Auch wenn Privatdetektive zunehmend nach Jazz-Musikern benannt werden – hier Charlie Parker – heißt das noch lange nicht, dass sie cool bleiben. Dieser Namensvetter zum Beispiel rauft sich mit der Hölle rum. Kann das gut gehen? Von Hans Richard Brittnacher
Read More Katastrophe Mensch Jean-Christophe Rufin bekämpft vehement den Ökoterrorismus. Seine Helden retten die Welt – und er ruiniert dabei das Thrillergenre. Von Jörg von Bilavsky Die humanitäre Botschaft in Ehren. Aber muss man sie unbedingt in einen Ökothriller verpacken? Als engagierter Entwicklungshelfer und mit dem Prix Goncourt ausgezeichneter Literat muss man das wohl. Doch wer wie Jean-Christophe Rufin seine Leser „unterhaltsam“ und „spannend“ über seine ehrenwerte Sache aufklären will, der sollte sie nicht mit einem symbolisch und philosophisch überfrachteten Plot und schon gar nicht mit Helden und Schurken belästigen, die schwer
Read More Moralische Unordnung ist ein persönliches Buch: keine Autobiographie im eigentlichen Sinne, eher der Versuch, Erinnerungsfragmente vor dem Vergessen zu bewahren.
Von Petra Vesper
Read More Ob erotische Inszenierungen, Dirty-Talk oder Penis-Beschaffenheit: Diese Frau redet Tacheles. Manchem Mann mögen da die Ohren klingeln – doch spätestens seit Sex and the City sollten die Herren der Schöpfung eigentlich wissen, dass Sex nicht nur ein Thema ist, das Männer bewegt. Von Petra Vesper
Read More In Thomas Raabs zweitem, gelungenen Roman ermittelt der behäbige Restaurator Willibald Adrian Metzger in der Fußballszene, wo es am Ende freilich weniger um Sport und Gesinnung, denn ums Geschäft geht.
Von Frank Rumpel
Read More Die Fahrt ist ein nicht nur wegen seiner zahllosen Orts- und Personenwechsel ungeheuer vielschichtiger Roman – vielleicht sogar Sibylle Bergs bislang reifster.Von Frank Schorneck
Read More In Budd Schulbergs Hollywood-Roman Was treibt Sammy an? verharrt die Kritik der Filmindustrie an der Oberfläche. Von Jörg Auberg
Read More In seinem Debütroman "Widerstand" erzählt Jo Stretch auf furios-provokante Weise von einem Zeitalter, in dem die Liebe ausgemustert und die Lust zum einzigen Lebenselixier mutiert ist.
Von Karsten Herrmann
Read More Nackt, ohne Wasser Thierry Jonquet webt ein bedrohliches, alptraumhaftes Netz, in dem sich die präzise gezeichneten Figuren nach und nach verfangen. Von Claus Kerkhoff Thierry Jonquet ist hierzulande beinahe unbekannt. In Frankreich gehört er zu den großen Kriminalautoren. Seit 1982 veröffentlichte er über 15 Kriminalromane, von denen mehrere ausgezeichnet wurden. So hat er bereits zweimal (1994 für Les Orpailleurs, dt. Die Goldgräber – und 1999 für Moloch) den renommierten Prix Mystère de la critique erhalten. Jetzt ist gerade der 1984 entstandene Roman Mygale unter dem deutschen Titel Die Haut, in
Read More In seinem satirischen Roman Cocksure nimmt Mordecai Richler den Konformismus der Swinging Sixties ins Visier. Von Jörg Auberg
Read More Zeige- und redefreudig „Feuchtgebiete“ ist ein äußerst gelungenes und abseits des Ekel-Hypes, der darum getrieben wird, überzeugendes Debüt. Von Tina Manske. Die junge Helen Memel hat sich bei einer missglückten Analrasur eine schmerzhafte Analfissur zugezogen und muss nun operiert werden. Danach liegt sie als Schmerzensmädchen mit viel Watte und Mull im Hintern im Krankenhausbett und hat genug Zeit, sich über den ihrer Meinung nach nicht existierenden Gott und ihre eigenen sexuellen Erlebnisse Gedanken zu machen sowie über ihre verkorkste Familie. Schon früh merkt man, dass sie bei ihren monologischen Schilderungen
Read More Posted On Mai 29, 2008By Carl Wilhelm MackeIn Bücher, Litmag
Plastikbeutel, Stoffreste, Leichen Die Tragödie der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer. Von C.W. Macke Man kann es natürlich prosaisch formulieren. „Der Strom der Geschichte“, schreibt der Triestiner Schriftsteller Claudio Magris, „schwemmt die kleinen Geschichten der Individuen fort und läßt sie untergehen, die Woge des Vergessens löscht sie aus dem Gedächtnis der Welt; Schreiben bedeutet unter anderem auch, am Ufer entlanggehen, stromaufwärts fahren, schiffbrüchige Existenzen auffischen und Strandgut wiederauffinden, das ich andren Ufern verfangen hat, um es zeitweilig auf einer Arche Noah aus Papier unterzubringen“. Wesentlich nüchterner heißt dagegen am Endes des
Read More Der Tausendprozentige
David Foster Wallace kann eigentlich alles. Aber anders als die meisten Alleskönner kann er alles nicht nur ein bisschen, sondern auch noch ein bisschen besser als alle anderen.
Read More Der Grenzgänger hieß das gelungene Debüt des finnischen Autors Matti Rönkä. Mit Bruderland liegt nun dessen zweiter, wunderbar lakonischer Kriminalroman auf Deutsch vor.Von Frank Rumpel
Read More Gilbert Adairs Fähigkeit ist grandios, eine derart komplex strukturierte und ineinander verzahnte (Kriminal-)Geschichte wie Blindband mit einer solchen Leichtigkeit zu erzählen. Von Frank Schorneck
Read More Anlässlich seines hundertjährigen Bestehens legt rowohlt William Faulkners Roman Licht im August in einer Neuübersetzung vor. Von Jörg Auberg
Read More Elmore Leonhard ist unerreicht in Sachen Tempo, Coolness und Situationskomik.
Read More Der Begriff „Stellenliteratur“ bezeichnet ja eigentlich Werke, die ausschließlich ihrer sexuell expliziten Szenen wegen durchblättert werden. Die Leser von "Stellenliteratur" hangeln sich, Inhalt und Struktur vollkommen missachtend, einzig des Effekts wegen von Stelle zu Stelle; das Drumherum ist ihnen ebenso lästig wie die Handlung bei Pornofilmen.
Read More Spurensuche und Vergangenheitsbewältigung in einem: eine junge Frau will wissen, wer ihr wahrer Vater ist, sucht ihre Mutter und kommt am Ende bei sich selbst an. Die amerikanische Jungschriftstellerin Vendela Vida hat einen schönen, traurigen Roman geschrieben. Von Senta Wagner
Read More Auch dieser Justizroman bezieht seine wirkliche Spannung nicht so sehr aus der Eloquenz und dem Charisma eines Verteidigers, sondern aus einem philosophischen Problem: Der Differenz von Recht und Gerechtigkeit. Von Hans Richard Brittnacher
Read More Posted On April 28, 2008By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Charismatischer Chaot Stefan Wimmer schreibt süffisante Episoden aus dem Leben des Tunichtguts Ingo Falkenhorst. Wer sich bei dieser Lektüre nicht amüsiert, ist entweder strenger Antialkoholiker oder radikale Feministin. Nein, das würde ihm ganz und gar nicht gefallen. Das jüngst erlassene Rauchverbot in Mexiko Citys Cantinas. Ingo Falkenhorst würde seine Tequilas im „Tiburcia“ oder im „Centenario“ nie ohne Glimmstängel runterkippen. Lieber nähme er die für besonders hartnäckige Qualmer angedrohte Strafe von 36 Stunden Gefängnis in Kauf. Das wäre allemal erträglicher, als das, was er während seiner Trips in der mexikanischen Metropole
Read More Was ist das denn? Katalanischer postmoderner Unfug, die neue Offenbarung des Kriminalromans, ein fahler Scherz oder ein nettes Lektürevergnügen von fast 600 Seiten? „Im Namen des Schweins“ heißt das dickleibige Teil, stammt von Pablo Tusset und ist vornehmlich sehr eigen. Von Thomas Wörtche
Read More Der Kubaner José Manuel Prieto wird international als einer der großen Hoffnungen für eine eigenständige und avancierte lateinamerikanische Literatur gehandelt. In seinem neuen Roman Rex versteigt er sich jedoch in literarische Hochstapeleien und verliert den Leser aus dem Blick. Von Karsten Herrmann
Read More Alfred Hellmann, in Berlin lebender Journalist, Drehbuchautor, Kolumnist, Kabarettist und Übersetzer aus dem Niederländischen, legt nach zehn Jahren Pause seinen zweiten Kriminalroman vor. Das Warten hat sich gelohnt! Meint „Hammett“-Buchhändler Christian Koch.
Read More Warum das Gewaltmonopol des Staates ein extrem sinnvolles Prinzip ist, verdeutlich ein Blick in Kyle Cassidys Bildband „Bewaffnetes Amerika“. Von Thomas Wörtche
Read More Der Großmeister des Spionage-Thrillers und langjährige Nahost-Korrespondent Robert Littell entwirft ein Szenario der nahen Zukunft: Die Söhne Abrahams ist ein streng komponiertes, in levantinische Farben getauchtes Lehrstück über die tödliche Symmetrie des Fundamentalismus.
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