Der irische Autor Colm Tóibín kann es sich leisten, dem Klischee zu folgen, wenn ihm danach ist. Befragt, womit er die Wochenenden verbringe, erwiderte er artig: „I get drunk“. Was sonst?! Und wenn seine Erzählungen Mütter und Söhne heißen, richten wir uns vorsorglich auf Ströme von Whiskey und Gefühl ein – Liebe im Übermaß, wortreiche Dramen usw. usw. Aber solche Klischees bedient Tóibín natürlich nicht. Von Gisela Trahms
Read More Posted On Februar 28, 2009By Hans Richard BrittnacherIn Bücher, Crimemag
Mestizaje es grandeza...zumindest ist das oft der Fall. Manchmal aber amalgamieren mehrere Subgenres in einem Roman aber nicht so recht. So wie bei Eliot Pattisons "Das Ritual". Stellt Hans Richard Brittnacher bedauernd fest …
Read More Tu felix Francia – wie schön, wenn es in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Luxemburg auch so etwas gäbe. Tut es aber nicht, und das hat auch mit dem Status der Kriminalliteratur bei uns zu tun. Der Status des Genres in Frankreich ist ein anderer. Eine erstaunliche französische Bibliothek, porträtiert von Kerstin Schoof.
Read More Was mit gestohlenen Daten so alles passieren könnte, hat der niederländische Autor Charles den Tex in seinem aktuellen Roman Die Zelle durchgespielt, in dem er die Themen Identitätsraub und Terrorismus miteinander verknüpft. Herausgekommen ist ein virtuoser Kriminalroman. Dagegen sieht selbst T.C. Boyles Talk, Talk bescheiden aus. Frank Rumpel ist beeindruckt …
Read More Der galizische Journalist, Drehbuchautor und Gastronomiekritiker Domingo Villar (*1971) legt mit Wasserblaue Augen ein sauberes Krimidebüt vor, an dem es wenig zu mäkeln gibt. Der Roman ist der Startschuss zu einer Serie um Inspektor Leo Caldas und gibt Anlass zur Vermutung, dass Villar noch mehr und noch Besseres nachlegen wird. Doris Wieser hat den Roman gelesen.
Read More Literaturgeschichte ist interessant, Genre-Geschichte notwendig – und beides manchmal hartes Brot. Vermutlich weil unmittelbarer Zugang zu historischen Texten eher etwas für Schwarmgeister ist. Gerade bei geliebten Autoren wie Ed McBain. Eine nüchterne Einschätzung von Joachim Feldmann.
Read More Nicht alle Kriminalromane, die „in-locations“ haben, taugen etwas. Da haben sich in letzter Zeit ein paar böse Missverständnisse eingeschlichen. Susanna Mende ist auf so eines gestoßen – nicht schön …
Read More No way out Wir befinden uns in einem Dorf namens Elend. Das Dorf liegt im Harz, am Fuße des Brocken, es sind die 60er-Jahre, wir sind in der DDR. Hier wächst ein Kind auf, dessen Namen wir nicht kennen. Der Erzähler nennt es No. Von TINA MANSKE Niemand hat in diesem Roman einen Namen, der Vater heißt Vater und die Mutter heißt Mutter. No hat Geschwister, die auch keine Namen besitzen. Diese Namenslosigkeit ist Programm: Die Figuren in Christoph D. Brummes Roman „No“ sind Platzhalter für Figuren im System, für
Read More Posted On Februar 16, 2009By Matthias PenzelIn Bücher, Litmag
Er war der große Gonzo-Journalist, Gossenpoet und der romantische Visionär unter den Schreibern des Rock – Nun liegt eine Auswahl von Lester Bangs Greatest Hits endlich auch auf Deutsch vor. Von Matthias Penzel
Read More Posted On Februar 16, 2009By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Es bereitet viel Freude, Hein durch die Gassen und Straßen kleiner und großer Städte zu begleiten und sich insbesondere an seinen rhetorischen Ausbrüchen zu erfreuen, in denen sich von Zeit zu Zeit die unbändige Wut des Punk Bahn bricht. Von Frank Schorneck
Read More In seiner eigenwilligen Lebensbeschreibung reflektiert Dario Fo über das eigene Leben und den Zustand der Welt. Von Jörg Auberg
Read More Heimlich, still und leise Ein Dutzend Erzählungen hat der Pendragon Verlag zu Ehren des 75-Jährigen Peter Zeindlers zusammengetragen. Und macht damit Freunden der stilleren, aber umso heimtückerischen Töne eine Freude. Es gratuliert Jörg von Bilavsky „Ich bin zwischen Stuhl und Bank“, charakterisierte Peter Zeindler einmal sein Verhältnis zum Genre Kriminalliteratur und dem Genre, das ohne das Wort „Kriminal“ auskommen möchte und sich oft für etwas Besseres hält. Für den viermaligen Gewinner des Deutschen Krimipreises und den stolzen Besitzer des Ehrenglausers verläuft zwischen E- und U-Literatur kein unüberbückbarer Graben. Das beweisen
Read More Posted On Februar 9, 2009By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Mit seinem neuen Roman "Alles was du siehst" gibt Stefan Beuse unserer durch Wissenschaft und Ratio restlos entzauberten Welt wieder eine Spur von Geheimnis und Magie zurück. Wie schon in seinen Vorgängerromanen zeigt der Hamburger Schriftsteller dabei auf ebenso poetische wie spannende Weise die oszillierenden Grenzen unserer Wirklichkeit und Wahrnehmung auf. Von Karsten Herrmann
Read More Ein fast 500 Seiten starker Debütroman ist ein gewagtes Unternehmen. Der Mexikaner Martín Solares (*1970) soll rund sieben Jahre daran gearbeitet haben. Die schwarzen Minuten ist zweifellos einer der ambitioniertesten Kriminalromane, die Mexiko seit den großen Werken von Paco Ignacio Taibo II zu bieten hatte (wenn man von den noch nicht übersetzten Romanen von Juan Hernández Luna absieht). Warum der Funke trotzdem nicht so ganz überspringen will, ist bei einem Roman, der zweifellos an vielen Stellen glänzt, nicht leicht auf den Punkt zu bringen. Doris Wieser hat sich aber Mühe
Read More Peter Schmidts Roman über eine deutsche Terrroristengruppe erschien zuerst 1984. Diese spannende, kritische Auseinandersetzung mit den RAF-Aktivitäten gibt es nun als Neuausgabe in der Reihe „Kriminelle Sittengeschichte Deutschlands“. Peter Münder hat den Roman auf seine Haltbarkeit überprüft.
Read More Viel gelesen, viel gelabert Wer sich in diesem für Meinecke so typischen Diskursgeflecht nicht erdrosseln lässt, der kommt zu Einsichten, die ihm sonst vielleicht für immer verschlossen geblieben wären. Von Tina Manske Man weiß ja mittlerweile, dass man von Thomas Meinecke keine „Romane“ im herkömmlichen Sinn zu erwarten hat. Bücher wie „Tomboy“, „Hellblau“ und „Musik“ (der Hang zum Ein-Wort-Titel ist offensichtlich) sind vielmehr theoriegesättigte Abhandlungen zu pop-, gender- und sonstwaskulturellen Themen, um die eine rudimentäre Romanhandlung herumgestrickt wird. Mit seinem neuesten Buch treibt Meinecke es allerdings auf eine Spitze, auf
Read More In Amsterdam kann man schon mal verloren gehen, aber eher in space denn in time. Die Lektüre von Chris Ewans Roman namens Amsterdam hat Susanna Mende aber ein klein wenig verwirrt.
Read More Posted On Februar 2, 2009By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Feuchtgebiete trockengelegt So, wie sich die Pornobranche bei ihren Filmtiteln gerne vom Blockbusterkino inspirieren lässt, provozieren auch literarische Bestseller immer wieder mal Parodien – man nehme z.B. den Herrn der Augenringe oder Barry Trotter. Diese zeichnen sich häufig durch eher slapstickhaften Haudraufhumor aus, der oft genug unter die Gürtellinie zielt. Dass es auch anders geht, zeigt Heinz Strunk. Von Frank Schorneck Fleckenteufel ist ein Buch, das sich durch Aufmachung und Marketing an einen der Megaseller des Jahres 2008 anlehnt: Als „Feuchtgebiete des Mannes“ bewirbt der Rowohlt Verlag den neuen Roman
Read More Über den Rhythmus seiner Sprache, über die Dynamik seiner Worte, über mal poetische, mal hart-realistische Momente bringt Selim Özdogan seine Geschichte so zum Pulsieren, dass man sich in ihren besten Momenten fast im Reich eines der Träume wähnt, um die es in der Story geht. Von Ulrich Noller
Read More Wenn Carlos Balmaceda so weitermacht, dürfte Mar del Plata bald leergefegt sein. In dem traditionellen argentinischen Seebad am Südatlantik geschieht nicht nur gelegentlich ein schlichter Mord. In seinem vornehmsten Restaurant wurde bereits vor einer Weile eine Frau von ihrem Säugling verspeist. Und seit neuestem ist ein gnadenloser Serienkiller unterwegs. Eine Rezension zweier Balmaceda-Romane von Eva Karnofsky
Read More Last Exit Littleton Wer einmal lügt, dem traut man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht. James Siegel nimmt sich das Sprichwort zu Herzen und strickt daraus die Tragödie eines Starreporters. Wenig einleuchtend für Jörg von Bilavsky Journalisten haben die Wahrheit nicht gepachtet. Aber bei der Wahrheit sollten sie schon bleiben. Verstoßen sie einmal oder mehrfach gegen den Pressekodex, dann werden sie selbst verstoßen. Starreporter Tom Valle hat sechsundfünfzig Mal mit der goldenen Regel des Journalismus gebrochen, bevor ihm Redaktion, Richter und Psychotherapeuten seine Lügengeschichten von bombenlegenden Kinderärzten oder
Read More Petra Vesper ist von Hanif Kureishis Roman, dem unkonventionellen Erzählstil und den schrägen Charakteren im multikulturellen London begeistert – auch wenn, oder gerade weil die Lektüre große Konzentration erfordert.
Read More Posted On Januar 26, 2009By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag
Thomas Podhostnik, Leipziger Regisseur und Autor, beschreibt in seinem Debütroman seine Kindheitserfahrungen in einer Migrantenfamilie. Eine wunderbar gelungene Geschichte, findet Frank Schorneck
Read More Vor fast 20 Jahren starb Thomas Bernhard. Nun spricht er wieder, zart und bissig und in keiner Weise überholt. Von Gisela Trahms
Read More Es gibt Romane, die treiben einen an den Rand der Schizophrenie. Philip Kerrs neuer Thriller über Argentinien und die Nazis: "Das Experiment" zählt dazu. Von Seite zu Seite wuchs der Ärger angesichts geballter, ja unverantwortlicher Geschichts- und Sprachverhunzung. Aber weil das Buch so spannend war, hat Eva Karnofsky allem Entsetzen zum Trotz doch weitergelesen …
Read More Eins sollte man nie vergessen: Immer vergewissern, dass die Waffe geladen ist! Falls wir einmal als Söldner arbeiten sollten, wird uns nach der Lektüre von Andy McNab’s "Die Abrechnung" der eine oder andere Fehler nicht mehr unterlaufen können, denn nun wissen wir fast alles. Auch, wie bei einer Ladehemmung der AK-47 zu reagieren ist. Das ist nicht nur nützlich, meint Lena Blaudez, sondern auch ganz schön realitätstüchtig.
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