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Posted On Mai 11, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Hansjörg Schneider: Tod einer Ärztin

Schwyzer Turbulenzen: Hunkeler und die Drögeler – Unaufgeregt und mit klarem analytischem Blick für den störenden Noir-Faktor hinter der Basler Butzenscheiben-Fassade klärt der eigensinnige Kommissär Hunkeler den Tod einer Ärztin auf: Autor Hansjörg Schneider konzentriert sich in diesem vierten Hunkeler-Fall souverän auf die Marotten und Vorlieben seines sympathischen Helden. Von Peter Münder Gerade will Kommissär Peter Hunkeler in Ruhe am Büro-PC die neuesten Fußballergebnisse studieren, da soll er einen Mordfall aufklären, der für die meisten Baseler Bürger überhaupt keine Rätsel aufgibt: Natürlich hat einer der süchtigen „Drögeler“, die da tagausRead More

Posted On Mai 11, 2013By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Robert Hültner: Am Ende des Tages

Vielschichtig, präzise, gewitzt – Bei Robert Hültners historischen, im Bayern der 1920er Jahre spielenden Kriminalromanen kann man getrost von einem Langzeitprojekt sprechen. Genau 20 Jahre ist es her, seit sein Polizei-Inspektor Paul Kajetan im Roman „Walching“ seinen ersten Auftritt hatte. Mit „Am Ende des Tages“ legt Hültner nun den sechsten Teil der Reihe vor. Frank Rumpel hat ihn gelesen. „Am Ende des Tages“ spielt 1928, in den politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik. Paul Kajetan war mal ein angesehener Polizei-Inspektor in München, wurde aber entlassen, nachdem er eine politische VerschwörungRead More

Posted On Mai 11, 2013By Die RedaktionIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – kurz, prägnant, auf den Punkt – Anna Veronica Wutschel (wut) über James Patterson/Maxine Paetro: „Das 10. Gebot“, Joachim Feldmann (JF) über Martin Beyer: „Mörderballaden“ und Øystein Wiik: „Leiche in Acryl“ sowie Alf Mayer (AM) über Raymond Chandler „Der große Schlaf“ in einer illustrierten Neuausgabe. Miese Typen (wut) Scharfe Typen, fiese Täter, undurchschaubare Angeklagte und rätselhafte Modi Operandi machen den Mädels des ‚Clubs der Ermittlerinnen‘ das Leben wie gewohnt schwer. Verhageln können sie ihnen die Stimmung jedoch auch in „Das 10. Gebot“ definitiv nicht. Sergeant Lindsay Boxer heiratetRead More

Posted On Mai 8, 2013By Wolfram SchuetteIn Bücher, Litmag

Salman Rushdie: Joseph Anton

Mixtum Compositum – Warum Rushdies „Joseph Anton“ gescheitert ist & dennoch nicht enttäuscht. Von Wolfram Schütte. Ich kann mich an kein Buch erinnern, dessen Lektüre ich so oft (aus Ärger über den Autor) vorzeitig beenden wollte & zu dem ich dann doch immer wieder (aus moralischen Gründen) zurückgekehrt bin wie Salman Rushdies „Joseph Anton“. Aus „moralischen Gründen“? Ja: So oft ich mich auch abwenden wollte bei dieser Autobiografie, die sich vor allem mit dem knappen Jahrzehnt beschäftigt, in dem der indischstämmige britische Autor des Romans „Die satanischen Verse“ nach derRead More

Posted On Mai 8, 2013By Doris WieserIn Litmag, Porträts / Interviews

Carola Saavedra im Interview

An der Grenze zwischen dem gesprochenen und dem geschriebenen Wort – Carola Saavedras dritter Roman „Landschaft mit Dromedar“ (zur CM-Rezension hier) ist ein erfrischendes, auf allen Ebenen überzeugendes Werk. Anspruchsvoll, vielschichtig und intelligent – und ganz klar eins der Highlights der aktuellen Buchsaison. Doris Wieser hat sich mit der Autorin für CULTurMAG unterhalten. Doris Wieser: In deinem Roman geht es im Wesentlichen um Kunst und Liebe. Das Thema hat also nicht direkt etwas mit Brasilien zu tun. Was ist der Grund dafür? Ist das eine allgemeine Tendenz in der brasilianischenRead More

Posted On Mai 8, 2013By Doris WieserIn Bücher, Litmag

Carola Saavedra: Landschaft mit Dromedar

Von einer Insel, auf der Dromedare leben – Kunst und Liebe, aber auch Tod und Trauer sind die Themen von „Landschaft mit Dromedar“, dem ersten übersetzten Roman der Brasilianerin Carola Saavedra (zum CM-Interview geht es hier): Ein skurriler Spaziergang durch eine unwirkliche Landschaft mit Dromedaren auf dem Weg zur Bewältigung einer fundamentalen Lebenskrise. Von Doris Wieser Érika und Alex sind Konzeptkünstler. Sie entwerfen Installationen und leben in einer sich langsam aufbrauchenden Beziehung, in der die innere Kommunikation abzureißen droht. Doch dann tritt Karen in ihr Leben, eine von Alexʼ Studentinnen,Read More

Posted On Mai 8, 2013By Aleks ScholzIn Bücher, Litmag

William E. Bowman: Die Besteigung des Rum Doodle

„What are we doing here?“ Natürlich hat Bill Bryson Recht. „Die Besteigung des Rum Doodle“, das jetzt zum ersten Mal in deutscher Übersetzung erscheint*, ist tatsächlich das lustigste Buch, das Sie je lesen werden.** Aber darum geht es gar nicht. Von Aleks Scholz. Rum Doodle ist ein zwölftausend Meter hoher Gipfel im Land Yogistan, der gewaltigste Berg der Welt. Zum ersten Mal bezwungen wurde er – natürlich – von einer englischen Expedition, unterstützt nur von ein paar tausend einheimischen Trägern. Es sind die 1950er Jahre, die 8000er fallen, das WortRead More

Posted On Mai 8, 2013By Artur KrutschIn Litmag, Neuer Wort Schatz III

Neuer Wort Schatz 3: Jan Kuhlbrodt

Feuerwanzen unter der Bank Jan Kuhlbrodt Stötzers Lied Vorgestellt von Artur Krutsch Stötzers Lied (Auschnitt aus dem Versepos) Ich war überrascht, als ich ihn kürzlich hier traf; weil das Beständige ihm ein Ärgernis ist, hätte sich Anblick des Platzes für ihn über die Jahre abnutzen müssen; die Flucht hinaus zum Völkerschlachtdenkmal, Bedeutungsklotz, wie er es nannte, unnütz und hässlich, zumal hier schon lang keine Messen mehr stattfanden, mit ihrem Gefitze aus Sprachen und Dialekten, jenes Gewirr also, das uns einmal die Welt ersetzt hatte. Die Welt als Anklang, als verhallendesRead More

Posted On Mai 8, 2013By Sophie SumburaneIn Bücher, Litmag

David Vann: Dreck

Es gibt keinen anderen Weg hinaus – Was hat sich der Autor dabei gedacht? Eine Frage, die vornehmlich von Deutschlehrern gestellt wird. Eine Frage, die man sich eigentlich nicht stellen sollte, trotzdem drängt sie sich auf, wenn man beginnt David Vanns „Dreck“ zu lesen. Was hat sich Suhrkamp dabei gedacht? Sophie Sumburane geht der Frage nach. Dieser Roman ist rund 300 Seiten stark – dieser Roman ist stark. Doch nicht von Anfang an. Er kippt so ziemlich genau in der Mitte. Vor dem Leser beginnt plötzlich ein Horror, dargestellt anRead More

Posted On Mai 8, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Jörg-Uwe Albig: Ueberdog

Haiku-Rezension von Friederike Moldenhauer Hohle Glückssuche Mit oder ohne Obdach Heimatsehnsucht bleibt Jörg-Uwe Albig: Ueberdog. Tropen-Verlag 2013. 224 Seiten. 19,95 Euro. Der Glamour der Straße Der Hamburger Jörg Uwe Albig erzählt in seinem neuen Roman „Ueberdog“ eine rauschhafte Metropolengeschichte, die vom glitzernden Glamour in den Dreck der Straße führt und doch eine Art Erweckungsgeschichte ist. Von Karsten Herrmann Albigs Ich-Erzählerin Stella Sachs ist eine Jüngerin des Pops, des schönen Scheins, der reinen Oberfläche. Mit ihrer Kamera zieht sie durch Vernissagen, Modenschauen und After-Shows, sieht sich und ihre Bilder als „BotschafterinRead More

Posted On Mai 8, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Bruce Bégout: Der ParK

Gehen wir gemeinsam Horror genießen im Park – Die Idee des „Dark Tourism“ hat uns bereits vor einem Monat beschäftigt – der französische Soziologe Bruce Bégout hat sie in seinem Roman „Der ParK“ auf die Spitze getrieben: Im Freizeit-Themenpark auf einer Insel bei Borneo kann eine Plutokraten-Elite Nervenkitzel und menschenverachtende Todesspielchen genießen. Es ist eine brillant formulierte utopische Vision, die nicht so abwegig ist, wie sie scheint. Von Peter Münder. Die „Faszination des Schreckens“ sei ein starkes Motiv für die enorme Zunahme des „Dark Tourism“, konstatiert der Paderborner Tourismus-Forscher ProfessorRead More

Posted On Mai 8, 2013By Wolfram SchuetteIn Kolumnen und Themen, Litmag

Wolfram Schüttes Petits riens

Petits riens (III) Wolfram Schütte über den Euphemismus „Panne“, der sich inflationär in der deutschen Pressesprache ausgebreitet hat, die Namensänderung des Moderators Dieter „Max“ Moor – und traumatische Ängste, die früheste Erinnerungen an Kino-Bilder beim Autor hervorgerufen haben. Panne – kein Synonym für „Unfall, Schaden, Störung“ (besonders bei Fahrzeugen) hat in der letzten Zeit eine solche Gebrauchs-Inflation erlebt wie „Panne“. Wann immer von einer „Panne“ die Rede oder Schreibe war, war auch die NSU in der Nähe, wenngleich durch die „Pannen“ nicht nahe genug erkannt, so dass sich der selbsternannteRead More
1 Kunstpostkarte, 1 Woche, 1 Kolumne, 1 Jahr lang: Ab Juni erscheint bei CULTurMAG wöchentlich für ein Jahr Michael Zellers SEH-REISE in zweiundfünfzig Ausfahrten, ein „Tagebuch in Bildern”: Betrachtungen zu Kunst und Leben, von den ägyptischen Pharaonen über die griechisch-römische Antike und das Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart. Heute: Edgar Ende: Büßerinnen. (Alle Folgen hier). Achtunddreißigste Ausfahrt Dieses leuchtend rote Quadrat ist es gewesen, frontal in den Vordergrund gesetzt, das meinen Küchenblick für eine Woche auf sich gezogen hat. Es drängt sich aus dem Bildzusammenhang, ein Solitär, so selbstbewusstRead More

Posted On Mai 8, 2013By Stella SinatraIn Litmag, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Bodenlos 1 bild / 100 worte Da steht der irre Wissenschaftler, an seiner Seite Emma, der Königspudel. Regen auf seinem Kopf, aber es regnet ja auch auf den Hund, die Marquise und die Straße, die Scheibe und die Polizei, die vor dem Diner steht, drinnen Neonlicht, draußen kalte Nacht. Riecht nach Bratfett. An der Mauer: Graffiti. PÄNG kollabiert eine Micky Maus, AAAAA ruft ein Mini-Zyklop, der Wurm grinst BUM. Mir ist so bodenlos, singt ein Polizist unhörbar, er bewegt nur den Mund. Mir ist so bodenlos, summt der Wissenschaftler mit,Read More

Posted On Mai 4, 2013By Tobias GohlisIn Kolumnen und Themen, Litmag

Lutz Schulenburg ist tot

Immer die Nase im Wind Nachruf auf Lutz Schulenburg, Verleger der Edition Nautilus. Von Tobias Gohlis. Er hatte immer ein Päckchen Tabak und einen Stift in der Brusttasche. Die Drahtbrille, durch die er unternehmungslustig, amüsiert und provokant in die Welt guckte – he, wo ist die nächste Herausforderung – und die weiß gewordenen langen Haare waren sein Erkennungszeichen: Lutz Schulenburg, Verleger, seit vierzig Jahren unterwegs im Büchermeer. Buchmessen machten ihm immer Kopfschmerzen. Auch in diesem Jahr dachte er, aus der Leipziger Hektik zurück in der Hamburger Wohnung, die Schmerzen würdenRead More

Posted On Mai 1, 2013By Stella SinatraIn Allgemein, Stella Sinatras URknall

Stella Sinatras URknall

Messier 82 1 bild / 100 worte Friedlich blinken die Sterne am Himmel… doch nein! Das ist nicht „Friede“, den wir da sehen, das ist der Widerhall der unermüdlichen Geschäftigkeit super-intelligenter Wesen, die seit Jahrmillionen „draußen dort drüben“ ihre Lichtspuren im Universum hinterlassen… Diese ungewöhnliche Theorie entstammt dem SETI-Institut, wo Astronomen in einsamen Nachtstunden die Galaxie Messier 82 – randvoll mit explodierenden Sternen – im Ursa-Major-Strom betrachten und sich dann sagen: wait a minute, das könnte doch AUCH ein galaktischer Krieg sein! – Trapst eine liebenswerte Dame vorbei, lispelt feinRead More
Das in den Brunnen gefallene Kind ersäuft. Das Münchner Oberlandesgericht & seine Vergabe der Presseplätze zum NSU-Prozess: – das ist offenbar eine ebenso unendliche wie unendlich peinliche Geschichte. Was die Münchner Juristen da vollführen, gleicht den Spitzentanz eines dämlichen Elefanten in einem Porzellanladen. Ein ebenso wahnsinniges wie wahnwitziges Unternehmen. Von Wolfram Schütte Nachdem man in München erst versucht hatte, die Presseplätze nach dem Grundsatz der schnellsten Nachfrage (wie beim Winterschlussverkauf) zu vergeben, war man nun zum Lotto- oder Zufallsprinzip fortgeschritten, also zu der säkularen Form des mittelalterlichen Gottesurteils. Sollte nunRead More
Neulich, bei „Krimis machen 1“ war es endgültig nicht mehr zu überhören, das ominöse Wort „Frauenspannung“, das seit geraumer Zeit eher im Hintergrunde  herumgedümpelt war. Irgendwas gefühlt Pink-es, hatte man den Eindruck. Zoë Beck hat sich das Wort genauer angeschaut und ist erschrocken: Frauenspannung. Es gab Zeiten, einst in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, da hatte der Begriff Frauenliteratur etwas Kämpferisch-Politisches und war eng mit dem Feminismus verknüpft, wenn nicht synonym. Davor war es anders, als Frauenliteratur gleichbedeutend mit Groschenromanen war, meint: ohne literarischen, gesellschaftlichen, politischen, irgendeinenRead More

Posted On April 27, 2013By Alf MayerIn Bücher, Crimemag

Alf Mayers Blutige Ernte

Was als Toast auf Ross Thomas angefangen hat, entwickelt sich zu einer Miniserie – Alkohol im Kriminalroman – enjoy! Reise in die Feuchtgebiete. Alkohol im Kriminalroman (II) Sara Gran und ihre ungeniert alle möglichen Substanzen missbrauchende Ermittlerin Claire DeWitt ist auch deswegen ein „Hallo wach!“ für die Kriminalliteratur, weil wir alle heute doch eher weniger Bluna und insgesamt ziemlich rasend vernünftig geworden sind. „Das Ende der Welt“ kündigt der deutsche Titel von Sara Grans aktuellem Roman an, wo das Original doch nur „Claire DeWitt and the Bohemian Highway“ sieht. DasRead More
Marrakesch war ein Paradies der paradis artificiels – folgen Sie Frank Göhre im zweiten Teil (zu Teil 1) seiner Zitatmontage/Reportage auf den Spuren von Jean Genet, William S. Burroughs, Friedrich Glauser und anderen … Das von uns gemietete Riad Johenna hat einen Empfangsraum mit Kochzeile, drei Schlafzimmer auf zwei Ebenen und eine Dachterrasse. Auf der Dachterrasse serviert morgens um 9 Uhr eine stundenweise angestellte Marokkanerin das Frühstück. Den von uns zusätzlich gekauften Käse fasst sie nicht an. Ist er „unrein“? Elias Canetti begleitet uns durch die Souks: „Alle Gelasse und LädenRead More

Posted On April 27, 2013By Thomas AdcockIn Crimemag, Kolumnen und Themen

Thomas Adcock: The Party of Mass Murder

Unser USA-Korrespondent Thomas Adcock fährt mit seiner Analyse der amerikanischen Gesellschaft fort  und kümmert sich um die Realien, die für die Kriminalliteratur grundlegend sind: Gewalt & Tod The next president of the United States: Wayne LaPierre? The Party of Mass Murder G.O.P. = Guns Over People by Thomas Adcock Copyright © 2013 Thomas Adcock NORTH CHATHAM, N.Y. Regarding the Republican Party and the support of its leadership for perpetual gun carnage in the United States, permit me to be as blunt as bullets: the once admirable Grand Old Party, asRead More

Posted On April 27, 2013By Bruno Arich-GerzIn Bücher, Crimemag

Sharon Kasanda: Dante International

Longlisted – Sharon Kasandas „Dante International“ zwischen „Pamela“ reloaded und solidem Krimidebüt. „Dante International“, der Debütoman von Sharon Kasanda, hatte es Ende 2012 zur Freude der jungen namibischen Autorin und ihres Verlags Wordweaver Publishing auf die Longlist für den Commonwealth Book Prize geschafft. Das mit der Freude war nachvollziehbar, denn englischsprachige Literatur aus dem entkolonialisierten Namibia hat es nicht eben einfach auf dem internationalen Markt. Bis auf Neshani Andreas’ mit vielen postkolonialtheoretischen Versatzstücken angereichertem Subalternen-Roman „Purple Violet of Oshaantu“, der vom renommierten Heinemann Verlag herausgegeben wird, gibt es weit undRead More

Posted On April 27, 2013By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Lothar Müller-Güldemeister: Uhlandgymnasium

Zwei weit auseinanderliegende Tage – Provinz, Alltag, ganz „normales“ Verbrechen – Romane in diesem Spannungsfeld können schiefgehen. Aber nicht, wenn der Autor schreiben kann. Frank Rumpel hat ein solches Exemplar gefunden: Einen realen Fall aus dem Tübingen der 1960er hat sich der in Berlin lebende Jurist und Autor Lothar Müller-Güldemeister in seinem Roman „Uhlandgymnasium“ vorgenommen. Damals machte in dem baden-württembergischen Unistädtchen die sogenannte Rotbartbande mit Einbrüchen und einem Banküberfall von sich reden. Der Skandal: Die Täter waren doch tatsächlich Gymnasiasten. Einige wurden zu Haftstrafen verurteilt. „Gerüchte, weitere Schüler seien vonRead More

Posted On April 24, 2013By Frank GoehreIn Kolumnen und Themen, Litmag

Frank Göhre: Marrakesch (Teil 1)

Hotel Marrakesch Eine Zeitreise. Von Frank Göhre Es ist durchgehend geöffnet. In den frühen Morgenstunden haben allerdings nur die Orangensaftverkäufer zu tun. Ein großes Glas Saft kostet 4 Dirham, etwa 40 Cent. Danach kann man auf der Terrasse des Café de France Platz nehmen und Kaffee und Croissant ordern, le petit-dejeuner, auf dem „Logenplatz an Afrikas berühmtester Straßenbühne“. Der Blick auf den Djemma el Fna am Morgen. Hubert Fichte korrigiert sich: „Djemma el Fna heißt gar nicht Der Platz der Gehenkten. Djemma heißt Die Moschee, Die Versammlung. Also vielleicht DerRead More
Aleks Scholz ist Autor und Astronom. In seiner Kolumne „Lichtjahre später“ erklärt er regelmäßig alles, was wir über das Universum wissen müssen. Seit Januar 2013 befindet er sich auf einer Irrfahrt über den Nachthimmel. Heute: Nebeljäger. Die Nebel-Spinnerei Die nördliche Hemisphäre hat ein Problem: Es mangelt ihr an Nebeln. Sterne gibt es genug, Planeten auch, aber Nebel kann man lange suchen. Anzahl der Nebel, die mit bloßem Auge sichtbar sind: zwei. Andromeda und Orion, beides winzige Flecken, unscheinbare Features, die allenfalls als Accessoire in Mythen oder als Fußnote in wissenschaftlichenRead More

Posted On April 24, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Chris Wahl (Edt.): Lektionen in Herzog

Herzogs Vision von ekstatischer Wahrheit – Werner Herzog hatte sich mit Filmen wie „Aguirre“, „Cobra Verde“ oder „Fitzcarraldo“ längst den Ruf eines genialen Extremkünstlers erarbeitet. Doch in den letzten Jahren kaprizierte er sich auf ungewöhnliche Doku-Fiktionen, mit denen er offenbar neue Dimensionen zwischen Realität und Fiktion filmisch darstellen will. Vor allem diese bisher weniger bekannten Aspekte beleuchtet Chris Wahl in seinem faszinierenden Reader „Lektionen in Herzog“. Von Peter Münder. Sein monumentales „Fitzcarraldo“-Projekt drohte zwar mehrmals zu scheitern, doch die verrückte Geschichte vom irischen Kautschukbaron Fitzcarraldo, der mitten im brasilianischen DschungelRead More