch die Absicht der Autorin dieses ebenso eindrucksvollen wie auf seltsame Weise amüsanten Romans.

Louise Hegarty: Fair Play (Fair Play, 2025). Aus dem Englischen von Eva Bonné. dtv, München 2026. 346 Seiten, 25 Euro.

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US-Ausgabe

»Fair Play« (2) Der Tote im Landhaus

(sh) Louise Hegartys Debütroman Fair Play ist eine Hommage an englische Landhauskrimis – und erforscht zugleich die Einsamkeit und Verwirrung, die mit Trauer und Tod einhergeht. Ein originelles Struktur-Experiment, witzig und tiefgründig.

Ein Landhaus in Irland. Abigail und ihr Bruder Benjamin feiern mit einer Gruppe von Freunden mit einem Krimi-Dinner ins neue Jahr und Benjamins Geburtstag hinein. Am nächsten Morgen liegt Benjamin tot in seinem Bett. Was ist passiert?

Der Anfang von Louise Hegartys Romandebüt „Fair Play“ erinnert an englische Rätselkrimis des sogenannten Golden Age. Dann folgt der zweite Teil: Zunächst werden die „Fair-Play-Regeln“ vorgestellt. Drei bekannte Regelsätze für die Golden-Age-Kriminalromane. Ende der 1920er Jahre in Literaturzeitschriften veröffentlicht, werden sie oftmals mit zu viel Ernsthaftigkeit zitiert – noch nicht einmal Agatha Christie hat sie befolgt. Sie besagen zum Beispiel, dass niemals der Detektiv der Täter sein darf. Louise Hegarty braucht sie für die nächste Erzählebene: Der berühmte Detektiv August Bell – ein „bisschen Poirot, ein Hauch von Holmes und überraschend viel Inspektor French“ übernimmt die Ermittlungen in Benjamins Todesfall, die den aufgezählten Regeln folgen, die er wiederum zugleich reflektiert.

Ausgabe Großbritannien

Bells Ermittlungen werden von einer weiteren Erzählebene durchbrochen: Abigail schreibt über ihre Wirklichkeit, in der ihr Bruder tot ist, sie seine Beerdigung organisieren muss, alle erwarten, dass sie ihre Trauer überwindet und sie doch nur verstehen, warum er gestorben ist. So wird deutlich: Bells Mörderjagd ist Abigails Suche nach einem Narrativ, nach einer Erklärung für den ihres Bruders.

Diese komplexe Struktur ist clever: Mit der Form ihrer Erzählung reflektiert Louise Hegarty sowohl einen zentralen Aspekt der Golden-Age-Krimis als auch der Funktionsweise von Trauer. Die Golden-Age-Krimis waren insbesondere zwischen den Weltkriegen populär, einer Zeit, in der viele Menschen mit Trauer, Trauma und Verlust zu kämpfen hatten. Ihre Regelhaftigkeit bot ihnen Struktur. Verbrechen wurden stets sauber aufgeklärt, am Ende schien die (zutiefst konservative) Ordnung wiederhergestellt. Und nach Ordnung sucht Abigail in ihrer Trauer. Indem sie verzweifelt versucht, den Tod ihres Bruders in ein Narrativ zu pressen, entlarvt sie die große Lüge dieser Kriminalerzählungen: Sogar falls am Ende der Täter, ein Motiv gefunden wären, ist nicht alles gut. Weiterhin ist jemand tot, hinterlässt eine Lücke. Denn Trauer und Tod sind unordentlich und schmerzhaft.

Die sorgsame Struktur von „Fair Play“ verbirgt viele Anspielungen auf Golden-Age-Krimis bis hin zu witzigen Details zwei Fox-Terrier namens Tommy und Tuppence – zwei von Agatha Christies bekanntesten Figuren. Jedoch liest sich dieser Part durch die stilistische Nähe – wie die Vorbilder – auch etwas langatmig. Hier hätte Hegarty noch kühner vorgehen können.

Das zeigt sich in der stärksten Passage des Romans: Abigail versucht, sich an das letzte Weihnachtsfest mit ihrem Bruder zu erinnern. Sie schreibt es auf. Und schreibt es nochmal auf, indem sie mehr Details ergänzt. Und nochmal. Und nochmal. Am Ende bleibt dann ein kurzer Abschnitt voller Streichungen, in dem sie sich versichert, dass doch eigentlich alles ganz normal war. Nun aber ist nichts mehr normal, denn ihr Bruder ist tot. Und sie wird niemals vollständig verstehen, warum.

Louise Hegarty: Fair Play (Fair Play, 2025. Übersetzt von Eva Bonné. dtv, München 2026. 352 Seiten. 25 Euro.

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Empathisch erzählt

(JF) Ecolofruit – schon der Name des Landgutes in der Nähe von Neapel, wo angeblich Tomaten in Bioqualität produziert werden, klingt verdächtig nach Ökoschwindel. Aber das ist nicht der Grund, aus dem sich Eurojust mit dem Unternehmen beschäftigt. Die Ermittlungen  der EU-Justizbehörde in Den Haag gelten spurlos verschwundenen ausländischen Saisonarbeitern.

Tödliche Felder, der zweite Kriminalroman der schwedischen Autorin Malin Thunberg Schunke, widmet sich den Praktiken der Agrarindustrie im sonnigen Süden. Hier geht es gefährlich zu, und das gilt nicht nur für die nicht selten menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf den Obst- und Gemüseplantagen. Auch wer zu viel fragt, spielt mit seinem Leben, wie der junge Polizist Tommaso Grillo erfährt. Der hat als Erntearbeiter bei Ecolofruit angeheuert, um herauszufinden, was den vermissten jungen Männern aus Rumänien und Polen zugestoßen ist. Seine Auftraggeber im fernen Den Haag sind derweil damit beschäftigt, die Ergebnisse dieser Nachforschungen in polizeiliche Maßnahmen zu überführen. Und das ist schwerer getan als gesagt.

Schon wie in „Ein höheres Ziel“, im vergangenen Jahr als erster Band der im schwedischen Original schon auf fünf Romane angewachsenen Reihe um die Juristinnen Esther Edt und Fabia Moretti in deutscher Übersetzung erschienen, erzählt Malin Thunberg Schunke empathisch vom mühsamen Kampf für eine nicht immer mit dem geltenden Recht kompatible Gerechtigkeit.

Das gilt vor allem, wenn es gegen mächtige Gegner geht. Denn das organisierte Verbrechen unterhält Verbindungen bis in einflussreiche politische und wirtschaftliche Kreise. Und Investitionen in Agrarprojekte sind nicht die schlechteste Methode, scheinbare Legitimität zu erwerben. Zumal diese sehr profitabel sein können, wenn sie nur mit der gehörigen Skrupellosigkeit betrieben werden.

Dass auch das Privatleben der beiden Hauptfiguren Anlass zu weiteren Erzählsträngen bietet, versteht sich. Schließlich braucht engagierte Spannungsliteratur Serienheldinnen, die zur Identifikation einladen. Gerade weil die bekannte Realität wenig Anlass zur Hoffnung gibt.

Malin Thunberg Schunke: Tödliche Felder (De Rätsslösa, 2020). Aus dem Schwedischen von Stefanie Werner. Polar Verlag, Stuttgart 2026. 390 Seiten, 17 Euro.

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Was braucht man, um zu leben?

(sh) Ein TikTok-Hype beschert dem Roman Ich, die Männer nicht kannte der belgischen Autorin Jacqueline Harpman nach über 30 Jahren die Wiederentdeckung. Was für ein Glück! Denn es ist eine faszinierende Dystopie über existentielle Einsamkeit.  

Eines Tages sind 39 Frauen und ein kleines Mädchen in einem Käfig aufgewacht. Sie wissen nicht, wie sie in dem unterirdischen Raum gelandet sind oder wie lange sie schon dort sind, als der dystopische Roman „Ich, die ich Männer nicht kannte“ einsetzt. Aber es müssen Jahre sein, denn das kleine Mädchen ist mittlerweile eine Teenagerin, die anfängt, die Welt, in der sie lebt, zu hinterfragen. Diese Welt besteht ausschließlich aus den 39 Frauen, mit denen sie festgehalten wird, und Wärter, die um den Käfig gehen. Sie bewachen die Frauen, bringen ihnen Lebensmittel, sorgen dafür, dass sie die Regeln einhalten: Sie dürfen einander unter keinen Umständen berühren, auch Gefühlsausdrücke sind verboten. Dann passiert abermals etwas Unbegreifliches: Ein Alarm geht los. Die Wärter hauen verschreckt ab, einer lässt den Schlüssel zum Käfig fallen. Zögerlich wagen sich die Frauen hinaus – und sie finden: Nichts.

Jacqueline Harpmans „Ich, die ich Männer nicht kannte“ ist ein düsterer, faszinierender Roman. Erzählt wird im Rückblick – formal lose angelehnt an ein Memoir – von dem Mädchen, das nun eine erwachsene Frau ist. Sie schildert, wie sie versucht hat, mehr von den anderen Frauen zu erfahren, dass sie ärgerlich war, weil sie diese neue Realität nur schwer akzeptieren konnten, oder sie selbst sexuelle Anspielungen nicht verstanden hat. Die Erzählerin vermisst keine Berührung, lehnt sie sogar ab; sie hat weniger Gefühle, weil sie sie nicht kennt. Ihr Überlebensantrieb ist ihre Neugier.

Aufgrund von Jacqueline Harpmans jüdischer Familiengeschichte wurde ihr 1995 auf Französisch erschienener, rätselhafter Roman oft als Erzählung über die Vernichtungslager des Holocaust gedeutet: Sie wurde 1929 in Etterbeek geboren, floh mit der Familie im Mai 1940 vor den Nationalsozialisten nach Casablanca, kehrte nach Belgien 1945 zurück und arbeitete dort bis zu ihrem Tod 2012 als Autorin und Psychoanalytikerin.

Doch dieser schmale, eindringliche Band entzieht sich einer eindeutigen Interpretation. Mehr noch: Seine Stärke liegt in dem, was alles nicht erzählt wird. Wie und warum die Frauen dort gelandet sind; wo sie überhaupt sind – zwischendurch fragen sie sich, ob sie möglicherweise von Außerirdischen entführt wurden; warum sie festgehalten werden – sexualisierte Gewalt sind sie nicht ausgesetzt. Die fehlenden Informationen sind Teile der alltäglichen Grausamkeit, mit der diese Frauen leben muss – und zugleich die Bedingungen, unter denen die Erzählerin herauszufinden versucht, was es bedeutet, ein eigenes Leben zu führen. Auch sind die Frauen keiner sexualisierten Gewalt ausgesetzt, auf ihren Streifzügen entdecken sie bald, dass auch Männer in unterirdischen Käfigen festgehalten wurden. Aber nur sie haben überlebt.

Es gibt in diesem Roman keine übergeordnete Instanz, keine sichtbare herrschende Autorität – und doch ist das Leben dieser Frauen nicht frei. Deshalb wurde „Ich, die ich Männer nicht kannte“ bei seiner gegenwärtigen Wiederentdeckung auch oftmals als Reaktion auf den politischen Wandel gesehen und mit Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ verglichen. Aber dieser Vergleich führt letztlich in diese Irre: „Ich, die ich Männer nicht kannte“ ist ein leises schwermütiges Buch über Einsamkeit – eine existentielle Einsamkeit, die sich auf jeder Seite zeigt: In der kargen Sprache, in der kein Wort zu viel ist, in der vertrockneten Landschaft, in der es kein Leben gibt, und in dem Dasein der Erzählerin, das letztlich die Frage aufwirft: Was brauchen wir eigentlich zum Leben?

Jacqueline Harpman: Ich, die ich Männer nicht kannte (Moi Qui N’ai Pas Connu Les Hommes, 1995). Aus dem Französischen von Luca Homburg. Klett Cotta 2026. 224 Euro. 24 Euro.

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Liebe, Tod und Wahn im Zonenrandgebiet

(rok) Sommerloch, Hitze, Saure-Gurken-Zeit im Provinzblatt. Da sind selbst verschrobene Briefmarkensammler zum Zeilenschinden willkommen. Unerwartet öffnet sich plötzlich die Tür zu einem Verbrechen, das noch ein anderes aufdeckt …

Tainted Love von Vincent Tal ist einfach, unprätentiös geschrieben. Dieser Rückblick ins hessische Zonenrandgebiet von 1986 hebt sich wohltuend von der Welle der Regionalkrimis ab. Dort, wo er spielt, ist irgendwie das Ende der Welt – und doch nicht …

Mehr Provinz geht nicht. Aber die Provinz hat Geheimnisse und ein Leben, das sie irgendwie universell macht. Zumindest, was ihre dunklen Seiten betrifft. Aber die haben weltweit eines gemeinsam: Verborgenes – also auch ein Stück Provinz, das man entweder durch Zufall, wie die Reporterin des hessischen Provinzblattes bei Kassel, entdeckt – oder wenn man lange sucht und gräbt. Beides passiert hier, voller unterschwelliger Spannung und Todesgefahr.

Ausgehend von der Frage, warum im Nirgendwo ein sauteures Mercedes-Cabrio 300 SL versenkt wurde, das die Natur durch Dürre und Wassermangel freigibt – und das von niemandem vermisst wurde. Fragt sich nur, warum ein englischer Titel? Den dürfte keine der Figuren aus diesem Zonenrandgebiet auf Anhieb verstehen. Um den Geruch der Provinz zu vertreiben?

Deepl übersetzt tainted love in „Verdorbene Liebe“, alternativ: „verfälschte“ oder „verlorene Liebe“. Irgendwie kommt mir die Titelsuche im Englischen wie eine vergebliche Liebesmühe vor. Zumindest löst sich das zum Finale. Ohne zu viel zu verraten: Die Ähnlichkeit der Reporterin mit einer spurlos verschwundenen Geliebten trifft auf tödlichen Liebeswahn.

Vincent Tal: Tainted Love. Pfaueninsel/ Bastei Lübbe, Bergisch-Gladbach 2026. 224 Seiten, Hardcover, 22 Euro.

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