Bizarrer Bilderbogen der Comédie Humaine Christoph Peters schildert den Einbruch des Fremden in die Idylle deutscher Vorstadtkneipen – und schlägt jedem Menge Funken aus dem Zusammenprall der verschiedenen Kulturen und Mentalitäten. Von Wend Kässens In den Theaterferien des heißen Sommers 1992 war er losgegangen, um die Umgebung des Ortsteils Gurschebach zu erkunden, hier, wo er lebt und am Theater „Herz und Hirn“ eine unsichere Position als Schauspieler hat, in der Stadt A. am Niederrhein. Plötzlich stand Achim Wiese vor „Mitsukos Restaurant“: vor dem Wanderheim der Wanderfreunde Gurschebach e.V. , einer
Read More Jason Goodwin, im englischen Dorset lebender Historiker und Autor von zwei Kriminalromanen, erhielt für Die Weisheit des Eunuchen 2007 den Edgar-Allan-Poe-Award. - Ein Kauftipp von "Hammett"-Buchhändler Christian Koch.
Read More Geld macht schön, sexy und jung und überhaupt ist alles käuflich. Sogar die Liebe. Wer dem noch Glauben schenkt, sollte schleunigst zu "Jedermanns Gier" greifen, dem neuesten Werk von Krimi-Lady Christine Grän, empfiehlt zumindest Eva Karnofsky.
Read More Recht und Gerechtigkeit In Christian von Ditfurths Krimi hagelt es Terror von allen Seiten. Und nicht nur Stachelmann bekommt ihn am eigenen Leib zu spüren. Auch Jörg von Bilavsky, der’s aber freudig wegsteckt Christian von Ditfurth hat sich viel vorgenommen. Diesmal geht es seinem historischen Spürhund nicht nur um die Aufklärung und moralische Anklage von NS-Verbrechen. Nein, in seinem fünften Fall wühlt Stachelmann auch in den verstaubten Akten der DDR und überführt dabei die bundesdeutsche Justiz der 1950er-Jahre grober Fehlurteile. Keine Frage, dass auch diesmal die Vergangenheit nicht vergehen will
Read More Mark Oliver Everett, besser bekannt als Kopf der Band Eels, legt nicht nur ein weiteres falbelhaftes Album vor, sondern gleich auch noch seine Autobiografie - beides ist sehr unterhaltsam. Von Tina Manske
Read More Ein weiterer Literaturpreis für Alice Munro war überfällig. Jetzt ist die "Meisterin der kleinen Form" mit dem internationalen mit 60.000 Pfund dotierten Man-Booker-Preis ausgezeichnet worden. Gisela Trahms über Munros jüngste Kurzgeschichtensammlung.
Read More Rayk Wieland schreibt in seinem Roman eine Geschichte aus der DDR, wie sie ausgedachter nicht sein könnte, und die dennoch genau ins Schwarze trifft. Das Leben der gar nicht so Anderen. Von Tina Manske
Read More Doris Wieser hat sich Gedanken gemacht, wieso Chandler zwar oft zustimmend aufgerufen wird, aber dahinter nicht immer etwas Substantielles steckt
Read More Früher war alles besser. Na ja, aber immerhin war der Clou beim klassischen Vampir-Roman eben, dass die Viecher ihre Geschlechtswerkzeuge im Gesicht trugen. Okay, das ist vielleicht über Jahrhunderte hinweg wenig abendfüllend, aber keusche Vampire mit Beißhemmung wie die von der Lady mit dem religiösen Hintergrund ---, neee, das muss nicht sein. Glücklicherweise gibt es derlei Unfug nicht bei Charlie Huston und seiner Hauptfigur Joe Pitt. Da wird noch zugebissen, dass das Blut fröhlich spritzt. Recht so, findet Thomas Wörtche, der den dritten Teil der Saga gelesen hat …
Read More Posted On Mai 18, 2009By Joerg von BilavskyIn Bücher, Litmag
Das Kratzen des Stiftes Conescus literarische Spielerei um Leben, Liebe und Literatur, angesehen von Jörg von Bilavsky. Leben ist Literatur und Literatur ist Leben. Beides gehört untrennbar zusammen in William Conescus erstem Roman, der von einem Roman handelt, der im Moment des Lesens scheinbar gerade erst geschrieben wird. Bisweilen hört man den Stift des Schriftstellers über das Papier kratzen. Besser gesagt die Hauptfigur Daniel Fischer hört ihn und wir ihn mit ihm. Mal lauter, mal leiser. Je nachdem, ob er gerade im Mittelpunkt oder doch eher am Rande des Geschehens
Read More Afrika wird immer öfter zum Schauplatz von Kriminalliteratur. Kein Wunder, schaut man sich den Zustand des Kontinents an. Der Engländer Nick Brownlee hat das auch getan. Und zwar ganz exzellent und genau, wie unsere Afrika-Expertin Lena Blaudez findet …
Read More Spirituelles, Spiritistisches, Spinnertes und Esoterisches allüberall. Der Papst dauer-live im Fernsehen, Poweryoga in Fitness-Studios und allerlei Mystipop und Fidelwipp in Kino und Literatur. Die Zeichen stehen deutlich auf Irrationales, Hysterie und Gekreisch … Und jetzt auch noch Voodoo auf allen Kanälen – aber halt: Bis auf das eine oder andere esoethno-kitschige Buch à la Michael Gruber (und ein paar andere einschlägige Schocker, die uns demnächst treffen werden) drehen sich Thriller mit Voodoo-Komponenten erstaunlicherweise um ganz handfeste Dinge wie Mord und Realpolitik – das war bei Richard Doolings White Man’s Grave
Read More Im letzten Jahr ist Florian Werner Vater geworden – doch die Ankunft von Töchterchen Ada ist beileibe nicht die erste Geburt, die bei dem Autor und Literaturwissenschaftler einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, weiß Frank Schorneck.
Read More Wer sich in Kuba öffentlich von den Gebrüdern Castro abwendet, landet meist früher oder später im Knast. Und dort geht es in Kuba noch etwas ungemütlicher zu als in Europa. Der Franzose Didier Goupil hat sich mittels Doku-Fiction der Verhaftungswelle von 2003 genähert, aber der ultimative Roman über den sogenannten schwarzen März, sein gesellschaftliches Umfeld und die Situation kubanischer Gefangener steht weiterhin aus, befand Eva Karnofsky nach eher beschwerlicher Lektüre.
Read More Schweizer Kriminalliteratur boomt. Zumindest quantitativ. Die übermächtigen Schatten von Glauser und Dürrenmatt scheinen sich zu verziehen. Aber doch noch nicht ganz – Joachim Feldmann hat Tamás Kiss gelesen und ist noch nicht wirklich überzeugt.
Read More Von Ruhekillern und Krachmachern Wenn es um Babys und Lärm geht, kennt Stefan Slupetzky keinen Spaß. Das kann man ja verstehen. Nicht nur in Wien. Kleinkinder sind ja – akustisch gesehen – gefährlich. JÖörg von Bilavsky leidet mit. Stefan Slupetzky lebt „in einer beinahe dörflichen Gegend von Wien“. Umgeben von einem „malerisch begrünten Kirchenplatz, verkehrsberuhigt und voller Kaffeehäuser, Bars und Restaurants“. Geradezu ein Idyll, von dem der Wiener Krimiautor in einem Interview schwärmte. Kennt der ruhebedürftige Schriftsteller also den unerträglichen Krach von Bohrhämmern, Schneefräsen und Stereoanlagen aus eigener Anhörung? Wenn
Read More „Das heißt, mein Junge, dass die Menschenzeit sich von der Hüterzeit abgespalten hat. Während unsere Zeit weiterläuft wie gehabt, durchleben die Menschen nun immer und immer wieder denselben Tag, bis es uns gelingt, ihre Zeit wieder an unsere zu koppeln ...“ von Stefan Linster.
Read More In seinem autobiografisch geprägten und posthum veröffentlichten Roman Ein Todesfall in der Familie schildert James Agee die alltägliche Erfahrung von Tod, Verlust und Einsamkeit aus den unterschiedlichen Perspektiven der Familienmitglieder. Jörg Auberg hat die Neuauflage dieses wichtigen amerikanischen Romans gelesen.
Read More Stella Rimington, die mit Beutezug ihren dritten Spionagethriller vorlegt, könnte man als jüngstes Mitglied im Club der „Schriftstellerspione“ bezeichnen. Von Susanna Mende
Read More Frust und Lust Der Mensch ist schlecht. Wieso also das Böse nicht auch bei den vermeintlich Guten suchen? Oliver Bottini spürt es selbst in den Reihen der Kriminalpolizei auf und wundert sich auch noch. Jörg von Bilavsky wundert sich nicht mehr – höchstens über den Hype um Bottini. Oliver Bottini nimmt es sehr genau mit seinen Figuren, seinen Themen und dem Alltag der deutschen Kripo. Wirklichkeitsnahe Polizeiarbeit und knisternde Spannung sollen sich nicht ausschließen, der Plot und die Motive so plausibel wie möglich sein. Vor allem möchte der erfolgreiche Krimiautor
Read More Jahrhundertealte Diskreditierung Dass die abendländische, patriarchale Kultur das weibliche Geschlechtsorgan über Jahrhunderte verschwiegen und im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln gehalten hat, dürfte weitgehend bekannt sein, Sanyal aber legt akribisch dar, welch beträchtlicher Aufwand dafür betrieben wurde. Von Tina Manske Selbst aufgeklärten Frauen des 21. Jahrhunderts fehlen die Worte, wenn sie über ihr Geschlecht sprechen. Formulierungen wie ‚das da unten‘ oder ‚zwischen den Beinen‘ sind immer noch an der Tagesordnung, wenn’s hoch kommt nimmt man auch schonmal das Wort ‚Muschi‘ in den Mund, klingt ja auch irgendwie niedlich. ‚Fotze‘
Read More Posted On April 27, 2009By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag
Die Liebe und die Leidenschaft mit all ihren Höhen und Abgründen – das sind die Themen von Susanne Heinrichs Erzählungen und Romanen. Exemplarisch für eine ganze Generation leuchtet die talentierte Nachwuchsautorin deren schillernde Facetten auch in ihrem neuen Roman aus. Von Karsten Herrmann
Read More Es reicht nicht zur Vision Maria Svelands Bitterfotze beginnt als wütende Rundumanklage gegen ein System, das Frauen immer noch auf Sparflamme hält, unterdrückt und klein haut – und enttäuscht am Ende doch mit einer Affirmation des heteronormativen Weltbilds. Von Tina Manske Die dreißigjährige Sara nimmt sich eine Woche Urlaub und fliegt nach Teneriffa ohne ihren Mann und ihren kleinen Sohn. Der Grund ihres Ausflugs ist eine erwünschte Auszeit, da sie beginnt, eine verbitterte Frau zu werden. „Ich bin richtig bitterfotzig“, sagt sie, und ihr fällt auf, dass ihr täglich Bitterfotzen
Read More Einen Frosch heiraten, einen Geist herbeirufen, sich selbst verschwinden lassen – Millhausers elegant erzählte Fantasien werden Leser mit Sinn für Grenzerweiterungen bestens unterhalten. Von Gisela Trahms
Read More Hinter dem Pseudonym J.M. Calder verbergen sich die beiden australischen Autoren John Clanchy und Mark Henshaw, die nach ihrem gemeinsamen Erstling "If God Sleeps", nun einen „Bestseller“ geschrieben haben. Ob das gut geht? Nadja Israel ist sich da nicht so sicher
Read More Gerade ist Guillermo Martínez Roman Roderers Eröffnung erschienen, über den wir in Kürze berichten werden. Als Einstimmung darauf hat sich Doris Wieser Der langsame Tod der Luciana B. (2008) vorgenommen, und wie immer bei argentinischen Autoren lohnt sich ein Blick zu der Nationalinstitution Jorge Luis Borges und überhaupt nach Lateinamerika.
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