Posted On November 13, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Rund um die Erde Ein Sonderheft der Zeitschrift „Le Monde diplomatique“ widmet sich der weltweiten Migration. Von Carl Wilhelm Macke Im Hintergrund sieht man auf dem Photo drei wohlgenährte Urlauber sich in der Sonne räkeln, im Vordergrund kriecht ein barfüßiger Mann schwarzer Hautfarbe über den Strand. Ein vielleicht zu plakatives Motiv, aber weit von der Realität entfernt ist es nicht. Man kann es auch ohne schockierende Bilder in nüchternen Zahlen ausdrücken: Von 1988 bis 2008 sind 8.109 Migranten im Mittelmeer sowie im Atlantischen Ozean auf dem Weg nach Spanien ertrunken.
Read More Alle Welt redet darüber, alle Welt tut es, mehr oder weniger engagiert: fernsehen. Jean-Philippe Toussaints Roman "La Télévision" von 1997 wurde bereits 2001 ins Deutsche übersetzt, liegt jetzt aber in frischer Aufmachung vor und nimmt sich auf sehr unterhaltsame Weise des ewigen Themas an. Von Senta Wagner
Read More Rettung durch Musik – Teleportation, Gedankenübertragung, Überwindung des Todes: In der Welt dieses Romans ist wenig vergleichbar mit der heute bekannten Welt, und doch kommen uns die Probleme der Protagonisten zeitweise sehr bekannt vor. Kein Wunder – er handelt ja auch von uns. Von Tina Manske Gut, dass dieses Buch NICHT den deutschen Buchpreis gewonnen hat, auf dessen Shortlist es stand. Es ist nämlich anzunehmen, dass man die Menschen, die es tatsächlich bis zu Ende gelesen haben, an einer Hand abzählen kann. Übrigens wahrscheinlich auch diejenigen, die es in Zukunft
Read More Peter Carey, 1943 in Bacchus Marsh (Australien) geboren, arbeitete nach abgebrochenem Studium 13 Jahre als Werbetexter. Neben J.M. Coetzee wurde er als bisher einziger Schriftsteller zweimal mit dem Booker Prize ausgezeichnet. Seit einigen Jahren lebt Peter Carey in New York. Neben dem Schreiben lehrt er dort am Hunter College „Creative Writing“. Ein Kauftipp von Christian Koch.
Read More Langsam arbeitet sich der Grafit-Verlag mit den Büchern von Pentti Kirstilä in die Gegenwart. Den Göttern trotzt man nicht erschien im Original 1981. Die lange Lagerzeit merkt man ihm kaum an. Findet Frank Rumpel …
Read More Sprachspieler – Ohne die Texte Holbeins wär die Welt um einiges unschöner. Für einen Artikel in der »taz« hat man Ulrich Holbein vor einiger Zeit an seinem Schreibtisch aufgenommen. Zu sehen ist ein Mann mit mächtigem Bart, Catweazle tatsächlich nicht unähnlich, der zwischen Bücherstapeln und vollgestopften Bücherregalen unterschiedlicher Höhe sitzt und interessiert in die Kamera blickt, als forme sich in seinem Kopf gerade schon die nächste Geschichte. Tatsächlich hat dieser Mensch einen schier unglaublichen Output. Die Bücher, die um seinen Schreibtisch herumstehen und die nicht sowieso von ihm sind, benötigt
Read More Bye, bye, Rebus! Aus dem Dienst geschieden nach 17 Romanen – ein wehmütiger und tapferer Rückblick, auch auf lose Enden von Tobias Gohlis
Read More Posted On Oktober 27, 2008By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Denis Johnson ist zweifellos einer der bemerkenswertesten und eigenwilligsten amerikanischen Autoren mit Weltrang. Die Helden seiner Kurzgeschichten und Romane sind die Gescheiterten und Gestrandeten dieser Welt, deren Leiden, Hoffen und Suchen Johnson mit Bildern von intensiver Wucht schildert. Von Karsten Herrmann
Read More Sehr viel Spaß wegen seiner unfreiwilligen Komik hat uns vor Jahren die Ankündigung eines Romans von Leif Davidsen als „kosmopolitischer Thriller“ gemacht – auch, weil er US-Propaganda einfach in eine Spielhandlung umgesetzt hatte. Mit dem neuen Buch scheint’s auch nicht besser zu werden, befürchtet Kerstin Schoof.
Read More Posted On Oktober 25, 2008By Matthias PenzelIn Bücher, Litmag
Siesta und Gringo, die ersten zwei Bände einer auf fünf Bücher angelegten Hans-Herbst-Edition sind erschienen.
Read More Carolin Emcke möchte in ihrem Buch Stumme Gewalt die Sprachlosigkeit der terroristischen RAF-Täter durchbrechen und unterläuft in ihrem von Selbstgerechtigkeit durchtränkten Text eine Reflexion über die Ursachen des RAF-Terrorismus. Von Jörg Auberg
Read More Sackpfeife und Bänkellied – Was diese Bearbeitung des umfangreichen und wohlbekannten Stoffes so besonders macht, ist ihre Musikalität. Von Tina Manske Das wird schwierig! Über den „Simplicissimus“ von Grimmelshausen ist wohl schon alles gesagt worden, was man über ihn sagen kann. Inklusive: bedeutendster deutschsprachiger Roman der Barockliteratur, Entwicklungsroman, christliches Erbauungsbuch, Narrenspiegel. Und auch über Hans Clarin muss man eigentlich kein Wort mehr verlieren: Spätestens seit seinem „Pumuckl“ kennt ihn jedes Kind, und bis zu seinem Tod vor drei Jahren war er einer der umtriebigsten Schauspieler dieses Landes. Hörspielfans schätzen ihn
Read More In seinem biografischen Roman Alabama Song über das Künstlerehepaar Francis Scott und Zelda Fitzgerald assembliert Gilles Leroy altbekannte Materialien zu einem Oberflächenporträt, das in seiner kunstgewerblichen Drapierung zumindest den literarischen Marktwert des Autors erheblich steigerte. Von Jörg Auberg
Read More "Das Mörderische neben dem Leben" von Thomas Wörtche wagt en passent, auf der Basis kurzer Texte aus 15 Jahren, das Paradoxon einer Literaturtheorie, die eigentlich gar nicht möglich ist - und gewinnt, weil das große Ganze eben nur beiläufig und fragil, in der Multiplikation der Kleinigkeiten aufscheint. Von Ulrich Noller
Read More Die Mühen des Alltags Der schreibende Kriminalhauptkommissar Norbert Horst überzeugt auch mit seinem vierten Kriminalroman Sterbezeit. Ein gekonntes Stück Kriminalliteratur, in dem es um unspektakulären Ermittleralltag und einen spektakulären Fall von vorgestern geht. Frank Rumpel klärt auf … Wer schon mal bei einer Feuerwehrübung zugeschaut hat, wird gemerkt haben, dass es die dort vermutete Hektik nicht gibt. Genau dieses professionell Unaufgeregte prägt auch den neuen Roman von Norbert Horst. Er will Ermittlungsalltag beschreiben. Ermittlungen aber, lässt Horst seinen Protagonisten, den Kriminalhauptkommissar Konstantin Kirchenberg sagen, sind „eine Menge kleiner Schritte, von
Read More Bushido lässt sich zum 30sten seine Autobiographie dichten, Ulrich Noller hat sie gelesen und findet sie … naja … und 8tung, schlimme Wörter …
Read More Nachsommer – Gerhard Falkner hat mit „Bruno“ dem Bären gleichen Namens und seiner traurigen Geschichte ein würdiges Denkmal gesetzt – und dabei eine wundervolle Künstlernovelle geschaffen, meint Tina Manske. Wir alle erinnern uns an den Sommer 2006, als ein verirrter Braunbär Mitteleuropa in Atem hielt. Viele Menschen empfanden das durch heimische Wälder und Wiesen stapfende Tier als ökologisches Geschenk, mindestens ein Bayer aber verlor jeglichen Halt und hielt unverständliche Vorlesungen über Normal- und Problembären, die uns noch heute zu amüsieren vermögen, und ein paar von Stoibers Landsleuten schossen schließlich scharf.
Read More Igor Stiks Roman lüftet das stattliche Geheimnis um das Schicksal eines Schriftstellers vor der Kulisse des Balkankriegs einerseits, den Schatten der historischen Katastrophen des letzten Jahrhunderts andererseits. Von Senta Wagner
Read More Matthias Gnehm aus Zürich treibt das Pathos der Aufklärung, die Identifikation des Mörders in den hellen Wahnsinn. "Das Selbstexperiment" ist ein Irrgarten mit komischem Ausgang und dabei die reine Freude. Thomas Wörtche hat sich das Bild/Text-Labyrinth angeschaut.
Read More Wir können mit dem realen Afrika und seinen Problemen kaum etwas anfangen. Gerade putzige „Grimmis“ aus der Gegend belegen das immer wieder – nur Afrika ohne unschöne Realitäten „verkauft“ sich angeblich. Das stimmt aber nur bedingt – unsere Autorin Lena Blaudez hat für uns mit leiser Skepsis ein Sachbuch zum Thema gelesen.
Read More Eine Anthologie der New Yorker Zeitschrift n+1 zeugt von der Lebendigkeit der intellektuellen Kritik der herrschenden Zustände jenseits des stromlinienförmigen Kulturmarktes. Jörg Auberg
Read More Posted On September 29, 2008By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Scharfes Sittenbild Aravind Adiga wirft in seinem Romandebüt „Der weiße Tiger“ einen bitter-ironischen Blick auf die Gesellschaft des Globalisierungsgewinners Indien. Von Jörg von Bilavsky Genetisch gesehen gibt es zwischen den indischen Kasten kaum einen Unterschied. So die überraschenden Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten Forschungsstudie. Vor sieben Jahren behaupteten andere Wissenschaftler noch, die höheren Kasten seien eher mit den Europäern verwandt. Doch wie Anthropologen und Genetiker das indische Erbgut auch auseinanderdröseln, die indische Gesellschaft teilt sich noch immer in Herren und Diener. Daran scheinen weder die Gene noch die Globalisierung etwas geändert
Read More Posted On September 27, 2008By Stefan BeuseIn Bücher, Litmag
Die Queen hat meine Scheiße gefressen: Stefan Beuse über Chuck Palahniuks "Snuff", die originellste Familiengeschichte seit den Buddenbrooks.
Read More Posted On September 22, 2008By Nele HoffmannIn Bücher, Litmag
Marion Poschmann, Jahrgang 1969, ist keine Unbekannte. Sie war 2005 mit ihrem Schwarzweißroman für den Deutschen Buchpreis nominiert und gilt als vielversprechendes Talent unter den nicht mehr jungen, aber immerhin noch jüngeren Poetinnen. Nach zwei Romanen und einem Gedichtband erscheint nun ihre Hundenovelle. Von Nele Hoffmann
Read More Posted On September 22, 2008By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
In seinem Roman "Wie es Gott gefällt" erzählt Niccolò Ammaniti auf furiose Weise von Menschen, die am untersten Ende der gesellschaftlichen Leiter leben und davon träumen, auch einmal einen Zipfel des Glücks zu erhaschen. Von Karsten Herrmann
Read More Donald Westlake, in seiner Personifikation als Richard Stark ist wieder auf dem deutschen Buchmarkt – und damit auch sein unvergleichlicher Held Parker. Über ein glänzendes Comeback freut sich Uli Deurer
Read More